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    Teil 84: Sure Al-e Imran (Familie oder das Haus des Imran) Verse 121-125

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    Dieser Teil beginnt mit der Übersetzung des Verses 121 der Sure 3, Sure Al-e Imran: (3: 121- 125)

     

     

    وَإِذْ غَدَوْتَ مِنْ أَهْلِكَ تُبَوِّئُ الْمُؤْمِنِينَ مَقَاعِدَ لِلْقِتَالِ ۗ وَاللَّـهُ سَمِيعٌ عَلِيمٌ

     

    „Und (O`Prophet!) erinnere dich, als du in der Frühe von deiner Familie weggingst, um die Gläubigen in die Stellungen zum Kampf einzuweisen! Gott hört und weiß alles (was du sagst und tust).“ (3: 121)

     

    Mit diesem Vers beginnt die Beschreibung des Geschehens von Uhud.

     

    Vor der militärischen Begegnung zwischen den Muslimen und den Ungläubigen bei Uhud, war es zwei Jahre nach der Hidschra des Propheten, bereits in Badr, nahe bei Mekka, zu einem Zusammenstoß gekommen. Bei diesen Konflikten hatten die Feinde der Muslime eine Niederlage erleiden müssen. Abu Suffian, ein Befehlshaber in Mekka schwor, er werde alles daransetzen um diese Niederlage zu rächen. Ein Jahr nach der Niederlage in Badr machte er sich – bis auf die Zähnen bewaffnet mit einem großen Heer auf den Weg nach Medina.

     

    Der Prophet erfuhr, dass der Feind heranzieht. Er versammelte die Muslime um sich, und beriet, wie sie sich dem Feind gegenüber wehren sollten. Die Älteren sagten: Wir sollten in Medina bleiben und uns von unseren Häusern aus verteidigen. Aber die jungen Leute drängten den Propheten: Lass uns vor die Stadt ziehen und dort dem Feind tapfer Widerstand leisten.

     

    Der Prophet ließ abstimmen und die meisten stimmten für den Vorschlag der Jüngeren. Der Prophet selber befürwortete die Ansicht der älteren Muslime. Doch er wollte die edlen Gefühle der jungen Leute nicht verletzen und verzichtete darauf, nach der eigenen Überzeugung zu handeln. Beim Freitagsgebet sprach er zu den Muslimen über den bevorstehenden Kampf. Nach dem Gebet machte er sich zusammen mit eintausend Kämpfern auf den Weg zum Uhud-Berg. Unter den Kämpfern waren sowohl Muslime, die aufgrund des Druckes der Götzenanbeter aus Mekka emigriert waren (Mohadjeran), als auch Muslime, die ihnen geholfen hatten, als sie nach Medina kamen (Ansaran). Auf halber Strecke aber machten viele von denen, die dagegen waren, vor die Stadt zu ziehen, kehrt und die Zahl der muslimischen Kämpfer sankt auf 700.

     

    Der Feind war nahe an Medina herangerückt und die beiden Heere stießen an den Hängen des Uhud-Berges aufeinander. Die Muslime riefen „Allah-o Akbar“ (Gott ist größer) und die Götzenanbeter bliesen mit Flöten und schlugen die Trommeln: Der Krieg hatte begonnen.

     

    Der Angriff der Muslime geschah rasch und schlug Lücken in das Heer des Quraisch-Stammes. Die Götzenanbeter ergriffen die Flucht und einige Muslime dachten, dass deren Niederlage sicher sei. Sie verließen ihren Stellungen und begannen Kriegsbeute einzusammeln. Doch der Feind nutzte diese Gelegenheit und fiel dem Heer der Muslime in den Rücken.

     

    Wegen des blinden Ungehorsams einiger Muslime, musste das Heer des Propheten zahlreiche Verluste hinnehmen. Es gab Tote und Verletzte unter den Muslimen und einige ergriffen sogar die Flucht. Das Gerücht, der Prophet sei getötet worden, verbreitete sich. Dies verursachte nur noch mehr Chaos und Schrecken und die Muslime stieben auseinander.

