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    Was gescheh zu Aschura? (Teil 2)

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    Was gescheh zu Aschura? (Teil 2)
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    In den Monaten vor dem Kampf in Kerbala unterstrich Imam Hussein (a.s ) immer wieder das Gebot Gutes zu gebieten und das Schlechte zu verwehren und die Pflichten zu erfüllen. Er forderte die Mächtigen, welche die islamischen Gesetze und Vorschriften mit Füßen traten und sich von der Wahrheit entfernten, immer wieder dazu auf.

     

    Aber Yazid war unerfahren und unwissend konnte die Aufforderungen und Ratschläge des Imam nicht ertragen und wollte ihn zum Treueeid zwingen. Er kannte weder Pflichten noch Bürden.

     

    Imam Hussein (a.s) widersetzte sich mit den Worten:

     

    Niemals gebe ich auf! Niemals unterwerfe ich mich euch! Niemals finde ich mich als Sklave ab! Yazid ist ein Verdorbener, ein Weintrinker, ein Mörder und ein eindeutiger Sünder, und einer wie ich unterwirft sich nicht einem Mann des Schlages von Yazid!“

     

    Und wissend um sein Ende meinte er:

     

    „Wir alle gehören ALLAH und zu ihm kehren wir zurück. Der Tod ist besser als das Ertragen von Feigheit und Scham.“

     

    Sein Widerstand fand den Höhepunkt in Aschura. Prophet Mohammad (s.a.s) sagte sinngemaß: Derjenige der sieht, daß ein Regierender erlaubt, was ALLAH verboten hat, den Vertrag ,den er mit ALLAH abgeschlossen hat übertritt, von der Sunna und von Rasul ALLAH abweicht, die Muslime angreift, derjenige, der das sieht und sich nicht diesen Regierenden widersetzt weder mit Worten noch mit Taten, dem wird ALLAH dieselbe Behandlung zukommen lassen, die dem Tyrannen zukommt.

     

    Das Unglück, das den islamischen Völkern widerfahren ist, ist die Folge dieses Nichtbeachtens der empfohlenen Worte von Rasul ALLAH. Man unterwarf sich den feigen grausamen und heuchlerischen Kalifen, die geblendet von der Macht und vom Ruhm gänzlich ohne das Licht der Wahrheit und der Gerechtigkeit waren. Das Ergebnis des Verrats : die Religion ist schwächer geworden, die große Tradition und Zivilisation des arabischen Volkes hat sich verflüchtigt, die Lügen haben die Wahrheit bedeckt….

     

    In der Sure Hud (11) Vers 113 heißt es: Und sucht nicht bei denen Anlehnung, die freveln! Sonst erfaßt euch (dereinst)das Höllenfeuer. Ihr habt außer Gott keine Freunde….

     

    Das Heer der Feinde plünderte nach Beendigung des Krieges das Frauengemach des Imam und legte Feuer an seine Zelte, köpfte die Märtyrer, entblößte ihre Häupter und warf sie , ohne sie zu begraben auf den Boden. Danach brachen sie am 11. Muharram mit den schutzlosen Frauen und Mädchen und den Köpfen der Märtyrer nach Kufa auf, von wo sie nach Damaskus vor Yazid geführt wurden .Die Soldaten Yazids legten die Frauen und die Kinder in Ketten. Den Frauen rissen sie die Kopftücher herunter und zerrissen sie. Hals ,Hände und Füße wurden mit Stricken und Ketten gebunden. Die Hände der Frauen banden sie am Hals der Kinder fest. Alle wurden auf Kamelen ohne Satteln hochgezogen.

     

    Die Karawanen begannen sich langsam zu bewegen, ihr voraus waren die Köpfe der Märtyrer, die auf Lanzen steckten. 78 Köpfe, 78 starke ehrenvolle Kämpfer des Glaubens waren gefallen, 17 Mitglieder der Familie des Propheten (s.a.s) und 70 Gläubige. Der Kopf von Imam Hussein (a.s) ging den anderen voraus. Hinter der Karawane, mit schweren Ketten behängt und vom Fieber taumelnd folgte Imam Ali Zyn -al Abidin (a.s) zu Fuß.

