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    Weibliche Vorbilder der Islamischen Geschichte (18)

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    Sie erinnern sich, dass wir bereits im letzten Teil aus dem Leben der Prophetenenkelin Zainab (aleihasalam) berichtet haben, die für ihre Tapferkeit und als Botschafterin von Karbala bekannt wurde.

     

    Imam Husain (a) und seine treuen Helfer wollten mit ihrer Karawane Medina in Richtung Mekka verlassen, denn Yazid, der nach seinem Vater Muawiyah den Thron bestiegen hatte, hatte vor, den Imam zu einem Treueeid zu zwingen. Aber Imam Husain war auf keinen Fall bereit, diesen unwürdigen Menschen als Kalifen der Muslime zu bestätigen. Deshalb fasste er den Entschluss, in der Nacht mit seiner Familie Medina zu verlassen. Zainab (aleihasalam) nahm von ihrem Gemahl Abdullah Abschied und schloss sich mit ihren beiden jungen Söhnen Mohammad und Aun ihrem Bruder Imam Husain (a) an. Die Karawane zog nach Mekka.

     

    Unterdessen erreichten den Imam zahlreiche Briefe aus der Stadt Kufa. Die Kufaner im Irak hatten den Imam in ihre Stadt eingeladen, denn sie waren das Unrecht und die Unterdrückung des Yazid und seiner Leute leid. Also machte sich Imam Husain (a) von Mekka aus auf den Weg nach Kufa. Die Karawane von Imam Husain wurde aber gezwungen , in Karbala nahe bei Kufa Halt zu machen. Zainab hatte von ihrem Großvater und Vater und von ihrer Mutter gehört, dass ihr Bruder und seine treuen Anhänger an diesem Ort zu Märtyrern werden.

     

    Der Tag des traurigen Geschehens von Karbala nahte heran und schließlich fanden Imam Husain (a) zusammen mit seinen Gefährten den Märtyrertod. Zainab verlor bei den Gefechten in Karbala ihre beiden Söhne. Aber sie beherrschte ihre Gefühle und sagte: „Der Mensch soll nicht darüber sprechen, was er für Gott hergegeben hat.“ Zainab hatte die verantwortungsvolle Aufgabe, Botschafterin dieses wichtigsten Ereignisses der Geschichte zu sein . Diese tapfere Frau, die in Karbala Zeuge all der Verluste und Leiden gewesen war, bewahrte ihre Standhaftigkeit. Als ihr geliebter Bruder Imam Husain (a) zum Märtyrer geworden war, ging sie zu dem Ort, wo sein zerfetzter Leichnam lag. Sie blickte zum Himmel auf und betete, Gott möge dieses Opfer entgegennehmen. Zainab sprach: „O Herr, nimm dieses kleine Opfer von uns an!“ Sie wusste wie großartig ihr Bruder Husain a. gewesen war und wie hoch in Gott einstufte, aber dennoch bezeichnete sie dieses Opfer im Vergleich zum Wohlgefallen des Herrn als klein und geringfügig. Ja, so war Zainab.

     

    Das Dunkel der Nacht senkte sich über den Schauplatz der Verbrechen, welche die Leute des Yazids in Karbala angerichtet hatten. Zainab versammelte mit Hilfe anderer Frauen die Kinder und Hinterbliebenen um sich. Sie tat alles, um sie nach dem schrecklichen Geschehen zu beruhigen.

     

    Die Leute des Yazids hatten Kinder und Frauen gefangen genommen. Als der Gefangenenzug in Kufa eintraf , säumten viele Menschen den Weg. Die Gefangenen wurden zum lokalen Regierungssitz geführt und Zainab fasste den Entschluss, mit der Verkündigung ihrer Botschaft zu beginnen. Die Menschen waren verwundert, als Zainab zu sprechen begann, denn es war als ob Ali (a) zu ihnen spricht. Zainab begann mit :

     

    „Ich danke Gott und grüße meinen Großvater Mohammad und die Edlen aus seinem Hause.

     

    Wehe Euch, Leute von Kufa! Ihr Leute, ihr seit Heuchler!Weint ihr um unser Leid, welches ihr selber hervorgerufen habt?

     

    Mögen die Tränen in euren Augen nie trocknen und euer Weinen nicht enden. Ihr weint auch noch nach dem ihr unsere Lieben getötet habt? Ja! Bei Gott, ihr müsst unendlich viel weinen und wenig lachen. Das Lachen ist euch nicht mehr erlaubt, denn an euren Händen klebt das Blut von Imam Husain –Friede sei mit ihm!

     

    Eure Strafe ist sehr groß. Ihr habt den Enkel(sohn) des Propheten, das Andenken des Letzten der Propheten, den Fürsten der Paradiesjugend zum Märtyrer gemacht! Ihr habt den, der das Weglicht der Rechtleitung und die Zuflucht des Volkes und sein gerechter Helfer in der Not war, ermordet …“

     

    Mit ihrer flammenden Rede rüttelte Zainab die Kufaner, die gegen Husain in den Krieg gezogen waren, obwohl sie ihm vorher ihre Solidarität erklärt hatten, wach und machte ihnen ihr Vergehen bewusst.