     

    Der Uhud-Krieg hatte mit dem Sieg der Muslime begonnen und ging mit ihrer Niederlage zu Ende. Es war eine schmerzliche Lehre für sie.

     

    Im Zusammenhang mit dem Vers 121 der Sure 3 stellen wir fest:

     

     Erstens: Der Prophet hatte nicht nur den Auftrag die göttlichen Gebote zu übermitteln. Zu seinen Aufgaben gehörte auch, diese Gebote in die Tat umzusetzen und gegen die Feinde der Religion zu kämpfen.

    Auch seine Anhänger, die Muslime, sind nicht nur für die Erfüllung der sie persönlich betreffenden Gebote verantwortlich, sie haben auch die Pflicht, ihre Religion zu verteidigen und die islamische Gesellschaft zu beschützen.

     

     Zweitens: Verwaltung und Versorgung der Familie sind beides wichtige Aufgaben für einen Muslim, aber der Schutz der Religion steht über dieser Verantwortung.

     

    Die Übersetzung der Verse 122 und 123, Sure Al-e Imran lautet:

     

    إِذْ هَمَّت طَّائِفَتَانِ مِنكُمْ أَن تَفْشَلَا وَاللَّـهُ وَلِيُّهُمَا ۗ وَعَلَى اللَّـهِ فَلْيَتَوَكَّلِ الْمُؤْمِنُونَ

     

    „Als zwei Gruppen von euch am liebsten (die Flucht ergriffen und) aufgegeben hätten, während Gott ihnen half (und sie davon abhielt). Auf Gott sollen die Gläubigen daher vertrauen (und ihn um Seinen Beistand bitten). (3: 122)

     

    وَلَقَدْ نَصَرَكُمُ اللَّـهُ بِبَدْرٍ وَأَنتُمْ أَذِلَّةٌ ۖ فَاتَّقُوا اللَّـهَ لَعَلَّكُمْ تَشْكُرُونَ

     

    Gott hat euch doch in Badr Krieg (zum Sieg über den Feind) verholfen, während ihr (in jeder Hinsicht) schwach wart. Darum fürchtet Gott (und den Ungehorsam gegenüber ihm)! Vielleicht werdet ihr (so wenigstens für einen Teil Seines Segens) dankbar sein.“ (3: 123)

     

    Auch die Volksstämme Us und Chazaridsch waren mit dem Propheten aus Medina gezogen. Einige von ihnen ergriff jedoch die Angst angesichts des großen feindlichen Heeres. Sie wollten aus dem Krieg zurückkehren unter dem Vorwand, ihre Meinung sei bei der Beratung mit dem Propheten nicht beachtet worden. Aber Gott und die Worte des Propheten hielten sie von diesem Entschluss ab und somit wurden sie aus der Falle Satans gerettet.

     

    Diese Koranstelle wendet sich an sie und an die anderen Muslime und sagt:

     

    „Ihr habt doch gesehen, wie Gott euch in Badr seinen Beistand geschickt hat – Er hat euch, obwohl ihr wenig an der Zahl wart, über den starken Feind siegen lassen. Warum dann seid ihr in diesem Krieg (zu Uhud) schwach? Warum seid ihr nun nicht standhaft bei der Verteidigung eurer Religion vor dem Feind? Habt keine Angst vor ihm, sondern fürchtet den Ungehorsam gegenüber Gott! Verlasst euch nur auf ihn! Wenn ihr so handelt, dann erst habt ihr euch dankbar gegenüber Gott gezeigt, für den Segen, den er euch zuteil werden lässt“.

     

    Vier wichtige Punkte lassen sich von dieser Koranstelle ableiten:

     

     Erstens: Gott überlässt die gläubigen Menschen nicht sich selber – Er beschützt sie vor dem Feind.

