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    Teil 77: Sure Al-e Imran (Familie oder das Haus des Imran) Verse 83-89

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    Teil 77: Sure Al-e Imran (Familie oder das Haus des Imran) Verse 83-89
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    Vers 83 der Sure 3, Sure Al-e Imran steht zu Anfang dieses Teiles und beinhaltet folgendes: (3: 83- 89)

     

    أَفَغَيْرَ دِينِ اللَّـهِ يَبْغُونَ وَلَهُ أَسْلَمَ مَن فِي السَّمَاوَاتِ وَالْأَرْضِ طَوْعًا وَكَرْهًا وَإِلَيْهِ يُرْجَعُونَ

     

    „Können sie denn nach etwas anderem (einer anderen Lehre) verlangen als der Religion Gottes, wo sie sich doch Ihm (Gott) -gewollt oder ungewollt- ergeben haben, die im Himmel und auf der Erde sind! Und zu Ihm werden sie zurückgebracht.“ (3: 83)

     

    Die Lebewesen, die Gott erschaffen hat, lassen sich in zwei Gruppen einteilen: die eine Gruppe besitzt Willen und Entscheidungskraft. Sie wählt frei ihren Weg, wie die Menschen. Die andere Gruppe gehorcht aufgrund der Erfordernisse der göttlichen Schöpfung, und fügt sich ohne eigenen Willen unter die Herrschaft Gottes. Zu dieser Gruppe gehören die Engel.

     

    Diese Koranstelle besagt, dass das Dasein und die verschiedenen Wesen in ihm, alle den Gesetzen Gottes unterworfen sind, ob sie nun Entscheidungskraft besitzen oder nicht. Es heißt dort auch, dass Ende und Anfang allen Daseins in der Hand Gottes liegen.

     

    Gibt es jemanden außer dem Schöpfer, der für die Geschöpfe Gesetze aufstellen könnte? Ist es richtig, dass viele unter den Menschen die Lehre ihres Schöpfers unbeachtet lassen und sich anderen Lehren zuwenden.

     

    Wir entnehmen also dieser Koranstelle folgendes:

     

    Erstens: Die Schöpfung mit all ihrer Großartigkeit ist Gott ergeben. Wenn wir Menschen uns Gott und seiner Lehre nicht ergeben, entsteht eine Disharmonie mit der Schöpfung.

     

    Zweitens: Das Ende des Daseins und unser eigenes Ende werden von Gott bestimmt. Warum sollen wir nicht mit eigenen Füßen auf Ihn zu gehen?

     

    Drittens: Der Kern der Religion ist die Gottergebenheit. Ein gläubiger Mensch setzt seine eigenen Wünsche nicht dem Willen Gottes entgegen.

     

    Es folgt die Übersetzung der nächsten beiden Koranverse, Vers 84 und 85 der Sure 3:

     

    قُلْ آمَنَّا بِاللَّـهِ وَمَا أُنزِلَ عَلَيْنَا وَمَا أُنزِلَ عَلَىٰ إِبْرَاهِيمَ وَإِسْمَاعِيلَ وَإِسْحَاقَ وَيَعْقُوبَ وَالْأَسْبَاطِ وَمَا أُوتِيَ مُوسَىٰ وَعِيسَىٰ وَالنَّبِيُّونَ مِن رَّبِّهِمْ لَا نُفَرِّقُ بَيْنَ أَحَدٍ مِّنْهُمْ وَنَحْنُ لَهُ مُسْلِمُونَ

    „Sag: Wir glauben an Gott und was (als Offenbarung) auf uns, und was auf Abraham, Ismael, Isaak, Jakob und die Stämme herabgesandt worden ist, und was Moses, Jesus und die Propheten von ihrem Herrn erhalten haben, ohne dass wir bei einem von ihnen einen Unterschied machen. Ihm sind wir (alle) ergeben.(3: 84)

     

    وَمَن يَبْتَغِ غَيْرَ الْإِسْلَامِ دِينًا فَلَن يُقْبَلَ مِنْهُ وَهُوَ فِي الْآخِرَةِ مِنَ الْخَاسِرِينَ

     

    Wenn sich aber einer eine andere Religion als den Islam (die Ergebung in Allahs Willen) wünscht, wird es nicht von ihm angenommen werden. Und im Jenseits gehört er zu denen, die am Jüngsten Tag den Schaden haben.“ (3: 85)

     

    Mit diesen beiden Koranversen wurde der Prophet des Islam zusammen mit den Gläubigen beauftragt, dass sie ihren Glauben an die früheren Gottgesandten und ihre Schriften und die Ergebenheit gegenüber dem göttlichen Gebot erklären. Alle Propheten wurden von dem einen Gott ausgesandt. Dem Gott, der seit Erschaffung der Menschen immer wieder unter ihnen Propheten gewählt hat, die ihnen den Weg zeigen sollten. Und die Menschen sollten jedem neuen Propheten folgen. Denn jeder neue Prophet kam, um die bisherige Rechtleitung der Menschen zu vervollkommnen. Jeder Prophet ist für die Menschheit wie ein Lehrer gewesen, der seinen Schülern in die nächst höhere Klasse verhilft. Deshalb leuchtet es ein, dass alle Anhänger vorheriger Propheten die Religion des letzten hätten annehmen sollen. Und der letzte Prophet war Mohammad. Er überbrachte den Islam. Deshalb heißt es im Koranvers 85 eindeutig, dass Gott es nicht akzeptiert, wenn jemand an den Lehren älterer Propheten festhält:

     

    Wir entnehmen dieser Koranstelle:

     

    Erstens: Die Propheten verfolgten alle das gleiche Ziel, doch die Art wie sie die Menschen aufriefen, war in Abhängigkeit von Zeit und Ort unterschiedlich.

