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    Teil 7: Sure Al Baqareh (die Kuh) Verse 19-22

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    Diesen Teil beginnen wir mit den Offenbarungszeichen 19 und 20 der Sure Baqarah. (2: 19-22)

    أَوْ كَصَيِّبٍ مِّنَ السَّمَاءِ فِيهِ ظُلُمَاتٌ وَرَعْدٌ وَبَرْقٌ يَجْعَلُونَ أَصَابِعَهُمْ فِي آذَانِهِم مِّنَ الصَّوَاعِقِ حَذَرَ الْمَوْتِ ۚ وَاللَّـهُ مُحِيطٌ بِالْكَافِرِينَ

     

    „…Oder sie sind wie diejenigen, die in einen Sturzregen vom Himmel geraten sind, im Dunkeln und bei Donner und Blitz. Sie stecken sich die Finger in die Ohren, aber Gott hat die Ungläubigen in der Gewalt.“ (2: 19)

     

    يَكَادُ الْبَرْقُ يَخْطَفُ أَبْصَارَهُمْ ۖ كُلَّمَا أَضَاءَ لَهُم مَّشَوْا فِيهِ وَإِذَا أَظْلَمَ عَلَيْهِمْ قَامُوا ۚ وَلَوْ شَاءَ اللَّـهُ لَذَهَبَ بِسَمْعِهِمْ وَأَبْصَارِهِمْ ۚ إِنَّ اللَّـهَ عَلَىٰ كُلِّ شَيْءٍ قَدِيرٌ

     

    „Beinahe rauben ihnen die tödlichen Blitze das Augenlicht. Immer, wenn ein Blitz vom Himmel die dunkle Wüste für sie erhellt, gehen sie einige Schritte vorwärts, aber wenn Er ihren Weg dunkel werden lässt, bleiben sie stehen. Wenn Gott wollte, würde Er ihr Hör- und Sehvermögen nehmen. Gott hat zu allem die Macht. “ (2: 20)

     

    In der Koranstelle, die wir beim letzten Mal betrachtet haben, hat Gott den Heuchler, den Munafeqin, mit jemandem verglichen, der kein Licht mehr hat und in der Dunkelheit umherirrt, ohne den Weg finden zu können. Die Koranstelle, die wir eben aufzeigten, bringt einen anderen Vergleich für die Lage, in der sich die Heuchler befinden. Die Heuchler legen keinen Wert auf den Glauben, aber sie müssen so tun, als ob sie gläubig sind.

     

    Was sie sagen, stimmt überhaupt nicht mit dem, was sie denken überein, deshalb erkennen sie auch nicht den richtigen Lebensweg. Mal tun sie kurz einige Schritte nach vorne, aber sobald sie keinen hellen Horizont mehr sehen, bleiben sie wieder stehen. Daher verlieren sie die Orientierung, wie jemand der außerhalb einer Ortschaft in ein schweres Unwetter geraten ist. Dunkle Wolken hängen über ihm und alles in seiner Umgebung scheint düster und dunkel. Von überall dröhnt Donner und zucken Blitze herab. In den wenigen Augenblicken in denen es blitzt, erhellt sich die Umgebung und erfreut geht er ein, zwei Schritte weiter. Aber sofort ist es wieder dunkel um ihn herum und er bleibt stehen. Er findet weder zu innerer Ruhe, noch zu gedanklicher Stabilität.

     

    Die Offenbarungszeichen 19 und 20 beziehen sich natürlich als erstes auf die Heuchler zur Zeit des Propheten. Diese konnten den Anblick des göttlichen Lichtes und der Verbreitung des Islams nicht ertragen. Das Wort Gottes blendete sie wie ein greller Blitz. Aber auch nach der Zeit des Propheten gab und gibt es Heuchler. Es gibt immer und überall Leute, die sich den wahren Revolutionen in den Weg stellen, und auf die Heuchler unter ihnen, trifft die gleiche Beschreibung zu wie auf die Heuchler zur Zeit des Propheten. Ob gestern oder heute: Die Munafeqin versuchen sich unter die Mumenin, die aufrichtigen Gläubigen, zu mischen. Wenn sie einen Schritt nach vorne tun, so weil die Mumenin dank ihres Glaubenslichtes weitergekommen sind. Doch Gott gibt den Heuchlern Seinen Zorn zu spüren, indem Er sie keine Orientierung finden lässt. Die Menschen müssen wissen: Heuchelei führt zum Unglauben. Gott mahnt, dass Er alle Macht über die Ungläubigen und Heuchler hat. Aber die Heuchler irren weiter umher und schaden sich selber.

