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    Teil 57: Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 264- 267

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    Wir schlagen wieder den Koran auf, um seinen Inhalt zu erläutern. Zu Beginn hier nun die Verse 264 und 265 der Sure 2 in der Übersetzung:

     

    (2: 264- 267)

     

    يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا لَا تُبْطِلُوا صَدَقَاتِكُم بِالْمَنِّ وَالْأَذَىٰ كَالَّذِي يُنفِقُ مَالَهُ رِئَاءَ النَّاسِ وَلَا يُؤْمِنُ بِاللَّـهِ وَالْيَوْمِ الْآخِرِ ۖ فَمَثَلُهُ كَمَثَلِ صَفْوَانٍ عَلَيْهِ تُرَابٌ فَأَصَابَهُ وَابِلٌ فَتَرَكَهُ صَلْدًا ۖ

    لَّا يَقْدِرُونَ عَلَىٰ شَيْءٍ مِّمَّا كَسَبُوا ۗ وَاللَّـهُ لَا يَهْدِي الْقَوْمَ الْكَافِرِينَ

     

    „Ihr Gläubigen! Macht eure Spenden nicht dadurch zunichte, dass ihr auf euer Verdienst pocht und (denen, für die ihr spendet) Kummer zufügt! (Das ist) wie wenn einer sein Vermögen spendet, um von den Leuten gesehen zu werden, und nicht an Gott und den Jüngsten Tag glaubt. Der ist einem steinigen Grund zu vergleichen mit Erde darüber: Ein Regenguss fällt darauf und nachher ist nur noch eine harte kahle Stelle übrig. Sie haben (dereinst) keine Gewalt über etwas von dem, was sie erworben haben. Gott leitet das Volk der Ungläubigen nicht recht.

     

    Diejenigen aber, die ihr Vermögen spenden um Gottes Zufriedenheit zu erreichen und um (durch Erwerb von guten Charaktereigenschaften) ihre Seele zu stärken, sind einem Garten auf einem flachen Höhenzug zu vergleichen, auf den ein Regen fällt, worauf er in doppelter Menge Früchte trägt. Und wenn kein starker Regen auf ihn fällt, so ein leichter Regen und Tau (sodass er immer Früchte trägt). Wisset: Gott durchschaut wohl, was ihr tut.“ (2: 264)

     

     

    Schon in den Koranversen, die im letzten Teil erklärt wurden, werden die Gläubigen angespornt Gott zu liebe von dem, was sie besitzen zu spenden. Spenden werden aber nicht immer von Gott angenommen. Es gibt Formen des Spendens und Helfens die Gott ablehnt. Zur Verdeutlichung zieht der Koran zwei Vergleiche. Der erste bezieht sich auf einen Heuchler, der spendet, um von den anderen dabei gesehen zu werden. Sein Herz aber ist gar nicht weich, sondern eher einem harten Stein vergleichbar. Der weiche Boden über dem Stein ist schnell weggewaschen und auf dem harten Stein kann nichts wachsen. Das Spenden nützt der Entfaltung eines harten Herzens nichts. Den anderen wird vielleicht geholfen, aber sich selber hilft der Heuchler mit seinem Almosen nicht.

     

     

    وَمَثَلُ الَّذِينَ يُنفِقُونَ أَمْوَالَهُمُ ابْتِغَاءَ مَرْضَاتِ اللَّـهِ وَتَثْبِيتًا مِّنْ أَنفُسِهِمْ كَمَثَلِ جَنَّةٍ بِرَبْوَةٍ أَصَابَهَا وَابِلٌ فَآتَتْ أُكُلَهَا ضِعْفَيْنِ فَإِن لَّمْ يُصِبْهَا وَابِلٌ فَطَلٌّ ۗ وَاللَّـهُ بِمَا تَعْمَلُونَ بَصِيرٌ

     

    „Aber jemand der Gott zuliebe und nicht aus Eigenliebe oder wegen der Leute spendet, der ist wie weiche fruchtbare Erde, die nicht vom Regen weggespült wird, sondern durch ihn zur Entfaltung kommt und Früchte trägt. Ein Garten, der den Regen in sich aufnimmt und die Wurzeln seiner Bäume damit tränkt und stärkt.“ (2: 265)

     

    Mindestens drei wichtige Punkte lassen sich den beiden Versen 264 und 265 der Sure 2 entnehmen:

     

    Erstens: Eine Tat wird erst dann zu einem guten Werk, wenn eine gesunde Absicht damit einhergeht. Außerdem darf dieses gute Werk nicht durch nachträglich schlechtes Verhalten wieder zunichte gemacht werden.

     

    Zweitens: Wenn wir Gott zufrieden stellen, werden die guten Eigenschaften in uns gestärkt. Wenn wir unserem Nächsten einen Dienst erweisen wollen, so sollte unsere erste Absicht darin bestehen, Gottes Zufriedenheit zu erreichen.

     

    Drittens: Heuchelei ist ein Zeichen dafür, dass der Mensch keinen wahren Glauben an Gott und den Jüngsten Tag besitzt.

