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    Verhalten und Benehmen des Propheten Mohammad (s.), (SIRA-I-NABAWI) von Märtyrer Ayatollah Murtadha Motahhari

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    Teil III

    Aufruf zur Wahrheit und Verkündung

     

    Inhaltsverzeichnis:

    Allgemeines
    Wie die Botschaft der Wahrheit zu verkünden ist
    Einladung und Verkündigung – eine schwierige Aufgabe, die gewisse Bedingungen erfordert
    Die Art, wie man Leute zu Gott ruft
    Die Propheten und die frohen Botschaften
    Tanfir (Erschrecken, Verscheuchen)
    Jemen

     

    Allgemeines

     

    Verkündigung und Aufruf zur Wahrheit gestatten nicht, zu Fabrika­tionen und falschen Mitteln zu greifen. Im Heilige Qur’an spricht Gott zum Propheten:

    „Und wenn wir dich nicht (mit dem Qur’an) gestärkt hätten, so hättest du dich ihnen nur wenig zugeneigt.“
    [Heiliger Qur’an, Sure 17 : Vers 74-75]

     

    Oh Prophet! Wäre nicht unsere Gunst gewesen, hättest du einen Fehler gemacht. Was war der Fehler des Heiligen Propheten? Die Ungläubigen baten ihn, ihre Götzen ein Jahr lang in Ruhe zu lassen, wenn er von ihnen die Annahme des Islam wolle. Wiewohl der Heilige Prophet nicht so entschied, vielleicht spekulierte er mit einem Kompromiss, um diese Leute zur Wahrheit hinzuleiten.

     

    Er empfing (von Gott) den Befehl, keinen Kompromiss einzugehen, denn dieser ist mit der Natur des Glaubens unverträglich. Wäre diese Sache nicht eine Frage des Islam-Glaubens und der Wahrheit gewesen, und wären einzig die sozialen Rechte des Individuums betroffen gewesen, wie beispielsweise eine Lüge, um das Leben eines Menschenwesens zu retten, so wäre solch ein Kompromiss nicht negativ gewesen, da er später fruchtvolle Ergebnisse gebracht hätte. Aber hinsichtlich Glauben, wenn die Leute zu Gott hingerufen werden, wenn sich die Erörterung nicht auf Wahrheit gründet und das später aufgedeckt wird, werden die Menschen abgestoßen werden. Das wiederum wird ein schwerer Schlag für den Islam sein, mit dem man sich nicht abfinden kann, und der Islam gestattet keineswegs, zu Lügen zu greifen, um zur Wahrheit zu kommen.

     

    Der verstorbene Hadschi Mirza Hussein Nuri (Gott habe ihn selig), ein führender Kopf der schiitischen Überlieferung – ein wirklich erfahrener Erzähler von Überlieferungen – starb im Jahre 1321 nach Hidschrah [1]. Mein verstorbener Vater (Gott habe ihn selig) sagte, dass er nach Nadschaf (im Irak) zum Studium ging, und dort hörte er den verstorbenen Hadschi Nuri predigen und diesen Qur’anvers erwähnen:

    „Von keiner Sache sage: „Morgen will ich das tun !“ außer du fügst hinzu: „So Allah will !““
    [Heiliger Qur’an, Sure 18 : Vers 23-24]

     

    Hadschi Nuri wurde kurz danach krank und starb. Er war der Lehrer des verstorbenen Hadschi Scheich Abbas Qumi (Gott habe ihn selig). Ich las sein Büchlein „Lu’lu wa Mardschan“ in einem Mal vom Anfang bis Ende. Ich war sehr bewegt durch dieses Buch, das davon handelt, wie man predigen solle, und es wurden einige Prediger kritisiert, die nicht immer die korrekte Methode beachten. Die Dinge, die von einigen Predigern vergessen werden sind:

     

    1.) Sie sagen nicht die Wahrheit, wenn sie meinen, falls sich eine schwache Hadith (Überlieferung) später als irrig erweist, so wäre das nicht schlimm, denn das Ziel sei wichtig.

    2.) Sie glauben, ihr Ziel sei, die Leute so aufzustacheln, dass sie über Imam Hussein klagend schreien, und daher wäre das Ziel ein heiliges Ziel.

     

    Er widmete die Hälfte des Buches der Falschheit und der Wahrheit; er betont dabei, wie streng der Islam unter allen Umständen ver­bietet, zur Lüge zu greifen, auch wenn man die Religion verkünde. Die andere Hälfte des Buches beschäftigt sich mit der Aufrichtigkeit in der Verkündigung, selbst wenn man die Leute zum Tränenvergießen über Imam Hussein bringt.

     

    Hinsichtlich Mittel und Ziele erwähnt er auch interessante Punkte. Beispielsweise spricht er über einen indischen Gelehrten, der ihn bat, ein Buch zu schreiben, worin jene verurteilt werden, die lügen oder eine falsche Ahadith (Überlieferungen) auf dem Lehrerpult rezi­tieren. Er antwortete ihm, dass diese Lügen schon in dem eigentlichen Zentrum der Gelehrsamkeit fabriziert werden. Dann erwähnte er die Geschichte vom Gelehrten aus Yazd, der die Wüste durchreiste, um die Grabmal-Moschee des Achten Schiitischen Imams, Ali Reza in Maschhad zu besuchen. Da dies geschah während des Monats Muharram und während der Aschura-Nacht, war er besorgt, er könne Maschhad oder eine größere Stadt nicht erreichen, wo er der Klagefeier für Imam Hussein beiwohnen könne. Da er keine andere Wahl hatte, entschloss er sich, in einem Dorf zu bleiben und der dortigen Klagefeier beizuwohnen.

     

    Dort war ein Prediger, der die Lehrkanzel (Minbar) bestieg und der Moschee-Helfer übergab ihm einen Sack voller Steine. Er (der Fremdling) war überrascht zu sehen, dass niemand bei der Rezitation des Predigers schrie und der Prediger löschte die Lichter aus und warf die Steine ins Volk. Die Leute begannen zu schreien und zu rufen. Nach der Feier fragte der Gelehrte aus Yazd den Prediger, warum er solch ein Verbrechen begangen habe. Der Prediger antwortete: „Das ist die einzige Weise, um die Leute zum Schreien über den Imam Husayn zu bringen, und ich muss jegliches Mittel benutzen, um sie zum Schreien zu bringen.“

     

    Der Gelehrte aus Yazd sagte ihm, er irre sich, und Imam Hussein (a.) hätte genug herzzerreißende Geschichten, welche die Leute zum Weinen brächten, wenn sie wahre Anhänger Husseins wären. Aber wenn die Leute nicht wüssten, wer Imam Hussein sei, würden sie die nächsten hundert Jahre nicht weinen.

     

    Wenn man die Leute zum Islam aufruft und die Botschaft des Islam verkündet, sollte man nicht den geringsten Fehler machen, denn Gott hat garantiert, Seinem Gesandten bei der Verkündung des Gottes­wortes zu helfen:

    „Wahrlich helfen werden wir unseren Gesandten und denen, die gläubig sind, im Leben Diesseits und an dem, an welchem die Zeugen auftreten…“ [Heiliger Qur’an, Sure 40 : Vers 51]

     

    Oh Propheten! Ihr folgt dem richtigen Pfad und der Wahrheit und Wir werden die Wirklichkeit garantieren. Die Propheten handelten auf Gottes Befehl, um Ziele zu verwirklichen. Daher ist es uns Predigern nicht gestattet, jegliches Mittel einzusetzen, um die Leute zur Islam-Religion und zum Glauben zu rufen. Ein bedenkenloser Mitteleinsatz wird negative Ergebnisse bringen.