     

    Die Karawane zog schnell weiter. Manchmal wenn ein Kind auf den Boden rutschte, fiel die Frau, an die er gebunden war ebenfalls. Dann stürzte ein Soldat auf sie, hob die Peitschte und schlug und schlug und schlug….. Unter den Gefangenen befand sich der 21 jährige Sohn des Imam, der 4. Imam ,Imam Sagad Zyn -al-Abidin., und dessen anderer vierjährige Sohn Muhammad ibn Ali, der 5. Imam, sowie Hassan Mutanna, der Sohn des zweiten Imam und Stiefsohn von Imam Hussein (a.s), der im Krieg eine tödliche Wunde erlitten hatte und den sie in seinen letzten Todesseufzern gefunden hatten..

     

    Das Ereignis von Kerbala, die Gefangennahme der Frauen und Töchter aus dem Prophetenhaus, die Reden ,welche die Tochter des Herrschers der Gläubigen (a.s) und Schwester Imam Hussein (a.s) Zeinab Kubra in Kufa hielt um das Verbrechen Yazids anzuprangern und die Reden des 4. Imam entehrte die Omayadendynastie und machte die mehrjährige Propaganda von Mu´awiya zunichte.

     

    Es kam soweit, dass Yazid seine grausame Tat öffentlich verabscheuen musste. Imam Hussein (a.s) ist nicht umsonst gestorben. Sein Auftrag lebt.! Die Hoffnung ist zu neuem Leben erwacht ! Die Mission, für die er sein Leben hingab, erstarkte immer mehr, bis schließlich die Macht der Omajaden zerfiel. Die Tragödie von Kerbala erschütterte das Reich, das auf soviel Planung und Intrige errichtet worden war, in seinen Fundamenten. Die Tragödie von Kerbala machte Yazid zum meistgehaßten Mann in der muslimischen Welt. Das ist göttliche Gerechtigkeit.!!!

     

    Nach dem Schahadat Hussein (a,s) erkannten die Muslime Eignung und Rechtmäßigkeit zu Imamat und Rechtleitung in dessen Sohn Ali Ibn al Hussein (a.s). Es war ihnen offenkundig, dass nur er Anspruch auf Wilayat, Imamat und Kalifat hatte. Zu Zeiten des vierten Imam aus dem Hause des Propheten setzten sich etliche Bewegungen dieser Art zur Verteidigung Ahl-Bayt (a.s) ein. Sie alle hatten ein Motiv : Vergeltung des Schahadats des Enkelsohnes des Propheten Imam Hussein (a.s).

     

    Der auffallendste Zug an Imam Hussein (a.s.) war seine Leidenschaft für die Vereinigung mit ALLAH (s.t). Die letzte Nacht seines irdischen Lebens verbrachte er in Gebet und inbrünstigen Bitten. Am nächsten Tag, selbst mit dem Tod vor Augen, vergaß er nicht seine Gebete. So zeigte Imam Hussein (a.s.) durch sein unsterbliches Beispiel, daß ein Muslim stets um die geistlichen Dinge bemüht sein soll, auch durch und mit den Gegebenheiten dieser Welt.

     

    Am Nachmittag von Ashura – der 10. Muharram des Jahres 61.waren viele Gefährte des Imams in Kerbala bereits tot. Imam Hussein (a.s), der auch verwundet war, war allein geblieben. Sein Herz schlug immer schwächer, aber er war ALLAH sehr nahe. Plötzlich erhob er seine Hände zum Himmel und seinen Herrn anflehend ,sagte er:

     

    „O mein Herr, ich habe alles, ohne Ausnahme, in DEINEM Namen gegeben und für die Liebe zu DIR. Ich habe meine Familie verlassen und akzeptiert, daß sie zu Waisen werden, um DIR zu begegnen. Wenn, um Deiner Liebe Willen, mein Körper in Stückchen geschnitten werden würde, auch dann würde ich mein Herz vor niemandem, außer vor DIR beugen.“

     

    Seine Liebe zu ALLAH war unendlich groß und sein Glauben war sehr tief, obwohl seine Schmerzen unerträglich waren.

