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    Teil 90: Sure Al-e Imran (Familie oder das Haus des Imran) Verse 154-158

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    Teil 90: Sure Al-e Imran (Familie oder das Haus des Imran) Verse 154-158
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    Dieser Teil beginnt mit der Übersetzung des Verses 154 der Sure 3: (3: 154- 158)

     

     

    ثُمَّ أَنزَلَ عَلَيْكُم مِّن بَعْدِ الْغَمِّ أَمَنَةً نُّعَاسًا يَغْشَىٰ طَائِفَةً مِّنكُمْ ۖ وَطَائِفَةٌ قَدْ أَهَمَّتْهُمْ أَنفُسُهُمْ يَظُنُّونَ بِاللَّـهِ غَيْرَ الْحَقِّ ظَنَّ الْجَاهِلِيَّةِ ۖ يَقُولُونَ هَل لَّنَا مِنَ الْأَمْرِ مِن شَيْءٍ ۗ قُلْ إِنَّ الْأَمْرَ كُلَّهُ لِلَّـهِ ۗ يُخْفُونَ فِي أَنفُسِهِم مَّا لَا يُبْدُونَ لَكَ ۖ يَقُولُونَ لَوْ كَانَ لَنَا مِنَ الْأَمْرِ شَيْءٌ مَّا قُتِلْنَا هَاهُنَا ۗ قُل لَّوْ كُنتُمْ فِي بُيُوتِكُمْ لَبَرَزَ الَّذِينَ كُتِبَ عَلَيْهِمُ الْقَتْلُ إِلَىٰ مَضَاجِعِهِمْ ۖ وَلِيَبْتَلِيَ اللَّـهُ مَا فِي صُدُورِكُمْ وَلِيُمَحِّصَ مَا فِي قُلُوبِكُمْ ۗ وَاللَّـهُ عَلِيمٌ بِذَاتِ الصُّدُورِ

    „Dann, nach dem Kummer, sandte er Sicherheit auf euch herab, Schläfrigkeit, die eine Gruppe von euch überkam (die ihre Flucht und ihr Versagen bereuten). Jedoch die Leute einer anderen Gruppe, die nur darauf achteten am Leben zu bleiben, hegten wie in der Zeit der Unwissenheit – entgegen der Wahrheit gegenüber Gott falsche Vermutungen, und sagten: Warum konnten wir während des Krieges selber keinen Entschluss fassen? (Prophet!) Sag: die ganze Angelegenheit (Entscheidung) steht Gott zu. Sie halten in sich geheim, was sie dir nicht kundtun. Sie sagen: Wenn uns etwas von der Angelegenheit (zur Entscheidung) des Krieges zugekommen wäre, wären nicht einige von uns hier getötet worden.

     

    Sag: „Wenn ihr in euren Häusern gewesen wäret, wären diejenigen, über die die (Vorher)bestimmung ergangen ist, getötet zu werden, (trotzdem) zu der Stätte, an der sie (jetzt) liegen, herausgekommen (um zu kämpfen und zu sterben). Und Gott wollte (mit alledem) prüfen, was ihr in eurem Innern hegt, und läutern, was ihr im Herzen habt. Gott weiß Bescheid über das, was die Menschen in ihrem Innern hegen.“ (3: 154)

     

    Um diese Koranstelle zu erklären, müssen wir noch einmal an die vorhergehenden Erläuterungen erinnern.

     

    Wir sagten, dass alle Muslime ihr Versagen, ihren Ungehorsam und die Flucht aus dem Uhud-Krieg, die zu ihrer Niederlage geführt hatten, bereuten. Sie waren sehr bekümmert über diese Niederlage und entschuldigten sich beim Propheten für ihr schlechtes Verhalten. Der Prophet verzieh ihnen und auch Gott verzieh ihnen und ließ Ruhe in ihre Herzen einkehren. Aber nicht alle wollten einsehen, dass sie in Wirklichkeit selber an der Niederlage schuld waren. Sie meinten, dass Gott und sein Prophet daran schuld waren, deshalb behaupteten sie: Gott hat uns doch den Sieg versprochen! Warum hat er uns nicht beigestanden und uns nicht über den Feind siegen lassen? Und zum Prophet sagten sie: Wir haben doch vor dem Krieg gesagt, lasst uns in Medina bleiben und uns von der Stadt aus verteidigen, aber ihr habt nicht auf unseren Vorschlag gehört und habt die Stadt verlassen. Das ist der Grund weshalb wir den Uhud-Krieg verloren haben.

