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    Weibliche Vorbilder der Islamischen Geschichte (21)

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    Zu den Frauen die eine wichtige Rolle in Karbala übernahmen gehört auch Umm Wahab. Sie fand an der Seite ihres Gemahls Abdullah Ibn Umair al-Kalbi in Karbala den Märtyrertod.

     

    In Karbala zogen drei mutige Frauen aus der Karawane des Imam Husain in den Kampf gegen das Heer des Yazid. Sie verließen das Schlachtfeld aber wieder, nachdem Imam Husain (a) sie dazu aufgefordert hatte.

     

    Eine von diesen Heldinnen war Umm Wahab. Sie war eine große Anhängerin ihres Imams. Menschen wie sie hat es selten in der Geschichte gegeben und sie zählt auch in der Geschichte des Islams, zu dem engeren Kreis der ganz besonders opferbereiten Frauen .

     

    Es war am Aschura-Tag. Abdullah, der Gemahl Umm Wahabs war auf das Schlachtfeld gegangen. Umm Wahab nahm sich einen Speer und eilte in Richtung des Feindes, um ihren Gemahl zu unterstützen und an seiner Seite zu kämpfen. Als Abdullah sie sah, bat er sie zu den Frauen in der Karawane zurückzukehren und den Kampf den Männern zu überlassen. Aber Umm Wahab sagte: „Ich weiche nicht von deiner Seite, bis ich den Tod gefunden habe!“

     

    Doch Imam Husain bat sie: „ Umm Wahab! Gott wird dir einen guten Lohn zukommen lassen. Kehr zu den Frauen zurück und bleib bei ihnen! Der Dschihad ist für Frauen keine Pflicht.“

     

    Als Umm Wahab dies aus dem Munde Imam Husains (a) hörte , kehrte sie zu den Zelten zurück. Aber von weitem beobachtete sie das Gefecht ihres Mannes gegen die Feinde.

     

    Der Feind hatte Abdullah getötet. Da lief Umm Wahab zu seinem Leichnam herüber. Sie rief: „Mein Gemahl! Das Paradies sei dir gegönnt! Ich bitte Gott, der dir das Paradies beschert hat, dass er mich dort neben dir sein lässt.“

     

    Der Mut der Umm Wahab und die Treue zu Ihrem Gemahl und ihrem Imam, Husain Ibn Ali (a) drohte einige Kufianer im Heer des Ibn Ziyyad, das gekommen war, um Imam Husain zu vernichten, umzustimmen. Schimr, der grausame Recke aus dem Heer des Yazid, der später Imam Husein (a) getötet hat, gab deshalb sofort seinem Sklaven Rustam den Befehl, Umm Wahab mit dem Streitkolben zu erschlagen. Rustam ließ seine Waffe auf den Kopf von Umm Wahab niederfahren und so fand Umm Wahab bald nach ihrem Gemahl Abdullah neben ihm den Märtyrertod und ihr Wunsch ging in Erfüllung.

     

    Auch der Name von Umm Chalaf ist ein Begriff in der Geschichte von Karbala. Sie war mit Muslim Ibn Ausadschah, einem Gefährten des Propheten und treuen Helfer des Imam Hussein verheiratet . Der Sohn der beiden hieß Chalaf., daher der Name Umm Chalaf (Mutter von Chalaf) . Der schon hochbetagte Muslim Ibn Ausadschada und sein Sohn sind am 10. Tag des Muharam, dem Aschura-Tag, auf dem Schlachtfeld gefallen.

     

    Umm Chalaf, die eine große Liebe zu der Prophetenfamilie hegte, hatte sich zusammen mit ihrem Sohn Chalaf und ihrem Gemahl Muslim unterwegs der Karawane von Imam Husain angeschlossen. Nachdem ihr Gemahl am Aschura Tag gefallen war, hatte sie ihren Sohn ins Gefecht geschickt. Aber Imam Husain sagte zu Chalaf: „Wenn du ins Gefecht ziehst und getötet wirst, wird deine Mutter ganz alleine bleiben. Du solltest lieber für deine Mutter sorgen!“

     

    Aber für Umm Chalaf war nichts so wichtig, wie die Unterstützung von Imam Husain (a). Als sie erfuhr, was der Imam gesagt hatte, sagte sie zu ihrem Sohn: „Mein Sohn! Dir sollte die Unterstützung des Nachkommens des Proheten (Imam Husains) (a) wichtiger sein als deine Sicherheit. Wenn du dich selber in Sicherheit bringen willst, werde ich niemals mehr mit dir zufrieden sein!“

     

    Da zog Chalaf mutig ins Gefecht und seine Mutter spornte ihn an und versprach : „Mein Sohn, du wirst bald aus dem Wasser der Kauthar (Quelle im Paradies) deinen Durst stillen!“

     

    Chalaf kämpfte tapfer und kühn gegen die Heerscharen des Yazids und fand schließlich bei der Verteidigung der Religion und seines Imams den Märtyrertod. Die Kufianer schnitten ihm das Haupt ab und warfen es in Richtung seiner Mutter.

     

    Umm Chalaf drückte den Kopf ihres Sohnes an sich, küsste ihn und weinte bitterlich. Und jedem der diese erschütternde Szene sah, kamen die Tränen.

