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    Teil 62: Sure Al-e Imran (Familie oder das Haus des Imran) Verse 1- 7

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    Teil 62: Sure Al-e Imran (Familie oder das Haus des Imran) Verse 1- 7
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    Der Inhalt der längsten Sure des Koran, der Sure Baqarah ist nun abgeschlossen und es beginnt nun die Erkärung der dritten Sure, der Sure Al-e Imran. Die dritte Sure hat 200 Verse und wurde in Medina offenbart.

     

    Al-e Imran bedeutet die Familie oder das Haus des Imran. Dieser Name kommt im 33. Vers dieser Sure vor. Sowohl der Vater des Propheten Moses, als auch der Vater von Maria der Mutter Jesu, beide hießen Imran (oder Emran).

     

     

    In dieser Sure wird über die Geburt Mariyams (Marias), ihre Gottergebenheit und über ihren Sohn Jesus berichtet. Die Familie des Imran wird als auserwählte Familie gewürdigt. Die Übersetzung der ersten beiden Ayeh dieser Sure lautet:

     

    (3: 1- 7)

     

    بِسْمِ اللَّـهِ الرَّحْمَـٰنِ الرَّحِيمِ

     

    „Im Namen Gottes des Allbarmherzigen, des Gütigen.“

     

    الم

     

    „Alef – Lam – Mim.“ (3: 1)

     

    اللَّـهُ لَا إِلَـٰهَ إِلَّا هُوَ الْحَيُّ الْقَيُّومُ

     

    „Gott! Es gibt keinen Gott außer ihm. Der Lebendige und Beständige.“ (3: 2)

     

    Über die arabischen Buchstaben zu Beginn von 29 Koransuren, wie hier die arabischen Buchstaben Ale, Lam, Mim, haben wir gesprochen und gesagt, dass sie ein Geheimnis sind, das nur Gott und der Prophet kennen. Vielleicht sind sie ein Hinweis darauf, dass der Koran, das göttliche Wunderwerk aus diesen einzelnen Buchstaben geschaffen wurde. Im Koran werden die Gegner des Propheten an mehreren Stellen aufgefordert, dass wer glaubt er sei dazu in der Lage, versuchen kann mit diesen Buchstaben ein ähnliches Buch zu verfassen.

     

    Der nächste Vers weist darauf hin, dass Gott in allem einzigartig ist. Nicht nur dass er der Einzige Gott ist, auch sein Wissen und seine Macht sind einzigartig. Gott ist ewig. Er ist immer gewesen und wird immer sein. Daher verdient nur Er es, angebetet zu werden.

     

    Wir entnehmen dieser Koranstelle, dass wir uns anderen wegen ihres Reichtums, ihrer Stellung oder ihrer Macht nicht unterwerfen dürfen. Wenn Menschen wirklich einen Vorzug besitzen, so wurde ihnen dieser von Gott gewährt. Und Gott ist von jedem Mangel den Menschen haben können frei.

     

    In den Koranversen 3 und 4 der Sure Al-e Imran heißt es sinngemäß:

     

    نَزَّلَ عَلَيْكَ الْكِتَابَ بِالْحَقِّ مُصَدِّقًا لِّمَا بَيْنَ يَدَيْهِ وَأَنزَلَ التَّوْرَاةَ وَالْإِنجِيلَ

     

    „Er hat diese Schrift mit der Wahrheit auf dich herabgesandt als Bestätigung dessen, was vor ihr da war. Er hat hiervor die Thora und das Evangelium herabgesandt, als Rechtleitung für die Menschen. (3: 3)

     

    مِن قَبْلُ هُدًى لِّلنَّاسِ وَأَنزَلَ الْفُرْقَانَ ۗ إِنَّ الَّذِينَ كَفَرُوا بِآيَاتِ اللَّـهِ لَهُمْ عَذَابٌ شَدِيدٌ ۗ وَاللَّـهُ عَزِيزٌ ذُو انتِقَامٍ

     

    Und er hat danach den Ferqan (der zwischen Recht und Unrecht trennt) herabgesandt. Diejenigen, die an die Zeichen Gottes nicht glauben, haben eine schwere Strafe zu erwarten. Gott ist mächtig und einzig und lässt seine Rache fühlen.“ (3: 4)

     

