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    Woher weiß ich, wie ich mein Kind erziehen soll?

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    Bismillahi rahmani rahim

     

    Woher weiß ich, wie ich mein Kind erziehen soll?

     

    Wenn wir Muslime wissen wollen, welche die beste Art der Erziehung ist, dann haben wir es nicht schwer. Wir brauchen uns einfach nur anzuschauen wie Allah(t = der Erhabene) uns erzieht.  Allah(t) sagt in Surat-al-Mulk, (Aya = Vers) 14:

    Sollte Er (Allah) denn nicht Bescheid wissen über diejenigen, die Er erschaffen hat? Und er ist der Feinfühlige und Allkundige.

     

    Und in Surat-an-Nisa, Aya 26:

    Allah will euch Klarheit geben und euch rechtleiten nach den Gesetzmäßigkeiten derer, die vor euch waren, und eure Reue annehmen. Allah ist Allwissend und Allweise.

     

    Allah(t) hat uns erschaffen, Er weiß wie wir funktionieren. Seine Absicht ist es, uns rechtzuleiten und so wie es der Allbarmherzige und Allwissende macht, ist es die beste Art. Alles Lob gebührt Allah.
    Wie weit sind die Erziehungswissenschaften?

     

    In den Erziehungswissenschaften hat man erkannt, dass folgende Methoden unabdingbar für eine gute Erziehung sind. Auf der einen Seite müssen klare Anforderungen, Aufgaben und Erwartungen durch die Erzieher an das Kind gestellt werden.

     

    Auf der anderen Seite muss dem Kind Zuwendung geschenkt werden, indem man auf das Kind eingeht. Das heißt, z.B. indem man ihm zuhört, Verständnis für seine Sicht der Dinge zeigt und als Erwachsener erklärt, warum ein bestimmtes Verhalten richtig oder falsch, gut oder schlecht ist.

     

    Auch Allah(t) geht so mit uns um. Er(t) hat uns klare Pflichten auferlegt, von den 5 Säulen (Glaubensbekenntnis, Gebet, Fasten, Pflichtabgabe, Pilgerreise) bis zu unserem alltäglichen Verhalten z.B. beim Essen oder beim Betreten des Hauses.
    Allah(t) klärt uns im Quran auch sehr deutlich über die Konsequenzen auf, die uns erwarten, wenn wir seine Forderungen erfüllen oder nicht erfüllen.

     

    Zusätzlich nennt Allah(t) uns seine gute Absicht in Bezug auf uns (siehe oben Sure 4, Vers 26). Das führt dazu, dass wir die Barmherzigkeit und die Gutmütigkeit Allahs erkennen.

     

    Es ist also wichtig, Kindern klar und deutlich zu machen was sie tun dürfen oder sollen und was nicht. Den größten Erfolg erzielt man dabei, wenn man es dem Kind nicht nur klar sagt und erklärt, sondern auch als lebendiges Beispiel vorlebt.

    Allah(t) hat es so auch mit uns gemacht. Muhammad(s = Allahs Segen und Frieden auf ihm) ist unser lebendiges Beispiel mit dem Verhalten und den Eigenschaften, die Allah(t) von uns wünscht. Wichtig ist es auch, dem Kind mitzuteilen, welche Absicht man mit seiner Forderung an das Kind hat. Das hilft gleichzeitig auch dem Erwachsenen, sein eigenes Verhalten zu verstehen, indem er so erst für sich selber seine Absicht prüft.

     

    „Es ist so wie ich sage und Schluss!“

     

    Oft meinen wir selbst am besten zu wissen, was gut für das Kind ist, warum dann noch das Kind zu Wort kommen lassen? Ist das so richtig?

     

    Die Wissenschaft sagt, die vorteilhafteste Erziehung ist, wenn man von dem Kind fordert und gleichzeitig auf das Kind eingeht. Wir lassen dem Kind keinen Raum zum Verstehen, wenn wir ihm nicht die Gründe erklären, warum es etwas tun oder lassen soll, ihm keine Chance lassen sich mitzuteilen, und nicht zuhören wie die Sichtweise des Kindes ist. Geht Allah(t) so mit uns um? Nein das tut der Erhabene nicht. Der Allbarmherzige lässt uns ein ganzes Leben um uns zu läutern, unser Verhalten zu bessern und Er warnt uns im Quran mit Beispielen und

     

    Gleichnissen und Beschreibungen der Belohnung und Beschreibungen der Bestrafung.

