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    Teil 59: Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 273- 277

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    Wieder hat sich die Gelegenheit ergeben, über den Koran zu sprechen und Lehrreiches aus ihm zu entnehmen: So lesen wir heute weiter in dieser Himmelsschrift. Es sind die Koranverse 273 und 274 der Sure Baqarah, hier nun die Übersetzung:

     

    (2: 273- 277)

     

    لِلْفُقَرَاءِ الَّذِينَ أُحْصِرُوا فِي سَبِيلِ اللَّـهِ لَا يَسْتَطِيعُونَ ضَرْبًا فِي الْأَرْضِ يَحْسَبُهُمُ الْجَاهِلُ أَغْنِيَاءَ مِنَ التَّعَفُّفِ تَعْرِفُهُم بِسِيمَاهُمْ لَا يَسْأَلُونَ النَّاسَ إِلْحَافًا ۗ وَمَا تُنفِقُوا مِنْ خَيْرٍ فَإِنَّ اللَّـهَ بِهِ عَلِيمٌ

    „(das Spenden gilt) den Armen, die auf dem Wege Gottes in Schwierigkeiten sind. Die, welche nicht im Land unterwegs sein können (um für ihren Lebensunterhalt zu sorgen), (und) weil sie sich zurückhalten (nicht betteln), von Leuten die nicht im Bilde sind, für reich gehalten werden. Du erkennst sie an ihrem Äußeren. Sie bitten die Leute nicht in aufdringlicher Weise. Und was ihr an Gutem spendet (ihr Gläubigen), darüber weiß Gott Bescheid.“ (2: 273)

     

    الَّذِينَ يُنفِقُونَ أَمْوَالَهُم بِاللَّيْلِ وَالنَّهَارِ سِرًّا وَعَلَانِيَةً فَلَهُمْ أَجْرُهُمْ عِندَ رَبِّهِمْ وَلَا خَوْفٌ عَلَيْهِمْ وَلَا هُمْ يَحْزَنُونَ

    „Denen, die ihr Vermögen bei Nacht oder bei Tage geheim oder offen spenden, steht bei ihrem Herrn ihr Lohn zu, und sie brauchen keine Angst (vor Armut) zu haben, und sie werden nicht traurig sein (dass sie etwas gespendet haben).“ (2: 274)

     

    Wie wir bereits erwähnten, hat der Islam Dinge empfohlen, die der Herstellung eines Gleichgewichtes in der islamischen Gesellschaft dienen. Eine dieser Empfehlungen ist das Spenden. Die Vermögenden sollen mit einem Teil ihres Eigentums den Bedürftigen in der Gesellschaft helfen. Die genannte Koranstelle in der Sure 2 weist darauf hin, dass denen, die wegen ihrer Religion ausgewandert sind und auf dem Wege Gottes kämpfen, geholfen werden soll, denn sie haben aus Liebe zu Gott die Obdachlosigkeit auf sich genommen und besitzen nichts mehr, womit sie ihren Unterhalt bestreiten können. Dennoch bewahren sie ihr Gesicht und bitten niemanden um Hilfe. Daher denken die anderen, dass es ihnen gut geht. Aber die Gläubigen sollten nicht so denken und ihren Glaubensbrüdern helfen.

     

    Zu Beginn des Islam lebte eine Gruppe von Gefährten des Propheten in Medina, die aus Mekka ausgewandert waren und nichts mehr besaßen, weder eine Unterkunft, noch ein Einkommen. Die Götzendiener in Mekka hatten all deren Eigentum beschlagnahmt. Einigen von ihnen waren bei Bürgern von Medina aufgenommen worden und wurden von diesen versorgt. Aber die meisten hatten kein solches Glück und lebten an einem Ort gleich neben der Moschee des Propheten, genannt safheh. In der genannten Koranstelle werden die Gläubigen aufgerufen, diesen Emigranten mit Spenden zu helfen.

