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    Teil 56: Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 260- 263

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    In Richtung Licht! So heißt der Beitrag, in dem wir den Inhalt des Korans besprechen. Wir versuchen dem Wort Gottes Wahrheiten über das Dasein zu entnehmen, um unser Leben auf dieser Wahrheit aufzubauen.

     

    Im letzten Teil wurde das Erlebnis des Propheten Esra erläutert. Gott ließ ihn einhundert Jahre wie einen Toten schlafen und rief ihn dann wieder ins Leben zurück. Damit führte er ihm vor Augen, dass Er die Macht hat, die Menschen am Jüngsten Tag von den Toten zu erwecken.

     

    Abraham erlebte ähnliches. Er fand am Rande eines Meeres ein totes Tier, dass zur Hälfte im Wasser und zur Hälfte am Strand lag. Sowohl Meerestiere als auch Tiere auf dem Festland fraßen von dem Kadaver. Abraham stimmte diese Szene nachdenklich. Er dachte: Wenn mit dem Körper des Menschen nach dem Tode das gleiche geschieht und die Tiere ihn fressen, wie kann es sein, dass der Mensch am Jüngsten Tag mit seinem Leib aufersteht?

     

    Abraham glaubte an den Tag der Auferstehung und das Jüngste Gericht, dennoch bat er Gott, er möge ihm die Wiedererweckung der Toten zum Leben vor Augen führen.

     

    Sein Gespräch mit Gott wird im Vers 260 der Sure 2 wiedergegeben.

     

    (2: 260- 263)

     

    وَإِذْ قَالَ إِبْرَاهِيمُ رَبِّ أَرِنِي كَيْفَ تُحْيِي الْمَوْتَىٰ ۖ قَالَ أَوَلَمْ تُؤْمِن ۖ قَالَ بَلَىٰ وَلَـٰكِن لِّيَطْمَئِنَّ قَلْبِي ۖ قَالَ فَخُذْ أَرْبَعَةً مِّنَ الطَّيْرِ فَصُرْهُنَّ إِلَيْكَ ثُمَّ اجْعَلْ عَلَىٰ كُلِّ جَبَلٍ مِّنْهُنَّ جُزْءًا ثُمَّ ادْعُهُنَّ يَأْتِينَكَ سَعْيًا ۚ وَاعْلَمْ أَنَّ اللَّـهَ عَزِيزٌ حَكِيمٌ

    „Und als Abraham sagte: Herr ! Lass mich sehen, wie du die Toten lebendig machst! Gott sprach: Glaubst du denn nicht? Er sagte: Doch. Aber ich möchte eben ganz sicher sein. Gott sagte: So nimm vier Vögel und zerteile ihr Fleisch in mehrere Stücke (und mische diese Stücke miteinander) Hierauf leg auf jeden Berg ein Stück von ihnen! Dann ruf sie (bei ihrem Namen), worauf sie zu dir herbeieilen! Du musst wissen, dass Gott mächtig und weise ist!“ (2: 260)

     

    Abraham folgte der Anweisung Gottes. Er nahm vier verschiedene Vögel, schlachtete sie und vermischte ihr Fleisch. Die Fleischstücke verteilte er auf zehn Berge. Dann rief er die Vögel bei ihren Namen. Da kamen sie von den Bergen herbei und waren wie zuvor. Damit hatte Abraham seine Antwort auf die Frage erhalten, wie Gott die Toten lebendig machen kann.

     

    Diese Koranstelle bestätigt zwei wichtige Punkte

     

    Erstens: Die Auferstehung von den Toten geschieht mit dem Körper. Gott herrscht über die Gesetze der Natur. Die Natur muss sich nach Ihm richten, und nicht Er sich nach ihr. Daher gibt es für Ihn keine Probleme, einzelne Teile eines Körpers zusammenzutragen und wieder wie zuvor zusammenzufügen.

