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    „Wahdat al-Wujud“ (Teil 1): Vorwort

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    Die Lehre von der Einheit der Existenz gilt unter den Gelehrten der Erkenntnislehre als höchste Form des Einheitsbekenntnisses. Aus diesem Grund werden einige Vorkenntnisse im Tawheed benötigt, um dieses Konzept verstehen zu können. Die nötigen Einleitungen hierzu werden in der Analyse in einer einfachen Art und Weise erläutert werden.

     

    كُلُّ شَيْءٍ هَالِك ٌ إِلاَّ وَجْهَه

     

    Alle Dinge sind nichtig, bis auf Sein Angesicht.

    (Sure 28, Vers 88)

     

     

    Inhaltsverzeichnis

     

    1. Vorwort

    2. Einleitung

    2.1 Die verschiedenen Arten der Existenzen

    2.1.1 Die notwendige Existenz

    2.1.2 Die mögliche Existenz

    2.2 Das Verhältnis zweier (oder mehrerer) Existenzen zueinander

    2.2.1 Die isolierungsbasierte Differenz

    2.2.2 Die Verschiedenheit im Rang der Existenz

    2.3 Fazit

    3. Die Einheit der Existenz (Wahdat al-Wujud)

    3.1 Die Beweise aus dem heiligen Qur’an

    3.2 Die Beweise aus den reinen Überlieferungen

    3.3 Schlussfolgerung

    4. Die Einheit der Existenz ist kein Unglaube

     

     

    1. Vorwort

     

    Die Einheit der Existenz (Waĥdat al-Wujūd) bezeichnet die dritte Stufe in der Lehre des Einheitsbekenntnisses des Wesens (al-Tawĥeed al-Dhāti – التوحيد الذاتي). Um diese Stufe des Einheitsbekenntnisses zu verstehen, sind einige philosophische Grundkenntnisse nötig, sowie Kenntnisse in der Logiklehre[1], welche im Rahmen der Einleitung kurz angesprochen und erörtert werden sollen. Aus diesem Grund ist dieser Thematik eine große Aufmerksamkeit zu widmen, da fehlende Grundkenntnisse und ein falsches Verständnis dazu führen können, dass ein falsches Bild von dieser Lehre des Einheitsbekenntnisses entsteht. Um dem vorzubeugen sei explizit darauf hingewiesen, dass die nötigen Einleitungen mit vollster Konzentration behandelt werden müssen. Ebenso sind die verpflichtenden Voraussetzungen zu erfüllen, wie beispielsweise „das Einheitsbekenntnis des Einen“ (التوحيد الواحدي) und „das Einheitsbekenntnis des Einheitlichen“ (التوحيد الأحدي), welche in der Analyse als bekannt vorausgesetzt werden und entsprechende Gedankengänge darauf aufbauen.

     

    Viele Personen haben sich dieser Lehre gewidmet und versucht, sie ohne die nötigen Vorkenntnisse und Voraussetzungen zu verstehen. Sie haben sich lediglich das oberflächliche Wissen angeeignet und sind deshalb zu einem falschen Resultat gekommen. Aus diesem Grund haben sie begonnen, der Lehre von der Einheit der Existenz Falschheit und Unglaube vorzuwerfen, gestützt auf die Behauptung, dass diese Lehre nicht durch die reinen Worte der rechtschaffenen Führer aus der Ahl al Bayt (a.) bewiesen werden kann. Diesen Behauptungen sind viele weitere Personen gefolgt, ohne den Wahrheitsgehalt zu prüfen. Als Resultat hierzu wurden viele Gelehrten der Rechtsschule der Ahl al Bayt (a.), welche die Einheit der Existenz befürworten und lehren, als ungläubige und unreine Menschen bezeichnet und von der Religion ausgeschlossen.

     

    Aus diesem Grund entstand die Notwendigkeit, die Lehre von der Einheit der Existenz auch in leicht verständlicher Sprache zu erläutern und zu beweisen, dass diese Lehre tatsächlich ihren Ursprung bei der Ahl al Bayt (a.) hatte und mit ihren Worten zweifelsfrei bewiesen werden kann. Damit sollen diejenigen, welche den Behauptungen ohne Prüfung des Wahrheitsgehaltes gefolgt sind erkennen, dass die Lehre von der Einheit der Existenz zum islamischen Einheitsbekenntnis gehört und einen wichtigen Bestandteil bildet. Es soll auf die Notwendigkeit aufmerksam gemacht werden, stets Behauptungen, mit denen man konfrontiert wird, auf ihre Authentizität zu prüfen und nicht voreilig zu einem Urteil zu kommen und Rechtsgelehrte, welche ihr Leben für das Studium des Islams hingaben, des Unglaubens zu bezichtigen, was bei Allah (t.) eine schwerwiegende Sünde darstellt, da man das Vertrauen der Menschen zum entsprechenden Gelehrten damit schwächt.

     

    Wir erbitten von Allah (t.) die Rechtleitung und Führung zum geraden Weg und beabsichtigen mit Seiner Erlaubnis und Hilfe, die Missverständnisse bezüglich dieser Thematik aufzuheben und ein harmonisches Miteinander zu gewährleisten, ohne dass eine Gruppe von Muslimen eine andere Gruppe des Unglaubens bezichtigt oder umgekehrt.

     

    [1] „Al-Mantiq“ – المنطق

     

     

    Quelle: http://alhaydari.de/irfan