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    Was sagt der Islam eigentlich zur Magie?

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    Was sagt der Islam eigentlich zur Magie?
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    Was hat es mit der Magie auf sich, die so geheimnisvoll zu sein scheint? Kann jemand anderen durch einen Zauber schaden? Was sagt der Islam dazu? Diese Fragen wollen wir heute beleuchten.

     

    Zauberei war unter den alten Völkern weit verbreitet. Viele ihrer Bräuche hatten etwas mit Magie zu tun. Zum Beispiel die Körperbemalung, die vor bösen Geistern schützen sollte.

     

    Aus dem Koran erfahren wir, dass der Prophet Nuh (Noah) (a) von seinen Gegnern als Zauberer abgestempelt worden ist. Unterdessen zeugte das Können, welches die Zauberer zum Hofe von Pharao vorführten, um den Propheten Musa (Moses) und seine göttlichen Wunder zu übertreffen, davon, wie entwickelt die Zauberei damals (im 2. Jahrtausend vor Christus) war. Auch zur Zeit des Soleyman (Salomo) hatten sich einige regelrecht auf die Zauberei spezialisiert. Deshalb ordnete Prophet Soleyman an, dass alle ihre Schriften einzusammeln sind und an einem besonderen Ort aufbewahrt werden;   Er ließ sie vielleicht deswegen aufbewahren, weil sich darunter auch Hinweise dafür befanden, wie sich ein Schadenzauber wieder rückgängig machen lässt.   Doch nach dem Tod von Prophet Soleyman holte einige diese Schriften wieder hervor und begannen erneut Magie unter den Leuten zu verbreiten.

     

    Ein Teil der Israeliten fand Gefallen an der Zauberei und kehrte sich schließlich ganz von der Thora , den fünf Büchern Moses, ab.               Einige haben behauptet, dass Soleyman gar kein Prophet gewesen sei, sondern aufgrund magischer Künste mit außergewöhnlichen Werken an die Macht gelangt wäre.

     

    Als Prophet Mohammad (s) ausgesandt wurde und im Koran Soleyman als Prophet Gottes bezeichnet wurde, haben einige jüdischen Gelehrten gesagt: „Wundert ihr euch nicht darüber, dass Mohammad Salomo einen Propheten nennt, während dieser in Wirklichkeit ein Zauberer war?!“ Auf diese Weise leugneten Anführer des jüdischen Volkes einerseits, dass Mohammad der Prophet Gottes ist (s) und andererseits verleumdeten sie den Gottgesandten Salomo (Soleyman).

     

    Für die Zauberei werden manchmal bestimmte Wörter oder Formeln, die keinen eigentlichen Sinn ergeben, gesprochen oder aufgeschrieben. Manchmal muss derjenige der sich eine Wirkung von diesen Zauberformen verspricht, diese auf einem Zettel bei sich tragen. Eine Reihe von Zauberern behaupten, Geister oder Satane einzustellen. Andere rufen durch besondere Tricks und Geschicklichkeit eine Vorstellung beim Zuschauer hervor, die nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat. Es gibt aber auch Leute, die tatsächlich Kräfte besitzen, die über das normale menschliche Können hinausgehen.

     

    Aus der Sicht des Korans sind einige Formen der Magie nichts mehr als Zauberkunststücke.

     

    Hierzu führt der Koran als Beispiel die Zauberei der Magier an, die Pharao aus ganz Ägypten an seinen Hof kommen ließ, damit sie Moses vor dem Volke mit ihrer Zauberkunst in den Schatten stellen. Die Zauberer warfen ihre Stricke auf die Erde und ließen sie durch Anwendung ihrer Zaubereikünste für die Menschenmenge wie Schlangen erscheinen. Doch als Prophet Moses (a) auf Gottes Befehl seinen Stab zu Boden warf verwandelte dieser sich in ein Schlangenungeheuer, welches das gesamte künstliche Zauberwerk verschlang.

     

    Der Koran weist an mehreren Stellen auf diese Geschichte hin. In dem Vers 66 der Sure Taha (Sure 20) wird ausdrücklich gesagt, dass die Zauberer des Pharaos geschickt versuchten allen glauben zu machen ,dass sich ihre Stricke wie lebendige Schlangen bewegen. Im Vers 69 der gleichen Sure wird daraufhin hervorgehoben, dass es nur ein Zauberkunststück gewesen war, was diese Magier hervorbrachten und es heißt weiter, dass ein Zauberer keinen Erfolg haben wird und es ihm nicht wohlergehen soll.