     

    Zweitens: Die Logik stellt die Vernunft zufrieden, aber das Herz bleibt dennoch unsicher. Wir sollten nach der Gewissheit des Herzens streben. Auf diesem Weg werden wir uns den Gedanken an die Macht Gottes und seine Segensgaben verinnerlichen können.

     

    Es folgt nun Vers 261 der Sure Baqarah in der Übersetzung:

     

    مَّثَلُ الَّذِينَ يُنفِقُونَ أَمْوَالَهُمْ فِي سَبِيلِ اللَّـهِ كَمَثَلِ حَبَّةٍ أَنبَتَتْ سَبْعَ سَنَابِلَ فِي كُلِّ سُنبُلَةٍ مِّائَةُ حَبَّةٍ ۗ وَاللَّـهُ يُضَاعِفُ لِمَن يَشَاءُ ۗ وَاللَّـهُ وَاسِعٌ عَلِيمٌ

     

    „Diejenigen, die ihr Vermögen auf dem Wege Gottes spenden, sind einem Saatkorn zu vergleichen, das sieben Ähren wachsen lässt, mit hundert Körnern in jeder Ähre. Gott vervielfacht, wem er will. Und Gott umfasst und weiß Bescheid.“ (2: 261)

     

    In diesem Koranvers wird vom Spenden gesprochen. Aber auch in den darauffolgenden 14 Koranversen geht es ums Spenden. Außerdem wird auch das Zinsnehmen angesprochen und das Zinsverbot erläutert.

     

    In jeder Gesellschaft verdienen die Menschen dadurch dass sie verschiedenen Tätigkeiten nachgehen, automatisch unterschiedlich viel. Doch durch Missgeschicke wie Erdbeben, Überschwemmung, Dürre, Nahrungsmittelknappheit, Diebstahl, Feuer, Krankheiten, Arbeitsunfähigkeit usw. kommt es, das Menschen ihr Hab und Gut oder ihre Einkommensquelle verlieren und somit ihren Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten können. Wie sind solche Probleme in einer Gesellschaft zu lösen? Nicht in allen Gesellschaften sind ausreichende Versicherungssysteme vorhanden oder das sogenannte Soziale Netz ist vollkommen ausgebildet. Schon gar nicht zur Zeit des Propheten gab es derartige Absicherungen. Für derartig betroffene Menschen bestand damals und besteht auch heute noch vielerorts die Gefahr sich bis an ihr Lebensende zu verschulden.

     

    Zinsgeschäfte – im Koran werden sie als Ribba bezeichnet – haben zur Folge dass die Wohlhabenden noch reicher werden und die Armen noch ärmer. Die Kluft zwischen den Bevölkerungsschichten klafft mit der Zeit immer weiter auseinander.

     

    Der Islam hat deshalb Zinsgeschäfte verboten. An deren Stelle regt er die Muslime zur Brüderlichkeit an und spornt sie auf dem Wege Gottes an, von ihrem Vermögen zu spenden. Da nun aber diejenigen, die Kredite vergeben, damit ihr Vermögen vergrößern wollen, heißt es im Koran:

     

    „Spenden bedeutet ebenso Gewinn und zwar bis zu dem 700fachen! Ein Korn wird zu sieben Ähren, mit 100 Körnern in jeder Ähre!“

     

    Derjenige, der spendet, erreicht innere Zufriedenheit, und sein Besitz wächst, die Gesellschaft entwickelt sich und die Armut wird bekämpft.

     

    Der Vers 261 der Sure 2 verspricht uns, dass unser Vermögen nicht darunter leidet, wenn wir im Zeichen Gottes den Bedürftigen in der Gesellschaft in aufrichtiger Absicht von unserem religionsrechtlich erlaubten Besitz spenden. Solche Spenden tragen sowohl zu unserem, als auch zum Weiterkommen der Gesellschaft bei.

     

    Dieser Koranvers hält uns aber auch vor Augen, dass Gottes Güte kein Ende nimmt und jeder entsprechend seiner Bemühung mit göttlichem Segen belohnt wird.

