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    Teil 75: Sure Al-e Imran (Familie oder das Haus des Imran) Verse 75-76

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    Wieder haben wir den Koran aufgeschlagen um seinen Inhalt zu betrachten. Es geht weiter mit Ayeh 72 der Sure 3, Al-e Imran. In der Übersetzung lautet sie: (3: 72- 76)

     

    وَقَالَت طَّائِفَةٌ مِّنْ أَهْلِ الْكِتَابِ آمِنُوا بِالَّذِي أُنزِلَ عَلَى الَّذِينَ آمَنُوا وَجْهَ النَّهَارِ وَاكْفُرُوا آخِرَهُ لَعَلَّهُمْ يَرْجِعُونَ

     

    „Und eine Gruppe von den Leuten der Schrift sagt: Glaubt zu Beginn des Tages an das, was auf die Gläubigen herabgesandt worden ist und glaubt nicht daran, wenn er (der Tag) zu Ende geht. Vielleicht kehren sie dann um.“ (3: 72)

     

    Im letzten Teil hieß es, dass die Gottesleugner und -verleumder auf verschiedenen heimtückischen Wegen versuchten den Glauben der Muslime zu schwächen. Vor allen Dingen versuchen sie Recht mit Unrecht zu vermischen. Der Koranvers 72 deckt nun eine weitere Methode des Feindes auf: Die Anführer der in Wahrheit Ungläubigen gaben diesen Anweisung, sich nach außen hin als Anhänger des Propheten des Islam vorzustellen und sich unter die Muslime zu mischen. Nach einiger Zeit sollten sie sich wieder vom Islam abkehren und den Gläubigen sagen: Wir haben uns getäuscht. Unsere Religion ist besser als eure. Deshalb kehren wir zu ihr zurück.

     

    Diese List schwächte natürlich die Moral der Muslime und rief bei einigen Zweifel an ihrer Religion hervor. Außerdem wurden auf diese Weise andere von vornherein davon abgehalten, Muslim zu werden.

     

    Der Koranvers 72, Sure 3 lehrt uns also:

     

     

    Erstens: Die Muslime dürfen nicht naiv oder leichtgläubig sein. Sie müssen klug und wachsam sein und nicht auf Heuchler hereinfallen.

     

     

    Zweitens: Der Feind begnügt sich nicht mit dem Wunsch, dass die Muslime sich von ihrem Glauben abkehren, er versucht dieses Ziel auf verschiedenen Wegen zu erreichen. Die Muslime sollten deshalb immer darauf vorbereitet sein, kulturelle Angriffe abzuwehren.

     

    Die Übersetzung der nächsten beiden Verse, Vers 73 und 74 der Sure 3 lautet:

     

    وَلَا تُؤْمِنُوا إِلَّا لِمَن تَبِعَ دِينَكُمْ قُلْ إِنَّ الْهُدَىٰ هُدَى اللَّـهِ أَن يُؤْتَىٰ أَحَدٌ مِّثْلَ مَا أُوتِيتُمْ أَوْ يُحَاجُّوكُمْ عِندَ رَبِّكُمْ ۗ قُلْ إِنَّ الْفَضْلَ بِيَدِ اللَّـهِ يُؤْتِيهِ مَن يَشَاءُ ۗ وَاللَّـهُ وَاسِعٌ عَلِيمٌ

     

    „(Die Anführer der Schriftbesitzer sagten zu ihren Anhängern): Und glaubt nur denen, die eurer Religion folgen! (Glaubt nicht) Dass jemand das Gleiche erhält, was ihr erhalten habt oder dass man vor eurem Herrn mit euch streitet. (Prophet!) Sag: Die rechte Leitung ist die von Gott. Sag: Die Huld liegt in der Hand Gottes. Er gibt sie, wem er will (und nicht nur einer bestimmten Rasse). Gott umfasst (alles) und weiß Bescheid. (3: 73)

     

    يَخْتَصُّ بِرَحْمَتِهِ مَن يَشَاءُ ۗ وَاللَّـهُ ذُو الْفَضْلِ الْعَظِيمِ

     

    Er zeichnet mit seiner Barmherzigkeit aus, wen er will. Er ist voller Güte.“ (3: 74)

     

    Im Vers 72 war nachzulesen, dass die Anführer der Juden planten, den Glauben der Muslime durch eingeschleuste Heuchler zu schwächen. Es war ein heimlicher Plan, von dem kein anderer wusste, auch nicht die Götzenanbeter. Doch Gott legte diese heimtückischen Pläne mit der Offenbarung der genannten Koranverse offen und gab dem Propheten Anweisung zu sagen: „Die Rechtleitung ist für alle bestimmt, nicht nur für ein bestimmtes Volk. Gebt euch keine Mühe. Wer wirkliche Rechtleitung gefunden hat, wird sich nicht von euch in die Irre führen lassen“

     

    In Ayeh 73 werden die Worte der jüdischen Anführer zitiert die behaupteten, dass keiner außer den Juden ein himmlisches Buch hätte und vor dem Jüngsten Gericht etwas gegen die Juden vorbringen könnte. Sie sagten ihren Anhängern, dass sie siegen werden, denn sie seien das beste aller Völker auf der Welt. Nur sie hätten einen Propheten gehabt und sie seien die klügsten.

