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    Teil 66: Sure Al-e Imran (Familie oder das Haus des Imran) Verse 23-27

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    Teil 66: Sure Al-e Imran (Familie oder das Haus des Imran) Verse 23-27
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    Dieser Teil beginnt mit einer Übersetzung der Verse 23 und 24, der Sure Al-e Imran: (3: 23- 27)

     

    أَلَمْ تَرَ إِلَى الَّذِينَ أُوتُوا نَصِيبًا مِّنَ الْكِتَابِ يُدْعَوْنَ إِلَىٰ كِتَابِ اللَّـهِ لِيَحْكُمَ بَيْنَهُمْ ثُمَّ يَتَوَلَّىٰ فَرِيقٌ مِّنْهُمْ وَهُم مُّعْرِضُونَ

     

    „Hast du nicht jene gesehen, die einen Anteil an der Schrift (Thora) erhalten haben? Sie werden (wurden) zur Schrift Gottes aufgerufen, damit sie zwischen ihnen entscheide, worauf ein Teil von ihnen den Rücken kehrt und sich abwendet (und das Gebot Gottes nicht akzeptiert). (3: 23)

     

     

    ذَٰلِكَ بِأَنَّهُمْ قَالُوا لَن تَمَسَّنَا النَّارُ إِلَّا أَيَّامًا مَّعْدُودَاتٍ ۖ وَغَرَّهُمْ فِي دِينِهِم مَّا كَانُوا يَفْتَرُونَ

     

    Das tun sie, weil sie sagen: ‚Das Höllenfeuer wird uns nur eine Anzahl von Tagen erfassen.‘ Was sie (an Lügen) ausheckten, hat sie in ihrer Religion betört.“ (3: 24)

     

    Wie Sie wissen hat ein Teil der Schriftbesitzer zur Zeit des Propheten den Islam abgelehnt, obwohl sie erkannten, dass er Recht und Wahrheit ist. Besonders unter den Juden und ihren Gelehrten war dies der Fall, sie glaubten aus Neid und Feindschaft nicht an den Islam.

     

    Gott tröstet den Propheten an dieser Stelle: ‚Sei nicht traurig, sie halten sich auch nicht an ihre eigene Religion. Wenn einer von ihnen Unzucht begangen hat, kommen sie zu dir, um das Gebot der Thora zu umgehen, weil sie denken, dass der Islam vielleicht eine mildere Strafe vorsieht. Wenn du aber auch mit dem Koran das Gebot der Thora bestätigst, wenden sie sich ab und verheimlichen das Gebot Gottes, das in ihrer Offenbarungsschrift steht.‘

     

    Der Koran sieht in dem Überlegenheitsdenken der Bani Israel eine Art blinden Stolz. Die Bani Israel glaubten, Gott schätze sie und ihre Rasse mehr als die anderen Menschen, und sie würden am Tag des jüngsten Gerichtes nicht in die Verdammnis geschickt oder nur einige wenige Tage die göttliche Strafe erfahren.

     

    Aus den Versen 23 und 24 der Sure entnehmen wir:

     

    Erstens: Behauptungen sind kein Zeichen des Glaubens. An der Treue zu den Geboten Gottes, wie auch den Strafgeboten, zeigt sich, ob jemand gläubig ist.

     

    Zweitens: Jeglicher Stolz und jegliches Überlegenheitsdenken sind nicht erlaubt, selbst wenn sie aus der Religion oder mit Religiösität begründet werden.

     

    Drittens: Alle sind, ob in dieser oder der kommenden Welt, vor Gottes Gesetzen gleich.

     

    Nun folgt Vers 25 der Sure 3 in der deutschen Übersetzung:

     

    فَكَيْفَ إِذَا جَمَعْنَاهُمْ لِيَوْمٍ لَّا رَيْبَ فِيهِ وَوُفِّيَتْ كُلُّ نَفْسٍ مَّا كَسَبَتْ وَهُمْ لَا يُظْلَمُونَ

     

    „Aber wie (wird ihnen, die glauben sie sind vor der Strafe Gottes sicher, sein), wenn wir sie auf einen Tag versammeln, an dem nicht zu zweifeln ist, und jedem voll (durch Belohnung oder Strafe) beglichen wird, was er (mit seinem Tun) erzielt hat? Ihnen wird nicht Unrecht getan.“ (3: 25)

     

    In den Versen 23 und 24 wurde die Vorstellung unter den Juden aufgezeigt, dass sie sich für besser halten als andere. Im Vers 25 heisst es nun, dass Gott im Gegenteil keinen Unterschied zwischen Juden und Nicht-Juden macht, sondern jeder wird nach seinen Taten beurteilt und dementsprechend einer bestimmten Gruppe von Menschen zugeordnet werden. Die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religion oder Rasse bedeutet keinen Vorteil. Gott lässt nur Gerechtigkeit walten. Bei der Bestimmung von Strafe oder Lohn wird er nicht im geringsten vom Prinzip der Gerechtigkeit abweichen.

     

    Wir entnehmen dieser Koranstelle also, dass Strafe oder Lohn entsprechend unserem Glauben und unserem Handeln und nicht nach Religion oder Rasse bemessen werden.

