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    Wahrung der Religion in ungeeigneter Umgebung

    Wahrung der Religion in ungeeigneter Umgebung
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    Der Mensch beginnt sein Leben innerhalb der Familie aber im Laufe seines Lebens gerät er in verschiedene andere gesellschaftliche Umgebungen.

     

    Da er ein geselliges Wesen ist, macht er sich mit der Welt, die ihn umgibt, vertraut und lässt sich von ihr beeinflussen.Psychologen schreiben der gesellschaftlichen Umgebung eine große Wirkung auf die Personalität, das Verhalten und das Denken eines Menschen zu. Die Gesellschaft ist die Summe von Einzelnen und deren Beziehungen untereinander. Dabei können die einzelnen Mitglieder rechtschaffen sein oder gegen die Sitten verstoßen. Es sind nie alle Beziehungen und Ansichten , die in einer Gesellschaft herrschen, als richtig zu betrachten.

     

    Deshalb muss jeder, insbesonders jemand, der spirituelle und göttliche Lehren befolgt, Wege finden , damit er sein Denken und seinen Glauben rein hält. Einer dieser Wege besteht darin, sich vor unreinen Umgebungen zu hüten. Denn die Begingungen in solchen Umgebungen bieten einen Anreiz zur Sünde und machen den Menschen der Sünde zugeneigt. Wenn der Mensch sich also von solchen Umgebungen fernhält ,hat er einen wichtigen Schritt zur Wahrung der Religion getan.

     

    Vielleicht haben gerade deswegen auch der Erhabene Prophet (s) und die Edlen aus seinem Hause (aleihomsalam) sich von Umgebungen, die nicht intakt waren, ferngehalten und ihren Anhängern dasselbe geraten.

     

    Hurun Ibn Dschahm berichtet: „Einer der Beamten des Abbasidenherrschers Mansur feierte ein Fest und hatte alle dazu eingeladen. Auch Imam Sadiq a.s. gehörte zu den Gästen. Der Imam saß zusammen mit anderen am Esstuch und aß . Da bat einer von ihnen um Trinkwasser, aber man brachte eine Schale mit Wein herbei. Als dem Mann der Wein gereicht worden war, stand der Imam (a.s.) sofort auf. Da fragte man ihn, wieso er aufgestanden sei. Er zitierte den Propheten (s), der gesagt hat: „Der Fluch liegt auf jemandem, der sich an ein Esstuch setzt, an dem Wein getrunken wird.“ Diese Überlieferung steht im Usul-e Kafi, Band 6, auf Seite 268.

     

    Im Islam wird sogar ausdrücklich empfohlen, dass der Mensch sein Viertel, seine Stadt oder sogar sein Land verlassen soll, wenn dies nötig wird, um sich von einer verdorbenen Umgebung fernzuhalten. Es wird nicht nur empfohlen sondern hoch belohnt, wenn jemand das Leben in einer gesunden Gesellschaft wählt, damit er die Religion Gottes wahren kann.

     

    Im Vers 97 der Sure 4, Sure Nisa, steht wie folgt:

    „Zu denen, die gegen sich selber gefrevelt haben, sagen die Engel, wenn sie sie abberufen:, In was für Umständen waret ihr denn (und warum gehörtet ihr zu den Ungläubigen, obwohl ihr Muslime wart)?` Sie sagen: ,Wir waren in unserer Heimat schwach und unterdrückt!` Sie (d. h. die Engel) sagen:,War (denn) die Erde Gottes nicht weit (genug), so dass ihr darauf hättet auswandern (und in der neuen Umgebung als Gläubige leben) kِönnen?` Sie (können sich nicht rechtfertigen und) werden von der Hölle aufgenommen- – ein schlimmes Ende!“

     

    Manchmal lässt die Situation eines Menschen nicht zu, dass er seine ungesunde Umgebung verlässt und er hat nicht die Möglichkeit, in eine geeignete Umgebung umzusiedeln. Er sieht sich daher vielen Bedingungen ausgesetzt, die ihn zur Sünde verleiten könnten. Daher muss der religiöse Mensch die Grundlagen für die Beeinflussbarkeit durch die Umgebung beseitigen. Eine Möglichkeit, sich vor dem Einfluss zu schützen besteht darin, Auge und Ohr zu kontrollieren. Das bedeutet, dass der Mensch genau darauf Acht gibt, dass sein Auge keine unangemessenen sündigen Dinge betrachtet, weil eine Betrachtung sich direkt auf den Zustand und das Verhalten des Menschen auswirkt.