     

    Aber Gott antwortete ihnen mit Ayeh 73, der Sure 3:

     

    „Aller Segen, sei es nun der Rang eines Propheten, sei es die Fähigkeit richtig zu argumentieren, kommt alleine von Gott. Gott lässt seinen Segen jedem zukommen, den er würdig dafür hält. Er weiß Bescheid, wer würdig ist. Deshalb ergeht euch nicht unnötig in Übereifer und behauptet nicht: Gott ist nur euer Gott“.

     

    Auch dieser Ayeh entnehmen wir zwei wichtige Punkte:

     

    Erstens: Der Segen Gottes kommt nicht nur einer bestimmten Gruppe von Menschen zu. Jeder der diesen Segen erreichen will und ihn verdient, kann ihn erhalten.

     

     Zweitens: Die Schriftbesitzer fürchten, dass ihre Anhänger sich dem Islam zuwenden. Sie entwerfen Pläne, um dies zu verhindern.

     

     

    Weiter geht es mit der Übersetzung der Verse 75 und 76, Sure 3:

     

    وَمِنْ أَهْلِ الْكِتَابِ مَنْ إِن تَأْمَنْهُ بِقِنطَارٍ يُؤَدِّهِ إِلَيْكَ وَمِنْهُم مَّنْ إِن تَأْمَنْهُ بِدِينَارٍ لَّا يُؤَدِّهِ إِلَيْكَ إِلَّا مَا دُمْتَ عَلَيْهِ قَائِمًا ۗ ذَٰلِكَ بِأَنَّهُمْ قَالُوا لَيْسَ عَلَيْنَا فِي الْأُمِّيِّينَ سَبِيلٌ وَيَقُولُونَ عَلَى اللَّـهِ الْكَذِبَ وَهُمْ يَعْلَمُونَ

    „Und unter den Leuten der Schrift gibt es welche, die wenn du ihnen ein großes Pfand anvertraust, es dir aushändigen. Es gibt unter ihnen aber auch welche, die wenn du ihnen einen Dinar anvertraust, ihn dir nur aushändigen, sofern du sie dauernd (um Rückgabe) bittest. Das kommt daher, dass sie sagen: Bei denen, die keine Schriftbesitzer sind, machen wir uns nicht schuldig. Damit sagen sie gegen Gott wissentlich eine Lüge aus. (3: 75)

     

    بَلَىٰ مَنْ أَوْفَىٰ بِعَهْدِهِ وَاتَّقَىٰ فَإِنَّ اللَّـهَ يُحِبُّ الْمُتَّقِينَ

     

    Jawohl! Wenn einer seine Verpflichtung erfüllt und sich (vor Gott) fürchtet (ist es gut). Gott liebt die Gottesfürchtigen.“ (3: 76)

     

    Aus diesem Koranvers geht im Anschluss an die vorherigen hervor, dass die Muslime den Gegnern gegenüber fair bleiben müssen, denn es heißt: Unter den Schriftbesitzern gibt es auch Menschen, die gläubig sind und nicht sündigen. Wenn du ihnen etwas anvertraust, geben sie es dir voll und ganz zurück. Aber einige unter ihnen, die glauben sie sind das eine auserkorene Volk, denken anders. Sie denken, wenn etwas einem Nicht-Juden gehört, so können sie es missachten und sie seien berechtigt, ein Pfand, das man ihnen anvertraut hat, wegzunehmen.

     

    Es ist verwunderlich, dass diese falsche Denkweise bei ihnen auch noch als religiös galt und dass sie sagten, Gott hat es uns erlaubt, den Besitz anderer zu beschlagnahmen.

     

    Und der Koran sagt weiter:

     

    „Die Muslime sollen sich nicht ihr Recht nehmen lassen, sondern es zurückverlangen“.

     

     

    Wir sehen heute, dass rassistisch denkende Juden palästinensische Gebiete beschlagnahmt haben und ein Land namens Israel auf fremdem Grund und Boden gründeten. Sie versuchen jeden Tag weitere Gebiete zu besetzen. Es sind Gebiete der Muslime und deshalb ist es Aufgabe der Muslime für die Zurückerlangung ihres Rechtes zu kämpfen.

     

    Aus den Koranversen 75 und 76 können wir 4 wichtige Dinge lernen:

     

    Erstens: Auch den Feinden gegenüber müssen wir fair bleiben.

     

     Zweitens: Die getreue Aufbewahrung eines Pfandes ist immer lobenswert, auch wenn der Feind es tut, und ein Verrat ist immer schlecht, auch wenn er dem Feind gegenüber begangen wird.

     

    Drittens: Schlimmer als die Sünde selber ist die Rechtfertigung der Sünde.

     

    Viertens: Die Pfandtreue und die Beachtung von Vereinbarungen sind Zeichen für Gottesfürchtigkeit. Durch diese kann der Mensch den Wohlgefallen Gottes erreichen.

     

     

    Wir bitten daher Gott, dass Er uns hilft, gerecht und gottesfürchtig zu sein und jedes Pfand, von wem auch immer, zuverlässig zu hüten.