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    Teil 99: Sure Al-e Imran (Familie oder das Haus des Imran) Verse 196-200

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    Wir haben die letzten Verse der Sure 3 erreicht. Diese Sure hat insgesamt 200 Verse.

    Die Verse 196 und 197 der Sure Al-e Imran lauten auf Deutsch: (3: 196- 200)

     

    لَا يَغُرَّنَّكَ تَقَلُّبُ الَّذِينَ كَفَرُوا فِي الْبِلَادِ

     

    „Du darfst dich ja nicht dadurch täuschen lassen, dass diejenigen, die ungläubig sind, (frei und ungestraft) im Land ein- und ausgehen. (3: 196)

     

    مَتَاعٌ قَلِيلٌ ثُمَّ مَأْوَاهُمْ جَهَنَّمُ ۚ وَبِئْسَ الْمِهَادُ

     

    (Es ist nur) eine geringfügige Nutznießung! Daraufhin wird die Hölle sie aufnehmen – ein schlimmes Lager!“ (3: 197)

     

    Im alltäglichen Leben können wir oft den Vergleich anstellen, das die Ungläubigen meist ein bequemes Leben führen, und gläubige und rechtschaffene Menschen oft Entbehrungen hinnehmen müssen. Somit stellt sich für die meisten die Frage: Warum ist das so?

     

    Die Muslime in der Frühzeit des Islam fragten sich dies auch, denn den Götzenanbetern in Mekka und den Andersgläubigen in Medina, den Juden, welche vornehmlich Handelsgeschäfte betrieben, denen ging es sehr gut. Aber bei den Muslimen war das nicht der Fall: ein Teil von ihnen war aus Mekka ausgewandert und hatte dort alles zurücklassen müssen, außerdem hatten die Götzenanbeter sie wirtschaftlich boykottiert.

     

    Aber der Koran tröstete sie. Allerdings mahnt er sie zuerst, dass sie sich nicht davon täuschen lassen sollen, dass es den Ungläubigen besser geht: Alles das ist nur kurzfristiges Wohlergehen, ebenso wie die Entbehrungen der Gläubigen vorübergehend sind. Außerdem hat weltliches Wohl, das auf Unglauben aufbaut, nach Gottes Gesetz eine harte Strafe im Jenseits zu Folge. Gott sagt: Wenn ihr Vergleiche zwischen Euch und den Ungläubigen zieht, vergesst nicht daran zu denken, was sie und euch dereinst einmal erwartet. Denkt ihr denn genau wie die Ungläubigen, die meinen, das Leben wäre auf dieses vergängliche Dasein beschränkt?!

     

    Natürlich darf nicht vergessen werden, dass jeder, der im weltlichen Leben ernsthaft und fleißig unter Einsatz seines Wissens voranstrebt – ob gottesgläubig oder ungläubig, weltlichen Erfolg erzielen wird. Und jeder der weder arbeitet noch nach Wissen strebt, keinen Erfolg haben wird, unabhängig davon ob er gläubig ist oder nicht.

     

    Wenn es Ungläubigen in dieser Welt gut geht, dann liegt das oft daran, dass sie sich stark um weltliches Wohl bemühen. Es hat nicht alleine etwas mit Glauben oder Unglauben zu tun. Und wenn es Gläubigen nicht gut geht, dann liegt das nicht an ihrem Glauben, sondern daran, dass sie sich vielleicht nicht genug Mühe gegeben haben. Aber es spielen für beide Seiten noch sehr viele andere Faktoren eine wichtige Rolle.

     

    Anhand der Verse 196 und 197 können wir uns folgendes merken:

     

    Erstens: Wir sollten uns nicht von Reichtum und einem anscheinend guten Leben von Ungläubigen täuschen lassen. Wir dürfen unseren Glauben nicht opfern, um an weltlichen Reichtum zu gelangen.

     

     

    Drittens: Das weltliche Wohl ist, wie das weltliche Leben selber, irgendeinmal zu Ende. Wir sollten aber an die Erzielung des ewigen Wohles denken!

     

    Der Vers 198 der Sure 3 besagt in einer deutschen Übersetzung:

     

    لَـٰكِنِ الَّذِينَ اتَّقَوْا رَبَّهُمْ لَهُمْ جَنَّاتٌ تَجْرِي مِن تَحْتِهَا الْأَنْهَارُ خَالِدِينَ فِيهَا نُزُلًا مِّنْ عِندِ اللَّـهِ ۗ وَمَا عِندَ اللَّـهِ خَيْرٌ لِّلْأَبْرَارِ

     

    „Aber denen, die ihren Herrn fürchten, werden (dereinst) Gärten zuteil, unter deren Bäumen Bäche fließen, und in denen sie ewig weilen werden, – ein Quartier (das ihnen) von Gott (zugedacht ist). Was bei Gott bereitsteht, ist für die Frommen besser (als alle Güter der Welt).“ (3: 198)

     

    Im vorhergehenden Vers wurde auf die Lage der Gottesleugner und -verleumder am Jüngsten Tag hingewiesen. Dieser Vers verheißt nun den Gläubigen ein schönes Leben im Jenseits. Er verspricht: Frömmigkeit und Beachtung der religiösen Gebote kann zu Begrenzungen im diesseitigen Leben führen und lässt nicht zu, dass man Reichtum anhäuft und nach Vorherrschaft strebt. Gott aber wird am Jüngsten Tag seine Freunde in schönster Weise empfangen. Dieser Empfang beginnt in den herrlichen Paradiesgärten und -palästen. Doch Gott wartet mit noch viel höheren Gaben auf die Gläubigen: mit spirituellen Freuden.

