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    Verleumden bedeutet auch Selbstzerstörung

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    Verleumden bedeutet auch SelbstzerstörungDer Prophet des Islams sagt, dass Gott jemanden, der einen gläubigen Menschen, ob Mann oder Frau, verleumdet,   auf einen Hügel aus Feuer stellen wird. (siehe Bahar-ul Anwar, Band 75, S. 194)

     

    Eine der größten und schädlichsten Sünden ist die Verleumdung. Wer einen anderen verleumdet, schadet nicht nur diesem, sondern auch sich selber und zerstört seine eigene Seele. Verleumdung bedeutet, dass der Mensch jemandem etwas Schlechtes nachsagt, obwohl es nicht zutrifft. Dieses Tun wird im Koran entschieden verurteilt  und es werden schwere Strafen dafür  angekündigt.Im Safinat-ul Bahar wird  im Band 1  Imam Sadiq a.s. zitiert, der gesagt hat: Einen Unschuldigen zu verleumden wiegt noch schwerer als ein gewaltiges Gebirge.

     

    Haltlose Behauptungen über jemanden sind in Wirklichkeit die schlimmste Art von Lügen. Wenn sie hinter dem Rücken eines Menschen geschehen, ist es doppelte Sünde, nämlich Verleumdung und zugleich üble Nachrede.

    Ein Gefährte des Imam Sadiq a.s. begleitete ihn auf seinem Weg. Sein Diener war zurückgeblieben und er rief ihn mehrmals, ohne eine Antwort zu erhalten. Da wurde er ungehalten und sagte Unflätiges, wobei er eine Verleumdung hinsichtlich der Mutter seines Dieners aussprach.

     

    Der Überlieferer berichtet:  Imam Sadiq a.s. wurde verstimmt, als er diese hässliche Behauptung hörte und machte seinen Begleiter darauf aufmerksam. Aber der wollte nicht einsehen, dass er jemanden verleumdet hatte und versuchte sich zu rechtfertigen. Imam Sadiq a.s. sagte, als er gemerkt hatte, dass dieser Mann seine hässliche Sünde , nämlich die Verleumdung, nicht einsehen will,  daraufhin zu ihm: Du hast nicht mehr das Recht mit mir im Kontakt zu stehen.

    Verleumdungen greifen früher oder später die Gesellschaft an. Sie vernichten die  Gerechtigkeit und lassen die Wahrheit als Lüge und die Lüge als Wahrheit erscheinen.  Ohne Grund werden Unbescholtene als  Missetäter hingestellt und ihr Ansehen wird vernichtet. Wenn in einer Gesellschaft Verleumdung üblich ist und die Bevölkerung die Verleumdungen glaubt, wird das Recht als  Unrecht und das Unrecht als Recht gelten.  Vertrauen wird zu Misstrauen und alles läuft auf ein großes  Chaos hinaus,  das heißt: Jeder nimmt sich das Recht, über andere zu behaupten, was im gerade in den Sinn kommt.

     

    Hass und Feindschaft treten anstelle der Freundschaft.

    Die Beziehungen gehen auseinander, und jeder befürchtet, er könnte von einem anderen verleumdet werden.

    Über die Gefahr für den Glauben sagt Imam Sadiq a.s.  gemäß Usule Kafi, Band 4, Seite 66: Wenn immer ein Gläubiger einen anderen verleumdet, vergeht  der Glaube in seinem Herzen, so wie wenn  Salz sich im Wasser auflöst.

     

    Der Verleumder verliert seinen Glauben, weil Glaube mit Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit einhergeht und Verleumdung mit Lügen. Der Verleumder gewöhnt sich an, über andere zu lügen und strebt nicht mehr nach Ehrlichkeit und deshalb schrumpft sein Glaube  bis nichts mehr davon übrigbleibt.

    Der Prophet des Islams sagt, dass Gott jemanden, der einen  gläubigen Menschen, ob Mann oder Frau, verleumdet,   auf einen Hügel aus Feuer stellen wird. (siehe Bahar-ul Anwar, Band 75, S. 194)

     

    Es gibt zwei Arten von Verleumdung. Manchmal schreibt der Verleumder wissentlich einer Person eine Sünde oder einen Fehler zu, d.h. er weiß, dass diese Person nicht diesen Mangel aufweist oder nicht diese Sünde begangen hat, und behauptet dennoch etwas Schlechtes über ihn. Noch schlimmer ist es, wenn der Verleumder selber etwas Hässliches getan hat und dann – um sich vor der Strafe zu retten, einem anderen diese Tat zuschreibt. Diese Art von Verleumdung wird terminologisch Iftira` genannt .

