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    Teil 88: Sure Al-e Imran (Familie oder das Haus des Imran) Verse 143-148

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    ِDie Übersetzung des Verses 143 der Sure Al-e Imran in die deutsche Sprache lautet wie folgt: (3: 143- 148)

     

    وَلَقَدْ كُنتُمْ تَمَنَّوْنَ الْمَوْتَ مِن قَبْلِ أَن تَلْقَوْهُ فَقَدْ رَأَيْتُمُوهُ وَأَنتُمْ تَنظُرُونَ

     

    „Ihr (Kämpfer zu Uhud) habt euch ja den Tod (und das Martyrium auf dem Wege Gottes) gewünscht, noch ohne dem Feind begegnet zu sein. Nun habt ihr ihn (den Tod) leibhaftig zu Gesicht bekommen.“ (3: 148)

     

    Bei der kriegerischen Auseinandersetzung zu Badr hatten die Muslime über ihre Feinde gesiegt. Mehrere von ihnen waren auch zu Märtyrern geworden. Von denen die überlebten, sagten einige: ‚Hätten wir doch auch in Badr den Märtyrertod gefunden.‘ Aber ausgerechnet sie ergriffen, nachdem sie im Uhud-Krieg Anzeichen der Niederlage erblickten, die Flucht und ließen den Propheten Gottes im Stich. In diesem Vers werden sie kritisiert und es heißt: Wieso habt ihr, als es zu handeln hieß, aber euer Leben bedroht war, nur zugeschaut und nicht die Religion und den Propheten Gottes unterstützt?

     

    Wir entnehmen dem Vers 143 der Sure 3, dass wir uns nicht von Hoffnungen und Wünschen täuschen lassen sollen, denn es ist gar nicht so sicher, dass wir sobald wir nach unserem Glauben handeln müssen, wirklich erfolgreich die göttliche Prüfung bestehen.

     

    Außerdem sagt uns dieser Vers: Es gibt viele die behaupten gläubig zu sein, aber es gibt wenige, die bis zum Ende standhaft bleiben und an ihrem Glauben festhalten.

     

    Die Übersetzung des Koranverses 144, Sure 3, ist diese:

     

    وَمَا مُحَمَّدٌ إِلَّا رَسُولٌ قَدْ خَلَتْ مِن قَبْلِهِ الرُّسُلُ ۚ أَفَإِن مَّاتَ أَوْ قُتِلَ انقَلَبْتُمْ عَلَىٰ أَعْقَابِكُمْ ۚ وَمَن يَنقَلِبْ عَلَىٰ عَقِبَيْهِ فَلَن يَضُرَّ اللَّـهَ شَيْئًا ۗ وَسَيَجْزِي اللَّـهُ الشَّاكِرِينَ

     

    „Und Mohammad ist nur ein Gesandter. Vor ihm hat es schon andere Gesandte gegeben und sie sind gestorben. Werdet ihr denn eine Kehrtwendung zu (der Lehre von) euren Vorfahren machen, wenn er stirbt oder getötet wird? Wer kehrtmacht, wird Gott keinen Schaden zufügen. Aber Gott wird in Bälde die belohnen, die dankbar sind.“ (3: 144)

     

    Während des Uhud-Krieges breitete sich plötzlich im Heer der Muslime die Nachricht aus, der Prophet hätte den Märtyrertod gefunden. Einer der Feinde hatte gesehen, dass der Prophet aus einer Wunde im Gesicht blutete und rief laut: Mohammad ist tot. Die Ungläubigen jubelten und fühlten sich gestärkt, während ein Teil der Muslime resigniert die Flucht ergriff. Aber nicht alle. Es gab auch Muslime die riefen: Auch wenn Mohammad nicht mehr lebt, der Weg Mohammads und der Weg des einen Gottes bleibt bestehen – warum flieht ihr?

     

    Der Vers 144, Sure 3 richtet sich wie folgt an die Muslime:

     

    Vor eurem Propheten hat es schon viele andere Propheten gegeben. Haben sich deren Anhänger wegen ihres Todes von deren Lehre abgewandt? Warum geratet ihr so schnell ins Schwanken, sodass wenn Mohammad stürbe, ihr euch von seiner Lehre abwenden wollt? Der Prophet lebt doch! Es ist nur ein Gerücht, welches der Feind verbreitet hat. Gott hat Propheten gesandt und ihr solltet für diesen Segen dankbar sein.

