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    Teil 85: Sure Al-e Imran (Familie oder das Haus des Imran) Verse 126-131

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    Die Übersetzung der Verse 126 und 127 der Sure Al-e Imran, Sure 3, ist der Beginn dieses Teiles: (3: 126- 131)

     

    وَمَا جَعَلَهُ اللَّـهُ إِلَّا بُشْرَىٰ لَكُمْ وَلِتَطْمَئِنَّ قُلُوبُكُم بِهِ ۗ وَمَا النَّصْرُ إِلَّا مِنْ عِندِ اللَّـهِ الْعَزِيزِ الْحَكِيمِ

     

    „Gott tat dies (die Herabsendung der Engel) zu dem Zweck, euch eine frohe Botschaft zukommen zu lassen, und dass ihr euch dadurch ganz sicher fühlen solltet. (Wisset:) Der Sieg kommt von Gott allein, dem Mächtigen und Weisen. (3: 126)

     

    لِيَقْطَعَ طَرَفًا مِّنَ الَّذِينَ كَفَرُوا أَوْ يَكْبِتَهُمْ فَيَنقَلِبُوا خَائِبِينَ

     

    (und) die Ungläubigen erleiden Verluste oder sie werden (zumindest) scheitern, so dass sie resigniert heimkehren.“ (3: 127)

     

    Im letzten Teil wurde dargelegt, dass die Engel eine der göttlichen Hilfen im Kampf gegen den Unglauben und die Gottesleugner sind.

     

    Engel werden nicht nur zu den Propheten gesandt, sondern auch zu den standhaften Gläubigen, damit sie zuversichtlich sind und weiter standhaft bleiben. Während Satan versucht, die Gläubigen im Kampf gegen das Unrecht und die Ungläubigen hoffnungslos zu machen, geben die Engel den Herzen der Gläubigen Ruhe und Zuversicht. Somit werden sie des Kampfes nicht müde, sondern gehen gestärkt den Angriffen des Feindes entgegen.

     

    Aus den Versen 126 und 127 der Sure 3 lernen wir folgendes:

     

     

    Erstens: Äußerungen, ob nun mündlich oder schriftlich, die die muslimischen Kämpfer resignieren lassen, sind in Wahrheit der Ruf des Satans. Äußerungen oder Handlungen, die den Kämpfern für Recht und Wahrheit Ruhe und frohe Botschaft geben sind Eingebungen, die Gott ihnen schickt.

     

    Zweitens: Gott kann die Muslime immer siegen lassen, aber er handelt aufgrund seiner weisen Voraussicht. Daher sollen die Muslime standhaft bleiben, denn wenn sie in ihrer Standhaftigkeit nachlassen, werden sie eine Niederlage erleiden.

     

    Drittens: Die Einheit der Muslime, ihre Macht und ihr Mut müssen so stark sein, dass der Feind sich keine Hoffnung darauf macht, sie zu beherrschen. Der Feind muss unter den Muslimen als gering geschätzt werden.

     

    Vers 128 und 129 der Sure 3 lauten übersetzt:

     

    لَيْسَ لَكَ مِنَ الْأَمْرِ شَيْءٌ أَوْ يَتُوبَ عَلَيْهِمْ أَوْ يُعَذِّبَهُمْ فَإِنَّهُمْ ظَالِمُونَ

     

    „(Prophet!) Die Strafe oder die Freisprechung der Ungläubigen liegt nicht in deinen Händen (nur Gott steht dies zu). (Denn) sie sind (ja) Frevler. (3: 128)

     

    وَلِلَّـهِ مَا فِي السَّمَاوَاتِ وَمَا فِي الْأَرْضِ ۚ يَغْفِرُ لِمَن يَشَاءُ وَيُعَذِّبُ مَن يَشَاءُ ۚ وَاللَّـهُ غَفُورٌ رَّحِيمٌ

     

    Gott gehört, was im Himmel und auf der Erde ist. Er vergibt, wem er will, und er bestraft, wen er will. Gott ist barmherzig und bereit zu vergeben.“ (3: 129)

     

    Während des Uhud-Krieges, so heißt es in den Koranerklärungen, erlitt der Prophet Verletzungen. Steine, die der Feind auf ihn herabgeschleudert hatte, trafen seine Stirn und seinen Kiefer und er blutete.

     

    Der Prophet rief: Wie nur sollen diese Menschen Rettung finden?

    In diesem Augenblick wurde der Koranvers 128 geoffenbart, in dem Gott den Propheten daran erinnert:

     

    „Du bist nicht für die Rettung der anderen verantwortlich. Du bist nur beauftragt, die Offenbarung Gottes den Menschen kundzutun. Wer möchte, akzeptiert sie und findet zur Seligkeit und wer nicht, akzeptiert sie nicht. Wer sich von Gott abwendet, mit dem kann Gott gütig vorgehen und ihm verzeihen, er kann ihn jedoch auch bestrafen“.

