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    Weibliche Vorbilder der Islamischen Geschichte (19)

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    Weibliche Vorbilder der Islamischen Geschichte (19)
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    Wir stellen heute drei weitere weibliche Vorbilder vor. Es sind Umm Kulthum, Rubab und Sakina.

     

    Umm Kulthum ist eines der vier Kinder Imam Alis (a) und der edlen Fatima Zahra (a). Umm Kulthum, wurde nach Zainab Kobra geboren und wird daher auch Zainab Sughra (jüngere Zainab) genannt. Zainab Sughra kam in Medina zur Welt. Es war circa im 8. Jahr nach der Hidschra (um 629 n.Chr.) Zainab Sughra oder Umm Kulthum erwarb bei ihren Eltern zahlreiche Tugenden und Wissen. Ihr erster Ehemann war Aun, der Sohn von Dschafar ibn Abi Talib. Nach dessen Tod vermählte sie sich mit dessen Bruder Mohammad.

     

    Umm Kulthum war mutig und klug. Sie war wie ihre ältere Schwester Zainab in Karbala als ihr Bruder Imam Husain (a) dort mit seinen Gefährten vom Heer des Umayyadenherschers Yazid umzingelt wurde. Als Imam Husain als letzter den Märtyrertod fand, wurde auch sie als Gefangene abgeführt. Sie ging mit Zainab-e Kobra an der Spitze des Gefangenenzuges, bestehend aus den in der Mehrheit weiblichen Hinterbliebenen Imam Husains. Wie ihre große Schwester hat auch sie in Kufa und in Schaam gegen Yazid und seine Leute protestiert. Ihre Protestreden sind in der Geschichte aufgezeichnet und können auch in den Maqtal-Büchern, die den Kampf von Imam Husain (a) in Karbala schildern, nachgelesen werden . Umm Kulthum (a) hat sich nach dem schrecklichen Geschehen in Karbala   an vielen Orten gegen die Ummayadenherrscher gesprochen:. Sie enthüllte in Kufa (Irak) und Baalbek (Libanon), Sibur bei Kafartalib und Nasibiin (Nisibis) die Tatsachen über Aschura und Karbala und an den 40 Orten wo die Karawane nach der Freilassung auf dem Weg nach Medina war sprach sie ebenso gegen die Umayyadenregierung.

     

    Scheich Abbas Qumi, schiitischer Hadithologe des 14. Jahrhunderts nach der Hidschra (1877 bis 1940 n. Christus) schreibt:

     

    „Als die Karawane der Familie des Imam Husain a. in Kufa eintraf, säumten die Einwohner der Stadt die Straßen. Sie gaben aus Mitleid den Kindern im Gefangenenzug Brot und Datteln. Umm Kulthum (a) nahm dies den Kindern wieder aus der Hand und rief mit lauter Stimme: „Ihr Leute von Kufa! Lasst von diesen Essensspenden ab, denn für uns aus dem Haus des Propheten ist es nicht erlaubt Sadaqa (Spenden) anzunehmen.“

     

    Da begannen die Frauen von Kufa zu weinen. Aber Umm Kulthum tadelte sie und sagte: „Ihr Leute von Kufa! Eure Männer haben die unsrigen getötet und eure Frauen beweinen uns! Gott wird am Jüngsten Tag zwischen uns und euch richten.“

     

    Umm Kulthum hat immer ihre ältere Schwester Zainab respektvoll behandelt. Sie lief ihr niemals voraus und wenn sie zusammen waren, dann sprach sie niemals als erste . Als Zainab das Bewusstsein verlor, setzte sie die Rede ihrer Schwester vor. Die Tochter Imam Alis und Zahras (aleihomasalam) hatten von ihren Eltern Tapferkeit , Weisheit und Redegewandtheit übernommen. Nur wenige Monate nach der Tragödie zu Aschura in Karbala verstarb Umm Kulthum. Sie wurde in Medina beigesetzt. Einige datieren ihren Todestag auf den 21. Dschumada al Uchra 61 nach der Hidschra (Anfang 681 n. Chr.)