     

    Es war Abend, während des ganzen Tages hatte die Sonne den Sand von Kerbala mit ihren Strahlen erhitzt. Imam Hussein (a.s) blutete stark aus den Wunden, die ihm die Feinde zugefügt hatten; er hatte nicht mehr die Kraft sich aufrecht auf dem Pferd zu halten. Langsam begann sich sein Haupt und Körper zu senken ( =er rutschte vom Pferd ?) bis seine Stirn den glühend heißen Sand des Bodens berührte. Er wandte sich zu ALLAH:

     

    „Im Namen Gottes, mit SEINER Hilfe und durch die Botschaft SEINES Gesandten . Willig füge ich mich DEINEM Willen und verbeuge mich vor Deinem Befehl; ich ertrage mit Geduld die Scherzen, die Pein, den Kummer und die Schwierigkeiten, die von DIR kommen, o Hilfe von denjenigen, die Hilfe Suchen!“

     

    Die härtesten Prüfungen, drei Tage ohne Wasser unter der glühenden Sonne, die Trennung von seinen lieben Angehörigen, der Verlust vieler Gefährten und das Wissen um die Leiden, die seiner Familie zustoßen würden, hielten den Imam (a.s) nicht von seinem Auftrag ab, sich gegen den Tyrann Yazid zu stellen, um den Islam zu retten. Der blutende Körper des Imam (a.s) , von tausenden Pfeilen getroffen, lag am Boden und Shimr, der grausame Mörder, (ALLAH verfluche ihn) stand neben ihm, um ihn zu enthaupten. Plötzlich murmelte der Imam etwas, und der Mörder glaubte einen Fluch gegen sich gerichtet zu hören; er näherte sich um zu hören ,was der Imam (a.s) sagte. Dies sind die letzten Worte, die er zu hören bekam:

     

    „O mein Herr ! Ich habe meine Pflicht zu Ende geführt, mach also, daß sich DEIN Versprechen erfüllt“

     

    Es wird überliefert, daß man einen gewaltigen (himmlischen )Schrei hörte:

     

    „O Hussein, sei froh, denn durch dich werde ICH vielen Sündern verzeihen, darunter diejenigen, die dich lieben.“

     

    Darauf hin sagte der Imam:

     

    „Jetzt ist der Tod für mich zur Freude geworden.“

     

    Die heutige Situation unterscheidet sich kaum von der Situation zur Zeit Imam Hussein (a.s). Auch heute sind wir Zeuge, wie überall in der islamischen Welt Präsidenten, Generäle, Könige und Scheich herrschen, die die muslimischen Völker zumeist im Dienste der Großmächte von ihrer islamischen Identität trennen wollen.

     

    Aus dem Eintreten des Imam für Wahrheit und Gerechtigkeit ziehen wir die Lehre, dass das ganze Leben ein einziger Schauplatz des Widerstreites zwischen Wahrheit und Unwahrheit ist. Imam Hussein (as.) sagt uns, dass wir gegenüber der Unwahrheit niemals aufgeben sollen, auch dann nicht wenn wir uns selbst dabei opfern müssten. Diese Botschaft kenn keine Grenzen. Jeder Tag ist Aschura, jeder Ort ist Kerbala und jeder Monat Muharram.

     

    Imam Hussein (a.s) hat uns gelehrt ,dass das Leben aus Glauben und Gihad besteht. Um wahrhaft gläubig zu sein, müsssen wir uns permanent anstrengen, uns mit all den Faktoren auseinadersetzen, die uns weg von der Wahrheit, vom Gedenken an ALLAH führen. Fehlt uns die rechte Überzeugung, so folgen wir unseren Begierden und entfernen uns von unserer eigentlichen menschlichen Identität. Führen wir aber nicht diesen ständigen Gihad, dann verfallen wir in Resignation und Schwäche.

     

    Schließlich hat uns Imam Hussein (a.s) verdeutlicht, dass letztendlich die Wahrheit bleibt und Unwahrheit vergeht. Je reiner unsere Absicht, je aufrichtiger wir sind, desto ewiger und Bleibender wird unser Handeln sein. An Tag von Aschura tritt das Licht der Wahrheit dem Dunkel der Unwahrheit eindrucksvoll gegenüber. Deshalb ist die Botschaft dieses Tages, das Opfer Imam Hussein (a.s) und seiner getreuen Gefährten unsterblich ist.

     

    Du´a

     

    Friede sei auf den ehrenhaften Propheten des Islam (s.a.s) und seiner Nachkommen und allen Märtyrern, Männern und Frauen und Kinder, dessen Existenz geopfert wurde für die göttliche Sache und daß das Licht des Koran uns immer erleuchten möge.