     

    Jene die über keine umfangreichen echten Quellen verfügen, müssen Lügen fabrizieren. Wir sind so reich an wahren Quellen, dass es selbst ein Fehler wäre zu meinen, man müsse eben Lügen fabrizieren. Wenn wir die Leute über Imam Hussein zum Weinen bringen wollen, so ist das Aschura-Ereignis voller heroischer, sentimentaler, pathetischer, attraktiver und erhebender und herzzerreißender Szenen, dass die bloße Erwähnung des Namen Hussein genug ist, um bei Leuten Tränen vergießen zu lassen, vorausgesetzt sie haben einen Funken von Glauben in ihrem Herzen. Man sagt, dass die Liebe zu Imam Hussein im Herzen eines jeden Gläubigen verborgen ist:

    „Mein Opfertod ist mit Tränen verbunden.“ [2]

     

    Der verstorbene Muhaddith Qumi sagt in seinem Buch „Nafthat-ul-Masdur“, dass Abu Harun ein blinder aber sehr fähiger Poet war. Er schrieb gelegentlich Lobeshymnen auf Imam Hussein. Er war der Gefährte des sechsten Schiitischen Imam Sadiq, und er sagt, dass er einstens den Imam besuchte. Der Imam bat ihn, einen Lobeshymne über seinen berühmten Urgroßvater Imam Hussein zu rezitieren. Abu Harun kam dem Wunsche nach, und der Imam forderte alle Frauen des Hauses auf, der Hymne hinter einem Vorhang zuzuhören. Abu Harun begann mit seiner neuesten Hymne. Schon beim fünften rezitierten Vers gab es einen Aufschrei im Hause, und Imam Sadiq vergoss Tränen und seine Schultern zitterten.

     

    Als sich das Schreien verstärkte, bat der Imam den Poeten, das Rezitieren zu stoppen. Ich sollte sagen, dass die Hymne zu den besten der Lobpreisungen gehörte, denen ich jemals lauschte. Ich memorierte die Hymne aus dem Buche „Nafthat-ul-Masdur“, während ich noch ein junger Student in Maschhad war. Die Hymne lautet wie folgt:

    „O Wandersmann !

    O milder Wind !

    Verharre am Grabe Husseins, der Sohn Alis,

    und gib ihm die Botschaft seiner Freunde und Anhänger !

    O milder Wind !

    Nimm unsere Botschaft zu den heiligen Gebeinen des Imam Hussein.

    Sage: O Gebeine, ihr seid immer gesättigt

    mit den Tränen der Freunde Husseins.

    Wenn sie (die Freunde Husseins) dich vom Wasser absperrten,

    wenn sie Imam Hussein peinigten durch höchsten Durst,

    die Freunde des Imam Hussein sättigen nun die Gebeine

    mit ihren Tränen alle Zeiten.

    O milder Wind !

    Wenn du am Leichnam dieser Menschen vorbeistreichst,

    begnüge dich nicht mit einem schnellen Gruß,

    sondern verharre dort für eine gute Weile.

    Gedenke der Mühsale, die Imam Hussein hatte

    und vergieße Tränen wie eine Mutter,

    die den einzigen Sohn verlor.

    Schreie so wie sie für den reinen Sohn (Hussein)

    dieses reinen Vaters und dieser reinen Mutter.

    Wie die Botschaft der Wahrheit zu verkünden ist

     

    Der Heilige Prophet hat unterwiesen, wie die Botschaft Gottes unter den Menschen zu verkünden ist. Zunächst mag es unbedeutend für einige Leute klingen, die keinen Unterschied zwischen der Verkün­digung der Gottessache und der Verkündigung anderer Sachen be­merken. Wir werden zuerst die Wichtigkeit prüfen, die der Qur’an dieser Art der Verkündigung und der involvierten Schwierig­keiten beilegt. Dann erklären wir den Unterschied zwischen den beiden Arten der Verkündigung.

     

    Dieses Thema wird in der glorreichen Sure Taha behandelt, über Moses, den Sohn des Imran. Offenbar war die Sache des Moses eine eigenartige. Er hatte beschlossen, nach Ägypten zurückzukehren. Unterwegs wurde seine Frau von Geburtswehen befallen. Er wollte ein Feuer entzünden, damit seine Frau sich aufwärme. Plötzlich sah er ein brennendes Feuer auf einem Berge und er ging hin, vom Feuer zu holen. Dort empfing er zum ersten mal die göttliche Offenbarung: Er solle die Botschaft Gottes dem Pharao und dessen Hofstaat über­mitteln. Von da an war Moses zum Gottesgesandten ernannt und er war kein gewöhnlicher Mann mehr. Als er erfuhr, er habe die Bot­schaft Gottes dem Pharao zu verkünden, fühlte er die Schwere der Verantwortung und er bat Gott um einige Gunst:

     

    „O Herr, weite meine Brust und erleichtere meine Aufgabe, und löse den Knoten meiner Zunge, dass sie meine Rede verstehen. Und gib mir einen Helfer von meiner Familie, Aaron, meinen Bruder, mehre meine Kraft durch ihn, und lass ihn Anteil haben an meinem Werk, auf dass wir Dich oft preisen mögen.“
    [Heiliger Qur’an, Sure 20 : Vers 25-34]

     

    Einige meinen, dass Moses Gott bat, einen Knoten aus seiner Zunge zu lösen, weil er stotterte und nicht richtig reden konnte. Einige andere haben sogar behauptet, dass der Pharao das Kind Moses prüfen wollte und ihm eine brennende Holzkohle auf die Zunge legte, was Moses zum Stotterer machte. Nein, das sind nicht die Gründe, weswegen Moses Gott anflehte. Die Tatsache gemäß des Heiligen Qur’an ist, dass die Botschaft eines Propheten klar, umfassend und ein Leuchtfeuer sein sollte. Mache meinen Bruder zu meinem Helfer, nicht weil ich Dich, o Gott, gebeten habe, sondern um die Wirksamkeit meiner Mission zu steigern.

     

    In einer anderen Sure, in der Sure Al-Inschirah (Die Erschließung) spricht der Heilige Qur’an den Heiligen Propheten Mohammed (s.) an und erinnert ihn:

    „Haben wir Dir nicht deine Brust erschlossen, haben deine Bürde erleichtert, welche deinen Rücken niederdrückte? Haben wir nicht deinen Ruf erhöht? Wahrlich, mit der Drangsal kommt auch die Erleichterung; mit dem Drangsal kommt auch Erleichterung. Wenn du nun entlastet bist, mühe dich eifrig. Und deinem Herrn widme dich ganz.“
    [Heilige Qur’an : Sure 94]

     

    Moses bat Gott seine Brust zu erweitern, aber dem heiligen Prophe­ten Mohammed (s.) wurde diese Gunst schon erwiesen, ohne dass er darum bat, und das bedeutet, dass die gottgewollte Mission der Verkündigung eine große Verantwortung ist und großes Talent erfordert. Wir (Gott) haben dich (Mohammed [s.]) mit jenem Talent ausgestattet und deine Bürde erleichtert. Dort bittet Moses Gott darum, ihm die Bürde zu erleichtern, und hier wird dem Heiligen Propheten Mohammed (s.) gesagt, dass die schwere Bürde ihm schon erleichtert ist, die ihm den Rücken gebrochen hätte.

