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    Teil 73: Sure Al-e Imran (Familie oder das Haus des Imran) Verse 61-64

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    Auch in diesem Teil folgen weitere Erklärungen zum Koraninhalt. Wir sind beim 61. Vers der Sure 3, Al-e Imran und deren Übersetzung: (3: 61- 64)

    فَمَنْ حَاجَّكَ فِيهِ مِن بَعْدِ مَا جَاءَكَ مِنَ الْعِلْمِ فَقُلْ تَعَالَوْا نَدْعُ أَبْنَاءَنَا وَأَبْنَاءَكُمْ وَنِسَاءَنَا وَنِسَاءَكُمْ وَأَنفُسَنَا وَأَنفُسَكُمْ ثُمَّ نَبْتَهِلْ فَنَجْعَل لَّعْنَتَ اللَّـهِ عَلَى الْكَاذِبِينَ

     

    „( Prophet!) Und wenn nun nach dem Wissen, das dir (über Jesus) zugekommen ist, welche mit dir darüber streiten (und die Wahrheit nicht akzeptieren), dann sag: Kommt her! Wir wollen unsere Söhne und eure Söhne, unsere Frauen und eure Frauen, uns und unsere Verwandten zu uns und Euch und eure Verwandten zu euch herbeirufen und hierauf einen Eid leisten, und den Fluch Gottes auf diejenigen kommen lassen, die lügen.“ (3: 61)

     

    Die Geschichte berichtet uns in diesem Zusammenhang folgendes: Es war das 10. Jahr nach der Hidschra des Propheten. Der Prophet hatte einige Muslime nach Nadschran, ein Gebiet im Yemen geschickt, damit sie die Menschen dort mit dem Islam bekannt machen. Daraufhin machte sich eine Gruppe von Christen aus Nadschran auf den Weg nach Medina, um mit dem Propheten zu sprechen.

     

    Die Christen von Nadschran stritten mit dem Propheten über die Wahrheit. Als der Prophet sie dann zur Mubahala (dem gegenseitigen Flehen und Beten zu Allah, wer Recht hat, mit anschließender Verwünschung des Lügners) einlud, kamen sie mit 70 Personen, denn sie nahmen an, dass der Prophet mit vielen seiner Anhänger und Scharen von Muslimen aufmarschieren würde. Ihre Hoffnung war dann, als kleinere Gruppe moralischer Sieger zu werden. Es kam aber ganz anders. Der Prophet kam nur mit Ali, Fatima, Hassan und Hussain (Friede sei mit ihnen allen). Als der Bischof der Christen diese großartigen Menschen sah, rief er seine Gemeinde dazu auf, von der Mubahala Abstand zu nehmen, da er wusste, dass diese gesegneten Menschen recht hatten und somit der Fluch Allahs über die Christen kommen würde, und so verzichteten sie darauf, und es kam nicht zur Verwünschung.

     

     

    Aye 61 lehrt uns mehrere Dinge:

     

    Erstens: Stellt jemand eine Frage, so soll man logisch antworten. Doch wenn die Wahrheit hartnäckig abgestritten und bekämpft wird, zieht dies den Zorn Gottes nach sich. Wer nach Ausflüchten sucht, muss mit der Strafe Gottes rechnen.

     

    Zweitens: Wenn wir an die Religion Gottes glauben, sollen wir standhaft an ihr festhalten und wissen, dass der Feind einen Rückzieher machen wird, weil er im Irrtum ist.

     

    Drittens: Wenn der Prophet und die Edlen aus seinem Hause Gott um etwas bitten, wird es erhört. Der Prophet hat Hassan und Hussein mit seinem Tun als seine Kinder vorgestellt und ebenso Ali Ebne Abi Taleb.

     

    Viertens: Die Hilfesuche bei Gott soll dann erfolgen, wenn wir mit unseren normalen Kräften nicht zum Ziel kommen. Der Prophet hat zuerst Gespräche geführt und für den Islam geworben, dann erst hat er ein Mubahala durchgeführt.

     

     

    Jetzt folgen die Verse 62 und 63 der Sure 3 in ihrer Übersetzung:

     

    إِنَّ هَـٰذَا لَهُوَ الْقَصَصُ الْحَقُّ ۚ وَمَا مِنْ إِلَـٰهٍ إِلَّا اللَّـهُ ۚ وَإِنَّ اللَّـهَ لَهُوَ الْعَزِيزُ الْحَكِيمُ

     

    „Dies ist der Bericht (über das Leben Jesu), der der Wahrheit entspricht. Und es gibt keinen Gott außer Gott. Er ist der Mächtige und Weise. (3: 62)

     

    فَإِن تَوَلَّوْا فَإِنَّ اللَّـهَ عَلِيمٌ بِالْمُفْسِدِينَ

     

    Wenn sie sich abwenden (so wisset!:) Gott weiß Bescheid über die, die Unheil anrichten.“ (3: 63)

     

    Nach dem Mubahalah, d.h. nachdem der Prophet die vier aus seinem Hause um sich versammelt hatte und Gott anflehen wollte, sagte Gott an den Propheten gerichtet:

     

    „Das was wir dir über Jesus geoffenbart haben, ist sein wahres Leben. Und niemand außer Gott weiss vollständig darüber Bescheid und wenn die Leute glauben, dass Jesus der Sohn Gottes ist, so ist das nicht wahr, denn es gibt nur einen Schöpfer und nur einen Gott. Wer sich also weigert, die Wahrheit anzuerkennen, der soll wissen, dass Gott darüber im Bilde ist und es in seiner Macht steht ihn zu bestrafen“.