     

    Die folgende Übersetzung bezieht sich auf die Koranverse 262 und 263 der Sure 2:

     

     

    الَّذِينَ يُنفِقُونَ أَمْوَالَهُمْ فِي سَبِيلِ اللَّـهِ ثُمَّ لَا يُتْبِعُونَ مَا أَنفَقُوا مَنًّا وَلَا أَذًى ۙ لَّهُمْ أَجْرُهُمْ عِندَ رَبِّهِمْ وَلَا خَوْفٌ عَلَيْهِمْ وَلَا هُمْ يَحْزَنُونَ

     

    „Denjenigen, die ihr Vermögen um Gottes willen spenden und dann nicht hinterher (gegenüber den Bedürftigen) auf ihr Verdienst pochen oder (ihnen) Kummer zufügen, steht bei ihrem Herrn ihr Lohn zu, und sie brauchen keine Angst zu haben, und sie werden nicht traurig sein.“ (2: 262)

     

    قَوْلٌ مَّعْرُوفٌ وَمَغْفِرَةٌ خَيْرٌ مِّن صَدَقَةٍ يَتْبَعُهَا أَذًى ۗ وَاللَّـهُ غَنِيٌّ حَلِيمٌ

     

    „Freundliche Worte (zu Bedürftigen, die sich dreist benehmen) und Verzeihen (ihres falschen Verhaltens) sind besser als eine Spende mit nachträglicher Zufügung von Kummer (durch scharfe Antwort). Und Gott ist reich (auf niemanden angewiesen) und geduldig.“ (2: 263)

     

    An dieser Stelle macht der Koran darauf aufmerksam, wie man spenden soll:

     

    Wenn du auf dem Wege Gottes den Bedürftigen gibst, so darfst du ihnen das nicht vorhalten und sie durch dein Verhalten beleidigen. Sei dir bewusst: Du gibst ihnen von dem, was eigentlich Gott gehört. Was Gott dir zukommen ließ.

     

    In Wahrheit sind es die Bedürftigen, die dir einen Gefallen tun, wenn sie deine Spenden annehmen. Denn dadurch ebnen sie dir den Weg zur göttlichen Belohnung.

     

    Überhaupt bedeutet Spenden auf dem Wege Gottes – im Zeichen Gottes – Ihm zuliebe -, dass wir von keinem Menschen einen Lohn oder auch nur Dank erwarten sollen. Dass wir uns nicht aufspielen und jemandem unsere Spenden vorhalten. Wer diese Bedingungen erfüllt, wird es nicht bereuen, anderen geholfen zu haben, denn Gott wird ihm in der Zukunft helfen.

     

    Ein solcher Mensch wird, wenn er nichts besitzt, was er spenden könnte, sich nicht unfreundlich gegenüber einem Bittsteller verhalten, sondern ihn freundlich behandeln. Freundliche Worte sind besser als eine Spende, die damit einhergeht, dass wir einen bedürftigen Menschen durch unser Verhalten kränken.

     

     

    Abschließend sollten wir uns zwei wichtige Punkte vor Augen halten, die aus dieser Koranstelle abgeleitet werden können:

     

    Erstens: Wenn wir uns entschieden haben, auf dem Wege Gottes Gutes zu tun, sollten wir darauf achten, das wir unsere gute Tat nicht mit schlechten Dingen vermischen, und sie dadurch verderben. Als Beispiel dafür sind zu nennen Stolz, Erwartung einer Gegenleistung oder Vorhaltungen, durch die wir auf unseren Verdienst pochen.

     

    Zweitens: Das Ansehen eines Glaubensbruders zu wahren, ist noch wichtiger als sein materielles Bedürfnis zu decken. Wir sollten darauf bedacht sein, das Ansehen anderer nicht zu verletzen.

     

    Abschließend bitten wir Gott, dass er uns von Geiz und Raffgier fern hält und uns zur Großzügigkeit verhilft, damit wir Bedürftige als Mitmenschen sehen. Als Menschen, die zu uns gehören.