    Zur Zeit des Propheten gab es Schriftbesitzer die sich wunderten, das nach der Thora und dem Evangelium eine weitere Schrift offenbart wurde und sie wollten den Propheten des Islam und den Koran nicht anerkennen. Die Koranverse 3 und 4 der Sure Al-e Imran richteten sich an sie, denn es heisst, dass Gott den Menschen im Laufe der Geschichte zu ihrer Rechtleitung Propheten geschickt hat und auf einige von diesen Propheten Schriften herabgesandt wurden. Die jeweils letzten Schriften und Propheten haben bestätigt was vor ihnen war, denn sie alle kamen von Gott. Sie beruhten alle auf der göttlichen Wahrheit. Daher ist es kein Wunder, dass Gott, nachdem er Moses die Thora und Jesus das Evangelium gesandt hat, Mohammad den Koran offenbarte.

     

    Der Koran sagt: Wenn ihr also Recht und Wahrheit sucht, so glaubt auch an die Verse des Korans. Wenn ihr nicht glaubt, so trifft euch Gottes Strafe.

     

    Die Propheten Gottes sind also ausgesandt worden, um den Menschen den rechten Weg zu weisen und sie unter dem Banner der Wahrheit zu vereinen. Und die verschiedenen Himmelsschriften sind mit dem gleichen Ziel herabgesandt worden. Die Aussendung der Propheten und der Offenbarungsschriften sollte also nicht diejenigen, die an den einzigen Gott glauben, untereinander entzweien.

     

    Wir entnehmen den Versen 3 und 4 der Sure 3 aber auch, dass der Koran das Recht vom Unrecht trennt, denn er wird hier als Ferqan bezeichnet. Wir können uns also in Zweifelsfällen an den Koran wenden, und aus ihm die richtige Antwort erfahren.

     

    In den Versen 5 und 6 der Sure 3 heisst es nun:

     

    إِنَّ اللَّـهَ لَا يَخْفَىٰ عَلَيْهِ شَيْءٌ فِي الْأَرْضِ وَلَا فِي السَّمَاءِ

     

    „Vor Gott ist in der Tat nichts verborgen, weder auf der Erde noch im Himmel. (3:5)

     

    هُوَ الَّذِي يُصَوِّرُكُمْ فِي الْأَرْحَامِ كَيْفَ يَشَاءُ ۚ لَا إِلَـٰهَ إِلَّا هُوَ الْعَزِيزُ الْحَكِيمُ

     

    Er ist es, der euch im Mutterleib gestaltet wie er will. Es gibt keinen Gott außer ihm. Der Mächtige und Weise.“ (3: 6)

     

    Eine Ursache dafür, dass jemand sündigt liegt darin, dass er vergisst an Gott zu denken. Der Mensch scheint immer wieder zu vergessen, dass Gott allgegenwärtig ist. Gott entgeht nichts. Schon als Embryo im Mutterleib gibt Gott uns Gestalt. Die Übertragung von Erbfaktoren der Eltern auf das Kind geschieht aufgrund göttlicher Vorbestimmung und unterliegt seiner Macht und seinem Willen.

     

    Interessanterweise befindet sich dieser Koranvers über die Gestaltung des Äußeren eines Menschens zwischen Koranversen, die sich auf die Herabsendung der Himmelsschrifen beziehen. Vielleicht soll damit zum Ausdruck gebracht werden, dass Gott, der uns Menschen in der Gebärmutter die äußere Gestalt gibt, durch die Herabsendung von Schriften unserem Inneren und der menschlichen Gemeinschaft Gestalt gibt.

     

    Wir können zwei Punkte aus den Koranversen 5 und 6 der Sure 3 entnehmen:

     

    Erstens: Trotz der Vielzahl von Menschen, Geschöpfen, Orten und Zeiträumen, bleibt dem göttlichen Blick nichts verborgen.

     

    Zweitens: Gott hat zu allem die Macht, aber er tut nichts, was nicht weise ist. Sein Wille geschieht gemäß seiner Weisheit.