     

    Wegen ihrer hohen Eigenschaften wurde auch Rabab oder auch Rubab bint Imra-ul-Qais zum Vorbild. Rubab war Gemahlin von Imam Husain (a) und Mutter ihrer gemeinsamen Kinder Sakina und Ali Asghar, der jüngste Märtyrer von Karbala. Der Historiker (Hisham) Ibn Al-Kalbi (737 – 819 n. Christus), bezeichnet Rubab als eine der edelsten Frauen.

     

    Der Vater von Rubab Imra ul-Qais war eine bekannte Persönlichkeit. Er hatte sich unter dem zweiten Kalifen zum Islam bekehrt und Medina zum Wohnsitz gewählt. Imra ul Qais hatte drei Töchter und weil er Imam Ali (a) liebte, vermählte er sie mit ihm bzw. mit seinen Söhnen. Eine heiratete Ali (a), die zweite heiratete Imam Hasan (a) und die dritten, die Rubab hieß, heiratete Imam Husain (a). Ribab schenkte Imam Husain zwei Kinder namens Sakina und Abdullah. Abdullah wurde am Aschura-Tag nur wenige Monate alt vor den Augen seiner Eltern getötet.

     

    Ihre Tochter Sakina , die in Karbala mit in der Karawane war und den Kampf miterlebte hatte und mit den anderen Hinterbliebenen gefangen genommen wurde, ist ebenso in der Islamischen Welt für ihre Größe bekannt.

     

    Alle wussten wie gut sich Imam Husain (a) und Rubab verstanden. Imam Husain war Vorbild für das richtige Verhalten eines Mannes zu seiner Frau und die Treue und Liebe Rubabs zu ihrem großartigen Gemahl kann wiederum den Frauen als Beispiel für das Verhalten einer Frau zu ihrem Ehemann sein. Imam Husain, der Fürst der Märtyrer hat in einem Gedicht seine innige Beziehung zu Rubab beschrieben. An einer Stelle heißt es in diesem Gedicht: „Bei Gott, ich liebe das Haus, in dem Sakina und Rubab sind …“

     

    Auch Rubab liebte Imam Husain (a) sehr und sie hat nach dem Märtyrertod des Imams ihre Treue zu ihm in Wort und Tat zum Ausdruck gebracht. Sie hat auch Gedichte dazu verfasst.

     

    Als die gefangenen Hinterbliebenen Imam Husains (a) vor Ibn Ziyyad in Kufa gebracht wurden, verließ sie die Reihen der Gefangenen, lief zu dem abgeschlagenen Haupt ihres Gemahls. Vor den Augen des Ibn Ziyyad, des mörderischen Gouverneurs von Kufa, drückte sie das edle Haupt an sich und sagte: „Ich werde niemals Husain vergessen. Husain, der das Ziel der Speere der Feinde wurde. Sie haben ihn in Karbala getötet, als er zu Boden gefallen war.“

     

    Rubab hat nach der Rückkehr aus der Gefangenschaft in Medina ihre Treue und Liebe zu Imam Husain (a) dadurch demonstriert, dass sie sich am Tag niemals aus der Sonne in den Schatten zurückzog und nachts kein Licht anzündete. Sie hat in ihrer Trauer über den Verlust des Imams und ihres treuen Gemahls Gedichte verfasst. Darin heißt es an einer Stelle: Dieses Licht, dessen Strahlen allen nutzte wurde in Karbala getötet. Es wurde nicht begraben, sondern liegen gelassen -…. Du warst ein so fester Berg und ich habe bei ihm Schutz gesucht und du hast mir in Güte und Barmherzigkeit und mit der Religion Gesellschaft geleistet … Wer bleibt den Waisen und Armen nachdem du getötet worden bist? Und wen gibt es, der die Bedürftigen, die bei ihm Schutz suchten, versorgten? … Bei Gott nach dir werde ich keinen Schatten mehr über mir wollen, bis ich in der Erde zugedeckt liege….