     

    Der Heilige Prophet Mohammed (s.) war sehr erfreut, den Vers zweimal zu hören: „Mit Drangsal kommt auch die Erleichterung.“ So schloss der Prophet, für jede Härte kämen auch zwei Erleichterungen. Er wurde gefragt: Was ist die eine Härte verglichen mit zwei Erleich­terungen? Er sagte, Gott hätte ihm viel Erleichterung in Zeiten der Härte versprochen.

     

    Lasst uns diesen Vers mit der Moses-Geschichte vergleichen und dann die nachfolgende Hadith (Überlieferung) betrachten, die von den sunnitischen und schiitischen Muslimen akzeptiert wird, wonach der Heilige Prophet gesagt haben soll:

    „O Ali ! Deine Beziehung zu mir ist wie jene Aarons zu Moses.“

     

    Das bedeutet, dass Ali Statthalter des Propheten Mohammed (s.) war, wie Aaron Statthalter des Propheten Moses (s.) war, wiewohl einige Israeliten Aaron im Stich ließen und Korah (Samiri) folgten.

     

    In obigem Vers fordert Gott den Propheten Mohammed (s.) gemäß einer Interpretation auf: „Wenn du erleichtert bist, nominiere (deinen Stadthalter, Nachfolger) und arbeite, um deinem Herrgott zu gefallen.“ Diese Interpretation des Qur’an-Verses für die Ernennung Alis zum Imam zu nehmen ist durchaus angemessen, denn der Gottesprophet Mohammed (s.) und sein ernannter Imam (Ali) leiten eine Gemeinschaft wie ein Vater [3]

     

    Ein anderer Vers, der die extreme Bedeutung der Verkündigung der Gottesbotschaft zeigt, ist der Vers in der Sure „Al-Muzzammil“. Die Sure „Al-Muzzammil“ und die Sure „Muddathir“ wurden ziemlich zu Anfang der Berufung Mohammeds (s.) zum Propheten geoffenbart. Gott spricht den Heiligen Propheten Mohammed (s.) mit diesen Worten an:

    „Denn Wir beauftragen dich mit einem gewichtigen Wort.“ [Heiliger Qur’an Sure 73 : Vers 5]

     

    Und dies ist nichts anderes, als die Leute zu Gott zu rufen und sie zum richtigen Wege hinzuleiten. Der Sinn von „ein gewichtiges Wort“ ist in Inhalt und im Bezug schwierig zu verstehen. Es gibt Themen, die wir gebührend verstehen und daher ihren Wert verstehen; beispielsweise das Erlassen religiöser Dekrete. In unserer (iranischen) Gesellschaft sind glücklicherweise wenigstens 95 % der Leute mit der großen Bedeutung der Juristen vertraut und erkennen die extreme Schwierigkeit an, religiöse Dekrete zu erlassen. Daher beanspruchen nur wenige das Amt der selbständigen Rechtsfindung (Idschtihad). Andererseits, wenn unfähige und unqualifizierte Personen behaupten, sie wären qualifizierte Juristen, so werden sie von den Leuten nicht akzeptiert werden. Aber das wichtige Thema der Verkündigung wird jedoch nicht gebührlich von den Leuten anerkannt, verglichen mit der Jurisprudenz:

     

    Auf diesem Pfad sind die Propheten Karawanenführer, welch die menschliche Karawane zum Ziel führen. Und unter den Propheten hat unser Prophet Mohammed (s.) die Führungsrolle. Er erreicht als Erster und Letzter das Ziel. Er ist das Licht der Wiedervereinigung; sein Gesicht gibt Leben. Er ist das „vollkommene Wesen“. Er besitzt einen glorreichen Platz. Er schreitet voran, und die Herzen folgen ihm alle nach. Er bahnt den Weg, dass ihm die menschliche Seele folge.

     

    Das Thema betrifft Tat und Bewegung. Es gibt viele Denkschulen, welche die Leute sogar sehr gut zur Tat erregen und bewegen, aber nur hin zu eigenen Interessen und Rechten. In ähnlicher Weise motivierten auch die Propheten die Leute, um ihre Rechte zu verwirklichen, aber diese Motivation ist am wenigsten wichtig, denn auch des Menschen materialistische Interessen und Tendenzen drängen ihn in diese Richtung. Diese Denkschulen rufen Losungen wie: „Arbeiter! Vereinigt euch und trotzt den Unterdrückern eure Rechte ab!“ Für Propheten jedoch wäre diese Art der Motivation eine geringe Angelegenheit, denn sie haben das weitaus besser getan, als die anderen. Der große Antrieb und Drang von bedeutsamer Wichtigkeit ist aus dem Inneren des Menschen und stößt den Menschen aus seinem inneren Selbst hin zur Entdeckung der Wahrheit Gottes und der Wirklichkeit Gottes. Hafis formuliert es so:

     

    Rufe, o Kellner (saki) den Alten Häuptling zum göttlichen Trunke.

    Mir dünkt, dass Aufschub damit unheilvoll wäre.

    Selbstlosigkeit ist der Schlüssel zur Liebe beim richtigen Anblick.

    Hier werden Stationen nicht ausgelassen

    und Entfernung wird überbrückt.

     

    Die wichtigste Aufgabe der Propheten war, das Selbst des Menschen zu erleben, indem er vom Übel innerhalb seines Selbstes befreit wird und zur Wahrheit Gottes hingeleitet wird. Verkündigung bedeutet, den Menschen gegen sein eigenes Selbst im Inneren aufzubringen. Diese Art der Motivation erregt nicht nur die Unterdrückung gegen den Unterdrücker, sondern erregt ebenfalls den Unterdrücker gegen sein eigenes Selbst. Das ist es, was wir die Rückkehr des Menschen zum wahren Selbst nennen, d.h. Reue und Buße.

     

    Es ist eine äußerst schwierige Aufgabe, den Menschen gegen sein eigenes Selbst und gegen seine Selbstsucht zu motivieren und ihn zur Wahrheit Gottes hinzuleiten, und jeder ist wichtig und würdig, wenn er bei dieser Aufgabe so fähig wie die Propheten ist. Es gibt viele, die in diesem Wege kämpften und Härten und Leiden ertrugen, um den Rang eines Aufrufes zu Gott zu erringen. Es gibt den Spruch: „Die Leute sehen das klare Sesamöl in der Flasche, aber sie wissen nicht, welchen Verfahrensweg und Druck das arme Sesamkorn mitmachen musste.“

     

    Die Leute sehen das Ergebnis der Verkündigung, aber sie kennen nicht die Leiden, die der Verkünder mitmachen musste. Der Heilige Qur’an erklärt dieses Thema in hervorragender Weise und macht es lebhaft für die Leute. Wiewohl das meiste dessen, was zwischen Gott und Seinem Heiligen Propheten vorgeht, auf jenem hohen Niveau bleibt, ist das Thema der Verkündigung und des Aufrufes zur Rechtschaffenheit, etwas, das Gott Seinem Propheten ans Herz legt und der Prophet es ebenfalls und den Leuten vorlebt. Das zeigt, dass die Leute den korrekten Weg der Einladung und des Aufrufs zu Gott lernen sollten.

