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    Teil 94: Sure Al-e Imran (Familie oder das Haus des Imran) Verse 174-178

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    Die Übersetzung des Verses 174 der Sure Al-e Imran lautet: (3: 174- 178)

     

    فَانقَلَبُوا بِنِعْمَةٍ مِّنَ اللَّـهِ وَفَضْلٍ لَّمْ يَمْسَسْهُمْ سُوءٌ وَاتَّبَعُوا رِضْوَانَ اللَّـهِ ۗ وَاللَّـهُ ذُو فَضْلٍ عَظِيمٍ

     

    „Und so kehrten sie durch Gottes Gnade und Huld heim, ohne dass ihnen etwas angetan worden wäre. Sie strebten nach dem Wohlgefallen Gottes und Gott ist voller Huld.“ (3: 174)

     

    Zu dem historischen Hintergrund: Wir hatten gesagt, dass auf Anweisung des Propheten die Kämpfer, die aus dem Uhud-Krieg zurückkehrten, sich erneut versammelten, um dem Feind entgegen zu treten. Unter ihnen waren auch Verletzte. Der Feind, der erneut Medina angreifen wollte, kehrte angesichts dieser starken Kampfmoral der Muslime endlich um.

     

    Im Vers 174 der Sure 3 werden besonders die verletzten Kämpfer gelobt, und wir entnehmen diesem Vers:

     

    Erstens: Wenn wir unserer Aufgabe nachkommen, beschenkt Gott uns mit Seinem Segen. Wer jedoch auf die Huld Gottes hofft, ohne seine Pflichten zu erfüllen, hofft vergeblich.

     

    Zweitens: Gottesfürchtigen Menschen ist der Wohlgefallen Gottes wichtig. Sie wollen Gott durch Erfüllung ihrer Pflicht zufrieden stellen, selbst wenn sie dadurch Leben oder Gesundheit aufs Spiel setzen.

     

    Die Übersetzung des nächsten Koranverses, Vers 175, Sure 3, lautet:

     

    إِنَّمَا ذَٰلِكُمُ الشَّيْطَانُ يُخَوِّفُ أَوْلِيَاءَهُ فَلَا تَخَافُوهُمْ وَخَافُونِ إِن كُنتُم مُّؤْمِنِينَ

     

    „Es ist kein anderer als Satan, der (euch) mit seinen Gefolgsleuten Angst (vor der Teilnahme am Kampf) macht. Ihr sollt daher nicht vor ihnen Angst haben, sondern vor Mir, wenn ihr gläubig seid.“ (3: 175)

     

    In dem vorherigen Vers hieß es, dass die Muslime, welche die Zufriedenheit Gottes erreichen wollen, sich vor keinem Feind fürchten und sogar, wenn sie verletzt sind, den Feind bekämpfen sollen. In diesem Vers nun wird auf die Muslime, die schwach im Glauben sind, hingewiesen, und gesagt, dass es Luzifer gelang, ihnen Angst einflößen. Luzifer konnte sie so sehr beeinflussen, dass sie auf ihn hörten und nicht mehr bereit waren sich voll und ganz für ihren Glauben einzusetzen.

     

    Der Koran sagt zu diesen Muslimen:

     

    Wenn ihr aufrichtig glaubt, dann fürchtet nur Gott. Fürchtet euch davor, Seine Anweisungen zu missachten. Vor der Macht des Feindes habt keine Angst. Gottes Macht steht weit über der Macht des Feindes.

     

    Drei Punkte können wir aus dieser Koranstelle entnehmen:

     

    Erstens: Gerüchte und Propaganda, die Angst in einer islamischen Gesellschaft auslösen, kommen vom Feind des Islams.

     

    Zweitens: Angst vor der Teilnahme an einem Kampf gegen die Feinde des Islams, ist ein Zeichen für die Schwäche im Glauben.

     

    Drittens: Einschüchterungen und Bedrohungen sind Strategien der großen Mächte, mit denen sie den Ruf der Unterdrückten ersticken und ihrem Aufstand vorbeugen wollen.

     

     

    Die nächsten beiden Verse, 176 und 177, lauten in einer Übersetzung:

     

    وَلَا يَحْزُنكَ الَّذِينَ يُسَارِعُونَ فِي الْكُفْرِ ۚ إِنَّهُمْ لَن يَضُرُّوا اللَّـهَ شَيْئًا ۗ يُرِيدُ اللَّـهُ أَلَّا يَجْعَلَ لَهُمْ حَظًّا فِي الْآخِرَةِ ۖ وَلَهُمْ عَذَابٌ عَظِيمٌ

     

    „Prophet! Diejenigen, die sich im Unglauben ereifern, brauchen dich nicht traurig zu machen. Sie können Gott nie einen Schaden zufügen. Gott will ihnen im Jenseits keinen Anteil zuweisen. Vielmehr haben sie eine gewaltige Strafe zu erwarten.“ (3: 176)

     

     

    إِنَّ الَّذِينَ اشْتَرَوُا الْكُفْرَ بِالْإِيمَانِ لَن يَضُرُّوا اللَّـهَ شَيْئًا وَلَهُمْ عَذَابٌ أَلِيمٌ

     

    „Diejenigen, die ihren Glauben gegen den Unglauben eintauschen, können Gott keinen Schaden zufügen. Sie haben vielmehr eine schmerzhafte Strafe zu erwarten.“ (3: 177)

     

    Nachdem die Muslime in Uhud eine Niederlage hinnehmen mussten, überkam einige von ihnen Angst und ein Gefühl der Schwäche. Sie waren bekümmert und besorgt und fragten einander: Was erwartet uns wohl in der Zukunft?