     

    Wir entnehmen dieser Koranstelle:

     

    Erstens: Die Propheten sind wie alle anderen Menschen hinsichtlich Leben und Tod den Gesetzen der Natur unterworfen. Ihr irdisches Leben ist nicht unbegrenzt.

     

    Zweitens: Zwar ist das Leben des Propheten begrenzt, nicht aber sein Weg und seine Lehre. Wir sind Gottesanbeter. Wir beten keinen Menschen an. Der Tod des Propheten bedeutet also nicht, dass wir den von ihm gezeigten Weg verlassen.

     

    Drittens: Gott und seiner Lehre wird kein Schaden zugefügt, wenn die Menschen der Religion den Rücken zukehren. Er ist nicht auf die Menschen angewiesen und erst recht nicht auf ihre geringfügigen Handlungen und ihren Gottesdienst.

     

    Viertens: Wir sollten unseren Glauben so sehr festigen, dass er nie ins Schwanken kommt, auch nicht, wenn eine so große Persönlichkeit wie der Prophet stirbt.

     

    Im Vers 145 der Sure 3 steht nun folgendes:

     

    وَمَا كَانَ لِنَفْسٍ أَن تَمُوتَ إِلَّا بِإِذْنِ اللَّـهِ كِتَابًا مُّؤَجَّلًا ۗ وَمَن يُرِدْ ثَوَابَ الدُّنْيَا نُؤْتِهِ مِنْهَا وَمَن يُرِدْ ثَوَابَ الْآخِرَةِ نُؤْتِهِ مِنْهَا ۚ وَسَنَجْزِي الشَّاكِرِينَ

     

    „Keiner kann sterben, außer mit Gottes Erlaubnis und nach einer befristeten Vorherbestimmung. Wenn einer diesseitigen Lohn wünscht, geben wir ihm vom Diesseits. Und wenn einer jenseitigen Lohn haben möchte, geben wir ihm vom Jenseits. Und wir werden (es) denen vergelten, die dankbar sind.“ (3: 145)

     

    Der wichtigste Grund für eine Flucht aus dem Krieg ist die drohende Todesgefahr und der Wunsch, am Leben zu bleiben. Daher heißt es nun in diesem Vers:

     

    Gott bestimmt darüber ob ihr sterbt oder weiter lebt. Der Tod wird euch zum festgelegten Zeitpunkt ereilen.

     

    Es ist schon oft vorgekommen, dass ältere Kämpfer unversehrt aus dem Krieg zurückgekehrt und viele junge, die von der Kriegsfront geflohen sind, durch andere Ereignisse hinter der Front gestorben sind.

     

    Der Koran verweist auf die Motivation für die Teilnahme an einem Krieg:

     

    Einige wollen an dem, was an der Front erobert wird teilhaben. Sie werden ihren irdischen Anteil bekommen. Andere aber beteiligen sich am Kampf, weil Gott ihnen einen höheren Lohn versprochen hat. Den Lohn in der Ewigkeit. Sie glauben an das Versprechen Gottes sie reichlich zu belohnen, wenn sie den Märtyrertod finden.

     

    Dem Vers 145 ist also zu entnehmen:

     

    Erstens: Man kann nicht vor dem Tod flüchten, wenn man von der Kriegsfront flüchtet. Nicht jeder, der am Krieg teilgenommen hat, ist gestorben und nicht jeder, der zu Hause blieb, ist am Leben geblieben.

     

    Zweitens: Wir selbst bestimmen nicht über den Tod. Aber wir bestimmen über die Absicht, mit der wir etwas tun. Anstatt dass wir nach dem Weltlichen, welches zur Vernichtung verurteilt ist, streben, sollten wir bei allem Tun auch die Welt nach dem Diesseits ins Auge fassen. Der Tod ist die Pforte, durch die wir dieses Hiernach betreten.