     

    Es folgt nun die Übersetzung des Verses 266 der Sure Baqarah:

     

    أَيَوَدُّ أَحَدُكُمْ أَن تَكُونَ لَهُ جَنَّةٌ مِّن نَّخِيلٍ وَأَعْنَابٍ تَجْرِي مِن تَحْتِهَا الْأَنْهَارُ لَهُ فِيهَا مِن كُلِّ الثَّمَرَاتِ وَأَصَابَهُ الْكِبَرُ وَلَهُ ذُرِّيَّةٌ ضُعَفَاءُ فَأَصَابَهَا إِعْصَارٌ فِيهِ نَارٌ فَاحْتَرَقَتْ ۗ كَذَٰلِكَ يُبَيِّنُ اللَّـهُ لَكُمُ الْآيَاتِ لَعَلَّكُمْ تَتَفَكَّرُونَ

    „Möchte einer von euch einen Garten haben mit Datteln und Trauben, in dessen Niederung Bäche fließen, und in dem er allerlei Früchte hat? Nun ist er hochbetagt geworden, hat aber (noch) kleine Kinder. Da kommt ein glühend heißer Wirbelsturm über den Garten und er gerät in Flammen. So macht Gott euch die Verse klar. Vielleicht würdet ihr nachdenken.“ (2: 266)

     

    Dieser Vers birgt ein Gleichnis. In diesem Gleichnis geht es um Leute, die zwar Gutes tun, aber durch ihre Heuchelei, oder dadurch, dass sie auf ihre Verdienste pochen oder den Bedürftigen kränken, ihre Tat wertlos machen.

     

    Den Bedürftigen in der Gesellschaft zu helfen kommt dem Einpflanzen eines Baumes in einem Garten gleich. Bis dieser Baum Früchte trägt, dauert es lange. Und wenn er nicht richtig gepflegt und von Schädlingen befallen wird, wird es bald um ihn geschehen sein und die Enttäuschung ist groß.

     

    Einmal sagte Prophet Mohammad (gesegnet sei er und seine edlen Nachkommen) zu den Muslimen:

    Ruft oft und viel Gottes Namen (zikr). Für jedes zikr werdet ihr mit einem Baum im Paradies belohnt.

     

    Einer der Muslime rief:

    Dann werden wir ganz viele Gärten im Paradies haben.

     

    Der Prophet aber sagte: Allerdings spricht die gleiche Zunge, mit der ihr Gottes gedenkt, manchmal über die Fehler der Gläubigen hinter deren Rücken (ghreibat) und das Feuer dieses „ghreibat“ wird alle Bäume wieder vernichten.

     

    Am Jüngsten Tag braucht der Mensch gute Taten. Die Enttäuschung wird groß sein, wenn er sieht, wie seine guten Werke durch Heuchelei und dadurch, dass er die Bittsteller verletzt hat ungültig wurden.

     

    Wir entnehmen dem Vers 265, dass wir uns nichts auf gute Werke einbilden sollen. Die Wirkung guter Werke wird oft schnell zunichte, weil wir etwas Hässliches tun. Es dauert Jahre einen Garten anzulegen, aber ein Feuer kann ihn in Sekundenschnelle zu Asche verwandeln.

     

    Der nächste Vers, Vers 267 der Sure 2 lautet in der Übersetzung:

     

    يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا أَنفِقُوا مِن طَيِّبَاتِ مَا كَسَبْتُمْ وَمِمَّا أَخْرَجْنَا لَكُم مِّنَ الْأَرْضِ ۖ وَلَا تَيَمَّمُوا الْخَبِيثَ مِنْهُ تُنفِقُونَ وَلَسْتُم بِآخِذِيهِ إِلَّا أَن تُغْمِضُوا فِيهِ ۚ وَاعْلَمُوا أَنَّ اللَّـهَ غَنِيٌّ حَمِيدٌ

     

    „Ihr Gläubigen! Gebt spenden von den guten Dingen, die ihr erworben habt, und von dem, was wir die Erde für euch haben hervorbringen lassen! Und sucht euch nicht das Schlechte davon aus, um es zu spenden, während ihr es für euch selber nicht nehmt, ohne dabei ein Auge zuzudrücken! Ihr müsst wissen, das Gott reich und des Lobes würdig ist.“ (2: 267)

     

    Die Muslime fragten den Propheten, was sie den Bedürftigen geben sollen. Der Koranvers 267, Sure 2 setzt eine allgemeine Regel fest. Es heißt: spendet gute Dinge, ob nun Geld oder Besitz, Speisen oder Früchte. Wichtig ist, dass es von dem ist, was aus religionsrechtlichen Gründen Euch gehört und erlaubt ist. Kleidung, die nicht mehr tragbar oder Speisen und Früchte, die nicht mehr gut sind, sollte man nicht an andere verschenken.

     

    Hier ein Beispiel: In Medina hatten sich manche angewöhnt bei der Dattelernte die trockenen Datteln schlechter Qualität den Armen zu geben und die guten Datteln für sich beiseite zu tun. Der Koranvers 267, Sure 2, tadelt sie für ihr Tun. Er stellt ihnen indirekt die Frage: Wärt ihr mit dem was ihr den Armen da gebt zufrieden, wenn ihr es für euch selber bestimmen würdet?

     

    Der letztgenannte Vers beinhaltet also drei wichtige Punkte:

     

    Erstens: Die Ehre der Bedürftigen muss gewahrt werden, wenn wir ihnen etwas schenken. Etwas Wertloses zu verschenken, taugt nicht. Nicht nur das, die Bedürftigen werden damit auch gekränkt.

     

    Zweitens: Mit dem Spenden soll erreicht werden, dass wir uns vom Geiz befreien. Beim Spenden geht es nicht darum, sich von überflüssigen und wertlosen Dingen zu befreien.

     

    Drittens: Um festzustellen, ob wir uns den anderen gegenüber richtig verhalten, brauchen wir nur unser Gewissen zu befragen:

    Etwas, dass wir für uns selber nicht für gut betrachten, sollten wir nicht zum Spenden verwenden.

     

    Abschließend wünschen wir uns von Gott, dass uns der Gedanke des Spendens erfüllt und wir uns vom Geiz freimachen. Richtiges Spenden baut auf Nächstenliebe, Brüderlichkeit und Gleichheit auf.