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    Teil 97: Sure Al-e Imran (Familie oder das Haus des Imran) Verse 187-190

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    Teil 97: Sure Al-e Imran (Familie oder das Haus des Imran) Verse 187-190
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    Wir beginnen mit der Übersetzung des Verszeichens 187 der dritten Sure, Sure Al-e Imran: (3: 187- 190)

     

    وَإِذْ أَخَذَ اللَّـهُ مِيثَاقَ الَّذِينَ أُوتُوا الْكِتَابَ لَتُبَيِّنُنَّهُ لِلنَّاسِ وَلَا تَكْتُمُونَهُ فَنَبَذُوهُ وَرَاءَ ظُهُورِهِمْ وَاشْتَرَوْا بِهِ ثَمَنًا قَلِيلًا ۖ فَبِئْسَ مَا يَشْتَرُونَ

     

    „Und als Gott die Verpflichtung derer, die die Schrift erhalten haben, entgegennahm (des Inhalts): ‚Ihr sollt sie (die Wahrheit) den Menschen deutlich machen, und sie nicht verborgen halten.‘ Aber sie warfen sie achtlos hinter sich und verschacherten sie. Ein schlechter Handel (den sie sich da erkauften)!“ (3: 187)

     

    Unter den Völkern gibt es immer eine große Mehrheit deren geistiges Niveau auf einer Ebene liegt, und die sich bezüglich ihrer Lebensweise und Religion nach den Gelehrten orientieren. Daher bringen rechtschaffene Gelehrte die Gesellschaft moralisch auf den richtigen Weg, während solche, die sich nicht an Religion und Moral orientieren, sie ins Unheil führen.

     

    Gott hat den Gelehrten, welche die Wahrheiten der Religion kennen, mehrere wichtige Aufgaben gegeben. Eine davon ist die Aufgabe, dass sie die ganze Wahrheit für die Menschen darlegen. Ein Gelehrter ist nicht nur eigenverantwortlich, sondern er ist auch für die Lenkung der Gesellschaft verantwortlich. Wenn Religionsgelehrte die göttlichen Zeichen, die Er ihnen zu erkennen gab, verschweigen, ist dies eine der größten Sünden. So steht es im Koran.

     

    Noch heute sehen wir, dass Gelehrte der Schriftbesitzer über die Verheißungen die in der Thora und dem Evangelium über das Kommen des Propheten des Islam stehen, schweigen. Sie klären die Menschen nicht darüber auf. Zur Wahrung ihrer Position sind sie bereit, die Zeichen der heiligen Offenbarungsschriften gegen billige weltliche Vorteile einzutauschen.

     

    Wir lernen aus dem Vers 187 der Sure 3:

     

    Erstens: Nicht nur unberechtigte Äußerungen, sondern auch unberechtigtes Schweigen zieht Strafe nach sich. Die Wahrheit zu verbergen ist eine Sünde, die Gelehrte jeden Volkes begehen können. Diese Sünde wirkt sich oftmals über Jahrhunderte aus.

     

    Zweitens: Gelehrte sind für die Lenkung und die Aufklärung der Menschen verantwortlich.

     

    Drittens: Gelehrte, die sich nur dem Weltlichen zuwenden, werden – anstatt der Gesellschaft zum Wohl zu gereichen – den Verfall oder Stillstand dieser Gesellschaft verursachen.

     

    Der nächste Koranvers ist der Vers 188 der Sure Al-e Imran, dieser lautet in der deutschen Übersetzung:

     

    لَا تَحْسَبَنَّ الَّذِينَ يَفْرَحُونَ بِمَا أَتَوا وَّيُحِبُّونَ أَن يُحْمَدُوا بِمَا لَمْ يَفْعَلُوا فَلَا تَحْسَبَنَّهُم بِمَفَازَةٍ مِّنَ الْعَذَابِ ۖ وَلَهُمْ عَذَابٌ أَلِيمٌ

     

    „Du darfst ja nicht meinen, dass diejenigen, die sich über das freuen, was sie begangen haben, und für das, was sie nicht getan haben, gelobt werden möchten – du darfst ja nicht meinen, dass sie der Strafe entgehen. Eine schmerzhafte Strafe haben sie zu erwarten“ (3: 188)

     

    Es lässt sich auf drei Gruppen von Menschen hinweisen:

     

    Zu der ersten Gruppe gehören diejenigen, die etwas Gutes tun und nicht wollen, dass außer Gott jemand davon erfährt. Selbst wenn sie anderen eine Hilfe zukommen lassen, gehen sie so vor, dass sie unerkannt bleiben.

     

    Die zweite Gruppe tut gute Werke, damit die anderen es sehen und sie loben. Diese sind Heuchler und Wichtigtuer.

     

    Aber die dritte Gruppe sind diejenigen, die sogar für das gelobt werden wollen, was sie gar nicht getan haben, oder die möchten, dass ihnen die Verdienste anderer zugeschrieben werden.

     

    Der Koran weist auf diese dritte Gruppe von Menschen hin. Sie sind wie Ungebildete, die möchten, dass die anderen sie als gelehrt betrachten oder sie sind ängstlich und genießen es, wenn andere sie für mutig halten. Einem solchen Verhalten liegt Täuschungsabsicht zugrunde, deshalb werden diese Leute nicht glücklich werden.

