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    Teil 86: Sure Al-e Imran (Familie oder das Haus des Imran) Verse 132-136

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    Mit der Übersetzung der Offenbarungszeichen 132 und 133 der Sure Al-e Imran beginnt dieser Teil: (3: 132- 136)

     

    وَأَطِيعُوا اللَّـهَ وَالرَّسُولَ لَعَلَّكُمْ تُرْحَمُونَ

     

    „Und gehorchet Gott und dem Gesandten! Vielleicht werdet ihr Erbarmen finden. (3: 132)

     

    وَسَارِعُوا إِلَىٰ مَغْفِرَةٍ مِّن رَّبِّكُمْ وَجَنَّةٍ عَرْضُهَا السَّمَاوَاتُ وَالْأَرْضُ أُعِدَّتْ لِلْمُتَّقِينَ

     

    Und wetteifert nach Vergebung von eurem Herrn (durch Dinge, die dazu führen) und (Einkehr) in einem Garten, der so weit ist wie Himmel und Erde, und der für die Gottesfürchtigen bereitsteht.“ (3: 133)

     

    In den vorherigen Koranversen ging es um das Geschehen bei Uhud (in der Nähe von Medina) und die dortige Auseinandersetzung mit den Ungläubigen, sowie um Zins- und Wuchergeschäfte. Diese beiden Koranverse nun rufen die Muslime dazu auf, zwei weitere wichtige Punkte zu beachten, nämlich sich erstens, genau nach den Geboten Gottes und den Anweisungen des Propheten zu richten, denn dies ist die Voraussetzung dafür, dass Gott Seinen Segen schickt. Dies wird deutlich am Beispiel Uhud: Die Nichtbeachtung der Anweisung des Propheten führte dazu, dass die Muslime in Uhud eine Niederlage erlitten. Und der zweite Punkt ist das Wetteifern um gute Werke. Diese führen zur göttlichen Vergebung und Einkehr ins Paradies.

     

    Bei den Kämpfen in Uhud war es zur Niederlage der Muslime gekommen, weil einige von ihnen es eilig hatten bei den gefallenen Feinden Kriegsbeute zu machen. Aber Gott lädt die Gläubigen ein:

     

    „Habt es mit anderen Dingen eilig! Habt es eilig, euch Gottes Segen zu holen und seine Vergebung zu finden, damit er euch einen Garten schenkt, der so groß ist wie Himmel und Erde“.

     

    Wir entnehmen dieser Koranstelle:

     

    Erstens: Derjenige erfährt die göttliche Barmherzigkeit, der Mitleid mit den Schwachen und Bedürftigen hat, und ihnen zum Beispiel mit einer finanziellen Hilfe, ohne Wucherzinsen zu nehmen, helfend zur Seite steht.

     

    Zweitens: Ein gläubiger Mensch soll nicht auf der Stelle treten, er soll immer weiter versuchen, sich zu veredeln und andere durch gute Werke zu übertreffen.

     

    Im Vers 134, der Sure 3 wird weiter ausgeführt:

     

    الَّذِينَ يُنفِقُونَ فِي السَّرَّاءِ وَالضَّرَّاءِ وَالْكَاظِمِينَ الْغَيْظَ وَالْعَافِينَ عَنِ النَّاسِ ۗ وَاللَّـهُ يُحِبُّ الْمُحْسِنِينَ

     

    „(Die Gottesfürchtigen sind die) die Spenden geben, ob es ihnen (finanziell) gut oder schlecht geht, und die (wenn sie erzürnen) den Zorn unterdrücken und den Menschen gegenüber Nachsicht üben! Gott liebt die Gutestuenden.“ (3: 134)

     

    In den Versen zuvor waren die Gläubigen aufgerufen worden, nach göttlicher Vergebung zu suchen. Dieser Vers nun zeigt, wie man göttliche Vergebung erlangen kann. Die Nachsicht gegenüber den Fehlern der anderen und die Beherrschung von Zorn und Hassgefühlen ist eine der wichtigsten Besonderheiten gottesfürchtiger Menschen. Dieser Eigenschaft stellt Gott jedoch eine andere voraus, nämlich die Hilfsbereitschaft gegenüber den Bedürftigen in der Gesellschaft.

     

    Es besteht oft der Irrglaube, nur Reiche könnten den Bedürftigen helfend zur Seite stehen. In Wirklichkeit ist es aber leider oft so, dass gerade auch mit Reichtum zunehmender Geiz und Habgier verbunden sind, und nicht die Bereitschaft zum Spenden. Diejenigen Menschen sind wohltätig, die, egal ob sie reich sind oder arm, den Bedürftigen helfen. Deshalb werden die Gläubigen in diesem Koranvers der Sure 3 aufgerufen, immer den Geist der Hilfsbereitschaft zu wahren. Sie sollen stets den Bedürftigen nach besten Kräften helfen.

     

    Wir sehen anhand dieser Koranstelle:

     

    Erstens: Spenden setzt Großzügigkeit voraus, nicht Reichtum. Wie viele Reiche gibt es, die geizig, und wie viele finanziell Schwache gibt es, die freigiebig sind.

     

    Zweitens: Ein gottesfürchtiger Mensch soll nicht als Einsiedler leben. Er soll sich in der Gesellschaft betätigen, seine Moral und seinen Besitz einsetzen und Kontakt zu den Mitmenschen pflegen.

