islamic-sources

    1. Startseite

    2. article

    3. Teil 58: Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 268- 272

    Teil 58: Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 268- 272

    • http://german.irib.ir
    Rate this post

     

    Im letzten Teil besprachen wir Verse aus der 2. Sure, in denen die Gläubigen angespornt werden, zu spenden. Auch die folgenden beiden Koranverse handeln vom Spenden, es sind die Verse 268 und 269. Hier nun die Übersetzung:

     

    (2: 268- 272)

     

    الشَّيْطَانُ يَعِدُكُمُ الْفَقْرَ وَيَأْمُرُكُم بِالْفَحْشَاءِ ۖ وَاللَّـهُ يَعِدُكُم مَّغْفِرَةً مِّنْهُ وَفَضْلًا ۗ وَاللَّـهُ وَاسِعٌ عَلِيمٌ

     

    „Der Satan droht euch (wenn ihr spenden wollt) Armut an und befiehlt euch (Geiz und anderes) Abscheuliches. Gott aber verspricht euch Vergebung und Huld (durch Belohnung). Er lässt wachsen und weiß Bescheid.“ (2: 268)

     

     

    يُؤْتِي الْحِكْمَةَ مَن يَشَاءُ ۚ وَمَن يُؤْتَ الْحِكْمَةَ فَقَدْ أُوتِيَ خَيْرًا كَثِيرًا ۗ وَمَا يَذَّكَّرُ إِلَّا أُولُو الْأَلْبَابِ

     

    „Er gibt die Weisheit, wem er will. Und wer die Weisheit erhält, erhält viel Gutes. Aber nur diejenigen, die Verstand haben, lassen sich mahnen.“ (2: 269)

     

    Satan und Menschen mit satanischen Eigenschaften halten uns auf verschiedene Weise davon ab, anderen zu helfen. Mal flüstern sie uns ein, dieses Geld brauchst du selber später mal oder versuchen uns einzureden: Warum sollst du dem da etwas geben. Wenn Gott gewollt hätte, dann wäre er doch nicht arm.

     

    Sie verhindern dass andere großherzig sind und spornen die Menschen an, Reichtum anzuhäufen. Sie hindern uns an Taten, die uns am Jüngsten Tag nützen werden. Und nicht nur dass, derartige gute Taten nützen uns auch im irdischen Leben, denn wer anderen hilft, dem verspricht Gott, dass er ihm im irdischen Leben gegen Armut helfen wird.

     

    Viele lassen sich aber zum Geiz verführen. Sie glauben nur Besitz ist gut und vergessen, dass Spenden ein gutes Werk ist, und dass sie nicht auf die leeren Versprechungen des Mephisto hören, sondern an das Versprechen Gottes glauben sollen.

     

    Diese Koranstelle besagt also, dass wir aus Angst vor Armut nicht geizig sein dürfen, denn derartige Befürchtungen sind Einflüsterungen Satans, der nicht will, dass wir etwas von dem was wir besitzen, abgeben. Statt auf solche Befürchtungen einzugehen, sollten wir den Glauben an die Huld und den Segen Gottes in uns stärken. Es ist ein Zeichen für gesunden Verstand, wenn wir an das Versprechen Gottes glauben und nicht an die Versprechungen Satans. Aus der Sichtweise der Religion, ist derjenige klug und vernünftig, der Gott gehorcht und nicht der, der seinen Launen folgt oder blindlings sich nach anderen richtet.

     

    In den Versen 270 und 271 der Sure 2 heißt es weiter:

     

    وَمَا أَنفَقْتُم مِّن نَّفَقَةٍ أَوْ نَذَرْتُم مِّن نَّذْرٍ فَإِنَّ اللَّـهَ يَعْلَمُهُ ۗ وَمَا لِلظَّالِمِينَ مِنْ أَنصَارٍ

     

    „Und wenn ihr eine Spende gebt oder etwas gelobt, weiß Gott darüber Bescheid. Und die Frevler haben keine Helfer.“ (2: 270)

     

    إِن تُبْدُوا الصَّدَقَاتِ فَنِعِمَّا هِيَ ۖ وَإِن تُخْفُوهَا وَتُؤْتُوهَا الْفُقَرَاءَ فَهُوَ خَيْرٌ لَّكُمْ ۚ وَيُكَفِّرُ عَنكُم مِّن سَيِّئَاتِكُمْ ۗ وَاللَّـهُ بِمَا تَعْمَلُونَ خَبِيرٌ

     

    „Wenn ihr die Almosen offenkundig gebt, ist es ein gutes Werk. Wenn ihr sie aber geheim haltet und den Armen gebt, ist es besser für euch und wird euch etwas von euren schlechten Taten tilgen. Gott ist wohl darüber unterrichtet, was ihr tut.“ (2: 271)

     

    Eine Spende wird zunichte, wenn der Spender Lob und Dank erwartet. Diese Koranstelle sagt: auch wenn die anderen nicht sehen, dass du gespendet hast und keiner dir dankt, so weiß Gott wohl über dein gutes Werk Bescheid und es geht nicht verloren. Du hast doch aus Liebe zu Gott den anderen geholfen, warum erwartest du dann Lohn von den Menschen.