     

    Wir entnehmen mehrere wichtige Punkte aus den beiden letzten Versen:

     

    Erstens: Gott sieht einen Teil des Vermögens reicher Leute als Recht, dass den Bedürftigen zusteht.

    In der islamischen Gesellschaft sollten die Bedürftigen nicht erst die Hand ausstrecken müssen und gezwungen sein sich zu erniedrigen, die Reichen sollten ihre Pflicht kennen und von ihrem Überfluss abgeben.

     

    Zweitens: Gemäß dem Koran ist jemand arm, der keine Schuld an seiner Bedürftigkeit trägt, wie Opfer von Krieg und Naturkatastrophen, Kranke und alte Menschen. Aber wichtiger noch als deren materielles Wohl ist deren Ehre.

    Jemand der arbeiten kann und bettelt zählt daher nicht zu den Armen.

     

    Drittens: Gott schützt den Spender vor Armut. Weil er auf Gott vertraut hat, wird er es nicht bereuen, anderen geholfen zu haben.

     

    Es folgt die Übersetzung der Verse 275 und 276 der Sure 2:

     

    الَّذِينَ يَأْكُلُونَ الرِّبَا لَا يَقُومُونَ إِلَّا كَمَا يَقُومُ الَّذِي يَتَخَبَّطُهُ الشَّيْطَانُ مِنَ الْمَسِّ ۚ ذَٰلِكَ بِأَنَّهُمْ قَالُوا إِنَّمَا الْبَيْعُ مِثْلُ الرِّبَا ۗ وَأَحَلَّ اللَّـهُ الْبَيْعَ وَحَرَّمَ الرِّبَا ۚ فَمَن جَاءَهُ مَوْعِظَةٌ مِّن رَّبِّهِ فَانتَهَىٰ فَلَهُ مَا سَلَفَ وَأَمْرُهُ إِلَى اللَّـهِ ۖ وَمَنْ عَادَ فَأُولَـٰئِكَ أَصْحَابُ النَّارِ ۖ هُمْ فِيهَا خَالِدُونَ

    „Diejenigen, die Zins nehmen, werden (so berauscht vom Geld und Reichtum, dass sie ihre Ausgeglichenheit verlieren und) nicht anders dastehen, als wie einer, der vom Satan erfasst und geschlagen ist. Dies dafür, dass sie sagen: Kaufgeschäft und Zinsgeschäft sind ein und dasselbe. Aber Gott hat das Kaufgeschäft erlaubt und das Zinsgeschäft verboten. Und wenn zu einem eine Ermahnung von seinem Herrn kommt, und er dann (mit den Zinsgeschäften) aufhört, so sei ihm (belassen), was bereits geschehen ist! Und die Entscheidung über ihn steht bei Gott. Diejenigen aber, die es wieder tun, werden Bewohner des Höllenfeuers sein und immer darin bleiben.“ (2: 275)

     

    يَمْحَقُ اللَّـهُ الرِّبَا وَيُرْبِي الصَّدَقَاتِ ۗ وَاللَّـهُ لَا يُحِبُّ كُلَّ كَفَّارٍ أَثِيمٍ

     

    „Gott lässt den Zins dahinschwinden, aber er vermehrt, was gespendet wird. Gott liebt keinen, der gänzlich ungläubig und ein Sünder ist.“ (2: 276)

     

    In vierzehn aufeinander folgenden Koranversen der Sure 2 hat Gott die Gläubigen angespornt zu spenden und die fruchtbare Wirkung des Spendens deutlich gemacht. Durch das Spenden wird der Mensch zum Beispiel davor bewahrt, dass er geizig wird; die Unterschiede zwischen den Bevölkerungsschichten werden geringer und der Geist der Brüderlichkeit wächst.

     

    Nach diesem Ansporn zum Spenden verurteilt der Koran nun das Zinsgeschäft. Zinsgeschäfte stören das Gleichgewicht der Wirtschaft und bringen auch den Zinsnehmer aus dem Gleichgewicht. In der Gesellschaft wächst der Zorn der Schwachen auf die Reichen. Die Gesellschaft treibt auf eine Explosion zu. Der Zinsnehmer selber wird so habgierig, dass er alle seine menschlichen Gefühle vergisst, um nur noch an mehr Geld zu gelangen.