     

     

    Geschichten, die unter der Bevölkerung im Umlauf sind, sind entweder Märchen und Legenden, die nicht der Wahrheit entsprechen oder Phantasiegebilde und Berichte über die Geschichte der Vorfahren, wobei auch hier Halbwahrheiten und Aberglauben beigemischt sind.

     

    Die Geschichten im Koran beruhen jedoch auf Wahrheit und nicht auf Phantasie.

     

     

    Aus den Versen 62 und 63 der Sure 3 lassen sich folgende 3 wichtigen Punkte ableiten:

     

     

    Erstens: Wenn es den Koran nicht gäbe, bliebe die Wahrheit über Jesus und viele andere Propheten und Völker, die in der Vergangenheit gelebt haben, verschleiert.

     

    Zweitens: Wer sich weigert, die Wahrheit anzuerkennen und sich eigensinnig gegen sie stellt, begeht etwas Unheilvolles und schadet sich und der Gesellschaft.

     

     Drittens: Wenn wir daran denken, dass alles was wir tun, von Gott gesehen wird, achten wir besser darauf, was wir tun.

     

    Die Übersetzung des nächsten Verses, Vers 64, Sure 3 lautet:

     

    قُلْ يَا أَهْلَ الْكِتَابِ تَعَالَوْا إِلَىٰ كَلِمَةٍ سَوَاءٍ بَيْنَنَا وَبَيْنَكُمْ أَلَّا نَعْبُدَ إِلَّا اللَّـهَ وَلَا نُشْرِكَ بِهِ شَيْئًا وَلَا يَتَّخِذَ بَعْضُنَا بَعْضًا أَرْبَابًا مِّن دُونِ اللَّـهِ ۚ فَإِن تَوَلَّوْا فَقُولُوا اشْهَدُوا بِأَنَّا مُسْلِمُونَ

     

    „(Prophet!) Sag: Ihr Schriftbesitzer! Kommt her zu einem Wort, das zwischen uns und euch das gleiche ist: Dass wir Gott allein dienen und Ihm nichts beigesellen, und dass wir uns nicht untereinander an Gottes Statt zu Herren nehmen.

     

    Wenn sie sich aber abwenden, dann sagt: Bezeugt, dass wir (Gott) ergeben sind.“ (3: 64)

     

    Der Koran hat in den vorherigen Versen zuerst die Christen mit Logik aufgerufen, den Islam anzuerkennen. Aber weil sie dies nicht taten, hat er zum Mubahalah aufgerufen, d.h. der Prophet und die Christen sollten jeweils darum bitten, dass Gott die, die die Unwahrheit sagen, bestraft. Aber die Christen weigerten sich, auf diese Weise zu Gott zu beten. Daher schickte Gott dem Propheten die Offenbarung:

     

    „Sag ihnen, wenn sie den Islam nicht akzeptieren wollen, dann kommt her und vereint euch mit uns hinsichtlich der gemeinsamen Überzeugungen und bekämpft das Götzentum und die Ungläubigkeit. Auch wenn ihr an die Dreifaltigkeit glaubt, und darin keinen Widerspruch zu dem Glauben an den einen Gott seht und in der Dreifaltigkeit eine Einheit seht – so kommt und seht im Glauben an den einen Gott einen gemeinsamen einheitlichen Grundsatz und befreit ihn von falschen Auslegungen, die im Götzentum münden“.

     

     

    Einige Gelehrte des Christentums haben Änderungen an den göttlichen Geboten, an dem was Gott verboten, und dem was Gott erlaubt hat, vorgenommen. Dabei ist es das alleinige Recht Gottes, Seine Bestimmungen zu ändern. Der Koran sagt:

     

    „Lasst uns nicht denjenigen Leuten folgen, die sich anscheinend für Teilhaber Gottes bei der Gesetzgebung halten“.

     

    Am Ende der obigen Koranstelle heißt es, gerichtet an die Muslime:

     

    „Wenn ihr die Schriftbesitzer zur Einheit mit euch aufgerufen habt, sie aber diesen Aufruf nicht akzeptieren, so haltet weiter an eurer Überzeugung fest und sagt entschlossen: Wir sind nur Gott ergeben, und wenn ihr euch von der Anbetung Gottes entfernt, so hat dies keine Wirkung auf uns“.

     

    Wir lernen aus dieser Ayeh:

     

    Erstens: Der Koran hat uns dazu aufgerufen, mit den Schriftbesitzern gegenüber dem Götzentum eine Einheit zu bilden. Daraus lässt sich ableiten, dass etwas gegen den Koran und den Islam verstößt, wenn es Uneinigkeit zwischen den Muslimen hervorruft.

     

     

    Zweitens: Alle Menschen sind untereinander Brüder und Schwestern, niemand darf über andere herrschen, es sei denn, er richtet sich nach den Anweisungen Gottes.

     

     

    Drittens: Die Muslime sollen zunächst die Schriftbesitzer zum Islam aufrufen und wenn sie damit nichts erzielen, sollen sie nichts unversucht lassen, wenigsten zum Teil ihre Ziele zu erreichen.

     

    Das Ziel einer Einladung ist es, Einigkeit unter den Menschen zu erreichen. Wir sollten gegenüber der Entwicklung der anderen Menschen in unserem Umfeld und in der Gesellschaft nicht gleichgültig sein.