     

    Die Psychologie bestätigt, dass die Betrachtung von hässlichen gegen die Moral verstoßende Bilder und Szenen, den Menschen zu Verhaltenweise veranlasst, die unrechtmäßig sind. Der westliche Psychologe Leonard Berkowitz (geb. 1926) führt dazu im Zusammenhang mit der Gewaltverbreitung Beispiele an und sagt: „Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass das Sehen von Gewalt im Fernsehen zu einer Zunahme des gewaltsamen Verhaltens führen kann und das Fehlen von Faktoren, die Gewalt steigern, zur Reduzierung gewaltsamer Verhaltensweisen beiträgt. Als zum Beispiel 1974 das Tragen von Waffen auf Jamaika verboten wurde und man brutale Szenen in Fernsehfilmen strich, ging die Zahl der Fälle bewaffneter Kriminalität enorm zurück.“

     

    Der Mensch kann durch Nicht-Betrachtung von sündigen Szenen und durch Betrachtung und geistige Beschäftigung mit nützlichen Dingen entscheidend zur Wahrung seiner Gottesfürchtigkeit beitragen. In Bezug auf Hörbares, welches auf eine sündige Handlung vorbereitet, wird eine ähnliche Verhütungsmethode vorgeschlagen, d.h. der Mensch soll sich keine primitive Musik und schlüpfrige Witze anhören sondern , seine religiöse und menschliche Personalität auf beste Weise formen, indem er zuhört, wenn etwas vortragen wird, was zu seiner geistigen Entfaltung beiträgt, oder dem belebenden Klang des Korans lauscht.

     

    Was der Mensch über die beiden Kanäle Ohr und Auge an Wissen gewinnt, wird Grundlage seines Handelns. Sind jedoch diese beiden Kanäle mit ungeigneten und verbotene Materialien verstopft , wird auch das Handeln des Menschen in verbotenen Dingen bestehen.

     

    Überzeugte Menschen bleiben den religiösen Werten treu und sie achten normalerweise genau darauf, mit wem sie verkehren und sich anfreunden. Ein schlechter Freund ist oft ein wesentlicher Faktor für das Sündigen, denn der Mensch lässt sich von einem Freund stark beeinflussen. Es besteht die Gefahr, dass ein schlechter Freund, den Charakter des Menschen zerstört. Ein schlechter Freund holt den Menschen in sündige Milieus hinein. Indem er die Sünde als etwas harmloses und Gängiges vorspiegelt, entwurzelt er mit der Zeit die Überzeugungen des Menschen.

     

    Gott hat in den Versen 27 und 29 der Sure Firqan (25) die Gläubigen vor Satan gewarnt, der sie über schlechte Freunde auf Irrwege führt. Es heißt:

    „Und denkt an den Tag , da derjenige, der gefrevelt hat, sich vor Ärger über sich selbst in die Hände beißt mit den Worten:,Hätte ich es doch mit dem Gesandten gehalten!

    Wehe mir! Hätte ich mir doch nicht den und den zum Freund genommen!

    Er hat mich ja von dem Gedenken an Gott abirren lassen, nachdem ich Rechtleitung erhalten hatte.` Satan lässt den Menschen stets im Stich .

     

    Ein weiterer wichtiger Weg zur Wahrung der Religion besteht darin, das eigene Verhalten nicht von der Ansicht und dem Urteil der Mehrheit abhängig zu machen. Jemand dessen Kriterien für sein Verhalten darin besteht, sich der Gesellschaft anzupassen, kann sich in einem ungesunden Milieu nicht gesund verhalten. Ein ungesundes Milieu weist keine religiöse Stimmung auf und ist mit den egoistischen Wünschen der Menschen verunreinigt.