     

    Im Vers 154 der Sure 3, der sich auf diese Ereignisse bezieht, gibt Gott dieser Gruppe eine Antwort. Sie lautet:

     

    „Der versprochene Sieg hing von eurer eigenen Standhaftigkeit ab. Ihr aber habt, um euer Leben zu retten, den Propheten im Uhud-Krieg alleine gelassen und seid geflüchtet. Und ihr erwartet dennoch einen Sieg? Dies sind falsche Vorstellungen aus der Zeit eurer Götzenanbetung und Unwissenheit.

     

    Außerdem seid nicht ihr es, die über Leben oder Tod entscheiden. Jeder, dem der Opfertod auf dem Wege Gottes bestimmt ist, wäre auch dann umgekommen, wenn ihr euch von Medina aus gegen die Feinde gewehrt hättet.

     

    Dazu kommt, dass alle erfreulichen oder bitteren Ereignisse dazu dienen, euch auf die Probe zu stellen. Damit euer Inneres zutage tritt und offenkundig wird.“

     

    Wir lernen demnach aus dieser Koranstelle:

     

    Erstens: Nur an sich zu denken, ist mit wahrem Glauben nicht vereinbar. Wer beabsichtigt, sich selbst zu retten, wird beginnen an Gott und seiner Lehre zu zweifeln und schlecht darüber zu denken.

     

    Zweitens: Wenn wir eine Niederlage erleiden, so sollten wir nach unseren eigenen Fehlern und Schwach- punkten suchen und versuchen, sie zu beseitigen, und nicht Gott dafür anklagen.

     

     Drittens: Gott kennt unser Innerstes. Er weiß wie wir denken. Bittere Ereignisse dienen dazu, dieses Denken offenkundig zu machen, und unseren Glauben zu prüfen. Dadurch können wir uns selber besser kennen lernen und einschätzen. Auch können uns die anderen besser kennen lernen und beurteilen, ob wir geeignet sind, bestimmte Aufgaben in der Gesellschaft zu übernehmen.

     

    Das Offenbarungswort 155 der Sure Al-e Imran beinhaltet:

     

    إِنَّ الَّذِينَ تَوَلَّوْا مِنكُمْ يَوْمَ الْتَقَى الْجَمْعَانِ إِنَّمَا اسْتَزَلَّهُمُ الشَّيْطَانُ بِبَعْضِ مَا كَسَبُوا ۖ وَلَقَدْ عَفَا اللَّـهُ عَنْهُمْ ۗ إِنَّ اللَّـهَ غَفُورٌ حَلِيمٌ

     

    „Ja! Diejenigen von euch, die sich am Tag, da die beiden Heere (im Uhud-Krieg) aufeinander stießen, abwandten, die hat der Satan wegen etwas von dem, was sie (zuvor) begangen hatten, einen Fehltritt tun lassen. Aber nun hat Gott ihnen verziehen. Gewiss! Gott ist mild und bereit zu vergeben.“ (3: 155)

     

    Dieser Koranvers bezieht sich auf die Flucht einiger Muslime und weist auch daraufhin, was die Ursache für diese Flucht war. Nämlich die Sünden, die sie in der Zeit vor dem Krieg begangen hatten, waren die Ursache. Denn durch diese Sünden war ihr Glaube geschwächt und sie ließen sich schnell von den Versuchungen Satans beeinflussen. Als sie ihr Leben in Gefahr sahen, waren sie nicht bereit, es auf dem Wege Gottes einzusetzen.

     

    Folgende drei Punkte können wir aus dieser Koranstelle ableiten:

     

    Erstens: Kleine Sünden genügen schon um Raum für größere Versuchungen Satans zu schaffen, so dass es möglich ist, dass der Mensch Gott und seinem Propheten den Rücken zukehrt, nur um sein Leben zu retten.

     

    Zweitens: Sünden schwächen die Moral und den Kampfgeist und gewähren Satan Einlass. Die Kämpfer auf dem Wege Gottes sollten also vor der Begegnung mit dem Feind Gott aufrichtig um Vergebung für ihre Sünden bitten und sich vornehmen, sie nicht zu wiederholen.

