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    Wegbahner und Wege zur Annäherung

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    Wegbahner und Wege zur Annäherung
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    „Ihr dürft dem, der euch mit dem islamischen Friedengruß begrüßt nicht sagen: Du bist kein Gläubiger! (aus dem Koran) Scheych Mohammad Arafa, ein bekannter Gelehrten der Al Azhar Universität in Ägypten verweist darauf, dass es der größte Segen für die Muslime war, dass Gott sie trotz ihrer Verfeindung vor dem Islam umeinander vereinte. Er führte dazu folgende beiden Verse aus dem Koran an, nämlich Vers 103 der Sure Ale Amran, (3) wo es heißt:

     

    „Und gedenket der Gnade, die Gott euch erwiesen hat! Als ihr Feinde wart und er zwischen euren Herzen Freundschaft stiftete, worauf ihr – durch Seine Gnade Bürder wurdet. ….

     

    Und Vers 63 der Sure Anfal (8):

     

    Er ( Gott) hat ihre Herzen liebevoll vereinigt. Wenn du alles, was es auf Erden gibt, eingesetzt hättest, hättest du ihre Herzen nicht liebevoll vereinigen können. Doch vereinigte Gott ihre Herzen liebevoll. Gottes Allmacht und Weisheit sind unermesslich.“

     

    Scheych Mohamamd Arafa hat die Rolle der islamischen Gelehrten und Denker in der Islamischen Welt als sehr bedeutend für Trennung bzw. Zusammenschluss der muslimischen Völker bezeichnet. Er erklärt, dass manchmal von Gelehrten einer Sekte etwas verbreitet wird, was viele Diskrepanzen hervorruft und sagte, dass sie in ihren wissenschaftlichen Diskursen zur Verwerfung der Meinung anderer Worte benutzt haben, die Hass und hervorrufen. Dies habe der islamischen Umma dermaßen zu schaffen gemacht hat, dass die Wirkung noch immer zu spüren ist.

     

    Aber auch der positive Einfluss der Religionsgelehrten auf Vereinigung und Erwachen der Muslime hat Spuren hinterlassen.

     

    In den 50iger Jahren haben verschiedene sunnitische und schiitischen Gelehrte und Denker zur Annäherung unter den verschiedenen islamischen Rechtsschulen aufgerufen. Unter anderem auf sunnitischer Seite Scheych Mustafa Abdur Raseq, Scheych Abdulmadschid Salim und der Großmofti von Ägypten Scheych Mahmud Schaltut und auf schiitischer: Ajatollah Scheych Mohammad Hussein Kaschef Al Ghata , Seyyed Scharafeddin Mussawi, Ajatollah Brudscherdi und Seyyed Schahrestan.

     

    Seit circa 100 Jahren sind Reformer um die Bildung der Festung namens Vereintes Islamische Umma bemüht, damit diese Gemeinde sich vereint gegen das weltverschlingende Vorgehen der Imperialisten wehrt. Zu den Bahnbrechern gehört zum Beispiel Seyyed Dschamaleddin Asad Abadi. Er rief in einer Zeit zur Vereinigung auf, als die Muslime kraftlos geworden waren und die Islamische Welt auf ihren Untergang zuging.

     

    In den 60iger Jahren war schließlich der Ruf Imam Chomeinis nach Vereinigung und Solidarität in der Islamischen Welt zu hören. Zu seinen diesbezüglichen Schritten gehörte die Ernennung des letzten Freitags im Fastenmonat Ramadan zum internationalen El- Quds- tag und die Einberufung der Woche der Einheit.

     

    Später schlug sein Nachfolger Ajatollah Khamenei die Gründung eines Weltforums für die Annäherung der Islamischen Denkschulen. Er sagte, dass durch ein solches Forum die Anhänger der verschiedenen islamischen Religionsgruppen auf geistiger Nähe einander näher kommen sollen, damit Missverständnisse bereinigt werden und radikale Denkweisen zur Ausgewogenheit finden.

     

    Die Islamische Umma besitzt ein großes Potential für Aufstieg und Konvergenz: eine menschliche und realistische Lehre, reiche Ressourcen und großes menschliches Potential. Deshalb konzentrieren sich die Verschwörungen des Imperialismus auf die Einheit und Konvergenz der Muslime und sie unterlassen nichts um zwischen ihnen zu spalten. Dennoch bewegen sich die islamischen Gesellschaften auf den Zusammenschluss zu. Hierbei gelten die religiösen Gutachten von Gelehrten als Beschleunigungsfaktor. Wir möchten einige dieser wichtigen Fitwas anführen.