     

    Einladung und Verkündigung – eine schwierige Aufgabe, die gewisse Bedingungen erfordert

     

    Die erste Sache, die wir bei der Verkündigung und im Aufruf zu Gott vom Heiligen Qur’an lernen, ist das Problem, „die eigene Brust auszudehnen“, d. h. die eigene Fähigkeit für den Gottesglauben zu steigern. Alle anderen Arten der Verkündigung sind natürlich nicht so schwierig wie diese. Zuweilen wird die Botschaft leicht durch offenkundige Mittel empfunden, wie z.B. der Haftbefehl eines Gerichts, der dem Beschuldigten das Verbrechen bekannt macht und ihn zum Gerichtshof zitiert. Das ist keine schwierige Aufgabe.

     

    Zuweilen ist die Übermittlung der Botschaft durch offenkundige Sinne nicht genug. Man sollte auch den Verstand beeinflussen, indem man die Botschaft korrekt präsentiert. Was den Augen und den Ohren vorgelegt wird, wird von der Weisheit nicht notwendigerweise angenommen. Was eine Botschaft an die Weisheit heranbringt, ist nicht der Klang oder die Gestalt geschriebener Symbole, sondern etwas anderes, das Logik und Vernunft genannt wird. Weisheit akzeptiert nichts anderes als Logik und Vernunft. Alle Propheten wollten zunächst ihre Botschaften durch Weisheit mitteilen. Wenn das Christentum dies ablehnt und sagt, Glaube und Religion hätten nichts zu tun mit Weisheit und Logik, so ist das deswegen, weil die Christen das wahre Christentum verdrehten. Jesus Christus (s.) hat niemals so etwas gesagt. Er sprach weder über die Dreifaltigkeit noch über den Mangel an Beziehung zwischen Glaube und Weisheit.

     

    Der Heilige Qur’an sagt:

    „Rufe auf den Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermah­nung, und streite mit ihnen auf die beste Art.“
    [Heiliger Qur’an, Sure 16 : Vers 125]

     

    Als erstes erwähnt der Qur’an die Weisheit:

    „Oh Prophet! Wir haben dich gesandt als Zeuge und als Bringer froher Botschaft und als Warner. Und als Aufrufer zu Allah nach seinem Gebot, und als eine leuchtende Sonne. Verkünde daher den Gläubigen die frohe Botschaft, dass ihnen von Allah große Huld zuteil werden soll.“ [Heiliger Qur’an, Sure 33 : Vers 45-47]

     

    Ein Warner ist nicht einfach ein Mensch, der die Leute erschreckt, sondern er benachrichtigt Leute im Falle der Bedrängnis, er macht ihnen die Gefahr bewusst, die ihnen droht.

     

    Während der ersten Jahre seiner Berufung stand der Heilige Prophet (s.) am Fuße des Berges Safa (in Mekka), und er rief und warnte die Leute. Die Leute (Wallfahrer) versammelten sich dort und fragten sich, warum er sich so verhielt. Zuerst fragte sie der Heilige Prophet, ob sie ihm vertrauten oder nicht. Als sie sagten, sie würden ihm vertrauen, verkündete er, dass er sie warnen möchte, der Feind warte schon hinter dem Berge, um sie anzugreifen. Er fragte sie, ob sie ihm noch vertrauten. Sie bejahten. Da sagte er: „Ich warne euch: Was ihr tut bringt euch die schwere Strafe Gottes ein, hier und im Jenseits.“ Die Propheten sind solcherart beauftragt, die Leute zu Gott zu rufen.

     

    Die Art, wie man Leute zu Gott ruft

     

    Der Heilige Qur’an erläutert die Weise, wie man die Leute zu Gott ruft und zu den größten Wahrheiten der Welt, und der Qur’an erläutert die Weise, wie man die menschliche Weisheit erneuert. Es ist nicht genügend, die Gottesbotschaft einfach zu übermitteln. Die Tat und die Einladung ist ein Schritt vor der Verkündigung. Die Pflicht eines Lehrers ist, sein Wissen den Schülern zu übermitteln. Er steht an der Tafel und löst für die Schüler die Probleme. Andererseits stellen die Schüler Fragen und suchen Gründe, um alles anzunehmen, was der Lehrer sagt. Wenn der Lehrer Beweise und Lösungen für Probleme liefert, vermehrt seine Lektion die Weisheit des Schülers.

     

    Die Philosophen sind ebenfalls die Lehrer. Das Maximum, das sie tun, ist den Geist der Menschen zu beeinflussen. Aber im Falle der Gottesbotschaft ist es nicht genug, den Verstand zu beeinflussen; die Botschaft sollte zu den Herzen und zur Tiefe des Menschengeistes gehen, um alle Gefühle zu kontrollieren. Das ist es, was die Propheten tun, und sie sind die Männer, welche die Menschheit zum richtigen Pfade der Weisheit und Gottes führen, und nicht die Philosophen sind es. Ein Philosoph kann sich noch so anstrengen, aber er kann die Leute nur mit einer Idee beeinflussen.

     

    Das kann er nur bei einer besonderen Gruppe von Leuten tun, die jahrelang seine Schüler waren, und er muss eine spezielle Terminologie gebrauchen, mit hunderten herkömmlicher Phrasen und Ausdrücken. Wie einer meiner großen Lehrer es formulierte: Wenn die Philosophen so viele Ausdrücke gebrauchen, wie: wesentliche Möglichkeit, zukünftige Möglichkeit, geeignete Möglichkeit, notwendiges Sein in sich selbst, Urweisheit, zweitrangige Weisheit usw., so tun sie es nur deswegen, weil sie unfähig sind, sich einfach auszudrücken. Auf der anderen Seite haben Propheten kein Bedürfnis, solche Ausdrücke zu verwenden. Sie sprechen in klaren Termen. Was in verwirrender philosophischer Phraseologie gesagt wurde, wird von Propheten in zwei klaren Sätzen ausgedrückt, leicht fassbar und die Philosophen sind verblüfft über die einfache Formulierung:

     

    „Sprich: Er ist Allah, der Einzige!
    Allah, der Absolute!
    Er zeugt nicht, und ward nicht gezeugt.
    Und nichts ist Ihm gleich.“
    [Heiliger Qur’an : Sure 112]

     

    „Was in den Himmeln und was auf Erden ist, preist Allah; und Er ist der Allmächtige, der Allweise. Sein ist das Reich der Himmel und der Erde, Er belebt und tötet und vermag alle Dinge zu tun. Er ist der Erste und der Letzte, der Sichtbare und Verborgene; und Er ist der Wisser aller Dinge. Er ist es, der die Himmel und die Erde in sechs Zeiten erschaffen hat und er setzte sich auf den Thron. Er kennt, was in die Erde eingeht und was aus ihr hervorgeht, was von den Himmeln herabkommt und was zu diesen aufsteigt, und er ist bei euch, wo immer ihr auch sein mögt. Und Allah sieht alles, was ihr tut.“
    [Heiliger Qur’an, Sure 57 : Vers 1-4]

     

    In diesen Qur’anversen ist die Einheit (Tauhid) Gottes in sehr einfachen Worten ausgedrückt. Wer an den Propheten Mohammed (s.) glaubt, wird mit Herz und Seele an ihn gebunden. Es gibt eine berühmte Geschichte über Ibn Sina (Avicenna), der ein Genie seiner Zeit war. Er hatte funkelnde Augen und scharfe Ohren und so fingen die Leute an, Geschichten über ihn zu erzählen. Z.B. sagten sie, er könne den Klang des Hammers der Schmiede von Kaschan (Iran) im hundert Kilometer entfernten Isfahan (Iran) hören.

