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    Teil 81: Sure Al-e Imran (Familie oder das Haus des Imran) Verse 105-109

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    Teil 81: Sure Al-e Imran (Familie oder das Haus des Imran) Verse 105-109
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    Dieser Teil beginnt mit dem Verszeichen 105 der Sure Al-e Imran in einer Übersetzung: (3: 105- 109)

     

    وَلَا تَكُونُوا كَالَّذِينَ تَفَرَّقُوا وَاخْتَلَفُوا مِن بَعْدِ مَا جَاءَهُمُ الْبَيِّنَاتُ ۚ وَأُولَـٰئِكَ لَهُمْ عَذَابٌ عَظِيمٌ

     

    „Und seid nicht wie diejenigen, die sich geteilt haben und uneins geworden sind, nachdem sie die klaren Beweise erhalten hatten! Die haben eine gewaltige Strafe zu erwarten.“ (3: 105)

     

    Es gibt eine große Gefahr, die die Anhänger der göttlichen Religionen bedroht. Diese Gefahr entsteht dadurch, dass Unterschieden Gewicht gegeben wird, die zur Spaltung führen. Als Beispiele können Unterschiede bezüglich Rasse, Abstammung, Geschichte, Machtansprüche und ähnliches genannt werden.

     

    Im letzten Teil wurde bereits gesagt, dass Gott alle Gläubigen zur Einheit aufruft. Er sagt: Ihr seid einander Brüder. Wo auch immer ihr auf der Welt verstreut seid, zwischen euch besteht ein Bund. Die gemeinsame Lehre verbindet euch miteinander. Räumliche und zeitliche Grenzen können diese Verbindung nicht zerstören. Der geehrte Prophet des Islam nannte schon vor eintausendvierhundert Jahren alle die, die an die von ihm gebrachte Religion glauben, seine Brüder.

     

    Ja, der Glaube an Gott ist die stabilste und beständigste Achse der Einheit. Der Glaube an den einen Gott sollte alle Anhänger der göttlichen Religionen zu einem freundschaftlichen Zusammenhalt führen, insbesondere aber die Muslime. Kriege und Konflikte zwischen Gläubigen können schlimmer sein, als solche zwischen Gläubigen und Ungläubigen.

     

    Dieser Koranvers mahnt, dass solche Konflikte Folgen haben, sowohl im Diesseits als auch in der kommenden Welt.

     

    Mindestens zwei lehrreiche Dinge entnehmen wir dem Vers 105 der Sure 3:

     

    Erstens: Unwissenheit ist nicht immer der Grund für Auseinandersetzungen. Trotz der Kenntnis von Wahrheit und Recht, streben manche nur ihre eigenen Ziele an. Sie bekämpfen Recht und Wahrheit und streuen Zwietracht unter den Muslimen.

     

    Zweitens: Wir sollten aus der Geschichte der Vorfahren lernen. Welches Volk hat Glück und Wohl erreichen können? Völker, die untereinander zerstritten waren, oder Völker, deren Menschen in Einigkeit und Freundschaft zusammenlebten?

     

    Die Übersetzung dessen, was Gott in den Versen 106 und 107 der Sure 3 sagt lautet:

     

    يَوْمَ تَبْيَضُّ وُجُوهٌ وَتَسْوَدُّ وُجُوهٌ ۚ فَأَمَّا الَّذِينَ اسْوَدَّتْ وُجُوهُهُمْ أَكَفَرْتُم بَعْدَ إِيمَانِكُمْ فَذُوقُوا الْعَذَابَ بِمَا كُنتُمْ تَكْفُرُونَ

     

    „Am Tag, da die einen Gesichter strahlend, die anderen finster sein werden! Diejenigen nun, deren Gesicht finster wurde, werden gefragt: Warum seid ihr ungläubig geworden, nachdem ihr gläubig wart? Jetzt bekommt ihr die Strafe zu spüren dafür, dass ihr ungläubig waret. (3: 106)

     

    وَأَمَّا الَّذِينَ ابْيَضَّتْ وُجُوهُهُمْ فَفِي رَحْمَةِ اللَّـهِ هُمْ فِيهَا خَالِدُونَ

     

    Diejenigen aber, deren Gesicht strahlend wurde, gehen in die Barmherzigkeit Gottes ein, um darin ewig zu weilen.“ (3: 107)

     

    Wenn wir etwas tun, sei es gut oder schlecht, so hat dies zwei Wirkungen. Die eine Wirkung zeigt sich äußerlich, es ist das was wir nach außen hin wahrnehmen. Die andere Wirkung zeigt sich innerlich, sie hinterlässt Spuren in unserem Geist, unserer Seele, und in unserem Charakter.

     

    In dieser Welt zeigt sich die äußere Seite. Und am Jüngsten Tag zeigt sich die innere Seite. Am Jüngsten Tag wird die verborgene Seite der menschlichen Handlungen äußere Gestalt annehmen. An diesem Tag wird das verborgene Innere des Menschen offenbar.