     

    Nach dem Märtyrertod Imam Husains (a) hat Rubab nur noch ein Jahr gelebt und starb in großer Trauer um ihn.

     

    Die Tochter von Imam Husain (a) und Rubab hieß Sakina. Sakina ist ein Beiname und bedeutet soviel wie Seelenfrieden. Ihr eigentlicher Name war gemäß einiger Quellen Fatima. Gemäß anderer hieß sie Aamina oder Amina. Sakina erreichte eine hohe Stufe des Glaubens und Imam Husain (a) hat über sie gesagt: „Fast immer ist Sakineh völlig von der Faszination über die göttliche Herrlichkeit ergriffen. Sie verbringt den Tag in andächtiger Gottesanbetung und inständiger Gottesanflehung. „

     

    Imam Husain liebte Sakina wegen ihrer edlen Eigenschaften und ihrem hohen Charakter. Imam Husain, der in die Herzen der Menschen blicken konnte, hat ihr einen der schönsten Namen Beinamen gegeben nämlich chairat- un- Nisa (eine der besten Frauen). Er hat oftmals die anderen auf ihren hohen Rang aufmerksam gemacht.

     

    Auch Sakina erlebte , was sich in Karbala und am Aschuratag zutrug. Sie sah wie schutzlos ihre Mutter Rubab und ihre Tante Zainab und die anderen weiblichen Hinterbliebenen ihres Vaters Imam Husains (a) geworden waren. Sakina war noch sehr jung, aber sie übernahm die Aufgabe, sich nach der Tragödie am Aschura-Tag um die jüngeren Kinder zu kümmern und sie zu trösten. Sie wusste, dass Imam Husain (a), ihr Vater, in den Kampf gezogen war, um das Gute zu gebieten und das Schlechte zu verwehren und sich gegen die schweren Abweichungen von der Religion und die Abschweifungen in der Gesellschaft zu erheben. Die schrecklichen Ereignisse in Karbala und der Anblick des Hauptes von Imam Husain (a) auf einem Speer ertrug sie tapfer. Als sie wie die anderen weiblichen Hinterbliebenen des Imams in der Gefangenschaft war fand sie es jedoch unerträglich, dass unerlaubte Blicke fremder Männer auf die Frauen und Mädchen des Prophetenhauses fallen.

     

    Sakina, die Tochter Imam Hussain war kühn und tapfer. Den Unterdrückern gegenüber hat sie klar und überzeugend die Rechte der Prophetenfamilie verteidigt. Keiner wagte ihr gegenüber eine Beleidigung. Wie ihre Tante Zainab (a), die mit ihrer feurigen Rede bereits die Kufianer wachgerüttelt hatte, hat auch sie vor dem Tyrannen Yazid Ibn Muawia mutig gesprochen und gesagt:

     

    „Yazid! Freu dich nicht darüber meinen Vater getötet zu haben! Er hat Gott und dem Propheten gehorcht, ist dem Aufruf Gottes gefolgt und hat das Glück des Märtyrertodes erreicht! Aber es wird ein Tag kommen, an dem du befragt werden wirst! Bereite dich auf die Antwort vor! Aber wie kannst du überhaupt eine Antwort geben!?“

     

    Hadhrate Sakina (a) hat so lange sie lebte für den Weg, den Imam Husain gegangen war, geworben. Diese tapfere Frau wurde ungefähr 70 Jahre alt und ist schließlich am 5. Rabi ul Awwal 117 nach der Hidschra (circa. 114 n. Chr. ) in Medina gestorben oder nach einer anderen Angabe während des kleinen Hadsches (Umra) in Mekka. Es heißt, dass Sakina auf dem Baqi-Friedhof in Medina begraben liegt. Andere glauben, dass sie im Bab al- Saghir Friedhof in Damaskus beigesetzt wurde. Dies ist ein Pilgerort für die Schiiten.