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    Weibliche Vorbilder der islamischen Geschichte (10)

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    Das Haus von Chadidschah war auf schönste Weise für die Hochzeit geschmückt worden. Mohammad und Chadischa saßen nebeneinander.

     
    Waraqa Ibn Naufal, ein Cousin von Chadischa, Amru Ibn Asad, ihr Onkel und Abu Talib der Onkel des Propheten waren die Trauzeugen. Abu Talib sagte: „Gott gebührt Dank, der uns zu den Nachkommen Abrahams und Ismaels werden ließ und uns die Heimat der Heiligen Stätte und ein Haus schenkte, an dem wir den Hadsch durchführen können und uns zu Verwaltern des Volkes machte. Fürwahr! Kein anderer junger Mann aus dem Stamme der Qureisch ist Mohammad, dem Sohn meines Bruders Abdullah ebenbürtig. Er ist gottesfürchtiger, nachdenklicher, würdiger und edler als jeder andere von ihnen. Seinn Vermögen ist gering, aber in Wahrheit ist ja materieller Besitz nichts mehr als ein flüchtiger Schatten und ein Pfand, das zurückverlangt wird. Er ist Chadischa zugeneigt und auch Chadischa mag ihn. Was ihr als Morgengabe festlegt, werde ich bezahlen. Bei Gott! Chadischa ist eine achtenswerte Gemahlin für Mohammad und Mohammad hat allerorts einen guten Ruf.“

     

    Chadischa hatte alle Einwände seitens derer, die gegen ihre Heirat mit Mohammad waren, zurückgewiesen, denn der Charakter und die Tugenden Mohammads (s) bedeuteten ihr viel. Ständig hatte Chadischa, diese bekannte Dame des Stammes Qureisch, Heiratserträge von Stammesführern, reichen Händlern und Persönlichkeiten erhalten, sie jedoch alle abgelehnt. Sie wünschte sich Mohammad Amin, den Zuverlässigen, zu ihrem Gemahl, denn sie liebte die menschlichen Tugenden und sie sah in Mohammad (s) jemanden, der besser ist als die Menschen in ihrer Umgebung . Sie spürte, dass er es ist, der die Gesellschaft von den Ketten des Aberglaubens und der Unwissenheit befreien kann.

     

    Mohammad trug den Beinamen Amin, was der Zuverlässige bedeutet, denn er war sehr ehrlich, und er war sehr großzügig. Chadischa hat über den Propheten des Islams (s) gesagt:

    „Er ist großzügier und freigiebiger als jeder anderer. Er ist mutiger und ehrlicher als alle. Er erfüllt ein Bündnis so gut wie keiner und von allen ist er der mildeste und am umgänglichsten. Wer ihn sieht, achtet seine imposante Erscheinung, und wird sein Freund, wenn er mit ihm verkehrt.“

     

    Chadischa gehört zu denen, die auf das Erscheinen des letzten Propheten Gottes warteten . Sie fragte laufend den Waraqa Ibn Naufal und andere Gelehrte nach den Zeichen für den verheißenen Propheten .. Von ihr stammt ein Gedicht über den Propheten, welches von ihrer Achtung vor ihm zeugt. Dort heißt es sinngemäß: „Wenn alle Segensgaben der Welt mir gehörten und ich alle Kaiser- und Königsreiche besäße, wären sie in meinen Augen nichts wert, wenn ich dich nicht sehen könnte.“

     

    Chadischa war eine sehr wohlhabende Frau. Aber sie hat nach ihrer Heirat mit dem Propheten des Islams (s) ihm allen ihren Besitz zur Verfügung gestellt. In der Geschichte hat sie sich mit ihren großen Opfern und dem großen Vermögen, dass sie für den Islam hergab, verewigt.

     

    In der vorislamischen Gesellschaft von Mekka, hingen die gesellschaftlichen Privilegien von der Position eines Volksstammes, der Herkunft und dem Reichtum ab. Einige häuften auf unlauterem Wege Reichtum an. Aber Chadischa , die reichste Frau in Mekka war, hatte ihr Vermögen nur auf erlaubtem Wege erworben. Sie arbeitete damit und trug erheblich zur Wirtschaft der Qureisch bei. Die Geschichtsschreiber haben sie oft als „weitsichtige und kluge“ oder als „vernünftige Dame“ bezeichnet.

     

    Chadischa war reich, aber deshalb vergass sie nicht, den Armen zu helfen und kein Bedürftiger kehrte mit leeren Händen aus ihrem Haus zurück. Diese gottesfürchtige Frau wurde wegen ihrer Großzügigkeit und Weitsicht, ihre Sittsamkeit und Güte geschätzt.

     

    Ihr Ansehen wuchs nach ihrer Heirat mit Mohammad und erst recht, als sie nach seiner Ernennung zum Propheten ihm all ihr Eigentum zur Verfügung stellte. Es gereicht ihr zu Ehre, mit ihrem Vermögen wesentlich zu Verbreitung des Islams beigetragen zu haben. Sie erhielt zu jener Zeit den großartigen Beinamen „Frau der Frauen der Qureisch“ was für den Ruf, den sie unter den Menschen genoss, zeugt.

