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    Teil 82: Sure Al-e Imran (Familie oder das Haus des Imran) Verse 110-115

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    Teil 82: Sure Al-e Imran (Familie oder das Haus des Imran) Verse 110-115
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    Vers 110 der Sure Al-e Imran lautet übersetzt: (3: 110- 115)

     

    كُنتُمْ خَيْرَ أُمَّةٍ أُخْرِجَتْ لِلنَّاسِ تَأْمُرُونَ بِالْمَعْرُوفِ وَتَنْهَوْنَ عَنِ الْمُنكَرِ وَتُؤْمِنُونَ بِاللَّـهِ ۗ وَلَوْ آمَنَ أَهْلُ الْكِتَابِ لَكَانَ خَيْرًا لَّهُم ۚ مِّنْهُمُ الْمُؤْمِنُونَ وَأَكْثَرُهُمُ الْفَاسِقُونَ

     

    „Ihr (Gläubigen) seid die beste Gemeinschaft, die unter den Menschen entstanden ist. (Denn) ihr gebietet, was recht ist, verwehrt, was verwerflich ist, und glaubt an Gott. Wenn die Leute der Schrift (wie ihr) glauben würden, wäre es besser für sie. Es gibt Gläubige unter ihnen. Aber die meisten von ihnen sind Frevler.“ (3: 110)

     

    Viele denken, Religion sei die Summe der Anweisungen für die Anbetung Gottes und beträfe nur die Beziehung zwischen dem Einzelnen und Gott. Bezüglich des Islam meinen sie, dass dieser lediglich aus den täglichen Gebeten, dem Fasten im Fastenmonat, der Koranlesung und dem Bittgebet bestehe. Aber das ist nicht der Fall. Ein Großteil der religiösen Gebote im Islam betrifft das gesellschaftliche Leben der Menschen. Diese Gebote regeln die menschlichen Beziehungen in der Gesellschaft. Aus der Sicht des Islam steht zum Beispiel ein Gebet, das in Gemeinschaft mit anderen Muslimen verrichtet wird höher, als das Gebet, das der Mensch alleine betet.

     

     

    Die Anweisung „Gebietet das Gute und verwehrt das Schlechte“ ist eine Anweisung, die sehr wichtig für den Schutz der islamischen Gesellschaft vor Sünde und Vergehen ist. Dieser Aufgabe soll zum einen eine besondere Gruppe nachkommen (wie bereits im Offenbarungsvers 104 dieser Sure besprochen wurde). Zum anderen ist es aber auch eine Aufgabe aller Muslime. Darauf wird im Vers 110 hingewiesen.

     

    Dieses göttliche Gebot zeigt, dass der Mensch nicht nur sich selber bessern und veredeln soll, sondern dass er auch eine Verantwortung für die Veredlung der Gesellschaft trägt. Wenn alle sich nach diesem Gebot richten, kann die islamische Gesellschaft zu einem Vorbild werden.

     

     

    Im Zusammenhang mit Vers 104, Sure 3 möchten wir vier wichtige Dinge hervorheben:

     

     Erstens: Nur zum Guten aufzurufen, genügt nicht. Gottes Gebot fordert uns ebenso auf, das Schlechte zu verwehren.

     

    Zweitens: Ungeachtet von Alter, Bildung und gesellschaftlicher Stellung, sollte jeder Muslim die anderen Muslime zum Guten aufrufen und vom Schlechten abhalten.

     

     Drittens: Wenn geeignete Kräfte für ein Amt mit sozialer Verantwortung gewählt werden sollen, sollte man darauf schauen, wie sehr jemand der Pflicht nachkommt, die anderen zum Guten aufzurufen und vom Schlechten abzuhalten.

     

    Viertens: Eine Gemeinschaft wird dann zur besten, wenn sie nach ihrem Glauben handelt, d.h. wenn ihre Mitglieder über die persönlichen religiösen Pflichten hinaus um Verbesserung und Veredlung der Gesellschaft bemüht sind.

     

    Die Verse 111 und 112 der Sure Al-e Imran beinhalten folgendes:

     

    لَن يَضُرُّوكُمْ إِلَّا أَذًى ۖ وَإِن يُقَاتِلُوكُمْ يُوَلُّوكُمُ الْأَدْبَارَ ثُمَّ لَا يُنصَرُونَ

     

    „Sie werden euch nicht schaden, abgesehen von etwas Ungemach. Und wenn sie gegen euch kämpfen, kehren sie euch den Rücken zu und fliehen. Und es wird ihnen nicht geholfen. (3: 111)

     

    ضُرِبَتْ عَلَيْهِمُ الذِّلَّةُ أَيْنَ مَا ثُقِفُوا إِلَّا بِحَبْلٍ مِّنَ اللَّـهِ وَحَبْلٍ مِّنَ النَّاسِ وَبَاءُوا بِغَضَبٍ مِّنَ اللَّـهِ وَضُرِبَتْ عَلَيْهِمُ الْمَسْكَنَةُ ۚ ذَٰلِكَ بِأَنَّهُمْ كَانُوا يَكْفُرُونَ بِآيَاتِ اللَّـهِ وَيَقْتُلُونَ الْأَنبِيَاءَ بِغَيْرِ حَقٍّ ۚ ذَٰلِكَ بِمَا عَصَوا وَّكَانُوا يَعْتَدُونَ

    (Denn) Erniedrigung kommt über sie, wo immer man sie fassen kann, es sei denn dass sie sich an einer Verbindung mit Gott oder an einer solchen mit Menschen festklammern. Und sie verfielen dem Zorn Gottes, und ihre Verelendung ist besiegelt. Dies dafür, dass sie nicht an die Zeichen Gottes glaubten und unberechtigterweise die Propheten töteten, und dafür, dass sie widerspenstig waren und das Maß überschritten haben.“ (3: 112)

     

    Diese Verse geben den Muslimen die frohe Kunde: Wenn ihr euren Glauben bewahrt und Hand in Hand eure Gesellschaft verbessert – durch das Gebot „Gutes gebieten und Schlechtes verwehren“, – kann euch der Feind nichts anhaben. Dann wird der Feind verelenden.

