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    Teil 61: Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 283- 286

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    Im letzten Beitrag haben wir Verse aus dem Koran behandelt, in denen Gott empfiehlt, dass alle Geschäfte, die nicht bar abgeschlossen werden und der zinslose Geldverleih schriftlich festgehalten werden sollten. Im nächsten Vers, dem Vers 283 der Sure 2 heisst es nun:

     

    (2: 283- 286)

     

    وَإِن كُنتُمْ عَلَىٰ سَفَرٍ وَلَمْ تَجِدُوا كَاتِبًا فَرِهَانٌ مَّقْبُوضَةٌ ۖ فَإِنْ أَمِنَ بَعْضُكُم بَعْضًا فَلْيُؤَدِّ الَّذِي اؤْتُمِنَ أَمَانَتَهُ وَلْيَتَّقِ اللَّـهَ رَبَّهُ ۗ وَلَا تَكْتُمُوا الشَّهَادَةَ ۚ وَمَن يَكْتُمْهَا فَإِنَّهُ آثِمٌ قَلْبُهُ ۗ وَاللَّـهُ بِمَا تَعْمَلُونَ عَلِيمٌ

    „Und wenn ihr auf einer Reise seid und keinen Schreiber findet, ist ein Pfand (für den bargeldlosen Handel oder den Geldverleih) zu nehmen. Und wenn einer von euch einem anderen (ein Pfand an) vertraut, soll er das ihm Anvertraute (nämlich das geliehene Geld rechtzeitig) zurückgeben und Gott seinen Herrn, fürchten. Und unterschlagt keine Zeugenaussage! (Wisset!)Wer eine unterschlägt, dessen Herz ist sündig. Gott weiß Bescheid über das, was ihr tut.“ (2: 283)

     

    Der Islam sagt: nehmt euch zur Sicherheit zwei Zeugen und legt schriftlich fest, was ihr miteinander vereinbart. Darüber hinaus empfiehlt er nun: auch wenn ihr auf Reisen seid haltet diese Regeln ein. Und wenn ihr niemanden findet der den bargeldlosen Kauf- und Kreditvertrag schriftlich festhalten kann, lasst euch von dem, der euch etwas schuldet ein Pfand geben. Aber dieses Pfand darf nicht veruntreut oder unrechtmäßig benutzt werden und es muss unversehrt zum richtigen Zeitpunkt an seinen Besitzer zurückgegeben werden.

     

    Der Schuldner, dem der Gläubiger vertraut hat, hat die Pflicht seine Schuld rechtzeitig zu begleichen und dem Gläubiger nicht zu schaden, insbesondere wenn der Gläubiger ihm so sehr vertraut hat, dass er von ihm kein Pfand verlangt hat. Der Schuldner muss in einem solchen Falle noch mehr daran denken, dass Gott Zeuge ist, und sieht, wenn er das Recht des anderen verletzt. Zum Schluss des Verses 283 Sure 2 werden alle Gläubigen aufgerufen, immer wahres Zeugnis abzulegen. Gott bleibt nämlich nichts verborgen, auch nicht unser geheimes Wissen und Tun. Wenn der Mensch die Wahrheit verheimlicht, wo er sie offenlegen muss, scheint er nach außen hin nichts Übles getan zu haben. Aber sein Vergehen ist groß, weil er seine Seele beschmutzt hat.

     

    Der genannte Koranvers lehrt uns also bei Geschäften, bei denen eine Schuld entsteht, diese nicht mündlich abzumachen und wenn es nicht schriftlich geht, ein Pfand vom Schuldner zu verlangen. Wer etwas schuldet, sollte rechtzeitig die Schuld begleichen und nicht durch Verzögerung zu einem Vertrauensverlust in der Gesellschaft beitragen.