     

    In den Koranabschnitten der Sure 2, die wir in diesem und dem vorherigen Teil behandelten, sind die drei Gruppen – Mumenin, Kufiran und Munafeqin (Gläubige, Ungläubige und Heuchler) – anschaulich beschrieben worden: Den Ungläubigen haben Unwissenheit und Gleichgültigkeit das Herz versiegelt und die Heuchler sind krank und gehen auf Irrwegen in Richtung Verelendung.

     

    An diese Beschreibungen schließen sich nun Offenbarungszeichen an, die den rettenden Weg zu Glück und Wohl festlegen. Dieser Weg ist der Weg, auf dem sich die Gläubigen befinden. Daher spricht Gott alle Menschen an und ruft sie auf: Glaubt an den einen Gott, dient nur Ihm, damit ihr euch aus der Knechtschaft anderer befreit. Vers 21 und 22, Sure Baqarah:

     

     

    يَا أَيُّهَا النَّاسُ اعْبُدُوا رَبَّكُمُ الَّذِي خَلَقَكُمْ وَالَّذِينَ مِن قَبْلِكُمْ لَعَلَّكُمْ تَتَّقُونَ

     

    „Ihr Menschen betet euren Herrn und Erhalter, der euch und die vor euch waren, erschaffen hat, an und dient Ihm, damit ihr vielleicht zu Gottesfürchtigen werdet.“ (2: 21)

     

     

    الَّذِي جَعَلَ لَكُمُ الْأَرْضَ فِرَاشًا وَالسَّمَاءَ بِنَاءً وَأَنزَلَ مِنَ السَّمَاءِ مَاءً فَأَخْرَجَ بِهِ مِنَ الثَّمَرَاتِ رِزْقًا لَّكُمْ ۖ فَلَا تَجْعَلُوا لِلَّـهِ أَندَادًا وَأَنتُمْ تَعْلَمُونَ

     

    „Gott, der für euch die Erde wie einen großen Teppich ausgebreitet hat und den Himmel wie ein Gebäude errichtete und vom Himmel Wasser herabsandte und durch dieses Früchte für euren täglichen Unterhalt hervorbrachte. So stellt keinen Teilhaber neben Gott, wo ihr doch wissend seid.“ (2: 22)

     

    Diese Koranstelle richtet sich an alle Menschen, was zeigt, dass der Koran nicht nur für eine bestimmte Gruppe, Rasse oder Bevölkerungsschicht geoffenbart ist, sondern für alle ein Wegführer zu Reinheit und Glück sein kann.

     

    Diese Koranstelle soll zudem in allen Dankbarkeit gegenüber dem Schöpfer erwecken. Viele Menschen glauben daran, dass Gott der Erhabene, sie und die Daseinswelt erschaffen hat, aber sie vergessen, dass Er alle Geheimnisse seiner Geschöpfe kennt und überschaut und fruchtbare Weisungen gibt, damit seine Geschöpfe sich entfalten und veredeln können. Wer diesen Weisungen folgt, der entfernt sich vom Schlechten und Hässlichen und nähert sich dem Reinen und Guten. In diesen Koranversen wird die Anbetung Gottes betont. Wir sollten uns bewusst machen, dass es Gott nicht schadet, wenn wir ihn nicht anbeten, aber, dass wir Menschen Ihn brauchen, um uns zu vervollkommnen. Die Ehrfurcht vor Gott ermöglicht es uns, uns an seinem rettenden Seil festzuhalten.

     

    In diesem Zusammenhang werden in Fortsetzung des Offenbarungszeichens 21 und 22, der Sure 2, mehrere Segensgaben Gottes genannt, von denen jede ein Zeichen für Seine Macht ist und aus jeder weitere Segensgaben hervorgehen. Die Erde ist unsere Stätte, solange wir auf ihr leben. Gebirge und Ebenen, Wasser und Boden und die Ressourcen der Natur, die uns zur Verfügung gestellt wurden, bilden eine geeignete Umwelt für unsere Existenz. Es gibt unendlich viele göttliche Segensgaben, so dass der beste Weg zur Gotterkenntnis und zur Ergebung in Gott und zu seiner Anbetung darin liegt, dass wir uns an diese Gaben erinnern. Daher weist Gott, nachdem Er die Menschen aufruft Ihn anzubeten, auf seine Segensgaben hin. Wir sollten uns deutlich machen, dass die Gotterkenntnis ein wertvolles Kapital ist, um menschliche Größe, Wissen und Vervollkommnung zu erreichen. Gott möge uns zu dankbaren Menschen machen und uns den Weg zeigen, der zu unvergänglichem Glück und Wohl führt.