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    Teil 64: Sure Al-e Imran (Familie oder das Haus des Imran) Verse 14-17

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    Die Koranauslegung geht weiter mit dem 14. Vers der Sure Al-e Imran, Sure 3:

    (3: 14- 17)

     

    زُيِّنَ لِلنَّاسِ حُبُّ الشَّهَوَاتِ مِنَ النِّسَاءِ وَالْبَنِينَ وَالْقَنَاطِيرِ الْمُقَنطَرَةِ مِنَ الذَّهَبِ وَالْفِضَّةِ وَالْخَيْلِ الْمُسَوَّمَةِ وَالْأَنْعَامِ وَالْحَرْثِ ۗ ذَٰلِكَ مَتَاعُ الْحَيَاةِ الدُّنْيَا ۖ وَاللَّـهُ عِندَهُ حُسْنُ الْمَآبِ

     

    „Den Menschen erscheint es herrlich, (all das) zu lieben, wonach man Lust hat: Frauen, Söhne, Berge von Gold und Silber, vorzügliche Pferde, Vieh und Saatfelder. Das ist (aber nur) für den vorübergehenden Gebrauch im diesseitigen Leben bestimmt. Doch nur bei Gott gibt es eine schöne Einkehr.“ (3: 14)

     

    Gott hat den Menschen erschaffen, damit er in dieser Welt lebt und hat ihm das zur Verfügung gestellt was er für ein gesundes Glück braucht. Für den Erhalt des Lebens sind Mann, Frau und Kinder aufeinander angewiesen. Für die Sicherstellung seines Wohles braucht der Mensch Geld und Besitz. Tiere und Pflanzen sorgen für Nahrung und Kleidung. Gott hat uns all dieses bereitgestellt, aber wir dürfen nicht vergessen, das all dies vergänglich ist und zumeist noch kurzlebiger ist als wir selber. Wenn wir an Gott und das Jüngste Gericht glauben, darf uns das Weltliche nicht blenden. Die weltlichen Güter dürfen uns nicht stolz machen und täuschen. Sie zählen nichts mehr, wenn wir vor Gott treten, um Rede und Antwort zu stehen.

     

    Wir können aus diesem Vers lernen, dass

     

    Erstens: Jeder Menschen geneigt ist, das Materielle zu lieben. Dabei besteht jedoch die Gefahr, dass er sich vom Glanz des Weltlichen täuschen lässt.

     

    Zweitens: Die Nutzung des materiellen Segens ist nicht schlecht, schlecht ist es wenn wir uns von diesem innerlich abhängig machen.

     

    Drittens: Wir sollten, um unsere Wünsche unter Kontrolle zu haben, immer die vergänglichen Dinge dieser Welt mit dem Segen in der Ewigkeit vergleichen.

     

    Der nächste Vers der Sure 3, Vers 15, lautet übersetzt:

     

    قُلْ أَؤُنَبِّئُكُم بِخَيْرٍ مِّن ذَٰلِكُمْ ۚ لِلَّذِينَ اتَّقَوْا عِندَ رَبِّهِمْ جَنَّاتٌ تَجْرِي مِن تَحْتِهَا الْأَنْهَارُ خَالِدِينَ فِيهَا وَأَزْوَاجٌ مُّطَهَّرَةٌ وَرِضْوَانٌ مِّنَ اللَّـهِ ۗ وَاللَّـهُ بَصِيرٌ بِالْعِبَادِ

     

    „(Prophet!) Sag: Soll ich euch Kunde geben von etwas, was besser ist als dies (was ihr auf der Welt begehrt): Denen, die gottesfürchtig sind, werden bei ihrem Herrn (Paradies-)Gärten zuteil, in deren Niederungen Bäche fließen, und in denen sie weilen werden, dazu Gemahlinnen, die rein sind, und was über all diesem Segen steht: das Wohlgefallen Gottes – Gott durchschaut die Menschen wohl.“ (3: 15)

     

    Im vorherigen Vers waren einige weltliche Dinge genannt worden, die der Mensch begehrt. Aber dieser Koranvers weist auf die Segensgaben in der Ewigkeit hin. Der Mensch kann also vergleichen zwischen dem vergänglichen weltlichen und dem ewigen Segen und sich danach entschließen, den rechten Weg zu gehen und sich nicht von den äußeren Dingen auf der Welt täuschen zu lassen. Auf der Welt gibt es viele Gärten und schöne Naturlandschaften, die den Menschen eine Augenweide bieten. Aber das Paradies besteht überhaupt nur aus Gärten. Gärten voller Bäume und zu Füßen der Bäume sind Flüsse und die Bäume sind mit Früchten beladen. Und in diesen Gärten leben Gefährtinnen, die rein sind.

     

    Dies sind jedoch nur einige der paradiesischen Segensgaben. Die größte Belohnung für die Paradiesbewohner ist der Wohlgefallen Gottes, ist die Zufriedenheit Gottes mit den gläubigen, gottesfürchtigen Dienern. Nichts ist soviel wert wie dieser Rang. Dieser Rang lässt die Paradiesbewohner Gott nahestehen.

