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    Teil 91: Sure Al-e Imran (Familie oder das Haus des Imran) Verse 159-163

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    Wir setzen unsere Erklärungen zur Sure 3 des Korans, Sure Al-e Imran, mit einer Übersetzung des Verses 159 dieser Sure fort: (3: 159- 163)

     

    فَبِمَا رَحْمَةٍ مِّنَ اللَّـهِ لِنتَ لَهُمْ ۖ وَلَوْ كُنتَ فَظًّا غَلِيظَ الْقَلْبِ لَانفَضُّوا مِنْ حَوْلِكَ ۖ فَاعْفُ عَنْهُمْ وَاسْتَغْفِرْ لَهُمْ وَشَاوِرْهُمْ فِي الْأَمْرِ ۖ فَإِذَا عَزَمْتَ فَتَوَكَّلْ عَلَى اللَّـهِ ۚ إِنَّ اللَّـهَ يُحِبُّ الْمُتَوَكِّلِينَ

    „(O Prophet) Wegen der Huld und Barmherzigkeit, die dir von Gott zuteil wurde, bist du milde und gütig zu den Menschen. Wenn du grob und hartherzig gewesen wärest, wären sie dir davongelaufen. Verzeih ihnen nun und bitte (Gott) für sie um Vergebung, und berate dich mit ihnen über die Angelegenheit! Und wenn du dich zu etwas entschlossen hast, dann vertrau auf Gott! Gott liebt die, die (auf Ihn) vertrauen.“ (3: 159)

     

    Das Offenbarungswort 159 der Sure 3 verweist auf den ausgezeichneten Charakter des Propheten, und es heißt: „Du konntest die rauen kriegliebenden Araber um dich versammeln und für den Islam gewinnen, weil du selber nicht wie sie bist, sondern ein freundliches Wesen besitzt. Wenn du wie sie wärest, hätten sie niemals an deine Botschaft geglaubt und wären dir davon gelaufen. Verzeih ihnen, dass sie dich im Uhud-Krieg im Stich gelassen haben und bitte Gott darum, dass er ihnen vergibt.“

     

     

    Außerdem heißt es weiter: „Du hast dich mit den anderen beraten, bevor ihr in Uhud dem feindlichen Heer gegenübergetreten seid. Zwar hat es nach dieser Beratung eine Niederlage für euch gegeben, das ist aber kein Grund dafür, dass du bei Dingen, die sie betreffen, nicht mehr nach ihrer Meinung fragen sollst.“

     

     

    Aus dem Vers 159 der Sure 3 kann man verschiedenes lernen, u.a.:

     

    Erstens: Milde und ein freundliches Wesen sind ein göttliches Geschenk an die religiösen Führer. Jeder, der die Funktion eines Führenden übernimmt und den anderen gute Ratschläge geben will, muss ein solches Wesen besitzen.

     

    Zweitens: Jemand der uns gegenüber ungerecht war, dieses aber bereut, dem sollten wir verzeihen.

     

     Drittens: Es ist wichtig nachzudenken und sich in wichtigen Angelegenheiten mit anderen zu beraten – aber wichtig ist auch, auf Gott zu vertrauen.

     

    Jetzt die Übersetzung des Verses 160, Sure 3:

     

    إِن يَنصُرْكُمُ اللَّـهُ فَلَا غَالِبَ لَكُمْ ۖ وَإِن يَخْذُلْكُمْ فَمَن ذَا الَّذِي يَنصُرُكُم مِّن بَعْدِهِ ۗ وَعَلَى اللَّـهِ فَلْيَتَوَكَّلِ الْمُؤْمِنُونَ

     

    „Wenn Gott euch zum Sieg verhilft, gibt es niemanden, der euch besiegen könnte. Und wenn er euch im Stich lässt, wer könnte euch dann helfen? Die Gläubigen sollen nur auf Gott vertrauen.“ (3: 160)

     

    In dem vorherigen Offenbarungswort hatte Gott dem Propheten ans Herz gelegt: „Vertrau nur auf Gott.“

     

    In diesem Vers empfiehlt er den Gläubigen das gleiche und er begründet es wie folgt:

     

    „Gott bestimmt über Erfolg und Missgeschick. Der Mensch erfährt nichts Gutes und nichts Schlechtes ohne, dass Gott es will. Wenn er will, dass jemandem etwas Gutes zukommt, so ist niemand imstande, etwas dagegen zu unternehmen und wenn er jemanden strafen will, so ist niemand in der Lage, das zu verhindern.“

     

    Der Mensch, der diese Wahrheit erkennt, wird auf niemanden mehr hoffen, außer auf Gott. All sein Tun wird für Gott sein. Er wird nur Gott fürchten. All dies ist Zeichen für wahres Gottvertrauen.

     

    In diesem Koranvers finden wir die beiden folgenden Weisheiten:

     

     

    Erstens: Wir sollten uns in allen Angelegenheiten des persönlichen und gesellschaftlichen Lebens nur auf Gott und nicht auf andere stützen. Denn alles liegt in Gottes Händen.

     

    Zweitens: Viele Siege sind nur oberflächlich und führen schließlich zur Niederlage. Nur der Sieg bei Gott ist beständig.