     

    Drittens: Wer sündigt darf nicht für immer verstoßen werden. Gott verzeiht denjenigen, die ihre Flucht vor dem Feind und ihre Untreue Gott und dem Propheten gegenüber bereuen.

     

    Die Offenbarungsworte im 156.Vers der Sure 3 lauten:

     

    يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا لَا تَكُونُوا كَالَّذِينَ كَفَرُوا وَقَالُوا لِإِخْوَانِهِمْ إِذَا ضَرَبُوا فِي الْأَرْضِ أَوْ كَانُوا غُزًّى لَّوْ كَانُوا عِندَنَا مَا مَاتُوا وَمَا قُتِلُوا لِيَجْعَلَ اللَّـهُ ذَٰلِكَ حَسْرَةً فِي قُلُوبِهِمْ ۗ وَاللَّـهُ يُحْيِي وَيُمِيتُ ۗ وَاللَّـهُ بِمَا تَعْمَلُونَ بَصِيرٌ

    „Ihr Gläubigen! Seid nicht wie diejenigen, die ungläubig sind und hinsichtlich ihrer Brüder sagen, wenn diese im Land unterwegs waren oder gekämpft haben: Wenn sie bei uns geblieben wären, wären sie nicht gestorben und nicht getötet worden. Gott wollte, dass dies in ihrem Herzen Anlass zu Bedauern sei. Gott macht lebendig und lässt sterben. Er durchschaut wohl, was ihr tut.“ (3: 156)

     

    In den vorherigen Versen wurde davon gesprochen, wie die Heuchler ihre Flucht im Uhud-Krieg rechtfertigten. In diesem Vers werden derartige Ausflüchte als Unglauben bezeichnet und die Gläubigen gefragt, warum sie sich wie Ungläubige verhalten und sagen: ‚All das wäre nicht passiert, wenn wir in der Stadt geblieben und nicht in den Krieg gezogen wären‘. Sie scheinen nicht zu wissen, dass in Wirklichkeit Gott über Leben und Tod bestimmt.

     

    In den Versen 157 und 158 der Sure 3 steht übersetzt folgendes:

     

    وَلَئِن قُتِلْتُمْ فِي سَبِيلِ اللَّـهِ أَوْ مُتُّمْ لَمَغْفِرَةٌ مِّنَ اللَّـهِ وَرَحْمَةٌ خَيْرٌ مِّمَّا يَجْمَعُونَ

     

    „Und wenn ihr auf Gottes Wegen getötet werdet oder sterbet so ist (das niemals Schaden für euch und) Vergebung und Barmherzigkeit von Gott besser als das, was sie (an Geld und Gut in ihrem Leben) zusammentragen und anhäufen. (3: 157)

     

    وَلَئِن مُّتُّمْ أَوْ قُتِلْتُمْ لَإِلَى اللَّـهِ تُحْشَرُونَ  

     

    Und (wisset) wenn ihr sterbet oder getötet werden, so werdet ihr mit Gewissheit zu Gott versammelt werden.“ (3: 158)

     

    Die genannten Verse 157 und 158 der Sure 3 stärken die Gläubigen, die am Uhud-Krieg teilgenommen haben.

     

    „Ihr sollt wissen, dass, wenn ihr auf dem Wege Gottes euer Leben lasst, dies keinen Verlust bedeutet – im Gegenteil, es ist ein Gewinn und dieser Gewinn ist viel größer als das, was die Heuchler und Ungläubigen in ihrem Leben zusammentragen haben. Es ist von viel größerem Wert und unvergänglich. Ihr erlangt damit Vergebung und Barmherzigkeit von Gott, die euch die Tore zum Paradies öffnet.“

     

    Wir entnehmen diesen beiden Versen:

     

    Erstens: Der entscheidende Punkt ist, dass wir uns auf dem Wege Gottes befinden sollen, wenn wir sterben oder im Kampf getötet werden. Auch derjenige, der auf dem Wege Gottes nach Wissen strebt und auf diesem Wege stirbt, wird die göttliche Barmherzigkeit erfahren.

     

    Zweitens: Jeder muss einmal die Welt verlassen, weshalb sollte er nicht selber den besten Weg dazu wählen.

     

    Imam Hussein, der Enkelsohn des Propheten (gesegnet seien sie), hat einmal gesagt: ‚Wenn diese Körper auf den Tod vorbereitet sind, dann ist der Märtyrertod auf dem Wege Gottes die beste Art zu sterben.‘