     

    Einstmals sagte einer seiner Studenten namens Bahmanyar zu ihm: „Du bist einer jener Männer, den die Leute als Propheten annehmen, wenn du das behauptest.“

    Ibn Sina sagte, das wäre doch Unsinn, aber der Student Bahmanyar beharrte darauf. Ibn Sina entschloss sich, ihm eine praktische Antwort zu geben.

     

    Einstmals reisten sie im Winter, und es schneite auch sehr. Es war die Morgendämmerung, und der Muezzin rief die Leute zum Gebet. Ibn Sina weckte Bahmanyar auf und bat ihn um ein Glas Trinkwasser.

    Bahmanyar erläuterte: „O mein Meister! Du bist Arzt und du weißt sehr gut, dass kaltes Trinkwasser auf einen leeren entzündeten Magen Schmerzen verursacht.“

     

    Ibn Sina erwiderte: „Ich bin Arzt und du bist mein Student. Ich sage dir, dass ich durstig bin und warum zögerst du dann?“

    Bahmanyar beharrte: „Ja, du bist mein Lehrer, aber ich wünsche nur das Gute für dich, statt dass ich blindlings dir gehorche und deinen Befehl ausführe.“

     

    Nachdem Ibn Sina dem Bahmanyar bewiesen hatte, dass das Aufstehen für ihn schwierig sei, sagte er: „Ich bin gar nicht durstig. Ich wollte dich nur testen. Erinnerst du dich, als du mich fragtest, warum ich nicht das Prophetsein behaupte? Du hast gesagt, die Leute würden mich als Prophet annehmen. Hier ist die Antwort für dich! Du bist seit langen Jahren mein Student, aber als ich dich bitte, aufzustehen und mir etwas Wasser zu bringen, zögerst du und willst mit mir debattieren. Aber man sieht: Der Muezzin gehorcht dem Heiligen Propheten noch tausend Jahre nach seinem Tode, steht auf, verlässt sein warmes Bett, um aufs Minarett zu steigen und er verkündet Mohammed (s.) als Propheten des Allmächtigen Gottes. Mohammed (s.) ist dann der Prophet und nicht ich Ibn Sina.“

     

    Nun, wir sehen, falls eine Gottesbotschaft zu den Menschenherzen zu übermitteln ist, sollte sie die Herzen faszinieren, sollte die Gesellschaften zur Tat bewegen, damit sie nicht nur ihre Rechte einfordern, sondern auch Reuetränen vergießen, wenn der Heilige Qur’an rezitiert wird:

    „Und weinend fallen sie nieder auf ihre Gesichter, und das mehrt in ihnen die Demut.“
    [Heiliger Qur’an, Sure 17 : Vers 109]

     

    Dies ist eine äußerst schwierige Aufgabe. Im Heiligen Qur’an sind viele Verse, welche die geeigneten Weisen für die Verkündigung erwähnen, die von früheren Propheten wie auch von unserem Propheten Mohammed (s.) ausgesagt werden, sie betreffen das Übermitteln der Botschaft und wie die Herzen zu faszinieren sind.

     

    Einige Worte und Terme implizieren böse Folgen und einige andere implizieren gute verheißende Ergebnisse. Das Wort Verkündigung oder Propaganda, wie es von modernen Gelehrten gebraucht wird, bekam einen schlechten Sinn aufgedrückt, nämlich Täuschung und Aufhetzung. Dieser Gebrauch des Wortes Verkündigung im falschen Sinne bedeutet jedoch nicht, dass wir das Wort nicht gebrauchen sollten. Wir greifen zum Wort Verkündigung, weil der Term auch vom Heiligen Qur’an gebraucht wurde [Sure 16 : Vers 35; Sure 21 : Vers 18; Sure 24 : Vers 54].

     

    Nur ein Prediger (Verkünder), dessen Botschaft in wahren und starken, aber einfachen und aufklärenden Worten dargelegt wird, kann die Leute erfolgreich zu Gott rufen. Imam Alis (a.) Reden, beispielsweise, sind auf der Höhe der Beredsamkeit und sie werden noch heute vom einfachen Volk verstanden, und die Zuhörerschaft profitiert von diesen Reden gemäß des Grades des Verständnisses.

     

    Im Heiligen Qur’an werden die Worte „aufrichtiger Rat“ („nasch“) öfters benutzt, um Verkündigung und Aufruf zu Gott zu bezeichnen. Das Gegensatz zu den Worten „aufrichtiger Rat“ steht „trügerischer Rat“ („ghasch“). Jeder Trug ist nicht aufrichtig. Daher können, nur jene, die aufrichtige Absichten haben und die Wahrheit sprechen, andere zu Gott rufen, d.h. sie beabsichtigen allein die Wohlfahrt der Leute.

     

    Worte, die aus dem Herzen quellen,
    werden die Herzen beeinflussen.
    Und Worte, die von der Zunge kommen,
    gehen nicht weiter als zum Ohr.
    Die Worte des Heiligen Propheten Mohammed sind alle zu Herzen gehende Mahnungen.

     

    Der Heilige Qur’an sagt:

    „Ich übermittle Euch die Botschaften meines Herrn und gebe euch aufrichtigen Rat, und ich weiß durch Allah, was ihr nicht wisst.“
    [Heiliger Qur’an, Sure 7 : Vers 62]

     

    „Und mein Rat wird euch nicht nützen, wenn ich euch raten will, falls Allahs euch irreführen will. Er ist euer Herrgott und zu Ihm werdet ihr zurückgebracht werden.“
    [Heiliger Qur’an, Sure 11 : Vers 34]

     

    „Ich übermittle euch die Botschaft meines Herrn, und ich bin für euch ein aufrichtiger Ratgeber.“
    [Heiliger Qu’an, Sure 7 : Vers 68]

     

    „Und er schwor ihnen: Sicherlich, ich bin für euch ein aufrichtiger Ratgeber.“
    [Heiliger Qur’an, Sure 7 : Vers 21]

     

    „… ich übermittelte euch die Botschaft meines Herrn und gab euch aufrichtigen Rat, aber ihr liebt nicht den guten Ratgeber.“
    [Heiliger Qur’an, Sure 7 : Vers 79]

     

    „So wandte er sich von ihnen ab und sprach: O mein Volk ! Ich übermittelte euch die Botschaften meines Herrn und gab euch aufrichtigen Rat…“
    [Heiliger Qur’an, Sure 7 : Vers 93]

     

    Wenn Moses (s.), der Sohn des Imran, zu Gott spricht, sagt er, dass die Schwierigkeit der von ihm unternommenen Aufgabe nicht darin liegt, dass sie im Kampf gegen den Pharao mit all dessen Macht und Despotismus liege, sondern dass es andere Schwierigkeiten gäbe. Dann bittet er Gott, ihm zu helfen, ein solcher Moses zu sein, der Moses ignoriert und keine Selbstsucht und keinen Eigensinn hat, so dass er in aller Aufrichtigkeit die Botschaft Gottes übermitteln kann.

     

    Ein anderes Kennzeichen der Propheten ist, dass sie den anderen keinen Verdruss verursachen wollen. In der Sure Sad sagt der Qur’an:

    „Sprich: „Ich verlange von euch keinen Lohn dafür, und ich bin nicht einer jener, der euch Verdruss bereiten möchte.““
    ]Heiliger Qur’an, Sure 38 : Vers 86]

     

    Verdruss (Ärger, Mühsal) zu bereiten bedeutet, Mühsale und Un­behag­lichkeiten anzufassen oder auf Formalitäten zu bestehen. Es gibt Zeiten, da jemand eine Idee andern aufdrängen will, wiewohl er selber nicht daran glaubt. Es ist sehr schwierig, sich so zu verhalten:

    Was keinen Anteil hat im „Kreise des Seins“,

    wie kann es ein Born des Lebens werden?

