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    Weibliche Vorbilder der Islamischen Geschichte (12)

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    Weibliche Vorbilder der Islamischen Geschichte (12)
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    Im letzten Beitrag haben wir bereits aus dem Leben von Fatima (a), der Tochter des Erhabenen Propheten des Islams (s) gesprochen und davon berichtet, dass Fatima (aleiha salam)  und Ali (aleihosalam), der Vetter des Propheten heirateten. Heute erfahren Sie weiteres über das Leben und die Eigenschaften Fatima Zahras (a).

     

    Einen Tag nach der Heirat von Ali und Fatima (aleihoma salam) kam der Prophet (Friede sei mi ihm) zu ihnen. Er fragte Ali: „Lieber Ali, wie findest du deine Gemahlin?“ Er antwortete: „Sie ist die größte Stütze für den Gott-Gehorsam!“ Dann wandte sich der Prophet an Fatima und fragte: Fatima! Liebes! Wie ist dein Gemahl?“ Sie antwortete: „Er ist der beste Gemahl!“ Der Prophet sagte: „Ja, du hast einen guten Ehemann. Du solltest ihn schätzen und solltest ihm gegenüber nicht aufsässig sein!“ Dann sagte er zu Ali: „Geh nachsichtig mit deiner Gemahlin um, denn Fatima ist ein Stück von mir. Wer ihr ein Leid zufügt, der hat mir ein Leid zugefügt und wer sie erfreut, der hat mich erfreut…“

     

    Bei Ali und Fatima zuhause herrschte Frieden und Liebe. Die beiden halfen einander.  Eines Tages baten Ali und Fatima (aleihomasalam) den Propheten, er solle die Arbeit unter ihnen aufteilen. Der Prophet sagte: „Die Arbeit zuhause sollte Fatima erledigen und die Arbeiten außer Hause, Ali.“ Da sagte Fatima (a): „Gott weiß, wie sehr mich das freut, dass ich die Arbeiten außerhalb des Hauses nicht übernehmen muss.“

     

    Fatima, welche der Prophet aufgrund der göttlichen Offenbarung großgezogen hatte, freute sich deshalb über diese Arbeitsaufteilung, weil für sie das Zuhause ein wichtiger Ort war, wo die Frau eine zentrale Rolle spielt und die zukünftige Generation großzieht. Daher war das Zuhause für sie etwas Heiliges und wenn sie von der Last der Arbeiten außer Hause befreit war, konnte sie sich besser den häuslichen Angelegenheiten und der Erziehung der Kinder widmen.

     

    Die Tochter der höchsten Persönlichkeit des Islams, des Propheten, scheute nicht die schweren Arbeiten, die es im Haus gab,.Sie gab sich so große Mühe, dass Ali einmal zu einem der Prophetenanhänger wie folgt gesagt hat: Sie hatte so viel Wasser für mein Haus herbeigeholt, dass der Wasserbeutel einen Hautabdruck hinterließ und sie hat soviel Weizenkörner gemahlen, dass sie Schwielen an ihren Händen hatte.  Sie hat sich soviel Mühe beim Saubermachen und Kehren und Brotbacken und Kochen gemacht, dass ihre Kleider schmutzig wurden….“

     

    Fatima beklagte sich nicht gegenüber ihrem Gemahl und ihren Kindern über die Mühsal im Hause, sondern schuf eine friedliche und freundliche Atmosphäre für die Familie. Imam Ali (a.) Ali sagt, dass weder er noch Fatima einander verletzt haben und fährt fort: „Sie hat niemals etwas getan, wenn ich innerlich nicht damit einverstanden war und immer wenn ich auf ihr Gesicht schaute, verflogen alle meine Bekümmernisse und ich habe meine Probleme vergessen.“

     

    Ein wichtiges Anliegen war für Fatima Zahra (aleihasalam) die Kindererziehung.  Das Haus von Zahra war eine vorbildliche Schule für Islamische Erziehung. Fatima gab ihren Kindern viel Liebe und Selbstvertrauen und Selbstwertschätzung mit.  Besonders viel Wert legte Fatima bei der Erziehung ihrer Söhne Hassan und Husain (aleihomasalam) und ihrer Töchter Zeynab und Umm Kulthum darauf, dass sich ihr Glaube und ihre Gottesfürchtigkeit und ihre nahe Beziehung zu Gott entfalten und Früchte tragen.

     

    Sie brachte auch beim Spielen ihren Kindern Gottesanbetung, Tapferkeit und die Bereitschaft Recht und Wahrheit zu verteidigen bei und sagte zu ihren Kindern:  seid mutig und ein Gottesdiener wie euer Vater, verteidigt das Recht, dienet Gott und freundet euch nicht mit feindseligen Leuten an.

     

    Gemäß Koran und Überlieferungen besaß Fatima Zahra sehr hohe Eigenschaften und hatte hohe Stufen der Vervollkommnung erreicht. Fatima Zahra (aleihasalam) ist daher für jeden Lebensbereich ein Vorbild für die Frauen auf der Welt.