     

    In Surat-as-Sad führt Allah(t) einen Dialog mit dem Satan (Schaitan):

    Als Allah(t) den Engeln befiehlt sich vor Adam(s) niederzuwerfen weigerte sich Iblis(Name des Satans).

    (38:74): …er verhielt sich hochmütig und gehörte zu den Ungläubigen

    (38:75): Er (Allah) sagt: „O Iblis, was hat dich davon abgehalten, dich vor dem niederzuwerfen, was Ich mit Meinen Händen erschaffen habe? […]“

    (38:76): Er (Iblis) sagte: „Ich bin besser als er. […]“

     

    An diesem Dialog zwischen dem Allmächtigen und dem Feind aller Wesen sehen wir einen von Allah(t) auf einer sachlichen Ebene geführten Dialog. Allah(t) gibt sogar Iblis die Gelegenheit sein unrechtmäßiges Verhalten zu erklären. Obwohl Allah(t) natürlich schon zuvor genau wusste, warum Iblis solch ein Verhalten zeigt (siehe 38:74).

     

    In Sure 38, Sad, Vers 75 spricht Allah(t) Iblis nicht als den Bösen,

    Hochmütigen oder Unheilstifter an, sondern mit seinem Namen. Dann lässt der Allerbarmer Iblis sogar die Zeit, seine Frage zu beantworten(38:76). Im

    Anschluss erklärt Allah(t) ihm die Konsequenz auf sein Verhalten.

     

    Wenn Allah(t) sogar Iblis nach der ersten großen Sünde so gegenübertritt , warum bekommt unser Kind nicht das Recht auf solch eine Behandlung, also die Möglichkeit bzw. sein Recht, sein Verhalten zu erklären?

     

    Was geschieht wenn wir das Kind reden lassen?

     

    Es gibt bestimmt mehrere Vorteile die daraus resultieren, z.B. auf sprachlicher Ebene. Aber der entscheidende Vorteil liegt darin, dass es lernt, sein eigenes Verhalten zu reflektieren. Es erkennt also, dass es für sein eigenes Verhalten selbst verantwortlich ist. D.h. es lernt den Zusammenhang zwischen Absicht und Verhalten zu knüpfen. Für den Erzieher, z.B. die Mutter, ergibt sich der Vorteil, dass sie nicht immer als die schimpfende Mutter mit dem erhobenen Zeigefinger da steht und oft doch nicht wahrgenommen wird. Es kommt sogar oft vor, dass das Kind bei Beantwortung der Fragen, warum es sich so verhielt und ob es ein gutes Verhalten ist, selbst erkennt, dass es nicht in Ordnung war, ohne dass die Mutter mit dem Schimpfen beginnen braucht.

     

    Zusammenfassung:

     

    Wenn wir eine gute Erziehung und somit eine gute Entwicklung unserer Kinder anstreben, dann ist es wichtig:

    a) dem Kind unsere Anforderungen und Regeln klar mitzuteilen

    b) unsere Absichten erst selber zu prüfen und dann auch dem Kind verständlich zu machen

    c) dem Kind sein Recht zu geben, sein Verhalten zu erklären

    -das geht am besten, wenn man ihm auf sachlicher Ebene eine einfache Frage zu seinem Verhalten stellt

    -man lässt das Kind ausreden und hört sichtbar zu

    d) auf der sachlichen Ebene zu antwortet

    -sprachlich und wenn es möglich ist auch körperlich, z.B. indem beide auf einem Stuhl, oder auf dem Boden sitzen

    e) dem Kind die Konsequenzen mitzuteilen, die bei Wiederholung folgen oder nach mehrmaliger Ermahnung jetzt folgen

    -Gerechtigkeit muss in solchen Situationen immer Priorität haben

     

    In den inschaallah folgenden Ausgaben dieser Zeitschrift werden wir uns an diesem Basis- Schema orientieren und auf einzelne islamische Tugenden wie Gerechtigkeit, Ehrlichkeit und andere eingehen.

     

    Alles Gute und Richtige in diesem Artikel ist von Allah(t) und die Fehler sind von mir.

     

    Quellenangabe

    Quranübersetzung von Scheich as-Samit, `Abdullah; Bubenheim, Frank; Elyas,Nadeem 2004

    Baumrind, Maccoby und Martin,: aus Zimbardo, Gerrig: Psychologie 1999

    von Ilham Zeroual

     

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    Quelle: http://islam-verstehen.de/scharia-gebote-a-verbote/88-kindererziehung-im-westen/173-woher-weiss-ich-wie-ich-mein-kind-erziehen-soll.html