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    Teil 80: Sure Al-e Imran (Familie oder das Haus des Imran) Verse 100-104

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    Zu Beginn dieses Teiles Ayeh 100 und 101 der Sure Al-e Imran in einer Übersetzung: (3: 100- 104)

     

    يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا إِن تُطِيعُوا فَرِيقًا مِّنَ الَّذِينَ أُوتُوا الْكِتَابَ يَرُدُّوكُم بَعْدَ إِيمَانِكُمْ كَافِرِينَ

     

    „Ihr Gläubigen! Wenn ihr einem Teil von denen gehorcht, die die Schrift erhalten haben, werden sie euch, nachdem ihr gläubig geworden seid, wieder zu Ungläubigen machen. (3: 100)

     

    وَكَيْفَ تَكْفُرُونَ وَأَنتُمْ تُتْلَىٰ عَلَيْكُمْ آيَاتُ اللَّـهِ وَفِيكُمْ رَسُولُهُ ۗ وَمَن يَعْتَصِم بِاللَّـهِ فَقَدْ هُدِيَ إِلَىٰ صِرَاطٍ مُّسْتَقِيمٍ

     

    Wie könnt ihr denn ungläubig sein, wo euch die Zeichen Gottes verlesen werden und sein Gesandter unter euch ist? Wer an Gott (seiner Religion und seiner Schrift) festhält, der wird auf den geraden Weg geleitet.“ (3: 101)

     

    Der Prophet war nach Medina gekommen und hatte dort eine islamische Regierung gegründet. Die verschiedenen Volkstämme in dieser Stadt begannen in Frieden zu leben. Unter ihnen die Us und die Chazradsch, welche einander jahrelang bekämpft hatten. Sie lebten nun friedlich nebeneinander, das war der Führung des Propheten zu verdanken. Unter ihm herrschten Sicherheit und Ruhe.

     

    Einige der jüdischen Anführer nahmen mit Unbehagen die Einheit unter den Muslimen wahr. Sie dachten: die Einigkeit der Muslime ist nachteilig für uns. Daher entwarfen sie einen Plan, um die Us und die Chazradsch gegeneinander aufzuhetzen. Sie suchten sich einen Muslim aus, der beauftragt wurde die Anführer der Us und der Chazradsch an die ehemaligen Kriege, die sie gegeneinander geführt hatten, zu erinnern. Diese List der Juden in Medina hätte beinahe zu einem Krieg unter den Muslimen geführt. Aber in diesem Moment wurde dem Propheten die Koranstelle, die wir eben nannten, offenbart. In dieser heißt es: Gebt acht, der Feind schmiedet Pläne gegen euch. Seid euch bewusst: Die Feinde wollen dass ihr uneins seid und euch vom Propheten entfernt. Dies wollen sie, weil der Prophet und die Schrift Gottes am besten für euren Zusammenhalt garantieren. Der gerade Weg ist aber der, dass ihr auf den Gesandten Gottes hört. Dies ist der beste Halt für die Muslime und ihre Einheit. Der Feind gibt sich als Freund aus, aber er will unter euch spalten.

     

    Vier wichtige Dinge lassen sich von den Offenbarungszeichen 100 und 101 der Sure Ahl-e Imran ableiten:

     

    Erstens: Der Feind möchte gerne unseren Glauben an die Schrift und den Propheten Gottes schwächen. Vermeiden wir also alles, was dazu führen könnte, dass ihr Wunsch in Erfüllung geht.

     

    Zweitens: Wir sollten nicht darauf stolz sein, wenn wir heute zu den Gläubigen gehören. Es hat schon viele Gläubige gegeben, die letztendlich als Ungläubige starben.

     

    Drittens: Um Abweichungen zu verhindern, genügt es nicht, dass die Gesellschaft eine Himmelsschrift und ein göttliches Gesetz besitzt. Weitere Vorraussetzungen sind ein von Gott bestimmtes Oberhaupt und die Befolgung seiner Anweisungen.