     

    Die drei nächsten Offenbarungsverse der Sure 3, sind die Verse 146 bis 148 dieser Sure, sie lauten:

     

    وَكَأَيِّن مِّن نَّبِيٍّ قَاتَلَ مَعَهُ رِبِّيُّونَ كَثِيرٌ فَمَا وَهَنُوا لِمَا أَصَابَهُمْ فِي سَبِيلِ اللَّـهِ وَمَا ضَعُفُوا وَمَا اسْتَكَانُوا ۗ وَاللَّـهُ يُحِبُّ الصَّابِرِينَ

     

    „Mit wie manchem Propheten haben viele Tausende (Seite an Seite) gekämpft, ohne dass sie wegen eines Unglücks, von dem sie um Gottes willen betroffen wurden, nachgelassen hätten oder schwach geworden wären oder sich dem Feind ergeben hätten. Gott liebt diejenigen, die geduldig sind. (3: 146)

     

    وَمَا كَانَ قَوْلَهُمْ إِلَّا أَن قَالُوا رَبَّنَا اغْفِرْ لَنَا ذُنُوبَنَا وَإِسْرَافَنَا فِي أَمْرِنَا وَثَبِّتْ أَقْدَامَنَا وَانصُرْنَا عَلَى الْقَوْمِ الْكَافِرِينَ

     

    Und sie sagten nichts anderes als „Herr! Vergib uns unsere Schuld, und dass wir in unserer Angelegenheit nicht maßgehalten haben, und festige unsere Schritte und hilf uns gegen das Volk der Gottesleugner und -Verleumder! (3: 147)

     

    فَآتَاهُمُ اللَّـهُ ثَوَابَ الدُّنْيَا وَحُسْنَ ثَوَابِ الْآخِرَةِ ۗ وَاللَّـهُ يُحِبُّ الْمُحْسِنِينَ

     

    Da gab ihnen Gott diesseitigen und einen schönen jenseitigen Lohn. Gott liebt die Rechtschaffenen.“ (3: 148)

     

     

    In den zuvor besprochenen Koranversen wurden der Ungehorsam der Muslime und ihre Flucht während des Uhud-Krieges getadelt. Diese Koranstelle weist nun darauf hin, dass es viele Propheten gegeben hat, die auf dem Wege Gottes kämpften und viele aufrichtige Gläubige um sich hatten, die sie nicht verließen und sich nicht von der Religion Gottes abkehrten und schwach wurden. Ihr Muslime solltet euch ein Vorbild an ihnen nehmen. Warum habt ihr den Propheten des Islams während des Uhud-Krieges im Stich gelassen?

     

    Dann führt der Koran eine der wichtigsten Eigenschaften der Kämpfer auf Gottes Weg an:

     

    Bei allem vergessen sie nie das Gebet. Sie bitten Gott um Verzeihung ihrer Sünden und bitten ihn um den Sieg des Rechtes und die Niederlage der Feinde Gottes. Gott erhört ihr Gebet. Er lässt ihnen das, was die Feinde zurücklassen zukommen und wird ihnen auch einen wunderbaren Lohn in der Ewigkeit geben.

     

    Aus den Koranversen 146 bis 148 können wir fünf Punkte ableiten:

     

    Erstens: Wir können von den Menschen, die in der Geschichte tapfer und standhaft auf dem Weg des Rechtes gekämpft haben lernen, und sollten uns vor Schwachheiten hüten.

     

    Zweitens: Der Glaube an Gott gibt Kraft für den Widerstand gegenüber feindlichen Angriffen.

     

    Drittens: Die Geschichte der Propheten ist vom Kampf auf dem Wege Gottes begleitet – sie haben nicht in Bequemlichkeit und Sorglosigkeit gelebt.

     

    Viertens: Für die Erfüllung unserer Pflicht ist Standhaftigkeit wichtig, ob wir nun siegen oder nicht.

     

    Fünftens: Ein Grund für Niederlagen im Kampf, sind Sünde und falsches Maß. Die aufrichtigen Kämpfer bitten daher Gott um Verzeihung für ihre Sünden. Dadurch beseitigen sie Hindernisse auf dem Weg zum Sieg.

    Abschließend bitten wir Gott, dass wir Muslime gegenüber jedem inneren und äußeren Feind standhaft bleiben.