    Und die alte, abgeregnete und trockene Wolke,

    wie kann sie so großzügig sein zu regnen und zu fliegen?“

     

    Das ist der eine Sinn des Terms „Verdruss sich selbst bereiten“. Ein anderer Sinn wird von Ibn Masud und anderen erwähnt und ist: „Sprechen ohne Wissen.“

    Niemand in der Welt außer dem Heiligen Propheten Mohammed (s.) und den zwölf Schiitischen Imamen kann jede Frage beantworten.

     

    Ein Jude fragte: „Wer kann behaupten, absolutes Wissen zu haben?“

    Nun, der Heilige Prophet Mohammed (s.) kann das von sich behaupten (weil er wie die zwölf Imame sein Wissen von Gott bezieht). Und Imam Ali verkündete: „Fragt mich alles, bevor ihr mich verliert !“ [4]

     

    Von keinem anderen Menschen kann man erwarten, dass er alles weiß, und man sollte sich selbst gut kennen und sollte nicht so etwas daherreden, was man nicht kennt. Ibn Masud sagte: „Sagt was ihr wisst und redet nicht über das daher, was ihr nicht wisst! Wenn euch eine Frage gestellt wird, die ihr nicht beantworten könnt, so seid tapfer genug, das zuzugeben.“ Dann erzählte er diesen Vers des Heiligen Qur’an [Sure 38 : Vers 86]:

    „Sprich: „Ich verlange von euch keinen Lohn dafür, und ich bin nicht einer jener, der euch Verdruss bereiten möchte.““

     

    Ibn Dschausi war ein berühmter Prediger in seiner Zeit und einstmals sprach er von der Redestiege (Minbar). Eine Frau aus der Zuhörerschaft fragte ihn etwas, was er nicht wusste. Die Frau sagte: „Wenn du die Antwort nicht kennst, warum bist du die drei Stufen der Redetreppe emporgestiegen?“

     

    Ibn Dschausi antwortete: „Die drei Stufen, die ich emporgestiegen bin, sind für das, was ihr nicht wisst. Hätte ich die Redetreppe zum Ausmaß meiner Unwissenheit bestiegen, bräuchte ich eine Redetreppe (Minbar), die bis zum Himmel reicht.“

     

    Der verstorbene Scheich Ansari (Gott habe ihn selig) war ein Genie in seiner Zeit, und die Gelehrten waren stolz darauf, seine Denkfeinheiten zu verstehen. Wann immer sie ihm eine Frage stellten, die er nicht beantworten konnte, wiederholte er absichtlich laut: „Das weiß ich nicht ! Das weiß ich nicht!“

     

    Damit wollte er seinen Studenten beibringen, sie sollten sich genauso verhalten, wenn sie etwas nicht wüssten, und sie sollten sich nicht schämen, Unwissenheit zuzugeben.

     

    Vor ein paar Jahren, als ich noch Student war, ging ich zum Institut Nadschaf Abad in Isfahan (Iran); es war der Fastenmonat Ramadan. Ich war dort mit ein paar Freunden, aber die Klassen wurden noch nicht unterrichtet. Eines Tages überquerte ich die Straße; ein Dorfmann stoppte mich und sagte: „Ich habe ein Problem.“

     

    Ich fragte: „Was ist das?“ Er fragte: „Gehört Dschanabat-Ghusl [5] zum Körper oder zur Seele?“

    Ich bemerkte: „Ich verstehe deine Frage nicht. Das Dschanabat-Ghusl ist wie jedes andere Ghusl.“

     

    Dann dachte ich scharf nach entdeckte noch einen Punkt und fügte hinzu: „Von einem Standpunkt ist Dschanabat-Ghusl auf die Seele bezogen, denn man fasst den Vorsatz, sich zu reinigen, aber Dschanabat-Ghusl ist auch auf den Körper bezogen, denn man wäscht den eigenen Körper.“

     

    Dann fragte ich ihn: „Bist du zufriedengestellt?“ Er sagte: „Nein.“

    Ich sagte darauf, dass ich die Antwort nicht wüsste. In seinem Dialekt protestierte er: „Warum trägst du dann diesen Turban?“ Und er wiederholte die Frage: „Reinigt die Waschung auch die eigene Seele?“

     

    Die Propheten und die frohen Botschaften

     

    Ein anderes Kennzeichen der Propheten und Gottesgesandten ist, dass sie frohe Botschaften bringen. Der heilige Qur’an sagt:

    „Oh Prophet! Wir haben dich gesandt als Zeuge und als Bringer froher Botschaft und als Warner. Und als Aufrufer zu Allah nach seinem Gebot, und als eine leuchtende Sonne. Verkünde daher den Gläubigen die frohe Botschaft, dass ihnen von Allah große Huld zuteil werden soll.“ [Heiliger Qur’an, Sure 33 : Vers 45-47]

     

    Frohe Botschaft zu geben ist aufmuntern. Wenn man das eigene Kind überreden will, etwas zu tun, gibt es dafür zwei im folgenden aufgelistete Wege; entweder dient die eine Methode zu einer Zeit oder beide Methoden zur gleichen Zeit dem Zweck.

     

    1.) Ermunterung und frohe Botschaft.

    Wenn z.B. jemand den eigenen Sohn auf die Schule schicken will, so weil die Schule einen guten Ruf hat und weil ein Absolvent dieser Schule im Leben Vorteile hat. Das wird den Sohn ermuntern und wird seine Gefühle und seine Liebe für die Schule ermuntern [6].

     

    2.) Warnung vor den üblen Folgen.

    Wird dem Sohn erläutert, welche üblen Folgen es hat, die Schule nicht zu besuchen und ungebildet zu bleiben, wird er doch lieber zur Schule gehen wollen.

     

    Ermunterung und frohe Botschaft kommen immer zuerst, und dann folgt die Warnung, um zu motivieren. Folglich werden beide Methoden benötigt, weil beide notwendig sind, und die frohe Botschaft allein genügt nicht. Frohe Botschaft ist eine notwendige, aber nicht hinreichende Methode. Das gleiche gilt für die Warnung. Der Grund, dass der Heilige Qur’an „Sab al-mathani“ (der Siebenfache) genannt wird, ist, weil Frohe Botschaft und Warnung siebenmal kombiniert auftauchen. Bei der Verkündung sollten ebenfalls diese beiden Methoden so eingesetzt werden, dass die eine die andere ergänzt. Es ist falsch, nur auf der frohe Botschaft zu beharren und das Warnen zu vergessen. Beides sollte eingesetzt werden, obwohl die frohe Botschaft Übergewicht vor dem Warnen haben sollte. Daher kommt im Heiligen Qur’an in Versen das Wort „frohe Botschaft“ vor „Warnen“.

     

    Tanfir (Erschrecken, Verscheuchen)

     

    Nach der frohen Botschaft und der Warnung gibt es eine dritte Methode, nämlich „Tanfir“ (Erschrecken, Verscheuchen). Wer das Hört, möchte am liebsten flüchten. Einige Leute interpretieren „Tanfir“ als Warnen. Warnen wird gebraucht, um zu motivieren, aber „Tanfir“ lässt den Hörer davonrennen. Beispielsweise wird ein Tier vom Seil gezogen, kann man durch Lärm das Tier dazu bringen, schneller zu gehen, wiewohl der erschreckende Lärm das Tier soweit bringen kann, dass es durchgeht und außer Kontrolle gerät. Die Predigt kann zuweilen so sein, dass die Menschen nicht im Glauben und Tun ermuntert werden, sondern vor Ekel und Hass davonrennen möchten. Dies ist ein psychologisches Prinzip. Viele Eltern beispielsweise ermuntern die Kinder nicht durch gute Worte oder Warnen zum Schulbesuch, sondern schüchtern sie so ein, dass sie sich lieber verstecken möchten.

