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    Teil 63: Sure Al-e Imran (Familie oder das Haus des Imran) Verse 8-13

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    Die Koranerläuterung geht weiter mit dem 8. und 9. Offenbarungswort aus der dritten Koransure, der Sure Al-e Imran:

    (3: 8- 13)

     

    رَبَّنَا لَا تُزِغْ قُلُوبَنَا بَعْدَ إِذْ هَدَيْتَنَا وَهَبْ لَنَا مِن لَّدُنكَ رَحْمَةً ۚ إِنَّكَ أَنتَ الْوَهَّابُ

     

    „Herr! Lass unser Herz nicht abschweifen, nachdem du uns rechtgeleitet hast, und schenk uns Barmherzigkeit von Dir. Du bist gewohnt zu schenken. (3: 8)

     

    رَبَّنَا إِنَّكَ جَامِعُ النَّاسِ لِيَوْمٍ لَّا رَيْبَ فِيهِ ۚ إِنَّ اللَّـهَ لَا يُخْلِفُ الْمِيعَادَ

     

    Herr! Du wirst die Menschen zu einem Tag versammeln, an dem nicht zu zweifeln ist. Gott bricht nicht, was er versprochen hat.“ (3: 9)

     

    Wir sagten, dass die Gelehrten dem Koran gegenüber unterschiedlich reagierten.

    Einige von ihnen, die auf dem Irrweg waren, wollten den Koran falsch deuten, damit sie in diese Himmelsschrift ihre eigene Sichtweise interpretieren können.

     

    Andere besassen wahres Wissen und gelangten zu tiefer Erkenntnis. Diese Gruppe von Gelehrten unterwarf sich Gott und seinen Geboten, ohne an der Bedeutung des Gotteswortes Änderungen vorzunehmen.

     

    Der Mensch läuft stets Gefahr, auf Irrwege zu gelangen. So bitten selbst die, die gründliches Wissen besitzen und einen festen Glauben haben, Gott, dass Er sie davor schützt, dass sie auf Abwege geraten und ihnen nicht dasselbe Schicksal widerfährt, wie der ersten Gruppe. Sie sehen das Jüngste Gericht vor ihrem geistigen Auge und schreiben Gott nichts zu, wenn keine Beweise dafür vorliegen. Denn ihnen ist bewußt, dass sie dafür einmal Rede und Antwort stehen müssen. Nämlich im göttlichen Gericht am Jüngsten Tag. Gott hat dieses Gericht verheißen und Er hält was Er verspricht.

     

    Wir entnehmen den Koranversen 8 und 9 der Sure 3 Folgendes:

     

    Erstens: Wenn wir gläubig sind und Wissen und Erkenntnis besitzen, sollten wir nicht stolz darauf sein. Viele Gelehrte haben nicht den anderen gedient, sondern Verrat an ihnen begangen, und viele Gläubige sind schließlich doch als gottlose Menschen gestorben.

     

    Zweitens: Ein Zeichen für wahres Wissen ist die Hinwendung zu Gott, die Anflehung Gottes und die Bitte um Seinen Beistand.

     

    Es folgt nun die Übersetzung der drei nächsten Koranverse, nämlich Vers 10 bis 12 der Sure 3:

     

    إِنَّ الَّذِينَ كَفَرُوا لَن تُغْنِيَ عَنْهُمْ أَمْوَالُهُمْ وَلَا أَوْلَادُهُم مِّنَ اللَّـهِ شَيْئًا ۖ وَأُولَـٰئِكَ هُمْ وَقُودُ النَّارِ

     

    „Denen, die ungläubig wurden, werden ihr Vermögen und ihre Kinder gegenüber der Strafe Gottes nichts nutzen. Sie werden selber Brennstoff des Höllenfeuers sein. (3: 10)

     

    كَدَأْبِ آلِ فِرْعَوْنَ وَالَّذِينَ مِن قَبْلِهِمْ ۚ كَذَّبُوا بِآيَاتِنَا فَأَخَذَهُمُ اللَّـهُ بِذُنُوبِهِمْ ۗ وَاللَّـهُ شَدِيدُ الْعِقَابِ

     

    (O Prophet, das Verhalten der Gottesleugner und Gottesverleumder von Mekka gegenüber Dir und den Koranversen) Es ist wie das Verhalten der Leute Pharaos und derer, die vor ihnen lebten: sie erklärten unsere Zeichen für Lüge, und da kam Gott über sie für ihre Schuld. Gott verhängt schwere Strafen. (3: 11)

     

     

    قُل لِّلَّذِينَ كَفَرُوا سَتُغْلَبُونَ وَتُحْشَرُونَ إِلَىٰ جَهَنَّمَ ۚ وَبِئْسَ الْمِهَادُ

     

    (O Prophet) Sag zu denen, die ungläubig sind: Ihr werdet besiegt und in die Hölle getrieben werden – eine schlimme Bleibe!“ (3: 12)

     

    In diesen Koranversen sagt Gott zu dem Propheten und den Muslimen: Wundert euch nicht über Reichtum und Macht der Ungläubigen, und ihre große Zahl. Dies sind alles weltliche Erscheinungen. Aber am Tag des Jüngsten Gerichtes nützt ihnen nichts davon. Ihr Körper liefert den Brennstoff für das Höllenfeuer und niemand und nichts kann sie davon fernhalten.

