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    Teil 89: Sure Al-e Imran (Familie oder das Haus des Imran) Verse 149-153

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    Auch in diesem Teil werden wieder Verse des heiligen Koran erläutert. Er beginnt mit der Übersetzung der Verse 149 und 150 aus der Sure 3, der Sure Al-e Imran: (3: 149- 153)

     

    يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا إِن تُطِيعُوا الَّذِينَ كَفَرُوا يَرُدُّوكُمْ عَلَىٰ أَعْقَابِكُمْ فَتَنقَلِبُوا خَاسِرِينَ

     

    „Ihr Gläubigen! Wenn ihr denen gehorcht die ungläubig sind, bringen sie euch dazu, dass ihr zu den falschen Lehren eurer Vorfahren zurückkehrt, und so werdet ihr Schaden haben. (3: 149)

     

    بَلِ اللَّـهُ مَوْلَاكُمْ ۖ وَهُوَ خَيْرُ النَّاصِرِينَ

     

    Nein! (Sie sind nicht eure Helfer und Freunde) Gott ist euer Helfer und Herr. Er ist der beste Freund und Helfer.“ (3: 150)

     

     

    Für gläubige Menschen oder eine muslimische Gesellschaft besteht immer die Gefahr, dass sie sich wegen weltlicher Ziele von den religiösen Grundsätzen und Werten abwenden. Es hat schon oft Menschen oder Gemeinschaften gegeben, die zuerst den Weg des Glaubens gegangen sind, dann aber allmählich schwach wurden und immer weniger nach ihrem Glauben handelten. Warum? Weil sie sich von zweifelhaften Freiheiten und materiellem Wohlstand täuschen und zur Abkehr von der Religion verleiten ließen.

     

    Der Koran wendet sich hier an diese:

     

    „Ihr Gläubigen! Wenn ihr, statt euch nach den Geboten Gottes zu richten, den Ungläubigen folgt, so sollt ihr eines wissen:

     

    Die Gottesleugner wollen, das ihr rückständig bleibt. Sie wollen nicht, dass ihr vorwärtskommt. Ihr werdet euch auf diese Weise großen Schaden einhandeln, denn ihr werdet erstens euren Glauben verlieren und zweitens werdet ihr gar keinen weltlichen Fortschritt machen.

     

    Macht euch nicht von den Gottesleugnern abhängig. Aller Erfolg liegt in Gottes Händen. Nicht die Gottesleugner sind eure Freunde, sondern Gott ist eurer Freund und euer Herr und Beschützer.“

     

    Wir entnehmen diesen beiden Koranversen daher mehrere Punkte:

     

    Erstens: Jeder gläubige Mensch ist der Gefahr ausgesetzt, vom rechten Weg abzuweichen und sich von der Religion abzukehren. Wir sollten uns daher vor der Propaganda des Feindes und seinen Verlockungen in Acht nehmen.

     

    Zweitens: Die größte Niederlage für den Gläubigen ist die Niederlage beim geistigen Kampf um seinen Glauben.

     

     Drittens: Wenn wir Größe und Stärke im Leben wollen, so ist dies nur möglich, wenn wir auf Gott, den Mächtigen hören.

     

    Es folgt Offenbarungswort 151 der Sure 3:

     

    سَنُلْقِي فِي قُلُوبِ الَّذِينَ كَفَرُوا الرُّعْبَ بِمَا أَشْرَكُوا بِاللَّـهِ مَا لَمْ يُنَزِّلْ بِهِ سُلْطَانًا ۖ وَمَأْوَاهُمُ النَّارُ ۚ وَبِئْسَ مَثْوَى الظَّالِمِينَ

     

    „Wir werden den Gottesleugnern Schrecken einjagen dafür, dass sie Gott (Teilhaber) beigestellt haben, wozu Er keine Vollmacht herabgesandt hat. Das Höllenfeuer wird sie aufnehmen – ein schlimmes Quartier für die Unrechttuenden!“ (3: 151)

     

    In den vorherigen Koranversen wurden die Gläubigen gewarnt, nicht auf die Ungläubigen zu bauen. Sie werden bei den Ungläubigen keine Sicherheit finden, da sie bei anderen, anstatt bei Gott Zuflucht gesucht haben. Sie werden sich ebenso wie die Ungläubigen Schrecken und Sorgen einhandeln. Am Tag des Jüngsten Gerichts werden sie zusammen mit den Gottesleugnern und Frevlern in die Verdammnis geschickt.