     

    Als der Heilige Prophet Mohammed den Ma’adh Ibn Dschabal nach Jemen schickte, um dort das Wort Gottes zu verkünden, sagte er: „Oh Ma’adh! Bringe den Leuten frohe Botschaft und bringe sie nicht zum Flüchten! Gib Ihnen frohe Botschaft und bereite ihnen nicht Verdruss.“ [7]

     

    Der Prophet sagte nicht: „Warne sie nicht!“, denn Warnen ist ein Teil des qur’anischen Befehls.

    Der Prophet sagte: „Rede so, dass sie den Islam nicht hassen!“

     

    Jemen

     

    Jemen ist ein Land, in dem die Leute ohne Druck und Zwang zum Islam konvertierten. Der Grund, warum sie den Islam annahmen, war der Brief, den der Heilige Prophet an den persischen Großkönig Khosrau II. Parvis schrieb. In diesem Brief lud der Prophet den Großkönig zum Islam ein. Einige Herrscher ignorierten die Briefe, die Ihnen der Heilige Prophet schrieb, aber andere Herrscher antworteten respektvoll. Einige Herrscher schickten sogar Geschenke dem Heiligen Propheten und behandelten seine Botschaften recht freundlich.

     

    Ein Herrscher, der nicht respektvoll antwortete und den Brief zerriss war der persische Großkönig Khosrau II. Parvis. Er schickte jemanden nach Jemen, um den persischen Gouverneur (namens Badhan) aufzufordern, er solle herausfinden, wo der Frechling sei, der den Großkönig zum Islam einlud und dieser Frechling habe den Großkönig beleidigt, weil er in seinem Brief seinen eigenen Namen vor den Namen des persischen Großkönigs setzte! Der Gouverneur von Jemen wurde aufgefordert, Agenten nach Yathrib [8] zu schicken, um dort die Sache zu untersuchen, Mohammed (s.) zu verhaften und zum persischen Gouverneur zu brin­gen, damit er verhört und bestraft werde.

     

    Der persische Gouverneur von Jemen bat den Botschafter des Groß­königs, zusammen mit seinem eigenen Botschafter den Antwortbrief Khosraus zu Mohammed (s.) zu bringen und dessen Stellungnahme einzuholen. Der Heilige Prophet ließ die beiden Botschafter warten, und immer wieder verlangten sie seine Stellungnahme. Nach vierzig Tagen sagten die beiden Botschafter, sie hätten nun genug gewartet, und sie möchten unbedingt eine Stellungnahme zum Briefe des Großkönigs.

    Da sagte endlich der Heilige Prophet: „Der Großkönig wurde von seinem Sohn Schiruye erdolcht und er ist tot – die Sache hat sich erledigt. Ihr könnt gehen!“ [9]

     

    Die beiden Botschafter reisten nach Jemen zurück. Der dortige persische Gouverneur hatte aber die Nachricht von der Ermordung des Großkönigs noch nicht aus Persien erfahren. Der Gouverneur hörte sich die Geschichte der Beiden an und sagte: „Ehre sei Gott! Wenn das wahr ist, was ihr sagt, dann muss dieser Mann ein Prophet Gottes sein.“

     

    Ein paar Tage später kamen die Botschafter Schiruyes und erzählten dem persischen Gouverneur in Jemen, der persische Großkönig Khosrau II. Parvis sei von seinem eigenen Sohn Schiruye ermordet worden, und Schiruye sei nun persischer Großkönig. Die Botschafter sagten dem Gouverneur, er solle nicht den Befehl Khosraus hinsichtlich des Mannes in Yathrib befolgen, der behaupte, er sei Prophet Gottes.

     

    Dies war es, wie der Islam Eingang im Jemen fand. Überdies, es gab etliche Iraner (Perser) im Jemen; ich habe im Buche „Die gegen­seitigen Beiträge von Islam und Iran“ [10] erwähnt, dass die Iraner im Jemen die ersten waren, die Muslime wurden, und sie verbreiteten dann den Islam im Iran. Die Iraner im Jemen akzeptierten den Islam aufrichtiger als andere. Zu Lebzeiten des Heiligen Propheten konvertierte die Hälfte der Bevölkerung des Jemen zum Islam. Um die andere Hälfte des Jemen zum Islam zu bringen, entsandte der Heilige Prophet den Ma’adh Ibn Dschabal und danach Imam Ali (a.). Imam Ali (a.) wurde während der Abschiedswallfahrt des Propheten entsandt, zwei Monate vor dem Tod des Propheten.

     

    Als Imam Ali (a.) von Jemen zurückkehrte, traf er den Heiligen Propheten (s.) in Mekka. Er fragte Imam Ali, was seine Absicht (Niyyat) für die Wallfahrt sei. Imam Ali antwortete: „Als ich meine Absicht (Niyyat) zu Miqat [11] machte, wollte ich die gleiche Niyyat wie du.“

     

    Der Heilige Prophet sagte, das sei richtig und ideal. Als Ma’adh in den Jemen geschickt wurde, riet ihm der Heilige Prophet, den Leuten von Jemen frohe Botschaft zu geben und sie nicht vom Islam abspenstig zu machen. Die menschliche Seele ist äußerst heikel und reagiert sehr schnell. Zu viel Druck auf die menschliche Seele lässt sie davon flüchten. Beispielsweise empfahl der Heilige Prophet für das rituelle Gebet, dass man nur so viel beten solle, wie er gutgelaunt sei und willig und freudig dabei sei. Man sollte das Gebet nicht sich selbst aufzwängen, andernfalls werde die Seele revoltieren und einen schlechten Eindruck vom Gebet haben.

     

    Der Heilige Prophet Mohammed (s.) sagte zu Dschaber: „Fürwahr! Diese Religion (Islam) ist ein festes Bollwerk. So betrete sie mit Höflichkeit und Besinnung. Ein Mensch, der hastet und Abkürzungen nehmen will, wird nirgendwohin kommen, und er wird sein Pferd kaputtmachen. So pflege das Land, als wenn du dort für immer leben willst. Und handle so, als ob du morgen sterben wirst.“ [12]

     

    Islam ist eine Religion des seelischen Gleichgewichts, so sei fair zu dir selbst. Jene, die meinen, sie könnten das Ziel erreichen, indem sie sich selbst unter Druck setzen, irren sich. Solche Leute kommen zu nichts. Sie sind wie ein Mensch, der ein Pferd von einer Stadt zur anderen reitet. Er meint, wenn er schneller reitet, kommt er schneller ans Ziel. Tatsächlich mag er eine Wegstrecke schneller durcheilen, aber dann merkt er doch, dass er nicht nur sein Ziel verfehlt, sondern auch noch sein Pferd kaputt gemacht hat.

     

    Ein Mensch, der sich überanstrengt, mag zwar meinen, er sei schneller als die anderen, wird aber am Ziel nicht ankommen, und er wird den Eifer zum Vorrücken verlieren, gerade wie ein ruiniertes Pferd, das nicht mehr gehen kann.

