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    Weibliche Vorbilder der Islamischen Geschichte (4)

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    Es war sehr heiß und das Kind von Hadschar war durstig und unruhig. Die Mutter lief zwischen den beiden Bergen Safa und Marwa auf und ab und suchte aufgeregt nach Wasser. Die Gegend war völlig trocken. Gott belohnte ihre Anstrengungen jedoch. Als sie ganz erschöpft und ergebnislos zu ihrem kleinen Sohn, Ismael zurückkam um das durstige Kind zu beruhigen, sah sie unter seinen Füßchen Wasser hervorquellen.

     

    Da dankte sie Gott und ihr fiel das Gebet ihres Gemahls Abraham ein, der sie und ihr Kind beim Abschied Gott anvertraut hatte und Ihn gebeten hatte, dass er die Herzen vieler auf diese beiden richten sollte. Gott erhörte das Gebet von Abraham und ließ diese Quelle hervortreten, die Mekka zu einer Stadt werden ließ. Diese Quelle heißt Zamzam und sie fließt heute noch nahe der Kaaba.

     

    In diesem vierten Teil unserer Sendung über die weiblichen Vorbilder des Islams berichten wir über Hadschar. Sie erinnern sich: Prophet Abraham war mit seiner Frau Sara bis ins hohe Alter kinderlos geblieben und daher bot Sara ihrem Gemahl an, er solle ihre Leibeigene Hadschar (Hagar) heiraten, damit der Propeht Abraham einen Nachkommen hat, der seine Mission fortsetzt.

     

    Es hat in der Geschichte große Frauen gegeben, die dank ihrer würdigen Eigenschaften und ihres Glaubens an Gott, erfolgreich den Pfad der Läuterung und der Veredlung des Selbst gingen. Eine von ihnen ist Hadschar , die Gemahlin des Propheten Abraham und die Mutter des Propheten Ismael (gegrüßet seien sie) –

     

    Hadschar war die dunkelhäutige Sklavin eines ägyptischen Herrschers gewesen. Doch das prunkvolle Leben im Palast erweckte keine Sehnsucht nach dem Weltlichen in ihr. Sie sah darin Vergängliches und Trug, welche den Menschen daran hindern, geistig-seelische Rangstufen zu erreichen. Hadschar schien auf eine Rettung zu warten. Da begegneten ihr Sara und der Prophet Abraham .

     

    Der ägyptische Herrscher überließ Hadschar der Gemahlin des Abraham als Geschenk. Als Sara in Sorge war, dass Prophet Abraham nachkommenlos bleiben würde und niemand seinen Prophetenauftrag fortführt, bat sie Abraham Hadschar zu ehelichen. Abraham vermählte sich schließlich mit Hadschar. Hadschar war nun keine Sklavin mehr sondern die Ehefrau eines Gottgesandten. Nach einiger Zeit empfing sie einen Sohn. Sie nannten ihn Ismael . Doch Sara bat Abraham, dass er Hadschar und das Kind an einen anderen Ort bringt.

     

    Gott offenbarte Abraham, er solle Ismael und seine Mutter aus Schaam, dem damaligen Syrien, wegbringen. Abraham fragte: „O Gott, wo soll ich sie denn hinbringen?“

    Gott sprach : „Bring sie in mein sicheres Heiligtum und den ersten Ort auf der Erde, den ich schuf. Das ist Mekka.“

     

    Abraham, gegrüßet sei er, beriet mit Hadschar über die göttliche Anweisung und dass er sie mit dem Kind in eine dürre Gegend bringen soll. Hadschar hatte vorher in einer grünen Landschaft mit angenehmen Klima gelebt, aber sie willigte ohne Protest ein und fügte sich schnell in den göttlichen Willen und nahm in Hoffnung auf Gott und in Vertrauen auf Seine Hilfe die größten Härten in Kauf.

     

    Abraham war über das große Gottesvertrauen der Hadschar erfreut. Sie erreichten schließlich den Ort, wo heute Mekka steht. Hadschar warf einen weiten Mantel über das Gezweig einer der wenigen Bäume, um ein schattiges Plätzchen für sich und ihr Kind zu schaffen. Als Abraham zu Sara nach Schaam zurückkehren wollte, sagte Hadschar:

    „Ach Abraham, du lässt uns hier alleine zurück, wo wir niemanden kennen und es weder Wasser noch Gras gibt?“

    Abraham antwortete: „Gott, der mir befahl euch hier zulassen wird euch helfen!“

     

    Dann betete er zu Gott und verabschiedete sich von seiner Gemahlin und dem Kind, dass Gott ihm erst vor kurzem geschenkt hatte und verließ Mekka. Beim Berg Dhi Tuwa angelangt, betete er zu Gott wie es in der Sure Ibrahim (Sure 14) im Vers 37 steht):

    „Unser Herr, ich habe einen Teil meiner Nachkommenschaft in einem unfruchtbaren Tal nahe bei Deinem Heiligen Haus angesiedelt, o unser Herr, auf dass sie das Gebet verrichten mögen. So mache die Herzen der Menschen ihnen zugeneigt und versorge sie mit Früchten, damit sie dankbar seien!“

     

    Hadschar und Ismael blieben im Land der Offenbarung. Hadschar stand spirituell auf einer sehr hohen Stufe, so dass sie trotz der beängstigenden Bedingungen sich nicht fürchtete, denn sie wusste das Gottes Verheißung wahr werden wird und sie glaubte an die Botschaft des Offenbarungsengels der mitgeteilt hatte, dass ihre Nachkommen groß an der Zahl sein werden.