     

    Drittens: Derjenige, der möchte dass Gott ihn liebt, der muss auf einen Teil seines Besitzes verzichten und ihn anderen geben und sein Herz von Zorn und Hass auf andere befreien.

     

    Die Übersetzung des nächsten Koranverses der Sure 3, Vers 135, lautet:

     

    وَالَّذِينَ إِذَا فَعَلُوا فَاحِشَةً أَوْ ظَلَمُوا أَنفُسَهُمْ ذَكَرُوا اللَّـهَ فَاسْتَغْفَرُوا لِذُنُوبِهِمْ وَمَن يَغْفِرُ الذُّنُوبَ إِلَّا اللَّـهُ وَلَمْ يُصِرُّوا عَلَىٰ مَا فَعَلُوا وَهُمْ يَعْلَمُونَ

     

    „Diejenigen, die, wenn sie etwas Abscheuliches getan oder (durch sündigen Lebenswandel) gegen sich selber gefrevelt haben, Gottes gedenken und um Vergebung für ihre Schuld bitten – und wer könnte Schuld vergeben außer Gott? – und (die) in dem was sie (an Sünde) getan haben, nicht beharren, wo sie wissen (dass es Sünde ist).“ (3: 135)

     

    Viele denken, ein gläubiger Mensch begeht nie eine Sünde. Aber dieser Vers sagt aus, dass selbst die Gottesfürchtigen sündigen können und sich dadurch selber ein Unrecht antun. Aber der Unterschied zu anderen ist der, dass sie nicht darauf bestehen, wieder die gleiche Sünde zu begehen und sobald sie merken, dass sie etwas Hässliches getan haben, es bereuen und sich ernsthaft bemühen, es nicht wieder zu tun.

     

    Und sie üben schnell Reue und bitten Gott um Verzeihung, denn sie wissen, dass Gott verzeiht und die Reue der Sünder annimmt.

     

    Deshalb gibt es einen Unterschied zwischen denen, die eine Sünde vorausplanen und sie bewusst begehen und denen, die aufgrund einer Versuchung Satans oder aufgrund von Triebhaftigkeit ungewollt eine Sünde begehen und sobald es ihnen bewusst wird, dies bereuen und Gott versprechen, dass es sich nicht wiederholen wird.

     

     

    Wir entnehmen dieser Koranstelle:

     

    Erstens: Gottesfürchtigkeit setzt nicht voraus, dass der Mensch absolut frei von Sünden ist. Sie setzt aber voraus, dass der Mensch eine Sünde bereut und nicht weiter darauf beharrt.

     

    Zweitens: Schlimmer als die Sünde ist, dass man nicht merkt das etwas hässlich ist. Wenn der Mensch in einer Sünde nichts Hässliches sieht, denkt er auch nicht daran, sie zu bereuen.

     

    Drittens: Sündigen ist der größte Frevel gegenüber der Seele, die dem Menschen von Gott eingehaucht wurde.

     

    Der Vers 136, Sure 3, lautet:

     

    أُولَـٰئِكَ جَزَاؤُهُم مَّغْفِرَةٌ مِّن رَّبِّهِمْ وَجَنَّاتٌ تَجْرِي مِن تَحْتِهَا الْأَنْهَارُ خَالِدِينَ فِيهَا ۚ وَنِعْمَ أَجْرُ الْعَامِلِينَ

     

    „Deren Lohn (der Lohn dieser Gottesfürchtigen) besteht in Vergebung von ihrem Herrn und in Gärten, in deren Niederungen Bäche fließen, und in denen sie weilen werden. Welch trefflicher Lohn für die, die (im Guten) handeln!“ (3: 136)

     

    Im Vers 133 dieser Sure werden die Gläubigen aufgerufen, miteinander zu wetteifern, die göttliche Verzeihung zu finden, und nach dem Paradiese Gottes zu streben. Die Verse 134 und 135 nennen die Mittel, diese Ziele zu erreichen, nämlich Spendenfreudigkeit, Nachsicht gegenüber anderen und das Bereuen der Sünden. Auch der Vers 136 der Sure 3 betont dies und sagt:

     

    „Nur den Gottesfürchtigen wird die göttliche Vergebung zuteil. Nachdem ihnen ihre Sünden verziehen und sie von Hässlichem befreit wurden, haben sie die Voraussetzungen für einen Eintritt ins Paradies. Dort werden sie in den Segen Gottes eintauchen, an einem Ort der unendlich weit und dort ihre ewige Bleibe ist“.

     

    Gottesfürchtigkeit ist also nicht lediglich ein seelischer Zustand, durch den sich der Mensch womöglich von der Gesellschaft trennt, sondern Gottesfürchtigkeit erfordert gute Taten und rechtschaffenes Handeln.

     

     

    Wir entnehmen dem Vers 136 der Sure 3:

     

    Erstens: Hoffen und Wünschen genügen nicht zur Erlangung von Gottes Segen. Wir müssen auch handeln. Unser Handeln muss gut sein und auf guter Absicht beruhen.

     

    Zweitens: Solange der Mensch nicht von Sünden geläutert ist, ist er nicht würdig, unter den Geläuterten und Rechtschaffenen zu sein, die ins Paradies Einlass finden.

     

    Abschließend hoffen wir auf die göttliche Barmherzigkeit, indem wir uns vornehmen, rechtschaffen zu handeln und uns darum bemühen, dass es uns im diesseitigen und im jenseitigen Leben gut ergeht.