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    Teil 65: Sure Al-e Imran (Familie oder das Haus des Imran) Verse 18-22

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    Dieser Teil beginnt mit der Übersetzung des Koranverses 18 der Sure Al-e Imran: (3: 18- 22)

     

    شَهِدَ اللَّـهُ أَنَّهُ لَا إِلَـٰهَ إِلَّا هُوَ وَالْمَلَائِكَةُ وَأُولُو الْعِلْمِ قَائِمًا بِالْقِسْطِ ۚ لَا إِلَـٰهَ إِلَّا هُوَ الْعَزِيزُ الْحَكِيمُ

     

    „Gott hat bezeugt, dass es keinen Gott gibt außer Ihm gibt. Desgleichen die Engel und diejenigen, die das (Offenbarungs)Wissen besitzen. Er sorgt für Gerechtigkeit. Es gibt keinen Gott außer Ihm. Er ist der Mächtige und Weise.“ (3: 18)

     

    Mit diesen Worten richtet sich Gott an den Propheten und die Muslime, damit sie sich nicht von dem Unglauben der Kafirin (der Ungläubigen) und dem Götzentum der Muschrikin (der Götzenanbeter) zu Zweifeln an der Religion verleiten lassen. Die wahren Gelehrten bekennen, dass es nur einen Gott gibt. Auch ist die Daseinsordnung, die auf göttlicher Gerechtigkeit beruht, das beste Zeugnis dafür, dass ihr Schöpfer ein Einziger ist. Gott hat durch die Hervorbringung der Gesamtheit aller Geschöpfe, von den Gestirnen bis zur Erde, von den Gebirgen bis zu den Meeren, von der Pflanzen- bis zu der Tierwelt, die einer gemeinsamen Ordnung gehorchen, Zeugnis abgelegt, dass nur Er Gott ist. Er alleine. Seine Engel, die mit der Durchführung seines Willens beauftragt sind, bezeugen ebenso, dass allein Er Gott ist.

     

    Im Vers 18 der Sure 3 sind daher zwei Weisheiten enthalten:

     

    Erstens: Die besten Beweise dafür, dass es nur einen Schöpfer gibt, sind die vorhandene Daseinsordnung und die Beziehungen und die Harmonie zwischen den einzelnen Geschöpfen.

     

    Zweitens: Wissenschaft ist dann von Wert, wenn sie die Menschen näher zu Gott bringt und Glaube zählt dann erst etwas, wenn er auf Wissen und Erkenntnis beruht.

     

    Im folgenden nun die Übersetzung der Koranverse 19 und 20 der Sure Al-e Imran:

     

    إِنَّ الدِّينَ عِندَ اللَّـهِ الْإِسْلَامُ ۗ وَمَا اخْتَلَفَ الَّذِينَ أُوتُوا الْكِتَابَ إِلَّا مِن بَعْدِ مَا جَاءَهُمُ الْعِلْمُ بَغْيًا بَيْنَهُمْ ۗ وَمَن يَكْفُرْ بِآيَاتِ اللَّـهِ فَإِنَّ اللَّـهَ سَرِيعُ الْحِسَابِ

     

    „Gewiss! Als Religion gilt bei Gott der Islam. Und diejenigen, die die Schrift erhalten haben, wurden – in gegenseitiger Auflehnung- erst uneins, nachdem das Wissen (über die Wahrheit des Korans) zu ihnen gekommen war. Wenn aber einer nicht an die Zeichen Gottes glaubt, (sollte er wissen) Gott ist schnell im Abrechnen. (3: 19)

     

    فَإِنْ حَاجُّوكَ فَقُلْ أَسْلَمْتُ وَجْهِيَ لِلَّـهِ وَمَنِ اتَّبَعَنِ ۗ وَقُل لِّلَّذِينَ أُوتُوا الْكِتَابَ وَالْأُمِّيِّينَ أَأَسْلَمْتُمْ ۚ فَإِنْ أَسْلَمُوا فَقَدِ اهْتَدَوا ۖ وَّإِن تَوَلَّوْا فَإِنَّمَا عَلَيْكَ الْبَلَاغُ ۗ وَاللَّـهُ بَصِيرٌ بِالْعِبَادِ

     

    Und wenn sie mit dir (Prophet) streiten, dann (streite du nicht mit ihnen) sag: Ich ergebe mich Gott, und wer mir folgt (der tut das gleiche)! Und sag zu denen, die die Schrift erhalten haben, und zu den Ungläubigen: Wollt ihr euch auch (Gott) ergeben? Wenn sie sich ergeben, sind sie rechtgeleitet. Wenn sie sich aber abwenden, so hast du nur die Botschaft auszurichten. Gott durchschaut die Menschen wohl.“ (3: 20)

     

    Zur Zeit des Moses, gegrüßet sei er, war es Aufgabe der Menschen an die Thora zu glauben, zur Zeit Jesu, gegrüßet sei er, war es das Evangelium, an dass sie glauben sollten. Aber nach der Offenbarung des Koran ist es diese göttliche Schrift, an die alle hätten glauben und deren Inhalt sich zur Wegführung machen sollen. Viele von den Schriftbesitzern erkannten die Wahrheit im Koran. Religöser Übereifer oder Rassismus hielten sie jedoch davon ab, sich dem Islam zuzuwenden.