     

    Gott erinnert daraufhin die Muslime daran, dass es auch zuvor Leute gegeben hat, die nicht an Gott und seine Schrift glaubten und die Gläubigen bekämpften. Aber auch sie waren nicht in der Lage, Recht und Wahrheit zu vernichten. Sie selber wurden stattdessen vernichtet. Selbst Pharao, das Symbol für Macht, konnte keinen Augenblick lang gegen den Zorn Gottes etwas unternehmen.

     

    Vers 11 ist eine Art Verheißung des Korans. Gott verheißt seinem Propheten Mohammad (s.a.s.), dass die Götzenanbeter und Gottesleugner in Mekka und Medina bald von ihm und den Gläubigen besiegt werden und ihre Strafe erhalten.

     

    Bevor wir zum nächsten Koranvers übergehen, sollten wir noch einmal vier wichtige Punkte aufführen, die in dieser Koranstelle enthalten sind:

     

    Erstens: Hängt euer Herz nicht vollständig an Besitz, Kinder und Verwandte. Dies tun die Ungläubigen, weil sie glauben, dass darin alles Glück liegt und sie sonst auf nichts mehr angewiesen sind.

     

    Zweitens: Eine Denkweise, die mit Unglauben vermischt ist und schlechtem Handeln, wandelt das Wesen des Menschen so sehr, dass er den leblosen Wesen zugeordnet wird und dem Feuer als Brennstoff dient.

     

    Drittens: Es ist schlecht, eine Sünde zu begehen, aber schlimmer ist es, wenn die Sünde Teil der Gesinnung und der Gewohnheit des Menschen wird. Dies hat schreckliche Folgen.

     

    Viertens: Gott-Ungläubigkeit – Kufr, ist zur Niederlage verurteilt. Letztendlich siegen Recht und Wahrheit.

     

    Nun folgt Offenbarungswort 13 der Sure Al-e Imran:

     

    قَدْ كَانَ لَكُمْ آيَةٌ فِي فِئَتَيْنِ الْتَقَتَا ۖ فِئَةٌ تُقَاتِلُ فِي سَبِيلِ اللَّـهِ وَأُخْرَىٰ كَافِرَةٌ يَرَوْنَهُم مِّثْلَيْهِمْ رَأْيَ الْعَيْنِ ۚ وَاللَّـهُ يُؤَيِّدُ بِنَصْرِهِ مَن يَشَاءُ ۗ إِنَّ فِي ذَٰلِكَ لَعِبْرَةً لِّأُولِي الْأَبْصَارِ

     

    „Ihr hattet in der Tat ein (lehrreiches) Zeichen an den zwei Scharen, die (im Badr-Krieg) aufeinandertrafen: eine Schar, die um Gottes willen kämpfte,und eine andere, die Ungläubige waren. Die Ungläubigen sahen die Gläubigen dem Augenschein nach für zweimal so viel an wie sie selber (und dies machte ihnen Angst). Gott stärkt mit seiner Hilfe, wen er will. Das ist ein Grund zum Nachdenken für diejenigen, die Einsicht haben.“ (3: 13)

     

    Dreizehn Jahre lang wurden der Prophet und die Muslime in Mekka von den Götzendienern schikaniert und gequält. Schließlich beschlossen die Feinde des Propehten sogar, ihn zu töten. Doch Gott gab dem Propheten und den Muslimen die Anweisung Mekka zu verlassen und nach Medina auszuwandern. Im zweiten Jahr nach dieser Auswanderung, der Hidschra, kam es in der Gegend von Badr zu einer kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den Muslimen und den Götzendienern. Die Muslime waren 313 an der Zahl, aber die Götzendiener tausend. Doch der Feind wurde besiegt. 70 seiner Mannen fielen und 70 weitere wurden von den Muslimen gefangen genommen.

     

    Dieser Koranvers erinnert an den göttlichen Beistand während dieses Krieges. Es heißt: Gott hat euch mehr in der Zahl erscheinen lassen als ihr ward, so dass der Feind sich fürchtete und seine Kampfmoral geschwächt wurde. Dieser Sieg Gottes in Badr, bei dem das Recht über das Unrecht siegte, soll euch etwas Wertvolles lehren, nämlich: Fürchtet euch nicht, wenn eure Zahl auf der Seite des Rechtes gering ist. Erfüllt eure Pflicht und Gott hilft euch.

     

    Wieder können wir drei wichtige Punkte aus diesem Koranvers entnehmen:

     

    Erstens: Im wahren Islam dient der Krieg nicht zur Machtdemonstration und zur Herrschaft über andere Völker oder Landgewinnung. Krieg darf nur zur Verteidigung geführt werden. Darunter ist auch die Verteidigung der Religion zu verstehen.

     

    Zweitens: Eine Form göttlicher Hilfe besteht darin, dass Gott im Feind Furcht vor den Gläubigen erweckt, seine Kampfmoral schwächt und so seine Niederlage herbeiführt.

     

    Drittens: Die Ereignisse um uns herum sind alle Zeichen, aus denen wir eine Lehre ziehen können. Aber nur Menschen die nachdenken, nehmen diese wertvollen Zeichen wahr.

     

     

    So bitten wir Gott, dass Er uns die richtige Denkweise verleiht, damit wir die Realität richtig sehen und aus der Geschichte wertvolle Erfahrungen für unser heutiges Leben schöpfen können.