     

    Viertens: Die Anstrengungen des Menschen lassen ihn nur dann sein Ziel erreichen, wenn sein Weg gerade, nicht aber wenn er krumm ist.

     

    Die nächsten Verse der Sure 3, Vers 102 und 103 lauten:

     

    يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا اتَّقُوا اللَّـهَ حَقَّ تُقَاتِهِ وَلَا تَمُوتُنَّ إِلَّا وَأَنتُم مُّسْلِمُونَ

     

    „Ihr Gläubigen! Fürchtet Gott – so wie es ihm gebührt – und ihr dürft ja nicht sterben, ohne ergeben zu sein. (3: 102)

     

    وَاعْتَصِمُوا بِحَبْلِ اللَّـهِ جَمِيعًا وَلَا تَفَرَّقُوا ۚ وَاذْكُرُوا نِعْمَتَ اللَّـهِ عَلَيْكُمْ إِذْ كُنتُمْ أَعْدَاءً فَأَلَّفَ بَيْنَ قُلُوبِكُمْ فَأَصْبَحْتُم بِنِعْمَتِهِ إِخْوَانًا وَكُنتُمْ عَلَىٰ شَفَا حُفْرَةٍ مِّنَ النَّارِ فَأَنقَذَكُم مِّنْهَا ۗ كَذَٰلِكَ يُبَيِّنُ اللَّـهُ لَكُمْ آيَاتِهِ لَعَلَّكُمْ تَهْتَدُونَ

     

    Und haltet allesamt fest an dem Seil (der Verbindung) Gottes und teilt euch nicht! Und gedenket der Gnade, die Gott euch erwiesen hat! Als ihr Feinde waret und er zwischen euren Herzen Freundschaft stiftete, worauf ihr – durch seine Gnade – Brüder wurdet. Und euch am Rand einer Grube des Höllenfeuers befandet und er euch dann davor rettete. So macht Gott euch Seine Zeichen klar. Vielleicht würdet ihr euch rechtleiten lassen.“ (3: 103)

     

    In der Schule der Propheten können die Gläubigen höchstmögliche Stufen erreichen. Sie können nach immer höherem charakterlichen Rang streben und nach höherem Wissen und höherer Weisheit. Der Prophet des Islam betete zu Gott: „Mein Herr und Erhalter, vermehre mein Wissen!“

     

    Auch der Mensch kann Glaube und Gottesfurcht stärken. Gott fordert ihn im Offenbarungswort 102 der Sure 3 auf, dies zu tun. Er soll so gottesfürchtig sein, wie es dem Glauben an Gott gebührt. Diese Gottesfurcht hält den Gläubigen von schlechten Taten ab und hält ihn zu guten Taten an.

     

    Der Vers 103 fordert daraufhin die Muslime zur Einheit auf, zur Einheit durch die Religion Gottes. Das Offenbarungswort erinnert:

     

    Vergesst nicht, dass ihr vor eurem Glauben an Gott zerstritten ward. Ihr habt euch bekämpft und standet am Rande des Abgrundes. Jederzeit hättet ihr herabstürzen und vernichtet werden können. Dankt Gott, der eure Herzen einander näher brachte. Er hat Brüderlichkeit unter euch hervorgerufen.

     

    Aus den Versen 102 und 103 der Sure 3 lassen sich 4 Punkte ableiten:

     

    Erstens: Es hängt von der Gottesfürchtigkeit und der Moral des Menschen ab, ob sein Leben ein gutes Ende nimmt und ob er als Gläubiger stirbt. Wie er stirbt, hängt davon ab, wie er lebt.

     

    Zweitens: Die Einheit in einer Gesellschaft auf Grund gemeinsamer Sprache, ethnischer Abstammung und Nationalität ist nicht unbedingt stabil. Wahre Einheit entsteht aufgrund der göttlichen Religion. Eine solche Einheit ist von Dauer.

     

    Drittens: Einheit aufgrund internationaler Verträge, politischer oder militärischer Art, hält nicht lange. Wahre Einheit entsteht durch die Freundschaft der Herzen. Diese führt Gott herbei.