     

    Am Morgen wurde Ismael durstig und Hadschar begann nach Wasser zu suchen. Und da geschah das Wunder, von dem wir erzählten: Inmitten der trockenen Ödnis begann unter den kleinen Füßen des Kindes die Quelle Zamzam hervorzusprudeln.

     

    Diese Quelle fließt auch heute nach tausenden von Jahren und ist Wahrzeichen für die Barmherzigkeit Gottes. Da es nun in dieser Gegend Wasser gab, kamen alsbald Vögel und Tiere an die Quelle und dann zogen Nomaden aus der Umgebung vorbei und schlugen dort ihre Zelte auf. So waren Mutter und Kind nicht mehr alleine. Als Abraham sie beim nächsten Mal besuchte, sah er, dass bereits viele dort ansässig geworden waren und war Gott dankbar. Zusammen mit Ismael hat Abraham auf Anweisung Gottes , die Kaaba erneut aufgebaut.

     

    Imam Sadiq (a) aus dem Hause des Propheten hat dazu gesagt: „Ibrahim errichtete die Kaaba während Ismael vom Dhi Tuwa (-Berg) Steine herbeiholte… nachdem Abraham und Ismael die Kaaba zu Ende gebaut hatten, brachte Hadschar den Mantel, den sie besaß und unter dessen Schatten sie gelebt hatten, und hängte ihn über die Pforte zur Kaaba…“

     

    Hadschar besaß hohe Eigenschaften. Sie war geduldig und gottesfürchtig. Sie war an weltlichen Gütern desinteressiert und sie vertraute in Gottes Barmherzigkeit. Daher hat sie bereitwillig die Probleme, die sie und ihr Sohn Ismael nach der Trennung von ihrem Gemahl und ihrer Heimat in Kauf nehmen mussten, ertragen. Diese aufrichtige Gott-Ergebene hat den Propheten Ismael großgezogen, ohne dass Abraham immer schützend bei ihnen hätte sein können. In Wirklichkeit hat Ismael seinen Vater nur ab und zu einmal gesehen, nämlich wenn dieser sie besuchen konnte. Abraham hatte, voll überzeugt vom Glauben und der Zuverlässigkeit seiner Gemahlin Hadschar, ihr die Erziehung des Ismael (a) anvertraut, und damit dem Propheten, aus dessen edlen Nachkommenschaft der Prophet des Islams, Mohammad (s) hervorging. Als Ismael 13 Jahre alt war, besaß er so große Gotterkenntnis, dass er sich völlig in den Willen Gottes ergab. Im Vers 102 der Sure Safat (Sure 37) heißt es, dass der junge Ismael , als Gott dem Abraham befahl ihn zu opfern, zu seinem Vater sagte: „… «O mein Vater, tu, wie dir befohlen; du sollst mich, so Allah will, standhaft finden.»

     

    Es geht auf die Erziehung Ismaels zu einem rechtschaffenen Menschen durch eine Frau wie Hadschar zurück, dass er auf diese Weise Gottes Anweisung als das Wichtigste betrachtet.

     

    Hadschar ist ein vollendetes Beispiel für einen gläubigen, rechtgeleiteten Menschen, der seine Heimat Gott zuliebe verlassen hat. Hadschar gelangte von Ägypten nach Palästina und von dort nach Hidschaz auf der Arabischen Halbinsel und hat bei dieser Umsiedlung große Mühen auf sich genommen. Gott erwies ihr eine große Huld und verewigte in einem Ritual, das verpflichtend zum Hadsch gehört, nämlich dem „Sa`i“ die Erinnerung an ihren Einsatz, als sie auf Gott vertrauend und nach Wasser für ihr Kind suchend zwischen den Bergen Safa und Marwa hin und herlief. Auch die Quelle Zamzam, die unter den Füßen ihres kleinen Sohns hervorquellte, erinnert an sie.

     

    Hadschar wurde sogar bei der Kabaa beigesetzt und auch das geschah auf Befehl Gottes. Und auf diese Weise werden alle in der Geschichte, die in Verehrung des Einen Gottes die Kaaba in Mekka umkreisen an den aufrichtigen Glauben, die Opferbereitschaft und das Gottvertrauen dieser dunkelhätuigen ehemaligen Sklavin erinnert. Sie sollen wissen, dass für Gott der beste jener ist, der die größte Gottesfurcht besitzt. Denn in der Sure Hudscharat (49) heißt es im Vers 13:

    „Wahrlich, der Angesehenste von euch ist vor Allah der, der unter euch der Gottesfürchtigste ist.“

     

     

    Quelle: http://german.irib.ir/radioislam/beitr%C3%A4ge/die-frau-im-islam/item/250327-weibliche-vorbilder-der-islamischen-geschichte-4