     

    Scheych Mahmud Schalttut, der von 1958 bis 1963 die ägyptische Al- Azhar – Universität leitete, hat in seiner historischen Fitwa die Befolgung der Rechtslehre der Zwölfer- Schiiten erlaubt und diesem religionsrechtlichen Gutachten heißt es: „Die Islamische Lehre zwingt keinen ihrer Anhänger zur Befolgung einer bestimmten Rechtsschule, sondern jeder Muslim kann jede Rechtsschule, die richtig überliefert ist und deren Gebote in besonderen Büchern zusammengestellt worden sind, befolgen.“

     

    Scheych Schaltut schrieb in seiner Fitwa, dass die Muslime sich von unerwünschtem blinden Eifer gegenüber einer bestimmten Rechtsschule enthalten müssen und begründete dies damit, dass die Religion Gottes sich nicht in der Hand der Anhänger ausschließlich einer bestimmten religiösen Rechtsschule befindet.

     

    Viele Gelehrte haben diese historische Fitwa von Scheych Schaltut begrüßt und bekräftigt, darunter Alameh Tabatabai, der Verfasser der Koranexegese Al Mizan. Er schrieb dazu, dass logisch gesehen kein Zweifel an den Vorzügen der islamischen Annäherung besteht. Er sagt: „Gemäß diesem Grundsatz sind die Schiiten, die auf hoher Ebene standen niemals aus den Reihen der Mehrheit gewichen und haben bei der Vorantreibung der islamischen Angelegenheiten mit allen Muslimen zusammengearbeitet.“

     

    Ajatollah Khamenei, das Oberhaupt der Islamischen Revolution hat in einer Fitwa die Beleidigung einer Gemahlin des Propheten oder einer der Heiligkeiten der sunnitischen Brüder für religionsrechtlich verboten erklärt und sein Fitwa wurde weitgehend in der Islamischen Welt begrüßt. Auf die Befragung einer Gruppe von schiitischen Gelehrten in Saudi Arabien hin, erklärte er: „ Die Schmähung der Symbole der sunnitischen Brüder wie zum Beispiel die Verleumdung der Gemahlin des Propheten des Islams (Aischa) ist nicht erlaubt. Dies betrifft die Gemahlinnen aller Propheten und insbesondere die des Erhabenen Propheten – Hasrate Mohammad.“

     

    Ajatollah Khorassani, ein schiitischer Rechtsgelehrte schreibt über die Einmütigkeit unter den Muslimen: … „ Jeder, der sich zu der Einheit Gottes des Höchsterhabenen und der Prophetschaft des Siegels der Propheten, Hasrate Mohammad s.a.a.s., bekennt ist ein Muslim. Ajatollah Khorrassani fordert es als eine Pflicht der Gläubigen jemanden, der das islamische Bekenntnis spricht, zu achten und gut zu behandeln und er sagt:

     

    Wenn sie euch nicht richtig behandeln, so weicht selber nicht vom rechten Weg ab und wenn einer von ihnen krank wird, dann sucht ihn auf und wenn er stirbt, nehmt an seiner Beerdigung teil und wenn er einen Wunsch an euch richtet, erfüllt ihn und beugt euch Gottes Gebot der in der Sure Maedeh (5) im Vers 8 spricht: „ Euer Hass gegen einige Menschen soll euch nicht dazu verleiten, ungerecht zu sein. Seid gerecht, so kommt ihr der Frömmigkeit am nächsten!“

     

    Ajatollah Khorrassani ruft ebenso zur Befolgung der folgenden Anweisung Gottes in der Sure Nissa 4 im Vers 94 auf, wo es heißt:

     

    „ Ihr dürft dem, der euch mit dem (islamischen) Friedensgruß begrüßt, nicht sagen: “ Du bist kein Gläubiger!“

     

    Ali Dschom`eh, ein ägyptischer Großmofti hat in einem Fitwa die Feiern zum 15. Schaaban in Ägypten erlaubt. Er erinnerte dabei laut der ägyptischen Zeitung Al Dastur an eine Anweisung des Propheten, in der Nacht zum 15. Schaaban Andacht zu üben und am Tag zu fasten.

     

    Zuvor hat der Großmofti von Ägypten bereits hervorgehoben, dass der Pilgerbesuch an Gräbern der Prophetenfamilie nicht gleichbedeutend mit Götzentum und Unglauben ist, und gesagt, dass diese Pilgerbesuche zu den Dingen gehören, die wahrscheinlich das Wohlgefallen Gottes finden und in Seine Nähe führen.

     

    Heute haben schiitische Gelehrte wie Ajatollah Safi Golpaigani und Ajatollah Makarem Schirazi ihren Vertretern in anderen muslimischen Ländern wie Irak erlaubt, mit religiösen Abgaben auch sunnitischen Glaubensgeschwistern zu helfen.

     

    Abschließend zitieren wir Dr. Umar Schahab, Leiter des Gelehrtengremiums von Indonesien, der wegen seiner Bemühungen um die Einheit die Kritik einiger radikaler Gruppen auf sich zog. Er hat gesagt:

     

    „Ich bin Sunnit und verteidige das Recht. Nach meiner Meinung zählen die Schiiten wie Hanefiden und Malikiden zu den islamischen Glaubensgruppen und sind zu achten. Gewalt gegen andere islamische Gruppen finde ich nicht richtig.“