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    Teil 98: Sure Al-e Imran (Familie oder das Haus des Imran) Verse 191-195

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    Wir setzen unsere Koranauslegung mit dem Vers 191 der Sure 3, Al-e Imran, fort. Hier eine Übersetzung: (3: 191- 195)

     

    الَّذِينَ يَذْكُرُونَ اللَّـهَ قِيَامًا وَقُعُودًا وَعَلَىٰ جُنُوبِهِمْ وَيَتَفَكَّرُونَ فِي خَلْقِ السَّمَاوَاتِ وَالْأَرْضِ رَبَّنَا مَا خَلَقْتَ هَـٰذَا بَاطِلًا سُبْحَانَكَ فَقِنَا عَذَابَ النَّارِ

     

    „Diejenigen, die im Stehen, Sitzen oder Liegen Gottes gedenken und über die Erschaffung von Himmel und Erde nachsinnen (und sagen): ,Herr! Du hast das (alles) nicht umsonst geschaffen. Du bist gepriesen und rein (von sinnlosem Tun). Bewahre uns vor der Strafe des Höllenfeuers!“ (3: 191)

     

    Wir haben bereits darüber gesprochen, dass gemäß dem Koran Himmel, Erde und die gesamte Welt und was in ihr ist, Zeichen für die Existenz Gottes sind. In diesem Vers heißt es: Derjenige ist verständig und klug, der immer über diese Schöpfung nachdenkt. Jemand, der beim Anblick der Schöpfung zu dem Ergebnis gelangt, dass diese Welt kein Zufall, sondern Absicht ist und, dass diese Welt nicht nur einen Schöpfer hat, sondern ihr Schöpfer sie mit einem Plan und mit einem bestimmen Ziel erschuf.

     

    Nehmen wir ein Beispiel aus dem Leben: Jemand möchte ein Haus bauen und überlegt sich, wie er es bauen soll. Er entwirft aufgrund bestimmter Überlegungen und Erfordernisse die Anordnung der Zimmer und einzelnen Gebäudeabschnitte. Wenn der Mensch alleine schon für den Bau eines Hauses mit Zweck und Ziel plant, wie kann es dann sein, dass der Schöpfer des gesamten Daseins ziellos und ohne Plan die Welt erschaffen haben sollte?

     

    Wenn wir also akzeptieren, dass die Welt einen Sinn hat und hinter unserem Dasein eine Absicht steht, dann müssen wir uns als nächstes fragen, was unsere Rolle in diesem System ist. Welchen Platz wir darin einnehmen? Welche Pflichten und Aufgaben haben wir gegenüber dem Schöpfer angesichts des großen Nutzens, den wir aus dem Dasein ziehen?

     

     

    Der Koran sagt: Klug und weise sind diejenigen, die über diese Dinge nachdenken, um Verzeihung bitten, wenn sie nachlässig gehandelt haben und um Rettung vor Strafe beten.

     

    Wir lernen aus dem Vers 191 der Sure 3 unter anderem:

     

    Erstens: Das Gedenken an Gott ist ein Zeichen für Weisheit.

     

    Zweitens: Glauben soll auf Denken beruhen. Der Glaube an Gott ist dann wertvoll, wenn ihm Denken und Weisheit zugrunde liegt.

     

    Drittens: Das Dasein strebt auf ein Ziel zu. Sein Endziel ist Gott. Je mehr wir uns von diesem Ziel entfernen, desto näher rücken wir der Verdammnis.

     

    Vers 192 der Sure Al-e Imran lautet:

     

    رَبَّنَا إِنَّكَ مَن تُدْخِلِ النَّارَ فَقَدْ أَخْزَيْتَهُ ۖ وَمَا لِلظَّالِمِينَ مِنْ أَنصَارٍ

     

    „Herr! Wen du (aufgrund schlechter Taten) in das Höllenfeuer eingehen lässt, den machst du zuschanden. Und die Frevler haben (dereinst) keine Helfer.“ (3: 192)

     

    Der Vers 192 erinnert an die Strafe der Widersacher. Aus diesem Vers lernen wir: Wenn der Mensch das Dasein falsch einschätzt und glaubt, es sei sinnlose Spielerei, hat er gegen sich selbst gefrevelt. Wer gegen sich selber frevelt, für den kann keiner am Jüngsten Tag Fürsprache einlegen.

     

     

    Die Verse 193 und 194 der dritten Sure können wie folgt übersetzt werden:

     

    رَّبَّنَا إِنَّنَا سَمِعْنَا مُنَادِيًا يُنَادِي لِلْإِيمَانِ أَنْ آمِنُوا بِرَبِّكُمْ فَآمَنَّا ۚ رَبَّنَا فَاغْفِرْ لَنَا ذُنُوبَنَا وَكَفِّرْ عَنَّا سَيِّئَاتِنَا وَتَوَفَّنَا مَعَ الْأَبْرَارِ

     

    „Herr! Wir haben einen zum Glauben rufen hören (mit den Worten): „Glaubt an euren Herrn!“ Und da glaubten wir. Herr! Vergib uns nun unsere Schuld und tilg uns unsere schlechten Taten! Und beruf uns (dereinst) ab mit den Frommen (ins Paradies)! (3: 193)

     

    رَبَّنَا وَآتِنَا مَا وَعَدتَّنَا عَلَىٰ رُسُلِكَ وَلَا تُخْزِنَا يَوْمَ الْقِيَامَةِ ۗ إِنَّكَ لَا تُخْلِفُ الْمِيعَادَ

     

    Und gib uns, Herr, was du uns durch deine Gesandten versprochen hast! Und lass uns am Tag der Auferstehung nicht zuschanden werden! Du brichst nicht, was du versprochen hast.“ (3: 194)

     

    Kluge Menschen hören auf die Stimme der Vernunft und auf die Stimme ihres Seelengrundes und erreichen Gotterkenntnis, indem sie über die Schöpfung nachdenken. Aber nicht nur das! Sie hören auch auf die Stimme der Gesandten Gottes, jener Menschen, die zum Glauben an Gott aufrufen.