     

    Zweitens: Die Furcht vor dem Krieg schwächt den Menschen und lässt ihn die Flucht ergreifen. Die einzige Medizin ist hier: Glaube an Gott und Vertrauen in Ihn.

     

     Drittens: Gott kennt nicht nur unsere Handlungen: Er kennt auch unsere Absichten und Motive zu diesen Handlungen. In den Koranversen 122 und 123 der Sure 3 teilt er dem Propheten mit, dass einige Muslime vorhatten, vom Kampf abzulassen.

     

    Viertens: Der Dank für die göttliche Hilfe ist, dass wir gottesfürchtig sind und in Ehrfurcht vor Gott handeln. Undankbarkeit macht uns stolz und dies bedeutet eine Niederlage.

     

    Die nächsten beiden Koranverse, 124 und 125 der Sure 3 lauten übersetzt:

     

    إِذْ تَقُولُ لِلْمُؤْمِنِينَ أَلَن يَكْفِيَكُمْ أَن يُمِدَّكُمْ رَبُّكُم بِثَلَاثَةِ آلَافٍ مِّنَ الْمَلَائِكَةِ مُنزَلِينَ

     

    „(O Prophet!) Erinnere dich! Als du zu den Gläubigen sagtest: Wird es euch nicht genügen, dass euer Herr euch mit dreitausend Engeln unterstützt, (die vom Himmel) herabgesandt (werden)? (3: 124)

     

    بَلَىٰ ۚ إِن تَصْبِرُوا وَتَتَّقُوا وَيَأْتُوكُم مِّن فَوْرِهِمْ هَـٰذَا يُمْدِدْكُمْ رَبُّكُم بِخَمْسَةِ آلَافٍ مِّنَ الْمَلَائِكَةِ مُسَوِّمِينَ

     

    Ja! Wenn ihr geduldig und gottesfürchtig seid, wird euch euer Herr und Erhalter, wenn der Feind zornig auf euch zustürmt, mit fünftausend besonderen Engeln unterstützen.“ (3: 125)

     

    Diese Koranverse verheißen den göttlichen Beistand und den Sieg. Sie verweisen darauf, dass Gott Engel an die Fronten sendet, in denen gegen den Unglauben gekämpft wird.

     

    Wir Menschen haben als Wesen mit einem Körper, nicht die Fähigkeit, die Engel zu erkennen, da diese keine solche Wesen sind. Aber wer an die Worte des Koran glaubt und von seinem Inhalt überzeugt ist, der glaubt auch an die Existenz der Engel.

     

    Gott schickte seine Engel, um die Moral der islamischen Kämpfer zu stärken. Durch die Anwesenheit der Engel kämpfte in Wirklichkeit ein viel größeres Heer gegen das Heer des Feindes und jagte ihm großen Schrecken ein.

     

    Mindestens fünf wichtige Dinge lassen sich an dieser Stelle aus dem Koran entnehmen:

     

    Erstens: Ein gläubiger Mensch muss auf Gott vertrauen – denn alle unterstützen Ihn -auch das Heer göttlicher Engel. Auch soll sich der Feind fürchten den Islam zu bekämpfen – denn damit greift er nicht nur die Muslime an – sondern auch Gott.

     

     

    Zweitens: Im religiösen Weltbild des Islam existiert eine Verbindung zwischen den Menschen und den Engeln.

     

    Drittens: Die verborgene Hilfe Gottes erfolgt, wenn die Kämpfer standhaft bleiben.

     

    Viertens: Die Gottesfurcht muss auch im Krieg beachtet werden, die muslimischen Kämpfer müssen immer gottesfürchtig handeln.

     

    Fünftens: Die Engel Gottes sind mit der Regelung der Daseinsordnung beauftragt. Jede Gruppe der Engel hat einen besonderen Auftrag. Eine Gruppe von ihnen hat den Auftrag, die Muslime im Kampf um den Glauben zu unterstützen.