     

    Diesem Vers ist also zu entnehmen:

     

    Erstens: Eine Abhängigkeit von Gottesleugnern wird nicht zu Wohl und Sicherheit auf Erden führen und wird auch nicht Glück und Wohl in der kommenden Welt bedeuten.

     

    Zweitens: Sich auf jemanden anderen als Gott zu verlassen, ist gemäß diesem Offenbarungswort der Sure Al-e Imran, Götzentum (Schirk) und hat Schrecken und Verdammnis zur Folge. Der wahre Glaube an Gott aber wird dem Menschen Zuversicht und inneren Frieden schenken.

     

    Drittens: Die Angst vor dem Tod und einer unklaren Zukunft ist eine Angst, die sich in den Herzen der Gottesleugner ausbreitet. Und je mehr die Zahl der Gläubigen steigt, desto mehr wächst diese Angst in den Herzen der Ungläubigen.

     

    Die deutsche Übersetzung des Verses 152 der Sure 3 lautet:

     

    وَلَقَدْ صَدَقَكُمُ اللَّـهُ وَعْدَهُ إِذْ تَحُسُّونَهُم بِإِذْنِهِ ۖ حَتَّىٰ إِذَا فَشِلْتُمْ وَتَنَازَعْتُمْ فِي الْأَمْرِ وَعَصَيْتُم مِّن بَعْدِ مَا أَرَاكُم مَّا تُحِبُّونَ ۚ مِنكُم مَّن يُرِيدُ الدُّنْيَا وَمِنكُم مَّن يُرِيدُ الْآخِرَةَ ۚ ثُمَّ صَرَفَكُمْ عَنْهُمْ لِيَبْتَلِيَكُمْ ۖ وَلَقَدْ عَفَا عَنكُمْ ۗ وَاللَّـهُ ذُو فَضْلٍ عَلَى الْمُؤْمِنِينَ

    „Gott hat euch doch sein Versprechen (euch zu helfen) wahr gemacht. (Damals) als ihr sie (die Feinde) mit Seiner Erlaubnis schlugt. Aber als ihr schwach wurdet und miteinander über die Angelegenheit(en des Kampfes) strittet und nachdem Er euch (Kriegsbeute und den Sieg und) das was ihr liebt, gezeigt hatte, wart ihr widerspenstig. (In diesem Krieg wurde deutlich) – Den einen von euch steht der Sinn nach dem Diesseits, den anderen nach dem Jenseits. – Hierauf brachte Er euch davon ab, (den Feind zu verfolgen und euer Sieg verwandelte sich in eine Niederlage) um euch auf die Probe zu stellen. Und nunmehr hat Er euch (euren Fehltritt) verziehen. Gott ist huldvoll gegen die Gläubigen.“ (3: 152)

     

    Dieser Koranvers führt uns in die frühe Geschichte des Islams zurück. Die Muslime hatten den Kampf in Uhud verloren. Einige von ihnen sagten zum Propheten: ‚Hat uns Gott denn nicht versprochen, dass wir die Gottesleugner besiegen? Wieso haben wir diesen Krieg verloren?‘

     

    Da wurde dem Propheten die besagte Koranstelle geoffenbart, in der Gott versichert, dass sein Versprechen wahr ist, und dass er seine Versprechen immer hält.

     

    Die Muslime hatten zu Beginn des Gefechtes, Dank Gottes Hilfe, den Feind bezwungen und mehrere Angreifer vernichten können. Drei Dinge hatten jedoch zur Niederlage der Muslime geführt und Gott erinnerte sie mit diesem Offenbarungswort daran:

     

    „Nachdem ihr saht, dass der Feind flieht und viel Kriegsbeute hinterlassen hatte, habt ihr rasch im Glauben nachgelassen. Statt dem Feind nachzusetzen, habt ihr die Waffen abgelegt und begonnen, Kriegsbeute einzusammeln. Außerdem seid ihr uneins geworden.“

     

     

    Eine Gruppe der Muslime war nämlich beauftragt worden, eine wichtige Bergschlucht zu bewachen, damit der Feind nicht von dort vordringen kann. Der Prophet hatte Anweisung gegeben, dass keiner der muslimischen Kämpfer seinen Wachposten verlassen sollte, aber einige begannen gegen diese Anweisung des Propheten zu protestieren, und sie zu missachten. Daher konnte der Feind die Bergschlucht passieren und dem muslimischen Heer in den Rücken fallen.