     

    Diese Ayeh enthält demnach die drei folgenden wichtigen Punkte:

     

    Erstens: An den unvergänglichen Segen des Paradieses gelangt der Mensch durch Gottesfurcht. Und dadurch, dass er sich vom Schmutzigen reinhält. Denn das Paradies ist die Bleibe der gereinigter Menschen.

     

    Zweitens: Die Freuden des Paradieses sind nicht nur materielle Genüsse. Es gibt auch spirituelle Freuden und die höchste von ihnen ist, wenn die Paradies-bewohner wissen, dass Gott mit ihnen zufrieden ist.

     

    Drittens: Reinheit und Keuschheit ist der höchste Wert, den eine Frau besitzen kann. Gott hat die Frauen im Paradies mit dem Attribut „rein“ beschrieben.

     

    In den Versen 16 und 17 der Sure 3 heisst es daraufhin wie folgt:

     

    الَّذِينَ يَقُولُونَ رَبَّنَا إِنَّنَا آمَنَّا فَاغْفِرْ لَنَا ذُنُوبَنَا وَقِنَا عَذَابَ النَّارِ

     

    „(Die Gottesfürchtigen) die sagen: Herr! Wir glauben. Vergib uns unsere Schuld und bewahre uns vor der Strafe des Höllenfeuers! (3: 16)

     

    الصَّابِرِينَ وَالصَّادِقِينَ وَالْقَانِتِينَ وَالْمُنفِقِينَ وَالْمُسْتَغْفِرِينَ بِالْأَسْحَارِ

     

    (Das sind) die Geduldigen und Wahrhaftigen, die ergeben die Anweisungen befolgen, die Spenden entrichten und in der Morgendämmerung um Vergebung bitten.“ (3: 17)

     

    Im Vers 15 wird den Gottesfürchtigen verheißen, dass sie ins Paradies einkehren. In den Versen 16 und 17 werden die besonderen Eigenschaften der Gottesfürchtigen genannt: Ihre hohe Moral, ihr rechtes Denken und Verhalten. Damit wird deutlich, wer in das göttliche Eden einkehren darf.

     

    Die Sure 16 beschreibt die Reue der Gottesfürchtigen. Sie bitten Gott ständig um Vergebung. Sie sind fest im Glauben. Der Glaube an Gott führt sie zur Gottesfürchtigkeit. Solange der Mensch noch nicht vollkommen davon überzeugt ist, dass all sein Tun gesehen wird, achtet er nicht darauf was er sagt und tut. Fromm und gottesfürchtig zu sein bedeutet, sich zu beherrschen. Es bedeutet nicht, dass man völlig frei von jeder Sünde ist. Auch bei Gottesfürchtigen ist es möglich, dass sie sündigen. Aber sie unterscheiden sich in zwei wesentlichen Punkten von sündigen Menschen: Zum

    einen ist die Sünde nicht Teil ihrer Gesinnung und Gewohnheit. Sie sündigen nur aus Unbedachtheit.

    Und zum anderen, wenn sie sündigen, denken sie sofort daran, es wieder gut zu machen und zu bereuen, damit sie sich in dieser und jener Welt von den negativen Folgen der Sünde befreien.

     

    Der Vers 17 nennt fünf wichtige Attribute, die alle Zeichen der Gottesfürchtigen sind:

    Gottesfürchtige zeichnen sich nämlich aus durch:

     

    Geduld und Standhaftigkeit auf dem Weg von Wahrheit und Recht, Widerstand gegenüber den Einflüsterungen des Bösen. Gottesfürchtige sind an ihrer aufrichtigen Überzeugung und ihrer Ehrlichkeit in Wort und Tat zu erkennen. Dies hält sie von Heuchelei, Betrug und Lüge fern.

    Gottesfürchtige folgen den Geboten Gottes in Ergebenheit. Sie akzeptieren Gottes Anweisung mit Leib und Seele. Außerdem denken sie auch an die anderen Geschöpfe Gottes. Sie spenden den Bedürftigen, damit diese ein besseres Leben haben. Aber sie bilden sich nichts auf ihre guten Werke ein. Sie sehen darin nichts Großartiges. Sie machen sich dagegen große Vorwürfe, wenn sie Gott nicht richtig anbeten und seinen Geschöpfen nicht genügend dienen. Daher bitten sie Gott in den frühen Morgenstunden um Seine Vergebung.

     

    Diese Koranverse zeigen uns, dass Frömmigkeit und Gottesfürchtigkeit nicht bedeuten, dass wir uns von der Gesellschaft zurückziehen sollen, sondern sie bedeuten, uns von der Sünde fern zu halten, die guten Eigenschaften ins uns zu entfalten und an den aufrichtigen Dienst an der Gesellschaft zu denken.

     

    Wir bitten Gott abschließend, dass Er uns von der Liebe zum Weltlichen befreit und uns mit der Liebe zu Ihm erfüllt. Das Er unseren Geist und unsere Seele befreit von dem Schmutz der Sünde und hohe moralische Eigenschaften an deren Stelle treten läßt.