     

    Es geht weiter mit dem Inhalt des Verses 284 der Sure Bagarah, Sure 2:

    لِّلَّـهِ مَا فِي السَّمَاوَاتِ وَمَا فِي الْأَرْضِ ۗ وَإِن تُبْدُوا مَا فِي أَنفُسِكُمْ أَوْ تُخْفُوهُ يُحَاسِبْكُم بِهِ اللَّـهُ ۖ فَيَغْفِرُ لِمَن يَشَاءُ وَيُعَذِّبُ مَن يَشَاءُ ۗ وَاللَّـهُ عَلَىٰ كُلِّ شَيْءٍ قَدِيرٌ

     

    „Ihm gehört, was im Himmel und auf der Erde ist. Ihr mögt, was in euch ist, kundtun oder geheimhalten, Gott (weiß es und) rechnet mit euch darüber ab. Er vergibt dann, wem Er will (und der es verdient), und bestraft, wen Er will (und der es verdient). Gott hat zu allem die Macht.“ (2: 284)

     

    Dieser Koranvers mahnt die Gläubigen sie sollen nicht denken, dass dem Menschen nur die Sünden, die er mit seinen Händen, Füßen, den Augen und Ohren begeht, angerechnet werden. Gott kennt auch unsere Gedanken und wird uns auch wegen der Sünden der Seele zur Rechenschaft ziehen. Solche Sünden sind zum Beispiel polytheistische oder atheistische Überzeugungen und die unberechtigte Verheimlichung der Wahrheit. Anders ist es, wenn dem Menschen ein teuflischer Gedanke kommt und er in Versuchung gerät, eine Sünde zu begehen, der Versuchung jedoch widersteht. Solange der Mensch eine Sünde nicht begeht, wird sie nicht angerechnet, selbst wenn er sich dazu entschlossen hat. Natürlich wächst allerdings die Gefahr zu sündigen, je mehr sich der Mensch mit dem Gedanken zu sündigen beschäftigt.

     

    Aus dem Vers 284 ist zu entnehmen, dass der Mensch darauf achten muss, dass sich in seinem Inneren nicht das Böse einschleicht, denn dann wird Satan leichtes Spiel haben.

     

     

    Die nächste Übersetzung ist die des Koranverses 285 der Sure 2, Sure Baqarah:

    آمَنَ الرَّسُولُ بِمَا أُنزِلَ إِلَيْهِ مِن رَّبِّهِ وَالْمُؤْمِنُونَ ۚ كُلٌّ آمَنَ بِاللَّـهِ وَمَلَائِكَتِهِ وَكُتُبِهِ وَرُسُلِهِ لَا نُفَرِّقُ بَيْنَ أَحَدٍ مِّن رُّسُلِهِ ۚ وَقَالُوا سَمِعْنَا وَأَطَعْنَا ۖ غُفْرَانَكَ رَبَّنَا وَإِلَيْكَ الْمَصِيرُ

     

    „Der Gesandte glaubt an das, was von seinem Herrn als Offenbarung zu ihm herabgesandt worden ist, und mit ihm die Gläubigen. Alle glauben an Gott, Seine Engel, Seine Schriften und Seine Gesandten, wobei sie sagen: wir machen zwischen Seinen Gesandten keinen Unterschied. Und sie sagen: Wir haben (die Stimme der Wahrheit) gehört und gehorcht. Schenk uns Deine Vergebung, Herr! Wir werden zu dir zurückkehren!“ (2: 285)

     

    Aus der Sicht des Islam ist die Welt die Schule der Menschheit, in die Gott im Laufe der Geschichte mehrfach Lehrer geschickt hat. Diese Lehrer sollten das Menschengeschlecht lenken und veredeln. Diese Lehrer, die Propheten, haben jeder sozusagen einen Lehrgang zur Weiterentwicklung der Menschen übernommen.

     

    Die Aussendung dieser Lehrer dauerte so lange bis der menschliche Geist die Stufe erreichte, das vollständigste Religionskonzept entgegenzunehmen. Dieses wurde von dem letzten Gesandten Gottes, Prophet Mohammad (gegrüßet seien er und seine edlen Nachkommen) überbracht.