     

    Sie bekennen sich zum Glauben und bitten um Vergebung für alle Fehler – große und kleine. Sie bitten Gott um einen guten Lebensausgang.

     

    Weise Menschen wissen, Gott hat Belohnung für aufrichtig gute Taten versprochen und daher können sie auf Gottes Gnade hoffen. Daher bitten Sie Gott ständig um seine Vergebung und, dass das Versprechen Gottes an ihnen in Erfüllung geht.

     

    Wir entnehmen dieser Koranstelle:

     

    Erstens: Ein Zeichen für Weisheit ist, dass der Mensch die Wahrheit anerkennt und auf das Wort Gottes, das Wort der Wahrheit hört, und es akzeptiert.

     

    Zweitens: Zum Glauben und zum Nachdenken gehört, dass der Mensch sich seine Sünden vor Augen hält, sie bereut und Gott um Vergebung bittet.

     

    Drittens: Weitsicht und eine Abberufung mit den Frommen sind Merkmale für die weisen Gläubigen.

     

    Im Vers 195 der Sure Al-e Imran heißt es daraufhin:

     

    فَاسْتَجَابَ لَهُمْ رَبُّهُمْ أَنِّي لَا أُضِيعُ عَمَلَ عَامِلٍ مِّنكُم مِّن ذَكَرٍ أَوْ أُنثَىٰ ۖ بَعْضُكُم مِّن بَعْضٍ ۖ فَالَّذِينَ هَاجَرُوا وَأُخْرِجُوا مِن دِيَارِهِمْ وَأُوذُوا فِي سَبِيلِي وَقَاتَلُوا وَقُتِلُوا لَأُكَفِّرَنَّ عَنْهُمْ سَيِّئَاتِهِمْ وَلَأُدْخِلَنَّهُمْ جَنَّاتٍ تَجْرِي مِن تَحْتِهَا الْأَنْهَارُ ثَوَابًا مِّنْ عِندِ اللَّـهِ ۗ وَاللَّـهُ عِندَهُ حُسْنُ الثَّوَابِ

    „Da erhörte sie ihr Herr (mit den Worten): Ich werde keine Handlung unbelohnt lassen, die einer von euch, männlich oder weiblich, begeht. Ihr gehört zueinander (ohne Unterschied des Geschlechts). Darum werde ich denen, die um meinetwillen ausgewandert und aus ihren Häusern vertrieben worden sind und Ungemach erlitten haben, und die gekämpft haben und (dabei) getötet worden sind, ihre schlechten Taten tilgen, und ich werde sie in Gärten einkehren lassen, unter deren Bäumen Bäche fließen. Das ist ihre Belohnung von Gott. Bei Gott ist die beste Belohnung.“ (3: 195)

     

    In den Versen vor dem Vers 195 haben wir darüber erfahren, wie kluge Gläubige und gläubige Gelehrte sind. Ihr Glauben ist gegründet auf Denken und Wissen und sie sind gegenüber Gott ergeben. Sie bitten Gott um Verzeihung für Sünden und Nachlässigkeiten. Gott erhört ihr Gebet. Danach verkündet er ein allgemeines Gesetz, nämlich: Kein gutes Werk geht verloren. Dabei wird kein Unterschied gemacht, ob der Handelnde weiblich ist oder männlich, denn alle gehören sie zusammen und keiner steht über dem anderen, es sei denn er besitzt eine größere Gottesfurcht. Im Koran steht hier also, dass niemand – egal Mann oder Frau – gegenüber Gott Privilegien besitzt, es sei denn durch seine Gottesfürchtigkeit. Dann weist der Koran im Vers 195 auf die Hidschra -die Auswanderung zur Wahrung der Religion, und den Djihad – den Kampf für das Gute im Zeichen Gottes hin, und sagt:

     

    Glaube alleine reicht nicht aus, so wie Wissen und Verstand alleine nichts nutzen. Handeln ist wichtig, und zwar gutes Tun für Gott, Ihm zuliebe. Dadurch erst gelangt der Mensch an Glück und Wohl in dieser und in der zukünftigen Welt. Alle diejenigen werden von Gott reichlich belohnt, die nachdem sie zum Glauben gefunden haben, aufrichtig danach handeln.

     

    Wir entnehmen dieser Koranstelle folgende Punkte:

     

    Erstens: Nach dem göttlichen Plan wird jede gute Tat belohnt, wenn der Mensch sie nicht für sich selber, sondern um Gottes willen tut.

     

    Zweitens: Männer und Frauen sind hinsichtlich der Erreichung eines hohen menschlichen Ranges und der Erreichung von vollkommenen Eigenschaften vor Gott gleichgestellt.

     

    Drittens: Solange der Mensch nicht von der Sünde und ihrem Schmutz frei geworden ist, ist er es nicht würdig, in das Paradies der Reinen einzukehren.