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    Teil 92: Sure Al-e Imran (Familie oder das Haus des Imran) Verse 164-168

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    Der Vers 164 der Sure 3 Al-e Imran besagt: (3: 164- 168)

     

    لَقَدْ مَنَّ اللَّـهُ عَلَى الْمُؤْمِنِينَ إِذْ بَعَثَ فِيهِمْ رَسُولًا مِّنْ أَنفُسِهِمْ يَتْلُو عَلَيْهِمْ آيَاتِهِ وَيُزَكِّيهِمْ وَيُعَلِّمُهُمُ الْكِتَابَ وَالْحِكْمَةَ وَإِن كَانُوا مِن قَبْلُ لَفِي ضَلَالٍ مُّبِينٍ

     

    „Gott hat in der Tat den Gläubigen Huld erwiesen, als Er unter ihnen einen Gesandten aus ihren eigenen Reihen in Erscheinung treten ließ, der ihnen Seine (Gottes) Verse verliest, sie läutert und sie die Schrift und die Weisheit lehrt. Früher befanden sie sich offensichtlich im Irrtum.“ (3: 164)

     

    In der Schöpfung, welche Gott aufgrund seiner Huld für alle Geschöpfe, insbesondere den Menschen, hervorgebracht hat, gilt die Wegweisung als größter Segen. Diese Wegweisung hat der Mensch auf eine besondere Weise von Gott erhalten, und ohne diese vergeudet er nur seine Kräfte oder denkt und handelt abwegig. Wir sehen, dass diejenigen die nicht auf die göttliche Wegweisung achten, die dem Menschen durch Offenbarung und Verstand gegeben wurde, sogar auf Gebieten wie der Wissenschaft Unheil stiften. Sie bemühen sich nicht um den Frieden der Menschen, sondern rufen Konflikte, Besorgnisse und Gewalt in der Gesellschaft hervor.

     

    Doch Gott will die Menschen und die menschliche Gesellschaft vom Schlechten befreien und ihnen den Weg zur Vervollkommnung weisen. Deshalb hat er Propheten beauftragt, den Menschen die göttliche Lehre zu bringen, ihre Vernunft und das von Ihm mitgegebene Gute im Menschen zu stärken. Auf diese Weise will Gott die Menschen vor dem Niedergang bewahren.

     

    Diese Koranstelle lehrt uns drei wichtige Dinge:

     

    Erstens: Die Sendung von Propheten ist das größte Geschenk Gottes an die Menschheit. Wir sollten diesen Segen zu schätzen wissen.

     

    Zweitens: Die Läuterung steht über der Wissenschaft. Wissen und Wissenschaft müssen einer reinen Quelle entspringen.

     

    Drittens: Selbstveredlung und Läuterung der Seele sollen aufgrund der Lehre der Propheten und der göttlichen Offenbarung geschehen. Unnötige Entbehrungen wie Asketen- und Mönchtum, die nicht in den Lehren der Propheten stehen, sind ein Abweichen vom Wege.

     

    Der nächste Vers der Sure Al-e Imran, Vers 165  lautet:

     

    أَوَلَمَّا أَصَابَتْكُم مُّصِيبَةٌ قَدْ أَصَبْتُم مِّثْلَيْهَا قُلْتُمْ أَنَّىٰ هَـٰذَا ۖ قُلْ هُوَ مِنْ عِندِ أَنفُسِكُمْ ۗ إِنَّ اللَّـهَ عَلَىٰ كُلِّ شَيْءٍ قَدِيرٌ

     

    „Sagt ihr denn immer wieder, wenn euch ein Unglück trifft, wie ihr es doppelt so stark (dem Feind) zugefügt habt: ‚Woher kommt das?‘ Sag: ‚Es kommt von euch selber. Gott hat zu allem die Macht!“ (3: 165)

     

    Als die Muslime im Uhud-Krieg siebzig Tote hinnehmen mussten und eine Niederlage erlitten, fragten sie den Propheten: Warum haben wir verloren?

     

    Gott offenbarte dem Propheten den Vers 165 der Sure Al-e Imran als Antwort für die Muslime, der besagt: „Ihr habt doch im Jahr zuvor, im Badr-Krieg, den Feinden doppelt so viel Unglück beigefügt, denn ihr habt 70 von ihnen getötet und 70 von ihnen gefangen genommen.

     

    Außerdem geht eure Niederlage in diesem Jahr in Uhud auf euren Verstoß gegen die Anweisungen des Propheten und eure Uneinigkeit und charakterliche Schwäche zurück. Glaubt nur nicht, Gott hätte euch nicht siegen lassen können. Er ist zu allem in der Lage. Aber seine Hilfe setzt voraus, dass ihr auf den Propheten hört.“

     

    Wir ersehen daraus:

     

    Erstens: Wollen wir ein Urteil fällen, müssen wir Glück und Unglück einander gegenüber stellen. Wir sollten zum Beispiel nicht nur die Niederlage in Uhud sehen, sondern auch den Sieg im Badr-Krieg.

     

     

    Zweitens: Auf der Suche nach den Faktoren für eine Niederlage, müssen wir nach den Ursachen die dazu geführt haben, auch bei uns selber suchen, und nicht nur bei externen Faktoren. Wir sollten versuchen die Ursachen bei uns selber zu erkennen und sie zu ändern.