     

    Aus Vers 198 schließen wir:

     

    Erstens: Der Glaube und das Handeln des Menschen werden unter der Voraussetzung akzeptiert, dass sie von Gottesfurcht begleitet sind. Wenn jemand rechtschaffen handelt ohne Gott zu fürchten mag das der Gesellschaft nützen, ihm selber bringt es aber für das Jenseits nichts ein.

     

    Zweitens: Am Jüngsten Tag sind die Gläubigen Gäste Gottes, er empfängt sie mit einem Getränk zur Begrüßung. Und er hält noch viel Besseres für ihren Empfang bereit.

     

    Die Übersetzung des vorletzten Verses, Vers 199 der Sure Al-e Imran lautet:

     

    وَإِنَّ مِنْ أَهْلِ الْكِتَابِ لَمَن يُؤْمِنُ بِاللَّـهِ وَمَا أُنزِلَ إِلَيْكُمْ وَمَا أُنزِلَ إِلَيْهِمْ خَاشِعِينَ لِلَّـهِ لَا يَشْتَرُونَ بِآيَاتِ اللَّـهِ ثَمَنًا قَلِيلًا ۗ أُولَـٰئِكَ لَهُمْ أَجْرُهُمْ عِندَ رَبِّهِمْ ۗ إِنَّ اللَّـهَ سَرِيعُ الْحِسَابِ

     

    „ Und unter den Leuten der Schrift gibt es welche, die an Gott glauben und an das, was zu euch, und was (früher) zu ihnen herab gesandt worden ist. Dabei sind sie demütig gegen Gott und verschachern die Zeichen Gottes nicht. Ihnen steht bei ihrem Herrn ihr Lohn zu. (Wisset!) Gott ist schnell im Abrechnen.“ (3: 199)

     

    Sehen wir uns an, in welchem geschichtlichen Zusammenhang dieser Vers offenbart wurde: Nachdem der Prophet in Medina eingetroffen war, hatten Juden und Christen in dieser Stadt und ihrer Umgebung den Islam kennen gelernt. Einige erkannten den Propheten des Islam an. Sogar Nadschaschi, der abessinische König bekannte sich zum Islam und der Prophet betete nach dessen Tod zusammen mit den Muslimen aus der Ferne das Totengebet und bat um die göttliche Vergebung für ihn. Die Heuchler sagten: Der Prophet betet für einen Nichtgläubigen, den er nie gesehen hat.

     

     

    Da antwortete Gott ihnen durch die Offenbarung des Koranverses 199 der Sure 3.

     

    Zu dem Vers 199 der Sure 3 können wir uns merken:

     

    Erstens: Das Verhalten zu Nicht-Muslimen soll fair sein. Die Guten unter ihnen müssen gelobt werden.

     

    Zweitens: Wahrhaftiger Glaube geht mit Demut gegenüber Gott einher.

     

     

    Wir haben den letzten Vers der Sure 3 vor uns. Vers 200 lautet übersetzt:

     

    يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا اصْبِرُوا وَصَابِرُوا وَرَابِطُوا وَاتَّقُوا اللَّـهَ لَعَلَّكُمْ تُفْلِحُونَ

     

    „Ihr Gläubigen! Übt (gegenüber den äußeren Problemen und den inneren Verlockungen) Geduld, bleibt standhaft und fest (gegenüber den Feinden)! Und fürchtet Gott! Vielleicht wird es euch (dann) wohl ergehen!“ (3: 200)

     

    Zum Abschluss der Sure Al-e Imran erfolgen damit vier Anweisungen. Sie fordern zur Ausdauer bei der Erfüllung persönlicher und sozialer Aufgaben auf und es heißt, dass wir die göttlichen Gebote ernst nehmen sollen. Angesprochen werden die Gläubigen. Daran sehen wir, dass eine weitere Voraussetzung für den Glauben, Geduld und Ausdauer in Schwierigkeiten sind. Geduld und Ausdauer gegenüber persönlichen Schwierigkeiten, Problemen der Familie oder auch im Kampf mit dem Feind, welcher die Muslime vernichten will. Vor allen Dingen aber auch Ausdauer in der Wahrung und Verteidigung der Grenzen, welche die Überzeugung zieht oder auch der Grenzen der islamischen Länder. Dieser Widerstand führt nur dann zum Sieg und zu Wohl im diesseitigen und im jenseitigen Leben, wenn er aus Gottesfurcht heraus geschieht.

     

    Wir entnehmen dem letzten Verszeichen der Sure 3 zwei Punkte:

     

    Erstens: Wir sollten auf dem Wege Gottes bleiben und an der Wahrung der Religion festhalten und sie beharrlich verteidigen.

     

    Zweitens: Widerstand und Ausdauer sind nur wertvoll, wenn sie für Gott und aus Gottesfurcht geschehen. Anderenfalls sind sie nichts anderes als blinder Eifer und Sturheit.