     

    Es gab einmal einen Muslim, und er hatte einen christlichen Nachbarn. Der Christ zeigte immer mehr Hinneigung zum Islam, und zum Schluss konvertierte er zum Islam, wobei der muslimische Nachbar mithalf. Am Tage nach der Konversion hörte er jemand frühmorgens an die Tür klopfen. Als er antwortete, war es sein muslimischer Nachbar, der gekommen war, um ihn mit zur Moschee zu nehmen. Sie gingen und sie machten das Morgengebet, dann das Nafillah-Gebet, dann das Gebet kurz vor Sonnenaufgang usw. Sie blieben dann für das Mittagsgebet und sie lungerten umher, bis es Zeit für das Abenddämmerungsgebet war.

     

    Der Muslim sagte dann zum Neumuslim: „Nun machen wir unsere Niyyat-Gebete für das Fasten am morgigen Tag.“

    Am Tag danach, als der Altmuslim zu seinem Nachbar ging, um ihn zur Moschee mitzunehmen, sagte der Mann: „Ich komme nicht mit. Die Religion, die du praktizierst, ist gut für Leute, die nichts anderes zu tun haben als zu beten. Ich bin kein Muslim mehr.“ [13]

     

    Der Sechste schiitische Imam Sadiq (a.s.) sagte dazu: „Seid nicht wie dieser Mann, der einem Christen half, den Islam anzunehmen, aber ihn dann flüchten ließ.“

     

    Es gibt viele Dinge, welche viele Leute vom Islam vertreiben. Zuweilen bringt die Erscheinung eines Muslim einen Nichtmuslim dazu, den Islam zu hassen, wiewohl Sauberkeit vom Islam sehr empfohlen wird [14], und der Heilige Prophet gehörte zu den saubersten Menschen seiner Zeit, und er wäre es auch heute noch, wenn er noch leben würde.

     

    Dialektiker glauben, dass eine Bedingung des Prophetenamtes ist, dass es im Propheten oder im Imam keine Eigenschaften gäbe, die auf die Leute abstoßend wirken. Der Prophet oder der Imam sollte keinen körperlichen Fehler oder Makel haben, denn solche Dinge schaffen Abscheu und Ekel. Der Prophet oder Imam sollte attraktiv sein, oder wenigstens nicht abstoßend in der Erscheinung.

     

    Wer den Islam verkündet, sollte ebenfalls solche Qualifikationen haben. Seine Worte sollten die Leute nicht vom Islam wegscheuchen – es ist nicht gut, wenn der Prediger zu viel tadelt, und wenn er beispielsweise zu roh ist. Es gibt Fälle, wo Tadel Früchte trägt. Beispielsweise kann ein Bösewicht sein Verhalten ändern, wenn der Rüffel eines anderen wirkt. Aber meistens macht ein Tadel die Leute widerspenstig.

     

    Einige Leute betonen immer wieder das Problem, religiös zu sein, aber der Heilige Prophet sagte zu Ma’adh: „Mache die Sache leicht für sie (die Jemeniten) und nicht lästig.“

    Der Prophet sagte auch: „Gott sandte mich mit einer Religion, die nachsichtig und großzügig ist.“ [15]

     

    Wie kann eine Religion nachsichtig sein? Eine Religion hat ihre Prinzipien. Z. B. sagt sie, dass die rituelle Waschung (Wudu) eine Pflicht ist, aber wenn der Mensch eine Wunde oder Krankheit hat, die durch Waschung schlimmer wird, ist die rituelle Waschung nicht notwendig. Das ist ein Fall, in dem die Religion nachsichtig ist. Islam ist keine Religion, die auf Härte und Sturheit gründet, sondern auf wahre Nachsicht. Der Islam sagt, dass Fasten Pflicht ist, und das absichtliche Brechen des Fastens ist eine große Sünde. Gleichzeitig sagt der Islam: Wenn du auf Reisen bist oder das Fasten könnte schaden, weil du krank bist, dann kannst du das Fasten auf später verschieben, wann immer möglich.

     

    „Wer aber krank oder auf Reise ist, der faste ebenso viele andere Tage dafür. Doch wer es schwer vermag, der soll zur Ablösung einen Armen speisen … denn Allah will es euch leicht machen und nicht schwer.“
    [Heiliger Qur’an, Sure 2 : Vers 184]

     

    Wenn du befürchtest, dass Fasten oder die rituelle Waschung dir schaden können, dann verzichte darauf, selbst wenn sich deine Furcht auf den medizinischen Rat eines Ungläubigen oder Häretikers gründet. Es gibt auch andere Fälle, wo Muslime vom Fasten befreit sind, wie z.B. betagtes Alter oder Schwangerschaft.

     

    Der verstorbene Ayatollah Hadschi Scheich Abdulkarim Haeri (Gott habe ihn selig) pflegte zu fasten, selbst als er sehr alt und schwach war und das Fasten schwierig für ihn war. Daher fragten die Leute ihn nach dem Grund, da er ja selber in seinem Buch geschrieben habe, dass Fasten für alte Leute nicht verpflichtend wäre. Er antwortete, dass sein Urteil korrekt sei und er bekannte, er sei nun alt genug und eigentlich vom Fasten befreit. Sie fragten ihn, warum er sich so ans Fasten halte. Er erwiderte, seine Natur zwinge ihn dazu. Der Islam ist eine großzügige Religion und es ist diese Nachsicht, welche die Leute anzieht.

     

    Deswegen sagte der Prophet: „Ein Prediger sollte die Nachsicht und die Leichtigkeit verkünden, die mit dieser Religion verbunden sind; und er sollte ein praktisches Beispiel setzen, so dass die Leute ermuntert werden, den Islam anzunehmen.“

     

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    [1] ca. 1903 A. D.

    [2] Quelle: Bihar-ul-Anwar, Neue Edition, Vol. 44, Seite. 279-280

    [3] Quelle: Safinat-al-Bihar, Vol. II, p. 583-584

    [4] Quelle: Safinat-al-Bihar, Vol 1, p. 586 Neuer Bihar, Vol. 40, S. 139

    [5] Ganzkörperwaschung zur rituellen Reinigung wegen Geschlechtsverkehr und/oder Erguss

    [6] Im Iran gibt es auch viele Privatschulen

    [7] Quelle: Sirat-Ibn-Hischam, Vol. IV, S. 237

    [8] Das spätere Medina

    [9] Quellen: 1.) Tabaqat Al-Kubra, 2.) Tarich Tabari, 3.) Bihar-ul-anwar, 4.) Tarich Yakubi, u.v.a.m.

    [10] Das Buch ist auch in deutscher Übersetzung vorhanden

    [11] Eintrittsort in den Heiligen Bezirk

    [12] Quelle: Safinat-al-Bihar, Vol. 1, S. 532

    [13] Aus „Geschichte des Wahrhaftigen“

    [14] Quelle: Safinat-al-Bihar, Abschnitt über die Sauberkeit, Vol. II, p. 597

    [15] Motahhari in der Fußnote: Ich kann mich nicht daran erinnern, genau die gleiche Aussage irgendwo gesehen zu haben; aber im Buche Kafi, Band. V, S. 497, sah ich: „Ich (Prophet Mohammed) wurde nicht für Einsiedelei (Mönchtum) gesandt, sondern dass ich zum richtigen Pfad geleite, der leicht und freigibig ist.“

     

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    Quelle: http://www.al-shia.eu/der%20prophet/Verhalten_und_Benehmen_Teil_3.htm