     

    Im Koranvers 7 der Sure 3 heißt es weiter:

     

    هُوَ الَّذِي أَنزَلَ عَلَيْكَ الْكِتَابَ مِنْهُ آيَاتٌ مُّحْكَمَاتٌ هُنَّ أُمُّ الْكِتَابِ وَأُخَرُ مُتَشَابِهَاتٌ ۖ فَأَمَّا الَّذِينَ فِي قُلُوبِهِمْ زَيْغٌ فَيَتَّبِعُونَ مَا تَشَابَهَ مِنْهُ ابْتِغَاءَ الْفِتْنَةِ وَابْتِغَاءَ تَأْوِيلِهِ ۗ وَمَا يَعْلَمُ تَأْوِيلَهُ إِلَّا اللَّـهُ ۗ وَالرَّاسِخُونَ فِي الْعِلْمِ يَقُولُونَ آمَنَّا بِهِ كُلٌّ مِّنْ عِندِ رَبِّنَا ۗ وَمَا يَذَّكَّرُ إِلَّا أُولُو الْأَلْبَابِ

    „Er ist es, der die Schrift auf dich herabgesandt hat. Darin gibt es (eindeutige) bestimmte Verse. Sie sind die Urschrift – und andere Verse sind mehrdeutig. Diejenigen nun, die in ihrem Herzen (vom rechten Weg) abschweifen, folgen Zwiespalt suchend nur dem, was darin mehrdeutig ist. Aber niemand weiß es zu deuten außer Gott. Und diejenigen, die ein gründliches Wissen haben, sagen: Wir glauben daran. Alles stammt von unserem Herrn. Aber nur diejenigen, die Verstand haben, lassen sich mahnen.“ (3: 7)

     

    In diesem Koranvers wird von eindeutigen und mehrdeutigen Koranversen gesprochen. Eindeutig ist zum Beispiel der Sinn des Koranverses: ‚Sag: Er ist der einzig Gott.‘

     

    Verse wie diese sind die Grundlage des Korans.

     

    Aber viele Koranverse haben einen komplizierteren Inhalt und können eine mehrfache Bedeutung haben. Ein Besipiel ist die Koranstelle in der es sinngemäß heisst, ‚die Hand Gottes liegt über ihrer Hand‘. In diesem Vers ist nicht gemeint, dass Gott Hände hat. Da Gott nicht körperlich ist und daher auch keine Hände hat, bedeutet der Vers im übertragenen Sinne, dass Gottes Macht höher ist als jede andere.

     

    Gott hat mit seinem unermesslichen Wissen dem Menschen in einfacher Sprache die Wahrheit soweit es bisher möglich ist, näher gebracht. Trotzdem ist es für viele Menschen noch immer sehr schwierig, alle Wahrheiten zu begreifen. Oder zum Beispiel die Eigenschaften Gottes zu begreifen. Nur die verständigen Menschen mit aufrichtigem Herzen können den tieferen Sinn von bestimmten Koranversen verstehen.

     

    Aber es gibt Leute, die die anderen in die Irre führen wollen. Sie lassen die eindeutigen Koranverse außer acht und suchen sich Verse aus, die mehrere Bedeutungen beinhalten. Sie wollen den Koran gemäß ihrer eigenen Ansichten auslegen und auf diese Weise ihre abwegigen Anschauungen mit dem Koran untermauern. Doch Gott sagt, nur die, die ein gründliches Wissen besitzen, kennen die richtige Auslegung. Mit diesen Auserwählten sind die Propheten und die großen Gottesfreunde gemeint. Das Wort Gottes, dass seinem unendlichen Wissen entspringt, muss daher von denen erklärt werden, die Gott an seinem Wissen teilnehmen lässt und die dazu fähig sind, Seine Absicht zu verstehen.

     

    Wir lernen also aus dem Vers 7 der Sure 3:

     

    Erstens: Viele Koranverse können mehrfache Bedeutung haben und nur wahre Gelehrte können diese verstehen. Wir dürfen daher nicht etwas ändern oder ablehnen, was wir nicht verstehen.

     

    Zweitens: Es gibt Menschen, die bringen im Namen des Islam und, indem sie sich auf den Koran berufen, abwegige Anschauungen unter die Leute. Wir sollten also darauf achten, das Wasser an der Quelle zu schöpfen. Diese Quelle sind der Prophet und die Edlen Nachkommen aus seinem Hause.

     

    Drittens: Intrigen bestehen nicht nur darin, dass Auseinandersetzungen entfacht werden. Zu den größten Intrigen gehört die Verfälschung religiöser Wahrheiten und eine eigenwillige Auslegung des göttlichen Wortes.