     

    Wir lernen aus der Koranstelle Sure 3, Vers 188:

     

    Erstens: Es ist unangemessen für etwas Lob zu erwarten, was man nicht getan hat. Eine solche Erwartung führt zur Niederlage des Menschen.

     

    Zweitens: Noch gefährlicher als die Hoffnung auf Lob ohne Leistung, ist die Denkweise, dass Menschen die an der Spitze einer Gesellschaft stehen, die einen hohen Titel tragen, hinter dem möglicherweise aber nichts steckt, zu beneiden und glücklich sind.

     

    Drittens: Schmeichelei ist nachteilig, denn Schmeichelei führt zur Verbreitung des Gedankens, von anderen Lob zu erwarten für Dinge, die man nicht getan hat.

     

    Viertens: Ein Sünder wird vielleicht seine Sünden bereuen und zu Gott umkehren, aber arrogante Menschen mit hohen Erwartungen, werden gar nicht erst an Reue denken, deshalb versperren sie sich selbst den Weg zur Rettung.

     

     

    Die Übersetzung der beiden nächsten Verse der Sure 3, der Verse 189 und 190 lautet wie folgt:

     

    وَلِلَّـهِ مُلْكُ السَّمَاوَاتِ وَالْأَرْضِ ۗ وَاللَّـهُ عَلَىٰ كُلِّ شَيْءٍ قَدِيرٌ

     

    „Und Gott hat die Herrschaft über Himmel und Erde. Er hat zu allem die Macht. (3: 189)

     

    إِنَّ فِي خَلْقِ السَّمَاوَاتِ وَالْأَرْضِ وَاخْتِلَافِ اللَّيْلِ وَالنَّهَارِ لَآيَاتٍ لِّأُولِي الْأَلْبَابِ

     

    Gewiss! In der Erschaffung der Himmel und der Erde und der Aufeinanderfolge von Tag und Nacht liegen Zeichen (die Wissen und Macht Gottes verdeutlichen) für die, die Verstand haben.“ (3: 190)

     

    Es ist charakteristisch für den Koran, dass er die Gottergebenen zum Nachdenken über die Schöpfung aufruft. Jeder, der an den Koran als Offenbarungsschrift glaubt, hat in Wahrheit die Existenz Gottes akzeptiert. Aber nur der Glaube ist von Wert, der von Wissen begleitet und bewusst gelebt wird.

     

    Ein Muslim soll sich nicht nur die Erde betrachten, er soll auch auf die Schöpfung über sich schauen. Er soll über die erstaunliche Daseinsordnung nachdenken. Auch die selbstverständlichsten Dinge, wie sich ständig wiederholende Phänomene des Daseins, zum Beispiel die Aufeinanderfolge von Tag und Nacht, sollte er ernst nehmen. Die Verschiebung des Sonnenauf- und Sonnenunterganges im Laufe des Jahres und der geregelte Wechsel zwischen Tag und Nacht, lehren ihn Gotterkenntnis. Mit ihrer Hilfe kann er die absolute Macht Gottes erkennen. Kann er erkennen, dass außer Gott, niemand über dieses Dasein herrscht.

     

    In den Koraninterpretationen wird wie folgt aus dem Leben des Propheten berichtet:

     

    Einmal, als der Prophet des Islam sich zum Schlafen hinlegte, stand er plötzlich wieder auf, nahm die Gebetswaschung vor und stellte sich zum Gebet auf. Während des Gebetes begann er zu weinen. Er weinte so heftig, dass die Tränen sein Gewand durchnässten und auf den Boden tropften. Auf die Frage, warum er so sehr geweint hatte, sagte er am nächsten Tag:

     

    Mir sind Verse offenbart worden, die zum Nachdenken über Gottes Schöpfung einladen. Wehe denen, die diese Verse lesen, aber nicht über sie nachdenken.

     

    Die Verse, die in dieser Nacht dem Propheten geoffenbart worden waren, waren genau die Verse 189 und 190 der Sure 3.

    Und es wurde empfohlen, dass diese beiden Verse vor jedem Nachtgebet gesprochen werden sollen.

     

     

    Wir entnehmen diesen beiden Versen:

     

    Erstens: Uns sollte das Weltliche nicht blenden, weder Geld noch Ruhm. Die Erde ist mit all ihrer Pracht geringfügig gegenüber der großen Schöpfung Gottes. Was bedeutet die Herrschaft über ein Stück von dieser Erde im Vergleich zu der absoluten Herrschaft Gottes über alles – sowohl die Erde als auch das Weltall!

     

    Zweitens: Die Kenntnisse vom Dasein und den Daseinsgeheimnissen ist eine gute Vorbereitung auf eine tiefe Gotterkenntnis und die Erkenntnis über Seine Macht. Die Naturwissenschaften können eine sehr große Hilfe bei der Stärkung der Erkenntnis und des Glaubens der Menschen sein.

     

    Drittens: Es ist ein Zeichen für Klugheit, wenn der Mensch über das Dasein nachdenkt, um zu Gotterkenntnis zu gelangen. Eine Nutzung des Daseins, ohne zu wissen woher dieses Dasein kommt, ist dahingegen ein Zeichen für Unverstand.