     

    Vers 161 der Sure Al-e Imran lautet:

     

    وَمَا كَانَ لِنَبِيٍّ أَن يَغُلَّ ۚ وَمَن يَغْلُلْ يَأْتِ بِمَا غَلَّ يَوْمَ الْقِيَامَةِ ۚ ثُمَّ تُوَفَّىٰ كُلُّ نَفْسٍ مَّا كَسَبَتْ وَهُمْ لَا يُظْلَمُونَ

     

    „Kein Prophet darf (etwas von der Beute) veruntreuen. Wenn jemand (etwas) veruntreut, wird er das, was er veruntreut hat, am Tag der Auferstehung (zu seiner eigenen Belastung) bringen. An jenem Tag, wird jedem voll beglichen, was er (im Erdenleben) begangen hat. Und keinem wird Unrecht getan.“ (3: 161)

     

    Bei der militärischen Konfrontation mit dem Feind hatte der Prophet eine Gruppe mit der Bewachung der Bergschlucht von Uhud beauftragt. Er hatte ihnen gesagt: „Ob wir siegen oder verlieren: Ihr dürft diesen Posten nicht verlassen. Euer Anteil an dem, was uns in die Hände fällt, wird euch gehören.“

     

    Die meisten aus dieser Gruppe verließen jedoch ihren Wachtposten, als sie die Feinde siegen sahen. Sie hatten es eilig, bei den gefallenen Feinden Trophäen einzusammeln. Im Koranvers 161 der Sure 3 heißt es dazu:

     

    „Habt ihr etwa, als ihr euren Wachtposten verließet gedacht, der Prophet wird euch bei der Verteilung dessen, was vom besiegten Feind in die Hände der Muslime fällt, hintergehen?! Ein Prophet begeht niemals Verrat an den anderen. Propheten veruntreuen niemals etwas, weder ein Pfand von Gott noch ein Pfand der Menschen. Sie sind absolut zuverlässig.!“

     

    Aus dieser Koranstelle können wir entnehmen:

     

     Erstens: Unter den Anhängern des Propheten gab es Leute, die – trotzdem sie seine Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit kannten, in ihrem Glauben schwankten und dem Propheten misstrauten.

    Jeder von uns sollte darauf achten, dass er nicht selber auch solchen Einflüsterungen Luzifers zum Opfer fällt.

     

     

    Zweitens: Wichtig ist, dass der Mensch versucht Gott zufrieden zu stellen. Es wird ihm nicht gelingen, es allen Menschen recht zu machen.

     

     

    Drittens: Sollten wir am Jüngsten Tag Strafen erhalten, so ist dies das Resultat unserer eigenen Taten. Wir selber tun uns Unrecht an. Gott begeht kein Unrecht an uns.

     

    Nun die Übersetzung der beiden nächsten Verse: Vers 162 und Vers 163 der Sure Al-e Imran, Sure 3:

     

    أَفَمَنِ اتَّبَعَ رِضْوَانَ اللَّـهِ كَمَن بَاءَ بِسَخَطٍ مِّنَ اللَّـهِ وَمَأْوَاهُ جَهَنَّمُ ۚ وَبِئْسَ الْمَصِيرُ

     

    „Ist denn einer, der nach dem Wohlgefallen Gottes strebt, (gleich) wie einer, der dem Unwillen Gottes verfällt, und den die Hölle aufnehmen wird? – Ein schlimmes Ende! (3: 162)

     

    هُمْ دَرَجَاتٌ عِندَ اللَّـهِ ۗ وَاللَّـهُ بَصِيرٌ بِمَا يَعْمَلُونَ

     

    Sie (die Menschen) werden bei Gott (nach dem Wert ihrer Taten) verschieden eingestuft. Und Gott durchschaut wohl, was sie tun.“ (3: 163)

     

    An dieser Koranstelle wird die Zukunft der Gläubigen und der Heuchler verglichen: „Diejenigen, die nicht andere, sondern nur Gott mit ihrem Tun zufrieden stellen wollen, werden bei Gott so hoch eingestuft, dass sie zum Maßstab für das Gute werden.

     

    Aber diejenigen, die die Religion zu einem Mittel machen um an ihre eigenen, weltlichen Interessen zu gelangen, erfahren Gottes Zorn. In diesem Leben und in der Ewigkeit handeln sie sich damit ein schlimmes Ende ein.“

     

    Wie aus den Aufzeichnen hervorgeht, hatten sich einige der Muslime nicht dem Heer des Propheten angeschlossen. Sie hatten sich Ausreden ausgedacht und waren in Medina geblieben. Einige von ihnen, weil ihr Glaube zu schwach war, die anderen, weil sie von vornherein nur geheuchelt hatten Muslime zu sein. Mit diesen Koranversen wird den Heuchlern gesagt, was sie in Zukunft erwartet.

     

    Den Versen 162 und 163, Sure 3, lässt sich also entnehmen:

     

    Erstens: Das heiligste Ziel des Menschen ist das Streben nach Gottes Zufriedenheit. Gott stuft den Menschen entsprechend seiner Bemühungen um die göttliche Zufriedenheit ein.

     

    Zweitens: In einer islamischen Gesellschaft dürfen die Kämpfer auf dem Wege Gottes nicht mit denen, die dem Djihad aus dem Weg gehen, auf die gleiche Stufe gestellt werden. Wer dem Kampf für das Gute auf dem Wege Gottes, also dem Djihad, den Rücken zukehrt, der handelt sich Gottes Zorn ein.