     

    Der Prophet hat oftmals auf den Tathir-Vers in der Sure 33 hingewiesen, in dem es heißt, dass die Edlen aus seinem Hause von jeder Verschmutzung rein ist und in diesem Zusammenhang gesagt: „Fatima ist ein Stück von mir, und was Fatima verletzt, das verletzt auch mich und Gott erzürnt, wenn Fatima erzürnt  und Gott ist zufrieden, wenn sie zufrieden und erfreut ist.“

     

    Fatima Zahra (aleihasalam) war für ihre Gottesfürchtigkeit und ihr Hilfsbereitschaft und Bescheidenheit  bekannt.  An ihrem Hochzeitsabend hat sie ihr Festkleid einem Armen geschenkt und wieder ihr altes Kleid getragen.  Ihr Haus war sehr einfach und ihr Leben schlicht. Als der Prophet sah, wie sie in einem  schlichten Kleid aus Kamelwolle die Handmühle drehte, während sie ihr Kind zum Stillen im Arm hielt, kamen ihm die Tränen.  Und er sagte: „Mein Kind! Ertrage die Härten des Lebens, um an ein gutes Jenseits zu gelangen.“ Da antwortete ihm Fatima (a): „Ich preise Gott für Seine Gaben und danke ihm.“

     

    Fatima (a) besaß einen beispiellos großen Glauben und war Vorbild der Gottdienstbarkeit.  Wenn sie die Angelegenheiten des Hauses erledigt hatte, widmete sie sich dem Gebet und den Bittgebeten. Sie betete besonders für die anderen.  Der Prophet hat gesagt: „Der Glauben an Gott ist so sehr in Herz und Geist Zahras eingedrungen, dass sie sich für das Gott-dienen von allem anderen befreit.“

     

    Es war an einem Abend zum Freitag, als Zahra (a) wieder bis zum Morgen betete und mit Gott-Dienen verbrachte. Sie verbeugte sich vor Gott , fiel vor ihm nieder  und nannte im Gebet die Gläubigen nacheinander beim Namen und betete für sie, aber für sich selber betete sie nicht .Da fragte ihr Sohn Imam Hassan (e) sie nach dem Gebet: „Liebe Mutter! Warum betest du nicht auch für dich selber?“ Sie antwortete:  Die Nachbarn gehen vor!“

     

    Zu den hervorragenden Eigenschaften Zahras (a) zählt, dass sie  sich für Recht und Wahrheit einsetzte.  Sie setzte sich für den Propheten bis an sein Lebensende ein  und nach seinem Verlust stellte sie sich hinter Imam Ali, den der Prophet als seinen Nachfolger verkündet hatte.  Prophet Mohammad (s) hatte mehrere Male, darunter auch in Ghadir Khum auf Gottes Anweisung Ali als seinen Nachfolger vorgestellt, der die Muslime nach ihm anführen sollte. Aber nach dem Ableben des Propheten wurde Imam Ali die Geltendmachung des Nachfolgerrechtes geraubt und wurde der Letzte Wille des Propheten ignoriert.

     

    Zahra, die in der Lehre des Propheten aufgewachsen war und Opferbereitschaft und Tapferkeit aus dem Hause des Propheten mitgebracht hatte, verteidigte furchtlos das Recht Alis (a). Als man gewaltsam in ihr Haus eindringen und Ali herbeiholen wollte, damit er dem unrechtmäßigen Kalifen die Treue schwört, hinderte Fatima die Leute daran. Dabei wurde die Prophetentochter verletzt.  Doch Fatima ließ sich nicht durch Gewalt  zum Schweigen bringen. Sie ging in die Moschee und hielt dort eine Rede um das Recht Alis auf die Statthalterschaft und Nachfolgerschaft des Prophet überzeugend zu verteidigen.

     

    Bald  nach dem Tod  des Propheten (s), wurde Fatima krank. Grund waren nicht nur die Verletzungen, die man ihr zugefügt hatte, sondern auch die Besorgnis über die Zukunft der islamischen Gemeinde.  Ihr Vater war gestorben, das Recht ihres Gemahls war missachtet worden und noch schlimmer waren die Entwicklungen, zu denen es nach dem Tod des Propheten Gottes nach kurzer Zeit in der Islamischen Gesellschaft gekommen war. Das alles setzte der Tochter des Propheten seelisch und körperlich zu. Sie dachte bei sich:  „Wieso haben sie nicht die letzten Emfehlungen meines Vaters beachtet und haben sie meinem Gemahl das Kalifat weggenommen? Was ist mit den zahlreichen Empfehlungen des Propheten? O! Sie haben eine so mächtige Größe  wie Ali aus der Hand verloren! Sie haben sich untereinander zerstritten und die vereinten  starken Käfte des Islams zerstreut…“

     

    Zahras (a) Zustand verschlimmerte sich von Tag zu Tag. Sie spürte den Tod herannahen und sprach mit Ali über ihr bewegtes gemeinsames Leben. Fatima Zahra (a) dankte  dem Imam für alle Mühe, für seine Ehrlichkeit, Rechtschaffenheit und Gottesfürchtigkeit und erklärte ihm, wie sehr sie ihn liebte. Und auch Ali fielen all die guten eigenschaften und Werke Fatimas (ein) und er dankte ihr. Sie weinten beide. Schließlich  hatte Fatima Zahra (aleihasalam) noch einen letzten Wunsch. Sie bat ihren Gemahl, dass er selber in der Nacht   ihren Leichnam nach der Totenwaschung in das Leichentuch wickeln und beisetzen soll und ihre Gegner nichts von dem Begräbnis erfahren sollten. Schließlich schloss diese große Dame  des Islam die Augen für immer von der Welt und ihr Leben , welches ein Vorbild für alle Frauen sein kann, ging zu Ende.