     

    Zweitens: Angesichts der Existenz der vollkommenen Religion, kann die Entscheidung für eine andere Lehre, dem Menschen nur schaden.

     

    Drittens: Den Islam annehmen bedeutet nicht die anderen göttlichen Religionen und Gottgesandten ablehnen, sondern der Glaube an diese ist ein Teil des Glaubens jedes Muslim.

     

    Es folgt eine Übersetzung der Verse 86 und 87 der Sure 3:

     

    كَيْفَ يَهْدِي اللَّـهُ قَوْمًا كَفَرُوا بَعْدَ إِيمَانِهِمْ وَشَهِدُوا أَنَّ الرَّسُولَ حَقٌّ وَجَاءَهُمُ الْبَيِّنَاتُ ۚ وَاللَّـهُ لَا يَهْدِي الْقَوْمَ الظَّالِمِينَ

     

    „Wie sollte Gott Leute rechtleiten, die ungläubig geworden sind, nachdem sie gläubig waren, und bezeugt haben, dass der Gesandte wahr ist und die klaren Beweise erhalten haben! Gott gibt dem Volk der Unrechttuenden keine Rechtleitung. (3: 86)

     

    أُولَـٰئِكَ جَزَاؤُهُمْ أَنَّ عَلَيْهِمْ لَعْنَةَ اللَّـهِ وَالْمَلَائِكَةِ وَالنَّاسِ أَجْمَعِينَ

     

    Ihr Lohn besteht darin, dass der Fluch Gottes und der Engel und der Menschen insgesamt auf ihnen liegt.“ (3: 87)

     

    Eine Gefahr für die Gläubigen ist ihre Abkehr vom Glauben. In der Geschichte begegnen wir vielen, die an Gott und seinen Propheten geglaubt haben, aber trotzdem sie die Wahrheit erkannt hatten, auf Abwege geraten und ungläubig geworden sind. Natürlich macht es einen Unterschied, ob jemand die Wahrheit erkannt hat und sich dann aus eigenem Willen von ihr abwendet, oder ob jemand die Wahrheit nicht erkannt hat und deshalb nicht gläubig ist.

     

    Der erstere hat sich selber großes Unrecht angetan. Von der besonderen göttlichen Gnade, die den aufrichtig Gläubigen zuteil wird, wird er nichts erfahren. Nicht nur Gott, sondern auch die, welche die Daseinsordnung in seinem Auftrag regeln – die Engel – und die rechtschaffenen Menschen weisen ihn von sich.

     

    Folgende 3 Punkte können wir den Versen 86 und 87 der Sure 3 entnehmen:

     

    Erstens: Zum Glauben finden allein genügt nicht, man muss ihn auch bis an sein Lebensende wahren. Die Gefahr der Abkehr ist eine ständige.

     

    Zweitens: Wir schaffen mit eigenen Händen die Voraussetzungen für die göttliche Rechtleitung oder auch den Ausschluss von dieser. Gott begeht an niemandem ein Unrecht. Wir sind es, die wir uns selber Unrecht tun, wenn wir uns von Recht und Wahrheit abwenden.

     

    Drittens: Gegenüber den geistigen Entgleisungen von Abtrünnigen müssen die Gläubigen reagieren und ihre Ablehnung zeigen.

     

    In Vers 88 und 89 der Sure Al-e Imran heißt es:“

     

     

    خَالِدِينَ فِيهَا لَا يُخَفَّفُ عَنْهُمُ الْعَذَابُ وَلَا هُمْ يُنظَرُونَ

     

    „Sie verweilen stets unter diesem Fluch. Ihre Strafe wird nicht gemindert, ihnen wird kein Aufschub gewährt, (3: 88)

     

    إِلَّا الَّذِينَ تَابُوا مِن بَعْدِ ذَٰلِكَ وَأَصْلَحُوا فَإِنَّ اللَّـهَ غَفُورٌ رَّحِيمٌ

     

    ausgenommen denjenigen, die nach ihrer Abkehr, ihren Unglauben bereuen und (ihre Denkweise) korrigieren. Gott ist barmherzig und bereit zu vergeben.“ (3: 89)

     

     

    In diesen beiden Suren steht, dass jemand, der die Wahrheit kennt und sich vom Glauben abwendet, eine harte Strafe zu erwarten hat. Der Fluch der Gerechtigkeitssuchenden liegt über ihm – im Diesseits und im Jenseits. Sie können keine Straferleichterung und keinen Aufschub der Strafe erwarten. Sie werden keine göttliche Barmherzigkeit erfahren. Aber dennoch steht auch ihnen der Weg zur Reue offen: Selbst solche Leute nimmt Gott wieder in Sein Erbarmen auf, wenn sie ehrlich bereuen.

     

    Diese Koranstelle besagt also, dass Reue kein Lippenbekenntnis ist, sondern eine Korrektur unseres Handelns und Denkens.

    Gott nimmt die Reue an. Er erweist dem Bereuenden Gnade und Barmherzigkeit.