     

    Zainab sprach auch unerschrocken vor Abidullah Ibn Ziad, dem mörderischen Gouverneur von Kufa.

     

    Als die Karawane dann von Kufa an den Sitz des Yazid in Schaam (Syrien) gebracht worden war, hielt sie auch dort im Palast des Yazid eine großartige Rede, mit der sie die Bevölkerung gegen den Umayyadenherrscher brachte.

     

    Mit ihren Ansprachen hat Zainab bestens ihren Auftrag erfüllt und die Bewegung von Imam Huain (a) verewigt und am Leben erhalten . Alle erfuhren von der Botschaft der Märtyrer in Karbala. Somit wurde Zunaib ein großes Vorbild des mutigen Widerstandes für jeden Muslim. In ihrer Rede im Palast des Yazids sagte sie:

     

    „ O Yazid, Bei all dem Unrecht und dem Leid, das du mir zugefügt hast, danke und preise ich dennoch Gott, der unser Leben mit Glück und Wohl beginnen ließ und es mit dem Märtyrertod und Barmherzigkeit und Segen beendet hat …“

     

    Zainab sagte auch:

     

    „O Yazid! Deine Vorfahren sind einmal von meinem Großvater dem Propheten Gottes besiegt worden. Doch der gütige Prophet hat sie alle freigelassen und ihnen ihre Sicherheit verbrieft. Du Sohn der Freigelassenen! Ist das deine Gerechtigkeit, dass du deine Frauen und Dienerinnen hinter dem Schutzvorhang hältst und die (Enkel) Töchter des Propheten Gottes mit unverhülltem Gesicht als Gefangene von einer Sadt zur anderen schleppst?“

     

    Zainab sprach so überzeugend und klug am Palaste des Yazid, dass alle schweigend und betroffen zuhörten. Doch als sie zu Ende gesprochen hatte, entstand ein richtiger Aufruhr und Yazid bekam es mit der Angst zu tun. Die Frauen hinter dem Vorhang hatten schon während der ergreifenden Rede von Zainab mit Wehklagen begonnen.

     

    Yazid war gezwungen, offiziell sein Bedauern über den Tod Imam Husains (a) zu erklären. Bald darauf erlaubte er den Hinterbliebenen Imam Husains (a) , dass sie offiziell um ihre Lieben trauern. Bei den Trauerzeremonien beschrieben Elegiendichter in ihren flammenden Reden nacheinander die Untaten, die Yazid angerichtet hatte und priesen die hohen Tugenden des Imam Husain (a) und seiner Kampfesgefährten. Da gab Yazid notgedrungen den Befehl, man solle die Karawane mit den Kindern und den Frauen der Märtyrer respektvoll nach Medina zurückbringen. Das alles hatte Zainab mit ihren Ansprachen, in denen sie die Wahrheit aufdeckte,   erreichen können.

     

    Auch danach hat sich Zainab niemals Ruhe gegönnt und zu jeder Gelegenheit die Menschen darüber aufgeklärt, welches Ziel Imam Husain (a) mit seinem Widerstandskampf angestrebt hatte. Da Zainab Zeuge der Ereignisse in Karbala gewesen war, galt sie unter den Menschen als lebendiges Andenken an die Leiden von Karbala und die Vergehen des Yazid. Den Leuten des Yazid, die in Medina das Sagen hatten, war Zainab daher ein Dorn im Auge. Schließlich erstatteten sie dem Umayyadenherrscher Yazid Bericht und dieser befahl, dass man Zainab auffordert, Medina zu verlassen.

     

    Zainab verließ mit ihrem Gemahl Abdullah Ibn Dschafar die Stadt Medina auf der Arabischen Halbinsel in Richtung Ägypten oder Schaam (Syrien). Weniger Monate später verstarb sie. Es gibt verschiedene Angaben über ihren Tod. In einigen Überlieferungen heißt es, dass sie krank wurde und starb. Es ist gut möglich, dass Zainab wegen dem vielen Leid, dass sie erlebt hatte, schließlich tödlich erkrankte. Andere vermuten, dass Zainab Kobra von den Handlangern des Yazids vergiftet wurde und den Märtyrertod fand. In den geschichtlichen Aufzeichnungen wird am häufigsten der 15. Radschab 62 nach der Hidschra genannt (circa 682 n. Christus). Ihr Leichnam wurde gemäß vorhandenen Angaben entweder in Syrien oder in Ägypten beigesetzt. Ihre beiden dort errichteten Grabmäler (eines in Damaskus und eines in Kairo) sind heute Pilgerort für die Freunde und Anhänger des Prophetenhauses.