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    Weibliche Vorbilder der Islamischen Geschichte (5)

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    Der Heilige Koran hat in zahlreichen Fällen auf Fragen der Frau hingewiesen und enthält sogar eine Sure ,die nach den Frauen benannt wurde, nämlich die Sure 4 – Sure Nisa.

     
    Gemäß dem Islam und den Koranversen sind die beiden Geschlechter aus dem gleichen Existenzwesen erschaffen worden und ist das Geschlecht genauso wenig wie Hautfarbe, Abstammung usw. ein Kriterium dafür, dass ein Mensch höher zu stehen kommt. Das größte Ansehen genießt bei Gott nämlich derjenige, der gottesfürchtig lebt.

     

    Der Koran wurde nicht nur zur Rechtleitung des Mannes herabgesandt, sondern zur Rechtleitung aller Menschen. Wir lernen in den historischen Ereignissen, über die der Koran berichtet, hervorragende Frauen kennen, die sehr intelligent waren und ein hohes Auffassungsvermögen besaßen.

     

    In diesem 5. Teil unseres Beitrages über die weiblichen Vorbilder in der Geschichte des Islams möchten wir von einer großen Frau sprechen, aus deren Leben der Koran uns berichtet. In der Geschichte von Bilqis, geht es um die Königin von Saba. Sie war sehr klug und weitsichtig.

     

    Der Wiedehopf hatte dem Propheten Salomo, der über Dschinn und Menschen regierte und die Sprache der Tiere verstand, die Nachricht überbracht, dass in Saba eine Frau herrscht, die einen prächtigen Thron besitzt. Aber diese Königin und ihr Volk hatten, so berichtete der Wiedehopf, ihren Schöpfer vergessen und beteten anstatt Gott die Sonne an. Der Wiedehopf sagte: „Satan lässt ihnen ihr Tun im schönsten Licht erscheinen und hält sie vom rechten Wege ab. Daher werden sie nicht rechtgeleitet.“

     

    Prophet Salomo (s) wollte die Sache klären. So setzte er einen Brief auf und befahl dem Wiedehopf: „Nimm diesen Brief und wirf ihn vor sie. Dann warte in einem Winkel, wie sie und ihre Leute reagieren!“

     

    Der Wiedehopf flog mit dem Brief im Schnabel davon. Er ließ das Schreiben neben der Bilqis zu Boden fallen. Verwundert hob die Königin von Saba den Brief auf und studierte seinen Inhalt. Der Inhalt schien ihr von großer Bedeutung. Ihre Worte werden vom Koran zitiert, denn sie sagte, dass dieser Brief gewichtig ist, von Solaiman (Salomo) kommt und mit „Im Namen Gottes des Allbarmherzigen, des Barmherzigen“ beginnt.

     

    Bilqis handelte mit Weitsicht. Sie las ihren Beratern den Brief vor. Darin hatte Salomo, der nicht nur ein mächtiger Feldherr sondern auch ein Prophet Gottes war, der zum Glauben an den Einen Gott aufrief, geschrieben: „Seid nicht überheblich gegen mich, sondern kommt zu mir in Ergebenheit.“» (Sure 27, Vers 31)

     

    Bilqis war mächtig, aber sie reagierte nicht voreilig und eigenwillig. Sie beriet sich mit ihren Leuten und sagte: „Ratet mir in meiner Sache. Ich entscheide keine Angelegenheit, solange ihr nicht zugegen seid.»”

     

    Ihre Berater erklärten, dass die Königin ein starkes Heer besitzt. Aber sie solle selber eine endgültige Entscheidung treffen. Bilqis stellte daraufhin fest, Könige würden beim Eindringen in ein anderes Land dieses dem Verderben preisgeben und seine Herrscher zur Unterwürfigkeit zwingen.

     

    Bilqis verwies damit auf die Schäden eines Krieges und dass Krieg nur Zerstörung bedeutet und die Herrscher eines Lande erniedrigt. Sie wollte erst versuchen, einen Krieg zu vermeiden, solange es die Möglichkeit zum Frieden gab. Bilqis entschloss sich daher, dem Salomo ein kostbares Geschenk zu senden und abzuwarten, wie er reagiert : „Ich aber will ihnen ein Geschenk schicken und will abwarten, was die Boten zurückbringen“ (Sure 27, Vers 35)

     

    In den Versen 36 und 37 der Sure 27 steht, wie Prophet Salomo auf die Politik der Königin von Bilqis reagierte. Dort heißt es:

    „Als nun (ihr Botschafter) zu Salomo kam, sprach (dieser): «Schüttet ihr Reichtümer über mich aus? Jedoch was Allah mir gegeben hat, ist besser als das, was Er euch gegeben. Nein, ihr seid es, die sich ihrer Gabe freuen. –

    Kehre zu ihnen zurück, denn wir werden ganz gewiss mit Heerscharen zu ihnen kommen, gegen die sie keine Macht haben werden, und wir werden sie von dort vertreiben in Schmach, und sie werden sich gedemütigt fühlen.“

     

    Daraufhin führte Salomo der Bilqis mit Gottes Genehmigung ein Wunder vor Augen. Er sagte zu seinem Gefolge, unter denen sich Dschinn befanden, dass einer von ihnen den prächtigen Thron der Bilqis herbeischaffen soll. Einer der Dschinn versprach, er werde den Thron herbeischaffen, noch bevor Prophet Salomo sich von seinem Platz erhebt. Aber da versprach ein anderer Dschinn, der gemäß der Sure 27 Wissen aus der (verborgenen) Schrift besaß : „Ich bringe ihn dir, ehe dein Blick zu dir zurückkehrt.“

     

    Als Salomo im nächsten Augenblick den Thron der Bilqis vor sich sah, sprach er: „Dies ist durch die Gnade meines Herrn, damit er mich auf die Probe stellt, ob ich dankbar oder undankbar bin. Und wer dankbar ist, der ist dankbar zum Wohle seiner eigenen Seele; wer aber undankbar ist siehe, mein Herr ist reich und auf niemanden angewiesen, und Er ist vortrefflich.»

     

    Mit diesem Wunder, nämlich der Herbeischaffung des Thrones der Königin von Saba wollte Prophet Salomo beweisen, dass er ein Prophet Gottes ist. Dann gab er Anweisung, man solle einige Veränderungen an dem Thron vornehmen. Er wollte nämlich sehen, ob die Königin ihn wiedererkennt und ob sie zu denen gehört, die sich zur Wahrheit rechtleiten lassen. In einer der Koranübersetzungen wird der diesbezügliche Vers 41 der Sure 27 wie folgt übersetzt:

    „Lasst ihr ihren Thron gering erscheinen; wir wollen sehen, ob sie dem rechten Weg folgt oder ob sie zu denen gehört, die nicht dem rechten Wege folgen!“

     

    Der iranische Koranexegete Alameh Tabatabai ist der Überzeugung, dass Salomo durch Veränderung des Thrones herausfinden wollte, wie klug Bilqis ist und ob sie ihren Thron wiedererkennen kann.

     

    Die Königin von Saba hatte sich zum Sitz des Salomo begeben. Da wies Salomo auf ihren Thron und fragte: „Ist dein Thron wie dieser?“

    Bilqis betrachtete den Thron genauer. Erst wollte sie es nicht glauben, dass es ihr eigener Thron ist. Denn ihr Thront musste doch in Saba stehen. Aber sie erkannte ihn dennoch wieder und sagte: „Doch! Es scheint mein Thron zu sein!“

    Bilqis begriff, dass ihr Thron auf ungewöhnliche Weise noch vor ihr am Königshof des Salomo eingetroffen war. Da bekannte sie sich zu Gott und zur Lehre Seines Propheten.

     

    Als die Königin von Saba die Pracht des Palastes von Salomo sah und Zeuge der göttlichen Wunder wurde hatte sie keine Zweifel mehr, dass es sich um Gottes Zeichen handelt. Daher bat sie Gott um Vergebung für ihren bisherigen Irrglauben und bekannte sich zu der Einheit Gottes.

     

    Bilqis handelte damit im Gegensatz zum Pharao. Der Pharao war Zeuge zahlreicher Wunder gewesen, die Moses überbrachte. Dennoch hatte er nicht an die göttlichen Botschaft geglaubt und versank nur noch mehr in seinen Unglauben. Aber die Königin von Saba verhielt sich nicht eigensinnig gegenüber den klaren Zeichen Gottes, sondern sie stellte sofort alle bisherigen falschen Überzeugungen beiseite und bereute sie.

     

    Die Geschichte von Bilqis, der Königin von Saba, demonstriert, dass der Mensch, unabhängig davon in welcher sozialen Position er sich befindet, fähig ist, von seinem bisherigen falschen Denken und Tun abzulassen und den rechten Weg zu wählen.

     

    Quelle: http://german.irib.ir/radioislam/beitr%C3%A4ge/die-frau-im-islam/item/250344-weibliche-vorbilder-der-islamischen-geschichte-5