     

    Eine andere Form der Verleumdung geschieht, wenn jemand ohne richtige Kenntnisse und aufgrund reiner Vermutung  einer anderen Person etwas zuschreibt. Dann spricht man von „Bohtan“ . Diese zweite Art der Verleumdung  geht auf Misstrauen gegenüber den anderen zurück und zwar bringt jemand das Tun der anderen irgendwie mit einer schlechten Absicht in Verbindung.  Die meisten Verleumdungen gehen auf  Misstrauen und Unkenntnis zurück. Gott sagt im Koran in der Sure Hudscharat, Sure  49, im Vers 2:  Ihr Gläubigen, haltet euch von vielen Mutmaßungen zurück, denn einige Mutmaßungen sind Sünde!

     

    Natürlich gehen dem Menschen manchmal solche Gedanken ungewollt  durch den Kopf.  Sie werden daher auch nicht bestraft, weil sie nicht willentlich erfolgen. Bestraft wird, wenn man sich von  solchen falschen Gedanken beeinflussen lässt und sich nicht davor hütet, in Unwissenheit zu handeln.   Denn viele, die ohne Wissen und Kenntnis und nur aufgrund von Vermutungen handeln, begehen eine Sünde. In einem anderer Vers, nämlich Vers 36 der Sure Isra`, Sure  17 steht: Und geh nicht einer Sache nach, von der du kein Wissen hast. Und an anderer Stelle werden einige wegen Handeln aufgrund ihres Misstrauens getadelt, nämlich in der Sure Fath,  im Vers 12:  Ihr habt schlimme Mutmaßungen angestellt. Ihr seid ein unwissendes Volk gewesen.

     

    Misstrauen hat manchmal Folgen, die nicht wieder rückgängig gemacht werden können.

    Zum Beispiel haben Psychologen  in zahlreichen Fällen den Mord an einem Ehepartner auf unberechtigtes Misstrauen   zurückgeführt.

    Ein gläubiger rechtschaffener Mensch darf seine Glaubensgeschwister  nicht misstrauisch behandeln, sondern er muss, solange er keinen festen Beweis für das Gegenteil in der Hand hat,  bei den anderen ehrliche Absichten voraussetzen.

    Imam Ali a.s. sagt darüber:

    Du musst auf beste Weise deuten, was dein Glaubensbruder sagt und tut, es sei denn dass du dir sicher geworden ist, dass es sich  anders mit den Dingen verhält  und du sie nicht mehr rechtfertigen  kannst. (siehe Usule Kafi, Bd. 2, S. 362).

     

    Mohammad Ibn Fasil berichtet, er habe einmal zu Imam Mussa Kasem gesagt:  Einige zuverlässige Leute haben mich wissen lassen, dass ein Glaubensbruder über mich etwas behauptet hat, was mir nicht behagt. Ich habe ihn selber danach gefragt, und er hat es abgestritten und gesagt, er habe so etwas nicht gesagt! Was nun?

    Da sage Imam Kasem:  (Auch) wenn 50 gerechte Personen dir bezeugen, dass jene Person so etwas Falsches über dich gesagt hat, so musst du dies ablehnen  und musst bestätigen was dein Glaubensbruder sagte. Du sollst  nicht das unter den Leuten verbreiten, was seinem Ansehen schadet….

     

    Wie nun soll man reagieren, wenn man eine Verleumdung hört?

     

    Das steht im Heiligen Koran  im Vers 6 der Sure 49  geschrieben: Ihr Gläubigen! Wenn ein Frevler mit einem Gerücht zu euch kommt, dann (bestätigt es nicht) bis ihr es nachgeprüft habt. Nicht dass ihr aufgrund der Rede eines Frevels in Unwissenheit  Leuten  etwas antut und ihr dann über das, was ihr getan habt, Bedauern empfindet!

    Aus der Sicht des Korans haben wir also, immer wenn  über jemand etwas behauptet wird, die Pflicht, der Sache nachzugehen und festzustellen, ob diese Nachricht überhaupt stimmt. Ein überstürztes Urteil ohne Nachforschung ist untersagt.

     

    Der Islam untersagt  einerseits das Verleumden und warnt die Gläubigen vor schlimmen Mutmaßungen und davor, jemandem etwas vorzuwerfen, ohne einen Beweis zu haben. Andererseits ordnet er an, man solle sich selber nicht durch sein Handeln und Reden in Verdacht bringen.

    Imam Ali a.s. hat diesbezüglich gesagt: Jemand, der sich selber in Gefahr bringt, verleumdet zu werden, kann nicht denjenigen, der ihm misstraut, tadeln.

    (Amali Scheych Saduq, S. 304)

     

    Daher heißt es auch, dass gläubige Menschen nicht mit sündigen Menschen verkehren sollen, da sie sich dadurch in Verdacht bringen und verleumdet werden könnten.

    Abschließend sei gesagt:

    Um uns davon abzuhalten, die schwere Sünde einer Verleumdung zu begehen,  sollten wir uns vor Augen halten,  dass wir durch eine Verleumdung  unsere eigene Seele trüben und uns spirituell selber enorm schaden.

     

    Quelle: http://german.irib.ir/radioislam/beitraege/item/147789-verleumden-bedeutet-zerst%C3%B6rung-der-pers%C3%B6nlichkeit