     

    Daher wendet sich der Koran mit den genannten Offenbarungsworten an die Schriftbesitzer, und sagt: Wenn ihr Gott ergeben seid, so nehmt den Islam an. Denn der Gott, der Moses und Jesus zum Propheten bestimmt hat, hat nun Mohammad zum Gottgesandten bestimmt und euch dazu angehalten, auf ihn zu hören. Wenn ihr nun, obwohl ihr erkannt habt, dass der Islam von Gott kommt, nicht an ihn glaubt, so erwartet euch göttliche Strafe auf Erden und in der Ewigkeit. Gott rechnet sehr viel schneller über die Taten seiner Geschöpfe ab, als ihr glaubt.

     

    Dann heisst es an den Propheten gerichtet weiter:

     

    Quäle dich nicht um der Ungläubigen und Verleumder willen und streite dich nicht sinnlos mit ihnen. Deine Aufgabe ist die Verkündigung des göttlichen Wortes. Du sollst sie aufrufen, damit sie Recht und Wahrheit kennen. Wer will, wird diesem Ruf folgen und Rechtleitung finden. Wer aber, obwohl er Recht und Wahrheit erkannt hat, weshalb auch immer nicht bereit ist diese zu akzeptieren, mit dem brauchst du gar nicht zu diskutieren, denn es hat keinen Zweck. Überlass ihn Gott. Gott durchschaut alle Menschen. Er sieht bis in ihr Inneres hinein.

     

    Diesen Versen können wir mindestens 4 wichtige Punkte entnehmen:

     

    Erstens: Oftmals sind es Neid und Übereifer, die zu Streit führen, und nicht Desinformation über die Wahrheit.

     

    Zweitens: Dem Koran zufolge erkennt Gott nur den Islam als wahre Religion an. Wer Gott ergeben ist, soll sich dem Islam zuwenden. Die Begriffe Islam und Muslim enthalten den Begriff Ergebenheit.

     

    Drittens: Muslime sollen nicht mit Leuten streiten, die unwissend sind und keine Einsicht üben wollen. Sie sollen immer mit logischen Argumenten anworten.

     

    Viertens: Jeder kann frei darüber entscheiden, welche Religion er wählt. Keiner kann zu einer religiösen Überzeugung gezwungen werden. Jedoch leuchtet eines ein: Wer einen bestimmten Weg wählt, der hat den guten bzw. schlechten Ausgang mitgewählt.

     

    Es folgt die Übersetzung von Vers 21 und 22, Sure 3:

     

    إِنَّ الَّذِينَ يَكْفُرُونَ بِآيَاتِ اللَّـهِ وَيَقْتُلُونَ النَّبِيِّينَ بِغَيْرِ حَقٍّ وَيَقْتُلُونَ الَّذِينَ يَأْمُرُونَ بِالْقِسْطِ مِنَ النَّاسِ فَبَشِّرْهُم بِعَذَابٍ أَلِيمٍ

     

    „Denen, die nicht an die Zeichen Gottes glauben, zu Unrecht die Propheten und diejenigen Menschen töten, die zur Gerechtigkeit auffordern, denen verkünde eine schmerzhafte Strafe! (3: 21)

     

    أُولَـٰئِكَ الَّذِينَ حَبِطَتْ أَعْمَالُهُمْ فِي الدُّنْيَا وَالْآخِرَةِ وَمَا لَهُم مِّن نَّاصِرِينَ

     

    Deren Werke sind im Diesseits und im Jenseits hinfällig. Und sie haben keine Helfer.“ (3: 22)

     

    In der vorhergehenden Koranstelle wurden als Gründe für Unglauben und Götzentum Neid und blinder Eifer genannt.

     

    In den Versen 21 und 22 werden daraufhin die üblen Folgen für die Gottesverleumdung und die Verdrängung der Wahrheit aufgezählt.

     

    Die Werke des Menschen beruhen auf seinem Denken und seinen Überzeugungen. Wer innerlich nicht bereit ist, Recht und Wahrheit zu akzeptieren, der handelt auch nicht nach ihnen. Er bekämpft sogar diejenigen, die Recht und Wahrheit in der Gesellschaft anstreben und ist womöglich bereit, wehrlose Menschen zu töten und die Verfechter der Gerechtigkeit zu vernichten, zu ihrer Vernichtung beizutragen oder diese zu befürworten.

     

    Jede dieser Formen von Bekämpfung der Wahrheit im Denken und Handeln hat zur Folge, dass sogar die guten Werke, die Gottesleugner oder -verleumder begehen, wertlos werden. Es ist wie wenn jemand jahrelang seinem Dienstherrn treu gedient hat und dann alle seine guten Dienste durch den Mord am Kind seines Dienstherrn zunichte macht.

     

    Diese Koranverse zeigen:

     

    Erstens: Manchmal sind die Menschen so weit gegangen, dass sie aus Unglauben oder um die Wahrheit zu verheimlichen, Propheten getötet haben. Achten wir also darauf, nicht von der richtigen Überzeugung abzuweichen. Jedes gefährliche Handeln geht auf falsches Denken zurück.

     

    Zweitens: Der Aufruf zu Recht und Wahrheit, und der Kampf um die Herstellung der Gerechtigkeit ist eine Notwendigkeit, selbst wenn der Mensch sein Leben dafür opfern muss. Ein Beispiel sind Imam Hussein und seine Söhne, die für den wahren Islam ihr Leben geopfert haben.

     

    Drittens: Manche Sünden sind wie Blitze, die in einen blühenden Garten einschlagen, den Garten der guten Werke, und ihn in Sekundenschnelle niederbrennen.

     

    Abschließend hoffen wir, dass wir unser Denken und Handeln auf Gerechtigkeit basieren lassen, so wie die gesamte Schöpfungsordnung auf Recht und Gerechtigkeit aufgebaut ist, und wir uns harmonisch in die Daseinsordnung einfügen.