     

    Gott hat also den Muslimen zu Beginn des Gefechtes bei Uhud geholfen, aber weil sie ungehorsam waren, hat er sie am Ende des Gefechtes den bitteren Geschmack der Niederlage spüren lassen, damit sie daraus lernen, dass Gott sie nur siegen lässt, wenn sie an ihrem Glauben festhalten und untereinander einig sind. Diese Niederlage war also eine notwendige Lehre.

     

    Wir können aus dieser Koranstelle mindestens vier Ratschläge entnehmen:

     

    Erstens: Das Versprechen Gottes zu helfen gilt nur so lange, wie auch die Gläubigen ihre Aufgabe erfüllen. Dies entspricht der Tradition Gottes.

     

     

    Zweitens: Schwäche, Uneinigkeit und Ungehorsam gegenüber der Führung sind Faktoren, die eine Niederlage verursachen, dies gilt für die Gläubigen genauso wie für die Ungläubigen.

     

     

    Drittens: Auch unter den Muslimen gibt es solche, die das Weltliche so sehr lieben, dass sie im Kampf auf dem Wege Gottes mehr an das Diesseits, statt an das Jenseits denken.

     

     

    Viertens: Durch Niederlagen stellt Gott uns auf die Probe. Anstatt zu resignieren, sollten wir daraus lernen, damit wir keine weitere Niederlage mehr erleiden.

     

    Das nun folgende Offenbarungswort, Vers 153 der Sure Al-e Imran, besagt:

     

    إِذْ تُصْعِدُونَ وَلَا تَلْوُونَ عَلَىٰ أَحَدٍ وَالرَّسُولُ يَدْعُوكُمْ فِي أُخْرَاكُمْ فَأَثَابَكُمْ غَمًّا بِغَمٍّ لِّكَيْلَا تَحْزَنُوا عَلَىٰ مَا فَاتَكُمْ وَلَا مَا أَصَابَكُمْ ۗ وَاللَّـهُ خَبِيرٌ بِمَا تَعْمَلُونَ

     

    „(Erinnert euch) als ihr (im Uhud-Krieg während ihr über den Berg) fortliefet, ohne auf jemanden zu achten, während der Prophet euch von hinten rief! Da lohnte Gott euch dies mit Kummer für (den) Kummer (des Propheten), damit ihr weder traurig seid über das, was euch (an Kriegsbeute) entgangen war, noch über das, was ihr (an Verlusten und Schäden) erlitten hattet. (Wisset) Gott ist wohl darüber unterrichtet, was ihr tut.“ (3: 153)

     

    Zu den hässlichen Begebenheiten des Uhud-Krieges gehört die Tatsache, dass viele der Muslime nach dem Überraschungs-Angriff des Feindes den Propheten alleine ließen und die Flucht ergriffen. So sehr der Prophet ihnen auch zurief, sie sollten standhaft bleiben, sie schauten noch nicht einmal zurück und eilten den Uhud-Berg hinauf, um das Weite zu suchen.

     

    Der Koran lehrt sie: Diese Befehlsverweigerung und Flucht war der Grund weshalb der Feind euch besiegte, und bereitete euch einen solchen Kummer, dass ihr den Kummer über entgangene Kriegsbeute und über erlittene Verletzungen und Verluste ganz vergessen habt.

     

    Die untreuen Muslime hatten ihren Kummer verdient, denn sie hatten dem Propheten ja auch großen Kummer bereitet.

     

    Aus diesem Koranvers können wir folgendes lernen:

     

    Erstens: Ungehorsam gegenüber den Anweisungen der Gottgesandten führt zu Angst und Schrecken, zur Flucht und schließlich zur Niederlage gegenüber dem Feind.

     

    Zweitens: Die Teilnahme am Kampf ist für diejenigen, die behaupten gläubig zu sein, ein Mittel, dies unter Beweis zu stellen. In harten und bitteren Zeiten zeigt sich, wer wahrhaft gläubig ist.

     

    Drittens: Aus den bitteren Erfahrungen der Vergangenheit sollten wir lernen und wegen materieller Verluste nicht bekümmert sein.