     

    Chadidschah ist eine der größten Muslima. Sie bekannte sich, nach der Berufung Mohammads (s) zum Propheten, als Erste zum Islam. Chadidschah war die erste Frau die das islamische Ritualgebet verrichtete. Sie zweifelte keinen Augenblick daran, dass Mohammad (s) von Gott zum Gesandten auserwählt worden war und vertraute auf Seine Botschaft. Als Mohammad von der Höhle Hara heimkehrte, in der er die erste Offenbarung erhalten hatte, bekannte sie sich sofort zu seiner Prophetschaft und zum Glauben. Imam Ali (a) sagt: „Damals hatte der Islam nur im Haus des Propheten Gottes Einlass gefunden, wo auch Chadischa war und wo ich der Dritte von ihnen war.“

     

    Chadischa war klug und weitsichtig. Sie kannte die vorherigen Gottesschriften, liebte Spiritualität, glaubte an Gott und die Wahrheit und wartete sehnlichst auf himmlische Mitteilungen. Einer ihrer Beinamen war „Malikatul Arab“ (Königin Arabiens). Bereits vor dem Islam hatte man ihr mehrere Beinamen gegeben wie „Tahera“, (die Reine), „Mubarakah“ (die Gesegnete) und „Seyyida-tun-Nisa“ (Fürstin der Frauen).

     

    Die schwerste Zeit im Leben des Propheten begann, als er offen zum Islam aufrief. Die Einladung zum Islam stieß auf hartnäckige Anfeindung durch die Götzendiener von Mekka. Chadidschah kommt unter anderem deshalb über die späteren Gemahlinnen, die der Prophet nach ihrem Verscheiden heiratete, zu stehen, weil sie in der härtesten Zeit an der Seite des Propheten blieb; damals nämlich, als die Götzendiener eine Wirtschaftblockade über die Muslime verhängten und die Muslime mehrere Jahre isoliert im Abi-Taleb-Tal verbringen mussten. Chadischa stellte unter diesen schweren Bedingungen dem Propheten ihr Vermögen zur Verfügung. Wäre ihr Vermögen nicht gewesen, dann wären die Muslime vielleicht an der Armut zugrunde gegangen.

     

    Der Prophet de Islams hat hierzu gesagt: „Kein Besitz hat mir soviel genützt wie das Vermögen von Chadidschah.“ Mit Hilfe des Vermögens, das Chadischa ihm überließ, konnte der Prophet die Probleme der Muslime so weit es ging lösen.

     

    Es wird berichtet: Einmal kam Halima Saadiyah (die ehemalige Amme des Propheten) nach Mekka und klagte über Dürre und Hungersnot in ihrer Heimat. Der Prophet sprach mit Chadidschah darüber und Chadidschah schenkte Halima 40 Schafe und 40 Kamele. Die ehemalige Amme des Propheten kehrte erleichtert zu ihrem Volksstamm zurück.

     

    Drei Jahre vor der Hidschra von Mekka nach Medina erkrankte Chadidschah. Der Prophet sagte zu ihr: O Chadidschah , weißt du dass Gott dich im Paradies auch zu meiner Gamehlin macht? Dann tröstete er Chadidschah. Er beschrieb ihr den hohen Rang, den sie im Paradies als Zeichen der Anerkennung ihrer großen Verdienste erhält . Chadidschahs Krankheit verschlimmerte sich. Deshalb dache sie an ihren Letzten Willen und sagte zum Propheten: „O Prophet Gottes. Ich habe einen Letzten Wunsch. Bitte verzeih mir, wenn ich dich vernachlässigt habe!“

     

    Der Prophet (s): „Ich habe nie ein Verschulden bei dir gesehen und du hast dir so viel Mühe gegeben wie du konntest. Du hast in meinem Haus viele Anstrengungen auf dich genommen und hast deinen Besitz für Gott eingesetzt und verbraucht.“

     

    Chadidschah:“ O Prophet Gottes! Meine zweite letzte Empfehlung ist, dass du meine Tochter (Fatima) gut behütest. Denn sie ist nach meinem Tod eine Waise und alleine. Nicht dass eine der Frauen der Qureisch ihr ein Leid zufügen! Nicht dass jemand sie ins Gesicht schlägt. Nicht das jemand sie anschreit! Nicht dass jemand sie barsch und abstoßend behandelt!“

     

    Schließlich schloss Chadidschah , diese opferbereite große Frau und Stütze des Islams im Alter von 65 im Monat Ramadan. 10 Jahre nach der Bestimmung Mohammads zum Propheten, die Augen und kehrte zu ihrem Herrn zurück.

     

    Der Prophet Gottes wusch ihren Leichnam und hüllte ihn in das Tuch, welches Jibriil (Engel Gabriel) seitens des Allmächtigen für Chadidschah überbracht hatte. Er selber stieg in die Grabstelle hinunter und legte den Leichnam hinein. Er beweinte Chadidschah, betete für sie und bat Gott um Vergebung für sie.

     

    Chadidschah möge immer geehrt sein und viele mögen ihrem Weg folgen! Amen.

     

    Quelle: http://german.irib.ir/radioislam/beitr%C3%A4ge/die-frau-im-islam/item/250589-weibliche-vorbilder-der-islamischen-geschichte-teil-10