     

    Dieser Koranvers zeigt, dass Prophet Mohammad Gottes Gesandter ist. Er wird durch Gott jeder Verpflichtung hinsichtlich der Bestrafung und Belohnung der Menschen enthoben. Wäre Mohammad ein falscher Prophet gewesen, hätte er den Menschen niemals eine Offenbarung wie diese mitgeteilt oder er hätte eine solche verheimlicht.

     

    Derartige Offenbarungen schränkten seinen Auftrag ja ein, denn es heißt in ihnen, dass er nicht über göttliche Verzeihung oder Bestrafung entscheiden kann.

     

    Wir können folgendes aus dieser Koranstelle ableiten:

     

    Erstens: Der Prophet und die religiösen Führer nach ihm, haben den Auftrag, eine Pflicht zu erfüllen, sie sind aber nicht für das Ergebnis verantwortlich. Sie müssen den Menschen die Wahrheit überbringen – aber es ist nicht ihre Sache, dass die Menschen diese Wahrheit akzeptieren oder nicht. Und es hat nichts mit ihnen zu tun, wie Gott die Menschen bestraft oder belohnt.

     

    Zweitens: Der Weg zu Umkehr und Reue bleibt niemandem und in keiner Situation im irdischen Leben versperrt. Selbst Menschen, die vor dem Kampf gegen das Unrecht flüchten oder im Kampf auf der Seite der Ungläubigen stehen, können darauf hoffen, dass Gott ihre echte Reue annimmt.

     

    Drittens: Verzeihung und Bestrafung unterliegt Gottes Entscheidung. Wenn die Gottesfreunde Fürbitten für die Menschen einlegen, so nur, weil Gott ihnen dies erlaubt.

     

    Viertens: Ursache für göttliche Bestrafung ist das Unrecht, dass die Menschen selber begehen. Und Ursache dafür ist ihr Unglauben und ihre Undankbarkeit.

     

    Es folgt nun die Übersetzung der Verse 130 und 131 der Sure 3:

     

    يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا لَا تَأْكُلُوا الرِّبَا أَضْعَافًا مُّضَاعَفَةً ۖ وَاتَّقُوا اللَّـهَ لَعَلَّكُمْ تُفْلِحُونَ

     

    „Ihr Gläubigen! Nehmt nicht Zins in mehrfachen Beträgen. Und fürchtet Gott! Vielleicht wird es euch wohl ergehen. (3: 130)

     

    وَاتَّقُوا النَّارَ الَّتِي أُعِدَّتْ لِلْكَافِرِينَ

     

    Und nehmt euch vor dem Höllenfeuer in Acht, das für die Ungläubigen bereitsteht!“ (3: 131)

     

    Im Islam gibt es einen Zusammenhang zwischen den verschiedenen Bereichen des menschlichen Lebens, zum Beispiel auch zwischen Glaubenskampf und wirtschaftlicher Situation. Die vorhergehenden Verse bezogen sich auf die Kämpfe der Muslime bei Uhud. In diesem Vers nun wird von Zinsgeschäften gesprochen.

     

    Zinsgeschäfte werden im Islam als ein großes Übel für die Menschen bezeichnet. Sie werden im Koran auf verschiedene Weise verurteilt. Hier in diesem Vers heißt es nun indirekt: „Zinsgeschäfte und Glauben sind nicht miteinander vereinbar! Wer solche Geschäfte (Riba) macht, ist nicht gottesfürchtig. Wer das Wohl in dieser und der kommenden Welt sucht, soll sich von solchen Geschäften zurückhalten“. Die Religionsgelehrten verurteilen die verschiedenen Formen Finanzgeschäfte, die dazu führen, dass sich das Geld bei einer Minderheit anhäuft, während eine große Zahl von Menschen in der Gesellschaft arm bleiben.

     

    Eine Gesellschaft mit großen Klassenunterschieden wird keine geschlossene Front gegenüber ihren Feinden zeigen können.

     

     

    Wir entnehmen diesen Koranversen:

     

    Erstens: Gottesfurcht und Frömmigkeit gelten nicht nur beim Beten und Fasten, sondern auch im finanziellen und wirtschaftlichen Leben soll sich der Gläubige gottesfürchtig verhalten.

     

    Zweitens: Die Gesundheit der Wirtschaft hängt vom Glauben, der Gottesfurcht und der Befolgung der göttlichen Gebote in einer Gesellschaft ab.

     

    Drittens: Rettung und Glück sind durch Reichtum nicht zu erreichen – sondern nur durch Beachtung der Rechte der anderen.

     

    Viertens: Zinsgeschäfte sind eine Art Kufr – Ungläubigkeit und Undankbarkeit gegenüber Gott. Ein Muslim, der Zinsgeschäfte betreibt, wird wie ein Gottesleugner die Höllenstrafe zu spüren bekommen.