     

    In dieser Koranselle wird von strahlenden und finsteren Gesichtern am Jüngsten Tag gesprochen, denn in diesen zeigt sich die Wirkung des menschlichen Handelns. Die Abkehr von Gott und die Verdrängung der Wahrheit haben das Licht des Glaubens im Menschen ausgelöscht und verdunkeln am Jüngsten Tag sein Gesicht. Das hässliche Innere des Menschen steht ihm nun ins Gesicht geschrieben. Unweigerlich wird den Ungläubigen schon damit eine große Strafe zuteil.

     

    Unterdessen leuchten die Gesichter der wahrhaft Gläubigen und zeugen für ihren edlen Charakter. Gott öffnet ihnen die Tore zu seiner endlosen Barmherzigkeit.

     

    Wir entnehmen dem Koran an dieser Stelle:

     

    Erstens: In dieser Welt ist es möglich, dass jemand mit einem unschuldigen Gesicht das Vertrauen anderer gewinnen kann. Aber am Jüngsten Tag wird das Gesicht eines jeden Menschen seinen wahren Charakter zeigen.

     

    Zweitens: Wieder werden wir daran erinnert, nicht stolz darauf zu sein, dass wir an Gott glauben. Die Gefahr vom Glauben abzufallen droht immer, selbst den gläubigsten Menschen.

     

    Diese Koranerläuterung wird nun mit den Versen 108 und 109 der Sure 3 fortgesetzt. Hier eine Übersetzung:

     

    تِلْكَ آيَاتُ اللَّـهِ نَتْلُوهَا عَلَيْكَ بِالْحَقِّ ۗ وَمَا اللَّـهُ يُرِيدُ ظُلْمًا لِّلْعَالَمِينَ

    „Dies sind die Zeichen Gottes. Wir verlesen sie dir der Wahrheit entsprechend. Und Gott will niemandem in der Welt Unrecht tun. (3: 108)

     

    وَلِلَّـهِ مَا فِي السَّمَاوَاتِ وَمَا فِي الْأَرْضِ ۚ وَإِلَى اللَّـهِ تُرْجَعُ الْأُمُورُ

     

    Ihm gehört, was im Himmel und auf der Erde ist. Und vor Gott werden (all) die Angelegenheiten gebracht werden.“ (3: 109)

     

    Diese Verse richten sich an den Propheten und die Muslime. Sie verweisen auf einen wichtigen Glaubensgrundsatz: Die göttliche Gerechtigkeit. Von diesem Grundsatz ausgehend gilt, dass Gott keine Gebote aufgestellt hat, deren Befolgung über die Kräfte des Menschen hinausgeht und er niemals ungerecht belohnt oder bestraft.

     

    Wenn Menschen am Jüngsten Tag mit dunklen Gesichtern erscheinen und damit ihr übler Ausgang besiegelt ist, so haben sie sich das selber angetan. Sie haben sich im Leben selber Unrecht angetan, indem sie schlecht handelten. Und wenn die anderen leuchtende Gesichter besitzen und sie eine strahlende Zukunft erwartet, so haben sie sich diesen herrlichen Lohn selber verdient.

     

    Wenn jemand anderen ein Unrecht tut, dann entweder aus Unwissenheit, aus Not, um Macht zu demonstrieren oder um sich zu rächen.

     

    Gott, der in seiner Allherrlichkeit die Erde und alles was auf ihr ist, besitzt, ist weder unwissend noch auf etwas angewiesen. Er selber gebietet den Menschen, kein Unrecht zu tun. Wie wäre es da denkbar, dass er seinen Geschöpfen gegenüber ungerecht ist? Keiner weiß besser als Er, wie hässlich Ungerechtigkeit ist. Wie wäre es möglich, dass Er auch nur einer Ameise ein Unrecht antut? Er hat uns aus Barmherzigkeit erschaffen! Wie wäre es da möglich, dass Er einem seiner Geschöpfe Unrecht antut?

     

    Aus der genannten Koranstelle – Verse 108 und 109 der Sure 3 leiten wir den wichtigen Grundsatz ab, dass Gott – bei der Erschaffung und der Aufstellung von Geboten, bei Belohnung und bei Bestrafung gerecht ist. Es wäre seiner unwürdig, ungerecht zu sein.

     

    Wir entnehmen dieser Stelle im Koran auch folgendes:

     

    Genauso wie Gott Ursprung des Seins ist, bewegt sich auch alles Sein wieder zu Ihm zurück. Alles Sein und jede Handlung sieht er, und nichts davon geht verloren.

     

    Wir bitten Gott abschließend, dass er uns hilft, so zu handeln, dass wir vor dem göttlichen Gericht am Jüngsten Tag nicht mit finsteren Gesichtern erscheinen.