     

    In einem bekannten Ratschlag von Luqman (a.s.) an seinen Sohn heißt es: Mein Sohn! Mach dein Herz nicht von der Zufriedenheit der anderen abhängig, denn du wirst mit keiner Tat alle zufrieden stellen können. Deshalb hoffe nicht darauf sie zufrieden zustellen, sondern gehe der Zufriedenheit Gottes, des Allmächtigen nach.“

     

    In einer kranken Umgebung kann sich der Gläubige auch dadurch behelfen, dass er auf die Auswirkung der Sünde im Leben achtet. Die Beachtung der Folgen von Sittenverstößen kann signalisierend wirken. Die Sünde entfernt den Menschen nicht nur von Gott, sondern verleitet ihn zu unangemessenem Verhalten und hat oft unmittelbare Wirkung auf sein Leben. Zum Beispiel führen manchmal Sünden, wie unlautere Beziehungen zum anderen Geschlecht oder das Alkoholtrinken, zur Zerstörung einer Ehe und Familie und der Mensch verliert möglicherweise durch eine Sünde die Menschen, die ihm am nächsten stehen.

     

    Der Islam unterstreicht daher immer, dass man an die Folgen denken soll. Er legt dem Menschen ständig ans Herz, seinen Glauben und die Gottesfürchtigkeit zu wahren. Wir sollten folgendes überlieferte Prophetenwort anführen: „Übt euch angesichts von Sünden in Gottesfürchtigkeit, denn die Sünden zerstören die guten Taten.“

     

    Wie die großen Vorbilder der Moral sagen, geht die Vervollkommnung und Veredlung eines Menschen aus seiner richtigen Kenntnisse über die Religion hervor. Je mehr der Mensch seine religiösen Studien steigert und durch Beweise und rationale Begründung Einsicht in die Grundsätze der Religion gewinnt, desto mehr sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass er in der Praxis vom Weg abkommt.

     

    Schritte wie das Nachdenken über die göttlichen Segensgaben und geistige Vertiefung in die göttlichen Verse, die stille Aussprache mit Gott und Teilnahme an gemeinsamen Gebeten und Lobpreisungen, das Studium der Lebensgeschichte frommer Menschen usw. sind alle von großer Bedeutung für die Wahrung der Religion und Stärkung des Glaubens.

     

    Der Moscheenbesuch und freundliche Treffen mit den anderen Muslimen und die Nutzung der spirituellen Wirkung des Gemeinschaftsgebetes wirken sich hervorragend auf die Stimmung und die Überzeugung eines Gläubigen aus.

     

    Natürlich ist es nicht einfach, den religiösen Glauben und die Werte der Religion in einer ungeeigneten Umgebung zu wahren. Dafür ist es aber sehr wertvoll, wenn man danach strebt. In der Sure Tahrim (66) wird im Vers 11, die Gemahlin des Pharaos für die Gläubigen als Vorbild angeführt. Asia lebte in einer Umgebung, die nicht intakt und voller Unglauben war, aber ihr Herz war erfüllt mit Gottesglauben und sie hat alle Drangsale erduldet aber nicht ihre Überzeugung von dem Einen Gott und vom Jüngsten Tag aufgegeben. Sie flehte Gott um Befreiung aus der Hand ihres Gemahls an, des Pharaos und sprach gemäß dem oben genannten Vers: «Mein Herr! Baue mir ein Haus bei Dir im Garten und befreie mich von Pharao und seinem Werk und befreie mich von dem Volk der Frevler!»

     

    Wenn der Mensch wie Asia in den Genuss der Gottesliebe gelangt , wächst sein Wunsch nach spirituellen Genüssen und er strebt selbst in der schlimmsten Umgebung weiter danach, Gott zufrieden zu stellen um zu verhüten, dass seine schöne Beziehung zu dem Herrn, dem einzigen Gott, beeinträchtigt wird.

     

    Quelle: http://german.irib.ir/radioislam/beitr%C3%A4ge/muslime-in-aller-welt/item/249743-wahrung-der-religion-in-ungeeigneter-umgebung