     

    Durch diesen Vers erhalten sie indirekt eine Antwort, denn gerichtet an den Propheten heißt es: Der Sieg der Gottesleugner im Uhud-Krieg wird ihnen nicht zum Glück gereichen. Er wird nur zur Folge haben, dass sie noch mehr im Morast des Unglaubens versinken und sie werden keinen Anteil an dem Segen im Jenseits haben. Ihr Unglauben wird Gott nie schaden, wohl aber schaden sie sich selber und es erwartet sie am Jüngsten Tag ein schlimmer Lohn.

     

    Interessant ist, dass in diesem Vers von einem Handel die Rede ist, d.h. bei diesem Handel erwerben die Ungläubigen (Kafir) den Unglauben, anstelle des Glaubens. Der Koran zieht das Geschehen auf einem Bazar als Gleichnis für die irdische Welt heran. Jeder befindet sich unweigerlich auf diesem Bazar, aber er sucht sich selber seine Kunden aus. Entweder ist sein „Kunde“ Gott oder jemand anderes als Gott. Die Waren sind unsere Taten. Entscheidend ist nun, zu welchem „Käufer“ wir diese Ware bringen.

     

    Wer sich Gott als Kunden aussucht und ihm seine guten Taten anbietet, der wird vom Koran gelobt und ihm wird der größte Gewinn versprochen, nämlich das Paradies. Der Koran tadelt andererseits diejenigen, die ihre Taten an andere als an Gott verkaufen, und mahnt, dass sie sich damit nicht nur keinen Gewinn einholen, sondern sich den größten Schaden einhandeln können.

     

     

    Wir leiten aus dieser Koranstelle einige Punkte ab:

     

    Erstens: Gott ist weder auf unsere Existenz noch auf unser Handeln angewiesen. Wenn jemand seinen Glauben aufgibt und seine Pflichten nicht mehr erfüllt, trägt er selber den Schaden davon.

     

    Zweitens: Unglauben und Undankbarkeit gegenüber Gott führen dazu, dass der Mensch in der kommenden Welt auf die göttliche Barmherzigkeit verzichten muss.

     

    Drittens: Muslime sollten beim Vergleich zwischen Muslimen und Ungläubigen nicht nur den weltlichen Aspekt sehen, sondern daran denken: Den Seelenfrieden, auf den ihr Gottgläubigen im Jenseits hoffen könnt, werden die Gottesleugner und -verleumder nicht haben!

     

    In der Übersetzung des Verses 178 der Sure 3 heißt es:

     

     

    وَلَا يَحْسَبَنَّ الَّذِينَ كَفَرُوا أَنَّمَا نُمْلِي لَهُمْ خَيْرٌ لِّأَنفُسِهِمْ ۚ إِنَّمَا نُمْلِي لَهُمْ لِيَزْدَادُوا إِثْمًا ۚ وَلَهُمْ عَذَابٌ مُّهِينٌ

     

    „Und diejenigen die ungläubig sind, sollen ja nicht meinen, dass wir ihnen Aufschub gewähren, sei für sie selber gut. Wir gewähren ihnen nur (darum) Aufschub, damit sie der Sünde immer mehr verfallen. Eine erniedrigende Strafe haben sie zu erwarten.“ (3: 178)

     

    Hier wird nun gesagt: Den Ungläubigen wird eine Frist gewährt. Das ist Gottes Gesetz. Es soll nicht bedeuten, dass Gott nicht weiß, dass sie sich Strafe verdient haben. Er soll auch nicht heißen, dass er sie nicht bestrafen kann.

     

    Gott erlaubt allen Menschen, dass sie selber entscheiden und ihren Weg, gut oder schlecht, selber wählen. Daher gibt er ihnen eine Frist, in der sie frei handeln können. Die Ungläubigen denken, dieser Aufschub sei ihnen nützlich, aber sie nutzen ihn meist nur dazu, weiter Schlechtes zu tun und anzuhäufen. Ihr Unglauben wird nach Ablauf der Frist zu einem schlimmen Ende führen.

     

    Aus dieser Sure können wir folgendes ersehen:

     

    Erstens: Wenn jemandem von Gott Aufschub gewährt wird, ist das nicht unbedingt Zeichen göttlichen Wohlwollens. Keiner sollte sich deswegen falsche Hoffnungen machen. Solange es nicht zu spät ist, sollte er sich vom Unglauben abkehren.

     

    Zweitens: Es ist nicht entscheidend, wie lange der Mensch lebt, sondern wie er das Leben nutzt, ist wichtig. Imam Sadschad (gegrüßet sei er) bittet Gott in seinem Mukaram ul Achlaq – Gebet :

     

    „Sollte mein Leben zum Weideplatz Satans werden, dann lass es kurz sein!“

     

    Drittens: Fällt nicht schnell ein Urteil, wenn ihr seht, dass es Ungläubigen gut geht. Denkt auch daran, welches Ende sie einst nehmen.

     

    Viertens: Wenn Unterdrücker herrschen, sollt ihr nicht denken, Gott sei damit einverstanden. Ihr sollt die Herrschaft von Unterdrückern nicht hinnehmen.