     

    Bei Zinsgeschäften verdient der Verleiher Geld ohne etwas dafür zu leisten. Er erstellt weder ein Produkt noch eine Dienstleistung. Durch Zinsgeschäfte werden die Reichen nur noch reicher und die Armen nur noch ärmer. Dies ist das größte Unrecht, dass den Bedürftigen in einer Gesellschaft angetan werden kann. Deshalb haben alle göttlichen Religionen, Zinsgeschäfte verboten und Strafen für diese vorgesehen.

     

    Dem Anschein nach wächst der Reichtum durch Zinsnehmen und durch Spenden nimmt er ab. Aber im Koran heiß es, dass dies nicht der Fall ist. Denn Gott bestimmt darüber welche Wirkung und welchen Segen ein Vermögen hat. Ein Vermögen, das durch Zinsgeschäfte gewonnen wurde, gereicht dem Zinsnehmer nicht zum Wohl. Er zieht den Zorn der Bedürftigen auf sich und bringt daher sein Hab und Gut und womöglich auch sein Leben in Gefahr. Aber wer spendet, gewinnt Freunde. Er ist angesehen und kann sich sicher fühlen. Gott ebnet ihm den Weg zum Wohl.

     

    Den Versen 275 und 276 entnehmen wir:

     

    Erstens: Zinsgeschäfte bringen den Menschen aus dem seelischen Gleichgewicht, stören aber auch das wirtschaftliche Gleichgewicht einer Gesellschaft. Sie führen zu Unrecht statt zur Gerechtigkeit, zu Hass statt zu Liebe.

     

    Zweitens: Der Islam hat als umfassende Religion ein Konzept für die Wirtschaft in der Hand. Die Gläubigen haben demnach auch die Pflicht ihre weltlichen Angelegenheiten zu ordnen.

     

    Drittens: Zinsgeschäfte zu machen ist eine Art Undankbarkeit. Gott hat uns Eigentum zur Verfügung gestellt. Dieses Eigentum ist wie ein Pfand. Wenn wir davon nichts an die Bedürftigen abgeben, so sind wir undankbar gegenüber Gottes Segen. Diese Undankbarkeit gegenüber Gottes Segen führt oft sogar zur Vernichtung des Menschen.

     

    Im folgenden die Übersetzung von Vers 277, Sure Baqarah:

     

    إِنَّ الَّذِينَ آمَنُوا وَعَمِلُوا الصَّالِحَاتِ وَأَقَامُوا الصَّلَاةَ وَآتَوُا الزَّكَاةَ لَهُمْ أَجْرُهُمْ عِندَ رَبِّهِمْ وَلَا خَوْفٌ عَلَيْهِمْ وَلَا هُمْ يَحْزَنُونَ

     

    „Denen, die glauben und tun, was recht ist, das Gebet verrichten und die Almosensteuer geben, steht bei ihrem Herrn ihr Lohn zu, und sie brauchen keine Angst (vor der Zukunft) zu haben und sie werden nicht (über die Vergangenheit) traurig sein.“ (2: 277)

     

    In diesem Vers wird gesagt, wer wirklich gläubig ist. Wirklich gläubig ist, wer nicht nur an seine Beziehung zu Gott durch das Gebet denkt, sondern auch an die Beziehung zu den Geschöpfen Gottes, in dem er ihnen spendet.

     

    Bleibt zu hoffen, dass in der Gesellschaft einmal so viel gespendet wird, dass niemand mehr mit seinen Zinsgeschäften gefragt ist und kein ungerechter Mensch mehr das Recht der Bedürftigen mit Füßen treten kann. Bleibt zu hoffen, dass einmal wahre Gerechtigkeit in der Gesellschaft herrschen wird.