     

    Ein Muslim glaubt daher an alle Gottgesandten, Himmelsschriften und Offenbarungsengel und betrachtet alle Propheten als gleich bedeutend.

     

     

    Die folgende Übersetzung ist die des letzten Verses der Sure 2. Die Sure 2 hat somit 286 Verse:

     

    لَا يُكَلِّفُ اللَّـهُ نَفْسًا إِلَّا وُسْعَهَا ۚ لَهَا مَا كَسَبَتْ وَعَلَيْهَا مَا اكْتَسَبَتْ ۗ رَبَّنَا لَا تُؤَاخِذْنَا إِن نَّسِينَا أَوْ أَخْطَأْنَا ۚ رَبَّنَا وَلَا تَحْمِلْ عَلَيْنَا إِصْرًا كَمَا حَمَلْتَهُ عَلَى الَّذِينَ مِن قَبْلِنَا ۚ رَبَّنَا وَلَا تُحَمِّلْنَا مَا لَا طَاقَةَ لَنَا بِهِ ۖ وَاعْفُ عَنَّا وَاغْفِرْ لَنَا وَارْحَمْنَا ۚ أَنتَ مَوْلَانَا فَانصُرْنَا عَلَى الْقَوْمِ الْكَافِرِينَ

    „Gott verlangt von niemand mehr, als in seinen Kräften steht. Jedem kommt zugute, was er (an guten Taten) begangen hat, und auf sein Schuldkonto, was er sich (an bösen Taten) geleistet hat. Herr! Belange uns nicht, wenn wir vergesslich waren oder uns versehen haben! Herr! Lad uns nicht drückende Verpflichtung auf, wie du sie denen aufgeladen hast, die vor uns lebten (weil sie sündig und rebellisch waren)! Herr! Belaste uns nicht mit etwas, wozu wir keine Kraft haben! Verzeih uns, vergib uns und erbarm dich unser! Du bist unser Schutzherr und Helfer. Hilf uns gegen das Volk der Gottesleugner und Verleumder!“ (2: 286)

     

    Gott hat die Menschen unterschiedlich erschaffen. Der eine ist sehr talentiert und intelligent, ein anderer viel weniger mit diesen Gaben versehen. Einer ist kräftig ein anderer körperlich schwach. Einer ist weiß, ein anderer farbig, ein Teil der Menschheit ist männlich und der andere weiblich.

     

    Neben den Unterschieden, die sich aus der Schöpfung ergeben, gibt es aber auch Unterschiede, die die Menschen unrechtmäßig hervorrufen.

     

    Unterschiede wirken sich auch entscheidend auf die körperlichen und seelisch-geistigen Kräfte aus. Daher stellt Gott nicht an alle die gleichen Erwartungen, und verlangt nur so viel von einem Menschen, wie dieser Mensch Kraft besitzt. Auf diese göttliche Gerechtigkeit weist die obige Koransure hin. Lohn und Strafe aber hängen davon ab, in welchem Maße der Mensch verpflichtet ist. Gott wägt die Befolgung der göttlichen Gebote daran ab, wieviel Kenntnis der Mensch über seine Pflicht besitzt und wie bewusst er sich über sie ist. Wenn jemand aus Versehen oder aus Vergesslichkeit eine Sünde begeht, so wird Gott ihn deswegen nicht zur Rechenschaft ziehen. Wohl aber für Sünden, die er absichtlich begeht.

     

    Der Islam legt den Menschen also keine schweren Verpflichtungen auf. Der Prophet des Islam sagt:“Ich bin für eine einfache Religion ausgesandt worden.“

     

    Dies sehen wir an dem letzten Koranvers der Sure 2. An diesem Vers sehen wir auch, dass Strafe und Belohnung von der Absicht abhängt, die einer Tat vorausgeht.

     

    Gott begegnet dem Menschen mit Güte und Barmherzigkeit. Wenn der Mensch seine Sünden bereut, werden sie ihm verziehen und sein Herz wird geläutert.