     

    Die Verse 166 und 167 der Sure Al-e Imran können wie folgt übersetzt werden:

     

    وَمَا أَصَابَكُمْ يَوْمَ الْتَقَى الْجَمْعَانِ فَبِإِذْنِ اللَّـهِ وَلِيَعْلَمَ الْمُؤْمِنِينَ

     

    „Und was euch am Tag, da die beiden Heere (in Uhud) aufeinander stießen traf, geschah mit Gottes Erlaubnis. Er wollte die Gläubigen (auf diese Weise) erkennbar machen. (3: 166)

     

    وَلِيَعْلَمَ الَّذِينَ نَافَقُوا ۚ وَقِيلَ لَهُمْ تَعَالَوْا قَاتِلُوا فِي سَبِيلِ اللَّـهِ أَوِ ادْفَعُوا ۖ قَالُوا لَوْ نَعْلَمُ قِتَالًا لَّاتَّبَعْنَاكُمْ ۗ هُمْ لِلْكُفْرِ يَوْمَئِذٍ أَقْرَبُ مِنْهُمْ لِلْإِيمَانِ ۚ يَقُولُونَ بِأَفْوَاهِهِم مَّا لَيْسَ فِي قُلُوبِهِمْ ۗ وَاللَّـهُ أَعْلَمُ بِمَا يَكْتُمُونَ

    Und er wollte diejenigen erkennbar machen, die heucheln. Man sagte zu ihnen: Kommt her und kämpft um Gottes willen oder wehrt (zumindest die Feinde) ab! Sie sagten: Wenn wir kämpfen wüssten, würden wir euch wahrlich folgen. An jenem Tag waren sie dem Unglauben näher als dem Glauben. Was ihre Münder sagen entspricht nicht dem, was in ihren Herzen ist. Aber Gott weiß sehr wohl, was sie verborgen halten.“ (3: 167)

     

    Sie erinnern sich: Wir sagten: Als die Nachricht vom Angriff der Götzenanbeter die Stadt Medina erreichte, lud der Prophet die Gläubigen zur Beratung in die Moschee ein. Die Mehrheit stimmte dafür, dass die Muslime die Stadt verlassen und an den Berghängen des Uhud-Berges Stellung beziehen. Einige angesehene Medianer waren der Ansicht, die Muslime sollten in der Stadt bleiben und von ihren Häusern aus gegen den Feind kämpfen. Sie fühlten sich verletzt, als der Prophet die Meinung der jungen Leute, die in der Mehrheit waren, vorzog. Deshalb machten sie auf halbem Wege unter den verschiedensten Vorwänden wieder kehrt und veranlassten auch einige andere Muslime zurückzukehren.

     

    Der Koran sagt gerichtet an die Gläubigen: „Auch wenn der Uhud-Krieg eine sehr bittere Erfahrung war, hat er aber auch zur Folge gehabt, dass die wahren Gläubigen, von denen die nur behaupten gläubig zu sein, unterscheidbar werden und sich zeigt, wer auf den Propheten hört und wer den Propheten nur für eigene Ziele ausnutzen will.“

     

    Wir entnehmen dieser Koranstelle:

     

    Erstens: Gott prüft uns mit Freud und Leid. Damit macht er unser wahres Wesen deutlich. Wir sollten darauf achten, dass wir solche Prüfungen bestehen.

     

    Zweitens: Heuchelei drängt den Menschen in Richtung Unglauben. Wir sollten nicht meinen, es wäre Klugheit sich überall den anderen anzupassen. Das wichtigste für den Erfolg ist und bleibt die Aufrichtigkeit.

     

    Drittens: Die Verteidigung von Leib und Seele, Ehre und dem eigenen Land ist etwas Gutes. Wer auf diesem Wege sein Leben hergibt, der gilt als Märtyrer.

     

    Weiter geht es mit der Übersetzung des Verses 168 der Sure Al-e Imran:

     

    الَّذِينَ قَالُوا لِإِخْوَانِهِمْ وَقَعَدُوا لَوْ أَطَاعُونَا مَا قُتِلُوا ۗ قُلْ فَادْرَءُوا عَنْ أَنفُسِكُمُ الْمَوْتَ إِن كُنتُمْ صَادِقِينَ

     

    „(Heuchler sind) diejenigen, die hinsichtlich ihrer Brüder sagen, während sie selber daheim geblieben sind: ‚Wenn sie uns gehorcht hätten, wären sie nicht getötet worden.‘ (Prophet!) Sag: ‚Wehrt doch den Tod von euch selber ab, wenn ihr die Wahrheit sagt!'“ (3: 168)

     

    Einige hatten wie gesagt, schon vor dem Uhud-Krieg für Zwietracht gesorgt. Auch nach Ende des Krieges führten sie ihre negative Propaganda weiter. Statt sich selber den Vorwurf zu machen, nicht an der Verteidigung ihrer Familien und ihrer Stadt teilgenommen zu haben, übten sie an denen Kritik, die in den Krieg gezogen waren und dabei ihr Leben verloren. Der Tod aber kann uns überall ereilen, nicht nur im Krieg. Niemand kann dem Tod entfliehen. Deshalb sagt Gott zu diesen Heuchlern: Glaubt nicht durch eure Flucht aus dem Kampf vor dem Tod sicher zu sein.

     

    Wir entnehmen diesem Koranvers:

     

    Erstens: Wer sich nicht an der Verteidigung beteiligt, obwohl der Feind angreift und die islamische Gesellschaft in Gefahr bringt, zeigt damit, dass sein Glauben nicht echt ist.

     

    Zweitens: Die Heuchler in der islamischen Gesellschaft schwächen die Moral der Märtyrerfamilien und der Kampfversehrten. Das ist eine ihrer schlechten Seiten.

     

    Drittens: Die Heuchler glauben sie sind besser als die anderen und erwarten, dass die anderen auf sie hören.