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    Welche Philosophie steckt hinter dem Gebet, dem Fasten und der Pilgerfahrt?

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    übersetzt und ergänzt von Hessam K.

     

     

    Allah (swt) ist absolut unabhängig von Seinen Geschöpfen. Der Allmächtige bedarf unserer Anbetung nicht, doch wir bedürfen Seiner Barmherzigkeit. Die Befolgung der islamischen Gebote ist zu unserem eigenen Nutzen. Es gibt keine göttliche Anordnung, die nicht zu unserem Wohl wäre. Jede religiöse Handlung, die für Allah (swt) ausgeführt wird, hinterlässt eine positive Wirkung auf den Ausführenden und der Gesellschaft. Hier sind drei Beispiele:

     

     

    1. Das Gebet

     

    Allah (swt) schreibt uns vor, fünfmal täglich das Ritualgebet zu verrichten. Mit dieser Vorschrift sind viele positive Effekte verbunden. Durch das Gebet läutern wir unsere Seele und justieren sie auf unserem Schöpfer. Wer realisiert hat, woher die Segnungen kommen, hat ein Bedürfnis sich zu bedanken. Durch das Gebet wird uns die Möglichkeit gegeben. Die Gebete erinnern uns an Allah und lassen uns unsere Handlungen kritisch betrachten. Mithilfe der Gebete können wir unsere Seele reinigen, denn das Gebet ist eines der wichtigsten Handlungen, welche bei inneren Konflikten der Seele (Nafs-e-Ammarah) und beim Unterlassen der Sünden hilft. Die Andacht unseres Herrn beruhigt unsere Seele und lässt uns wieder die Balance zwischen Hoffnung und Gottesfurcht finden. Wer sich die Worte beim Gebet bewusst macht, fürchtet sich vor der Strafe Allahs und strebt nach dem Erlaubten.

     

    Wahrlich, das Gebet hält ab von Schändlichkeiten und Unrecht; und an Allah denken ist gewiss die höchste (Tugend). Und Allah weiß, was ihr tut. (29:45)

     

    Jedes Ritualgebet muss innerhalb einer bestimmten Zeit verrichtet werden. Dadurch sollen wir Disziplin erlangen und den Wert der Zeit schätzen lernen. Das gilt vor allem für das Morgengebet, wofür man extra seinen Schlaf unterbrechen muss. Durch diese Tat stärkt der Betende seine Entschlusskraft und wird nicht zum Gefangenen seiner Launen. Die Verrichtung der Ritualgebete zu einer bestimmten Zeit, die Gebetsrichtung (gen Mekka) und die Rezitation in arabischer Sprache fördern außerdem die Einheit der Muslime.

     

     

    2. Das Fasten

     

    Die Philosophie des Fastens ist, dass der Mensch seine niederen Instinkte beseitigt und sie beherrscht. Es stärkt die Willenskraft, indem der Mensch von Dingen fernbleibt, die das Fasten ungültig machen. Somit hilft es auch dem Menschen, Dingen fernzubleiben, die Haraam für ihn sind und ihn in Sünde verfallen lassen.

     

    Durch Fasten erinnern wir uns an die armen Menschen dieser Welt. Wir fühlen den Hunger und Durst am eigenen Leib. Wir fühlen für einen kurze Zeit, was Millionen armer Menschen täglich erleiden. Imam Hassan al-Askari (ع) wurde gefragt: „Warum wird gefastet?“ Der Imam antwortete: „Damit auch der Reiche Hunger verspürt und somit mit den Armen mitfühlt.“

     

    Vor allem im Fastenmonat bekommen wir die Gelegenheit intensiv über unseren Glauben, unseren Charakter und unser Verhalten nachzudenken. Im heiligen Monat Ramadhan führen alle Muslime annähernd dasselbe Leben. Das Gefühl für mehr Gerechtigkeit wächst unter den Betenden. Der Monat Ramadan ist eine Gelegenheit zur Festigung der Beziehungen zwischen den Menschen. In diesem Monat werden bestimmte Sitten gepflegt, die zur Stärkung der Beziehungen unter den Muslimen beitragen. Eine dieser Sitten besteht darin, die anderen zum Fastenbrechen einzuladen.

     

     

    3. Die Pilgerfahrt

     

    Die Pilgerfahrt nach Mekka verbindet den Gläubigen mit seinem Schöpfer und den anderen Geschöpfen. Auch bei diesem Gottesdienst wird die Einheit gefördert. Alle Teilnehmer müssen dieselbe Kleidung tragen und dieselben Rituale vollziehen. Die Barrieren zwischen den Menschen werden abgebaut. Bei der Pilgerfahrt wird sich der Mensch bewusst, dass er sich nur durch seine Gottesfürchtigkeit von seinen Mitmenschen unterscheidet. Hautfarbe, Geschlecht, sozialer Status sind wertlos. Bei der Pilgerfahrt begegnen sich Muslime aus allen Ländern. Die Gläubigen werden sich ihrer Gemeinsamkeiten bewusst und sehen sich als Teil einer weltweiten Gemeinschaft.

     

    Anhand dieser drei Beispiele (Gebet, Fasten, Pilgerfahrt) soll aufgezeigt werden, dass jedes Gebot viele verschiedene Auswirkung auf den Ausführenden und sein Umfeld (Familie, Freunde, Gesellschaft) hat.

     

     

    Anmerkung: Dieser Text orientiert sich inhaltlich stark an das Buch „Religious Questions Answered: Logic for Islamic Rules“ von Ayatullah Makarem Shirazi und Ayatullah Jafar Subhani. Es handelt sich hierbei jedoch um keine reine Übersetzung!

    Quellenangaben: Ramadan-Spezial; eslam.de; „Religious Questions Answered” von Ayatullah Makarem Shirazi und Ayatullah Jafar Subhani

     

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    Quelle: http://www.al-shia.de