     

    Diese Koranstelle hebt hervor:

     

     

    Erstens: Dass der Glaube an Gott eine sichere Festung ist, die keinen Feind eindringen lässt. Dieser Glaube bereitet den Feinden eine Niederlage und treibt sie in die Flucht.

     

     

    Zweitens: Dass der Schlüssel zu Erhabenheit und Ehre bei zwei Dingen liegt – einer festen Verbindung zu Gott und einer guten Beziehung zu den anderen Menschen. An diesen Verbindungen prallt jede Macht, die auf eine Gesellschaft negativen Einfluss ausüben will, ab.

     

     

    Drittens: Dass Sünde und Übertreten der Gebote der wichtigste Grund für Erniedrigung und Verelendung sind.

     

    In den drei nächsten Koranversen, Verse 113 bis 115 der Sure Al-e Imran steht:

     

    لَيْسُوا سَوَاءً ۗ مِّنْ أَهْلِ الْكِتَابِ أُمَّةٌ قَائِمَةٌ يَتْلُونَ آيَاتِ اللَّـهِ آنَاءَ اللَّيْلِ وَهُمْ يَسْجُدُونَ

     

    „Die Schriftbesitzer: sie sind nicht gleich. Unter den Leuten der Schrift gibt es eine Gemeinschaft, die sich Gott gehorchend erhebt und inmitten der Nacht die Zeichen Gottes verlesen und sich dabei niederwerfen. (3: 113)

     

    يُؤْمِنُونَ بِاللَّـهِ وَالْيَوْمِ الْآخِرِ وَيَأْمُرُونَ بِالْمَعْرُوفِ وَيَنْهَوْنَ عَنِ الْمُنكَرِ وَيُسَارِعُونَ فِي الْخَيْرَاتِ وَأُولَـٰئِكَ مِنَ الصَّالِحِينَ

     

    Sie glauben an Gott und den Jüngsten Tag, gebieten, was recht ist, verbieten, was verwerflich ist, und wetteifern nach guten Taten. Sie gehören zu den Rechtschaffenen und Würdigen. (3: 114)

     

    وَمَا يَفْعَلُوا مِنْ خَيْرٍ فَلَن يُكْفَرُوهُ ۗ وَاللَّـهُ عَلِيمٌ بِالْمُتَّقِينَ

     

    Das, was sie Gutes tun, wird (von Gott) nicht übersehen. Und Gott weiß Bescheid über die, die gottesfürchtig sind und handeln.“ (3: 115)

     

    In den vorhergehenden Koranzeichen war von einer Gruppe von Schriftbesitzern die Rede, die versuchten die Gläubigen auf Abwege zu führen. Aber die drei genannten Verse weisen auf die Guten unter den Schriftbesitzern hin und betonen, dass diese wie die Muslime Gott gegenüber gehorsam sind und Ihn anbeten. Sie stehen des Nachts zum Gebet auf und werfen sich vor Ihm nieder. Sie glauben an Gott, an den Jüngsten Tag und wollen das Gute unter den Menschen verbreiten und das Schlechte in der Gesellschaft beseitigen. Sie wetteifern miteinander um gute Taten.

     

    Natürlich wird Gott diese Menschen für ihre guten Taten segnen.

     

    Wir Muslime müssen uns an dem, was der Koran über einen gerechten Umgang mit den Schriftbesitzern sagt, orientieren. Wir müssen wie der Koran gerecht sein.

     

    Wir entnehmen dieser Koranstelle:

     

     Erstens: Wir müssen die guten Taten anderer anerkennen. Neben der Kritik an Anderen, dürfen wir ihre guten Seiten nicht übersehen.

     

    Zweitens: Nachts ist die beste Zeit für eine Zwiesprache mit Gott.

     

    Drittens: Das Gebot: „Ruft zum Guten auf und verwehrt das Schlechte“, hat auch in den anderen Religionen himmlischer Herkunft Gültigkeit. Es ist nicht nur ein Gebot des Islam.

     

     Viertens: Die nächtliche Aussprache mit Gott und das Gebet sind notwendig, ebenso wie der tägliche Aufruf zum Guten, zur Verbesserung der Gesellschaft.

     

     Fünftens: Der Koran nennt zuerst den Aufruf zum Guten und dann erst sagt er: „Wehret dem Schlechten.“

    Wenn sich den Menschen die Tore zu Wissen und Erkenntnis öffnen, werden die Wege zum Schlechten versperrt.

     

     Sechstens: Wenn sich jemand anstrengt etwas Gutes zu tun und den Anderen damit zuvorkommt, so wiegt sein gutes Werk noch mehr. Lasst uns daher den Anderen in der Verrichtung guter Werke vorauseilen.