     

    Wenn der Mensch weiß, dass Gott seine Taten sieht, so ist dies der beste Ansporn für gute Taten. Gemäß dem Koran ist es ein Unrecht, wenn der Mensch die Bedürftigen nicht beachtet. Ein Unrecht, durch das der Mensch sich selbst jede Hilfe und jedes Recht auf die Fürbitte der Gottesfreunde am Jüngsten Tag entzieht. In den Überlieferungen steht, dass es im Gegensatz zur öffentlichen Zahlung der Zakatsteuer, besser ist, wenn der Mensch unerkannt Almosen gibt. Diese unterschiedliche Handhabung mag darin begründet sein, dass eine freiwillige öffentliche Spende möglicherweise mit Heuchelei einhergehen kann, eine Pflichtzahlung wie die der Zakatsteuer, aber meistens nicht.

     

     

    Wir entnehmen dieser Koranstelle drei wichtige Punkte:

     

    Erstens: Gott weiß wenn wir spenden.

    Deshalb sollten wir mit der besten Absicht auf dem Wege Gottes das Beste spenden.

     

    Zweitens: Manchmal sollten wir offen spenden, manchmal auch geheim. Offen zu spenden, regt auch andere zum Spenden an. Geheime Spenden aber schützen den Spender vor Heuchelei und sind manchmal nötig, um die Ehre des Empfängers zu wahren.

     

    Drittens: Das Spenden ist ein Weg, die Vergebung der Sünden zu erzielen. Bei der reuevollen Rückkehr zu Gott, müssen wir uns manchmal von unserem Geld trennen, damit Gott unsere Reue annimmt.

     

    Es folgt die Übersetzung des Verses 272:

     

    لَّيْسَ عَلَيْكَ هُدَاهُمْ وَلَـٰكِنَّ اللَّـهَ يَهْدِي مَن يَشَاءُ ۗ وَمَا تُنفِقُوا مِنْ خَيْرٍ فَلِأَنفُسِكُمْ ۚ وَمَا تُنفِقُونَ إِلَّا ابْتِغَاءَ وَجْهِ اللَّـهِ ۚ وَمَا تُنفِقُوا مِنْ خَيْرٍ يُوَفَّ إِلَيْكُمْ وَأَنتُمْ لَا تُظْلَمُونَ

     

    „(Prophet!) Es obliegt nicht dir, die Menschen zu lenken, sondern Gott leitet recht, wen Er will. Und alles Gute, was ihr spendet, habt ihr zu eurem Vorteil gespendet. Spendet nur um Gottes Zufriedenheit zu gewinnen. (Niemand soll auf seine Verdienste klopfen) und alles Gute, das ihr spendet wird euch voll und ganz vergolten. Es wird euch kein Unrecht geschehen.“ (2: 272)

     

    Im Kommentar zu dieser Koranstelle heißt es: Die Muslime wussten nicht, sollen sie den Armen, die Götzenanbeter sind, auch helfen oder nicht? Sie fragten den Propheten. Da wurde ihm dieser Koranvers offenbart. Und er sprach: Es gibt keinen Zwang zum Glaubensbekenntnis und es darf nicht sein, dass sich die Bedürftigen für ein Stück Brot zum Islam bekennen. Genauso wie der göttliche Segen auf dieser Welt alle Menschen mit einbezieht, gleich ob sie gläubig oder ungläubig sind, so müssen auch die Gläubigen allen helfen, auch wenn diese ungläubig sind. Denn die Menschen sind alle Gottes Geschöpfe. Helft ihnen. Gott lohnt diese guten Werke voll und ganz.

     

    Eines ist jedoch klar: Hilfe an Ungläubige ist nicht erlaubt, wenn diese dadurch gestärkt und bei der Verfolgung ihrer feindlichen Ziele unterstützt werden.

     

    Vom letztgenannten Vers können wir ableiten:

     

    Erstens: Keiner ist gezwungen, den Islam anzunehmen. Selbst der Prophet kann niemanden zum Islam zwingen.

     

    Zweitens: Der Islam ist eine Lehre der Menschen-liebe. Er ist gegen Armut und Entbehrung, auch unter denen, die nicht an Gott glauben.

     

    Drittens: Wenn um Gottes Wohlwollen zu gewinnen gespendet wird, so wird der Mensch dafür im Leben und in der Ewigkeit belohnt werden. Gott möge uns den universalen Geist der Hilfsbereitschaft schenken.

     

    Schlagwörter: , , , , , ,