     

    Es gab auch Frauen, die nicht in Karbala mit dabei waren, aber die , nachdem sie von der Botschaft der Widerstandsbewegung Imam Husains (a) erfahren hatten, auf verschiedene Weise bei der Vorbereitung der Aufstände gegen die Regierung der Ummayaden mitwirkten. Sie haben in Nachahmung der Frauen, die die Tragödie und das Epos in Karbala miterlebt hatten, durch Ansprachen und Lyrik, Weitergabe von Augenzeugnberichten und mit Trauersitzungen ihre Aufgabe für die Bewegung des Imams und die Wahrung des echten Islams und die Entlarvung der Umayyadenherrscher erfüllt.

     

    Zu diesen mutigen Frauen gehörte Umm Luqman. Sie war die Tochter von Imam Alis (a) Bruder Aqil und die Schwester von dem bekannten Muslim Ibn Aqil, der in Kufa von Ibn Ziyyad hingerichtet wurde. Umm Luqman war gebildet, klug, mutig und sprachgewandt. Als sie von dem Märtyrertod ihres Cousins Imam Husain (a) erfuhr ging sie zusammen mit ihren Schwestern Umm Hani’, Asma’, Ramla und Zainab, zum Grab des Propheten (s).Dort beweinten diese Frauen heftig die Märtyrer von Karbala.

     

    Umm Luqman sagte an die Bevölkerung und an die Leute von Yazid , auf dessen Befehl Imam Husain ermordet worden war, in Form eines Gedichtes folgendes:

     

    Wie wollt ihr dem Propheten Gottes (s) antworten, wenn er über euch klagt und sagt:

     

    Ihr ward nach mir und was habt ihr nach mir mit meiner Familie und meinem Hause gemacht? Ihr habt einige als Kriegsgefangene abgeführt und einige habt ihr in ihr Blut gestürzt! Das war kein gerechter Lohn für meine Mühen und meine Wegweisungen!

     

    Umm Luqman, die Tochter des Aqil, weinte und trauerte so heftig, dass alle Frauen und Männer in ihr Wehklagen einstimmten.

     

    Als die Nachricht von dem Märtyertod Imam Husains (a) Medina erreichte, brachen die Frauen der Haschemiten in Wehklagen aus. Umm Luqman versammelte eine Gruppe von Einwohnern Medinas um sich, damit sie der Karawane der Kriegsgefangenen entgegengehen. Sie hatte keine Angst vor den Drohungen des Befehlshaber der Umayyaden in Medina . Zusammen mit anderen Frauen beweinte sie Imam Husain (a) und erinnerte in Reimen an das Unrecht, das ihm geschah, und an seinen heiligen Aufstand. Sie machte auf diese Weise die Menschen in Medina bewusst und brachte sie gegen das tyrannische Umayyadenregime.

     

    Solche mutigen Schritte seitens einer Frau waren keine einfache Sache. Das Vorgehen der Umayyaden hatte eine derartige erstickende Atmosphäre hervorgerufen , dass selbst viele kühne Männer nicht wagten, zu protestieren.

     

     

    Eine Heldin der Geschichte von Karbala ist auch Nawarah, die Frau von Chawali gewesen. Sie wurde unter dem Namen Ayuf bekannt. Ihr Mann war einer roher Bursche aus Kufa. Er hatte das Haupt von Imam Husain (a) von Karbala nach Kufa gebracht. Chawali hatte sich dem Heer angeschlossen, das Abidullah Ibn Ziyyad, der Gouverneur von Kufa nach Karbala geschickte hatte, um Imam Husain (a) zu töten. Chawali beging am Aschuratag, 61 nach der Hidschra (680 n. Christus) viele üble Taten in Karbala. Als Imam Hussain (a) vom Pferd auf die Erde herabsank und zum Märtyrer wurde, kamen die erbarmungslosen Feinde herbei und trennten sein heiliges Haupt ab. Chawali war vom Befehlshaber Umar Ibn Saad beauftragt, dem Ibn Ziyad, Gouverneur von Kufa, das Haupt zu überbringen und ihm einen guten Lohn versprochen.

     

    Chawali erreichte den Palast des Ibn Ziyyad erst am Abend, als bereits die Palasttore geschlossen waren. Daher ging er nach Hause und verbarg das heilige Haupt in einem Gefäß oder wie einige sagen im Ofenloch. Nawarah, die Frau des Chawali fragte ihn: „Was hast du mitgebracht?“

     

    Er sagte: „Ich habe etwas mitgebracht, mit dem wir für immer reich werden. Es ist der Kopf von Husain, den ich mitgebracht habe.“

     

    Nawarah starrte ihn entsetzt an und rief: „Wehe dir! Die anderen bringen Silber und Gold nach Hause und du bringst das Haupt des Nachkommens des Propheten Gottes ! Bei Gott, ich werde nicht mehr bei dir bleiben!“ Dann sprang sie auf, um das Haus zu verlassen. Beim Gehen sah sie plötzlich ein Licht in Richtung Himmel erstrahlen. Der Strahl ging vom Haupt Imam Husains (a) aus.

     

    In einigen Geschichtschreibungen steht, dass Nawarah mitten in der Nacht für immer das Haus ihres Ehemannes verließ.