     

    Die Übersetzung der Verse 26 und 27 Sure Al-e Imran lautet:

     

    قُلِ اللَّـهُمَّ مَالِكَ الْمُلْكِ تُؤْتِي الْمُلْكَ مَن تَشَاءُ وَتَنزِعُ الْمُلْكَ مِمَّن تَشَاءُ وَتُعِزُّ مَن تَشَاءُ وَتُذِلُّ مَن تَشَاءُ ۖ بِيَدِكَ الْخَيْرُ ۖ إِنَّكَ عَلَىٰ كُلِّ شَيْءٍ قَدِيرٌ

     

    „Sag: O Gott, der Du über alle Herrschaft verfügst! Du gibst die Herrschaft, und Du entziehst sie, wem Du willst. Du machst mächtig und Du machst niedrig, wen Du willst. Das Gute liegt in Deiner Hand. Du hast zu allem die Macht. (3: 26)

     

    تُولِجُ اللَّيْلَ فِي النَّهَارِ وَتُولِجُ النَّهَارَ فِي اللَّيْلِ ۖ وَتُخْرِجُ الْحَيَّ مِنَ الْمَيِّتِ وَتُخْرِجُ الْمَيِّتَ مِنَ الْحَيِّ ۖ وَتَرْزُقُ مَن تَشَاءُ بِغَيْرِ حِسَابٍ

     

    Du lässt die Nacht übergehen in den Tag, und den Tag in die Nacht. Du bringst das Lebendige aus dem Toten hervor, und das Tote aus dem Lebendigen. Und Du bescherst, wem Du willst, ohne abzurechnen.“ (3: 27)

     

    In den Versen 24 und 25 wurde von dem Stolz und dem blinden Eifer, die einige Schriftbesitzer gegenüber dem Islam besaßen, gesprochen. Diese Verse (26 und 27) sagen nun, gerichtet an den Propheten und die Muslime: Alles liegt in Gottes Hand. Wahre Größe und Macht kommen von Ihm.

     

    Im Zusammenhang mit dieser Koranstelle heisst es in der Geschichte:

     

    Als die Muslime während des Ahzab-Krieges um Medina herum einen Graben anlegten, prallte die Spitzhacke des Propheten auf einen großen Stein, so dass leuchtende Funken entstanden. Da verkündete der Prophet, dass ihm durch diese Funken der Sieg des Islams über den Unglauben und die Eroberung der Paläste von Madein (Iran) und Rom offenbart wurde. Die gläubigen Muslime waren erfreut über diese Nachricht, aber die Heuchler machten sich darüber lustig und sagten: ‚Welche falschen Hoffnungen macht ihr euch. Aus Angst vor dem Feind habt ihr einen Graben um eure Stadt angelegt und glaubt nun, dass ihr Iran und Rom erobern werdet.‘

     

    Da erhielt der Prophet eine Offenbarung, nämlich die Verse 24 und 25 der Sure 3, in der Gott dem Propheten sagte:

     

    Sag ihnen, Herrscher und Verwalter des Daseins ist Gott. Er herrscht nicht nur über Himmel und Erde, sondern bringt die Planeten und Sterne in ihre Bahn, sodass Tag und Nacht enstehen. Alles liegt in Seiner Hand: Tod und Leben, Nahrung und Unterhalt – aller Lebewesen. Warum wundert ihr euch dann darüber, dass Gott den Muslimen Macht verleiht? Und warum sucht ihr Größe und Macht anderswo als bei Gott? Wenn ihr Stärke und Regentschaft sucht, so sucht sie in der Religion. Handelt nach ihren Anweisungen und Gott wird euch eine solche Macht verleihen, dass kein Unterdrücker euch beherrschen kann.

     

    Wenn heute die Ungläubigen über die Welt herrschen und die Muslime geschwächt sind, so liegt dies zum einen an ihrer Zwietracht untereinander und an ihrer Spaltung, welche nach Gottes Gesetzen zu Elend und Beherrshung durch die Unterdrücker führt. Zum anderen sind es die Anstrengungen der Gottesleugner und Ungläubigen an Wissen zu gelangen und eine eigene Ordnung und Gesetze aufzustellen. Diese aber ermöglichen die Bildung und Erstarkung einer Regierung, und das gehört ebenso zum göttlichen Gesetz.

     

    Gott lässt nicht ohne Grund erstarken oder schwach werden. Die Voraussetzungen für Größe oder Elend schaffen wir Menschen mit unserem eigenen Tun. Wir sind es, die durch unser Handeln, unser Schicksal und das Schicksal der Gesellschaft bestimmen.

     

    Damit gilt:

     

    Erstens: Die Daseinsordnung liegt in Gottes Hand, sowohl bei der Schöpfung aller Kreaturen als auch bei der Verwaltung und dem Verlauf alles Geschehens. Handeln wir daher nach den Gesetzen Gottes, um Glück und Wohl zu erreichen.

     

    Zweitens: Die eigentliche Herrschaft gehört Gott. Aller anderer Herrschaft ist nur flüchtig und vorübergehend. Heute ist sie von Bedeutung, morgen schon nicht mehr.

     

    Drittens: Der Kreislauf des Lebens basiert auf den Erscheinungen von Tod und Leben. Durch die Macht Gottes sprießt aus einem leblosen Samen Leben und es wächst eine Pflanze oder ein Baum daraus hervor. Es entsteht aus scheinbar Totem ein neues Leben.

     

    Wünschen wir uns, dass wir nie von blindem Stolz und Eifer heimgesucht werden und dass wir nur nach wahrer Größe suchen.