     

    Aber es gibt auch Verse im Koran aus denen sich auf die Existenz einer echten und wirksamen Magie schließen lässt. Ein Beispiel ist die Koranstelle Vers 102 in der Sure 2 über die Geschichte von den beiden Engeln Harut und Marut. Sie ereignete sich in einer Zeit , in der die Zauberei hoch in Kurs war. Gott schickte diese beiden Engel in Menschengestalt aus, damit sie über die Mittel der Magie aufklären und die Gegenmittel lehren. Die Engel mussten zu diesem Zweck den Schadenzauber selber beschreiben. Das aber nutzten einige aus, um mit der Magie Geld zu verdienen.

     

    Es gibt zum Thema „Magie“ einige Überlieferungen der Edlen Imame aus dem Prophetenhause (a) .

     

    Zum Beispiel wurde Imam Sadiq (a) einmal von jemandem gefragt: „Woher kommt die Zauberei und wie gelingen dem Zauberer die erstaunlichen Dinge?“ Der Imam antwortete:

     

    „Es gibt mehrere Formen der Magie. Es gibt Zauber der wie ein Arzt wirkt, allerdings umgekehrt: Während die Ärzte für jede Krankheit einen Weg finden, um sie zu heilen, finden die Zauberer mit dieser Art von Zauber für jede Wahrheit einen Weg, sie zu vernichten und suchen für jeden gesunden Zustand einen Weg um ihn zu beseitigen.

     

    Die zweite Art von Zauberei sind Zauberkunststücke, Geschicklichkeit und außergewöhnliches Tun und die dritte Art besteht darin, dass Zauberer Satane in ihren Dienst stellen.“

     

    Da fragte der andere erneut: „Kann der Zauberer mit seiner Magie den Menschen in einen Hund oder einen Esel oder ähnliches verwandeln? „ Imam Sadiq (a) : „Ein Zauberer ist viel zu schwach, als dass er Gottes Schöpfung ändern könnte … Wenn er das könnte würde er sich davon befreien, alt, arm oder krank zu werden.“

     

    In der Tat könnte ein Magier leicht zu einem reichen mächtigen König werden, wenn er die Macht hätte, Schaden von sich abzuwehren und sich jeden Vorteil zueigen zu machen. Ein Zauberer aber kann noch nicht einmal ganz normale Probleme von sich fernhalten. Magie und Zauberei haben zwar ihre Wirkungen und Folgen, aber der Islam und der Koran ordnen sie bei den schlechten Taten wie Unrecht und Frevel ein, die bekämpft werden müssen. In einigen Überlieferungen der Imamen wird die Magie heftig getadelt. Imam Ali sagt:

     

    „Wer Magie erlernt, gleichwohl wie viel, ist ein Ungläubiger geworden und seine Beziehung zu Gott bricht vollständig ab.“

     

    Aus der Sicht des Islams ist es verboten, Zauberei zu lehren, zu erlernen, auszuführen und sich damit Geld zu verdienen. Das Zaubern zählt zu den großen Sünden. Gemäß mehreren Überlieferungen führt bereits das Erlernen und das Lehren von Zauberei zum Unglauben.

     

    Die islamischen Rechtssgelehrten ordnen Zauberei unter die verbotenen Handlungen (haram) ein. Allerdings ist es nicht untersagt, die Gegenmittel eines Schadenzaubers zu erlernen. Manchmal machen es die Umstände sogar erforderlich, dass einige sich Zauberkenntnisse aneignen, damit sie die Allgemeinheit über den Betrug der Magier aufklären und deren Absichten vereiteln.

     

    Die Geschichte berichtet von einem Mann, der durch Zauberkünste sein Einkommen verdiente. Er kam zu Imam Sadiq (a) und bekannte: „Ich bin ein Zauberer gewesen und habe mir mit der Zauberei Geld verdient und meinen Unterhalt bestritten. Mit diesem Geld bin ich auch auf die Hadschreise zum Hause Gottes (die Kaaba in Mekka) gegangen. Aber jetzt habe ich mit der Zauberei aufgehört und bereut. Finde ich Rettung?“

     

    Der Imam sagte ihm, er werde Rettung finden, wenn er andere, die von einem Schadenszauber betroffen sind, davon befreit und nicht wieder zaubert.

     

    Zauber kann schaden, aber man kann sich von diesem Schaden freimachen. Vor der schwarzen Magie kann man sich retten, wenn man bei Gott vor ihrer Wirkung Zuflucht sucht, denn Gott ist der eigentliche Herrscher über die Daseinswelt. Es helfen Bittgebete, Almosenspenden und das Koranlesen insbesondere die kleinen Suren 113 und 114 und die Verse 51 und 52 der Sure Qalam (Sure 68).

     

    Wichtig ist es aber in jedem Fall, eigene Fehler nicht mit Schadenzauber   erklären zu wollen. Denn das würde ja bedeuten, dass man nicht mehr seine Fehler abzubauen versucht.