     

    Viertens: Die Erinnerung an den Segen Gottes führt zur Liebe ihm gegenüber und zur Befolgung seiner Anweisungen.

     

    Wenn wir Gott nicht für Seine Gaben danken geben wir Seinen Segen aus der Hand.

     

    Vers 104 der Sure 3 lautet:

     

    وَلْتَكُن مِّنكُمْ أُمَّةٌ يَدْعُونَ إِلَى الْخَيْرِ وَيَأْمُرُونَ بِالْمَعْرُوفِ وَيَنْهَوْنَ عَنِ الْمُنكَرِ ۚ وَأُولَـٰئِكَ هُمُ الْمُفْلِحُونَ

     

    „Aus euch soll eine Gemeinschaft werden, die zum Guten aufrufen, gebieten, was recht ist, und verbieten, was verwerflich ist. Denen wird es wohl ergehen.“ (3: 104)

     

    Der Mensch lebt in der Gemeinschaft. Dabei wirkt sich das Leben in der Gemeinschaft nicht nur auf den Einzelnen aus, sondern die Mitglieder einer Gemeinschaft wirken aufeinander – ob man will oder nicht.

     

    Die menschliche Gesellschaft ist wie ein großes Boot. Es genügt, dass jemand ein Leck absichtlich oder aus Unwissenheit verursacht, und das Boot versinkt mit allen seinen Insassen. Daher gebietet der gesunde Menschenverstand, dass jeder in der Gesellschaft eine Verantwortung gegenüber den anderen trägt, damit das gemeinsame Boot nicht in Gefahr gerät.

     

    Der Islam hat diese Vernunft-Anweisung in der Form gestellt, die anderen zum Guten aufzurufen und die, die Schlechtes tun, davon abzuhalten. Jeder Muslim sollte diesem Gebot nach bestem Wissen nachkommen.

     

    Vers 104 der Sure 3 besagt: Unter den Muslimen muss es jedoch eine Gruppe geben, die sich besonders für die Durchführung dieser Gebote einsetzt.

     

    Es ist wie im Straßenverkehr, wenn z.B. jemand in eine Einbahnstraße hineinfährt, mahnen ihn zum einen zunächst die anderen Verkehrsteilnehmer, z.B durch Hupe oder Lichthupe.

     

    Zum anderen gibt es eine Polizei, welche sein Auto stoppt und ihm einen Strafzettel ausstellt.

     

    Interessant ist, dass das Gebot für den Aufruf zum Guten und das Verwehren des Schlechten zwischen zwei Offenbarungsversen liegt, die die Menschen zur Einheit aufrufen. In Wahrheit ist es auch nur in einer einigen Gesellschaft möglich, dieses wichtige Gebot durchzuführen.

     

    Wir entnehmen dem Vers 104 folgende Punkte:

     

    Erstens: In einer islamischen Gesellschaft muss es Gruppen geben, die das Verhalten der Bevölkerung beobachten. Diese Gruppen müssen durch angemessenes Vorgehen verhindern, dass sich das Schlechte in der Gesellschaft verbreitet.

     

    Zweitens: Wohl und Glück hängen davon ab, dass wir die Probleme der Gesellschaft zu lösen versuchen. Sich von den gesellschaftlichen Problemen fernzuhalten und sich von der Gesellschaft zurückzuziehen kann kein Weg zum Glück sein.

     

    Drittens: Ein Gläubiger darf nicht nur an seine eigene Rettung denken, er muss auch um Wohl und Glück der anderen in der Gesellschaft besorgt sein.

     

    Viertens: Zuerst soll man zum Guten aufrufen, bevor man vom Schlechten abhält. Wenn dem Guten in der Gesellschaft der Weg geebnet wird, nehmen die Voraussetzungen für den falschen Weg ab.

     

    Hoffen wir, dass wir mit Gottes Hilfe, durch die Einladung anderer zum Guten, zur Einheit in der Gesellschaft beitragen können.