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    „Wohin mit dieser Eile?“

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    Als den Propheten (s) in der Höhle Hara` die göttliche Aufforderung „Lies!“ erreichte war es der Beginn der Berufung Mohammads (s) zum Propheten und der Mensch wurde aus dem Dunkel befreit und ins Licht geführt.Die Berufung Mohammads zum Propheten (s) ist die Befreiung aus der Gefangenschaft der Menschengeschöpfe vom Hässlichen und der erneuten Zuwendung zu dem Einen Ursprung der Welt und der Anerkennung des Prinzips des Glaubens an den Einen Gott.

    Dies war der größte Segen, den Gott den Menschen schickte.

     

    Gott hat durch den Propheten Mohammad (s)den Weg zum irdischen und himmlischen Wohl ermöglicht. Dieses Wohl wird durch die Einheit der Muslime unter dem Banner des Islams erreichbar.

     

    Im Vers 103 der Sure Ale Imran (Sure 3) sagt Gott:

    Und haltet euch allesamt fest am Seile Allahs; und seid nicht zwieträchtig; und gedenket der Huld Allahs gegen euch, als ihr Feinde waret. Alsdann fügte Er eure Herzen so in Liebe zusammen, dass ihr durch Seine Gnade Brüder wurdet; ihr waret am Rande einer Feuergrube, und Er bewahrte euch davor. Also macht Allah euch Seine Zeichen klar, auf dass ihr rechtgeleitet seiet.“

     

    Dieser Koranvers weist die Muslime an, dem Buch Gottes zu folgen und sich hunter dem Banner des Islams zu vereinen. Denn die Einheit ist der Weg zum Erfolg auf der Erde und zur Rettung im Jenseits.

     

    Um Einheit herzustellen, hat der Islam alle künstlichen Privilegien aufgrund äußerer Unterschiede und Abstammung für ungültig erklärt. Er hat die Menschen darauf aufmerksam gemacht, dass sie alle auf ein erstes Menschenpaar zurückgehen. In dem Vers 13 der Sure Hudscharat (49) spricht Gott:

    „O ihr Menschen, Wir haben euch von Mann und Weib erschaffen und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, dass ihr einander kennen möchtet. Wahrlich, der Angesehenste von euch ist vor Allah der, der unter euch der Gottesfürchtigste ist. Siehe, Allah ist allwissend, allkundig.“

     

    Zur Verwirklichung der Einheit baut der Islam auf 5 Säulen auf und an diesen fünf Säulen lässt sich in der Praxis die Festigkeit des Gemeinschaftssinns messen: Die erste Säule sind das Bekenntnis zu der Einheit Gottes und die Bestätigung des Propheten.

     

    Der zweite Faktor für die Einheit der Muslime ist das fünfmalige Ritualgebet in die gleiche Gebetsrichtung, besonders wenn es in Gemeinschaft gebetet wird. Zur gleichen Zeit wie der Gebetsimam führen dann alle in den Gebetsreihen hinter ihm die rituellen Bewegungen durch und dies ist eine praktische Stärkung des Gemeinschaftssinnes und der Einheit an einem der reinsten Orte, nämlich im Hause Gottes.

     

    Die Zakkat-Abgabe, welche die Wohlhabenden zahlen und die unter den Bedürftigen verteilt wird, zeugt ebenso von der Einheit der Muslime und dass sie füreinander da sind.

    Die vierte und fünfte Einheit hervorrufenden Säulen der Religion sind das Fasten im Monat Ramadan und der Hadsch, die Pilgerzeremonie in Mekka.

     

    Das gemeinsame Fasten zeugt für eine Art Gleichstellung und Solidarität und ein gemeinsame Gesinnung. Und beim Hadsch erleben wir das Zusammentreffen von Menschen, die aus allen Teilen der Erde kommen und gemeinsam, einheitlich gekleidet, denselben monotheistischen Ruf erklingen lassen.

     

    Nach dem Tod des Prophet haben sich die Muslime im Laufe der Zeit gespaltet und ihre Einheit brach zusammen.

    Einige wandten sich von ihrem Himmelsbuch ab, vergaßen die guten Ratschläge ihres Propheten und ließen sich von Luzifer führen.

    Sie wurden wieder von falschem Stammesstolz erfasst und auf diese Weise haben sich viele Muslime mit den Feinden des Islams verbündet und ihre ehemaligen muslimischen Brüder bekämpft.

     

    Unterdessen warnt der Koran im Vers 115 der Sure 4 (Sure Nisa) vor einem solchen Tun:

    „Jener aber, der sich dem Gesandten widersetzt, nachdem ihm der rechte Weg klar geworden, und einen andern Weg befolgt als den der Gläubigen, den werden Wir verfolgen lassen, was er verfolgt, und werden ihn in die Hölle stürzen; und schlimm ist die Bestimmung.“

     

    Imam Ali , Bündnisbruder und Nachfolger des Erhabenen Propheten hat in der Ansprache 87, die im Nahdschul Balagha steht, auf diese Differenzen hingewiesen und gesagt:

    „Ihr Leute? Wo geht ihr hin? Warum weicht ihr von der Wahrheit ab? Die Flaggen der Wahrheit sind gehisst und ihre Zeichen sind klar. Aber wo geht ihr wie Verirrte hin, obwohl die Leuchten der Rechtleitung den Weg erhellen? Warum irrt ihr umher? Die Familie des Propheten ist doch unter euch! Die Ahl-e Bait sind die Lenker zum Recht und zur Gewissheit! Sie sind die Anführer der Religion und sie sprechen die Wahheit. Daher müsst ihr sie in die besten Heimstätten des Korans einlassen und auf sie zugehen wie Durstige, die dem Wasser entgegen eilen!“

     

    Wie Imam Ali a.s. sagt ist der Weg zu Glück und Wohl offenbar. Der Prophet Gottes hat den Menschen den Weg zur Rettung gezeigt .

     

    Gemäß zuverlässigen Überlieferungen, die sowohl in den schiitischen als auch den sunnitischen Büchern vorkommen hat Prophet Mohammad zu verschiedenen Anlässen und in dem bekannten Hadith Thaqalain diese unbestreitbare Wahrheit dargelegt. Er hat gesagt:

    Wahrlich! Ich hinterlasse euch zwei Gewichtige [thaqalayn]. Das Eine ist das Buch Allahs, in dem Licht und Leitung ist. Das Andere ist meine Ahl-ul-Bait. Ich erinnere euch im Namen Allahs an meine Ahl-ul-Bait.

     

    Ein wichtiger Punkt in diesem Hadith-e Thaqalain ist, dass der Prophet die Rechtleitung und Rettung von der Befolgung des Korans und der Ahle Bait abhängig gemacht hat.

     

    Denn Gott sagt in dem Vers 59 der Sure 4 (Nisa):

    O die ihr glaubt, gehorchet Allah und gehorchet dem Gesandten und denen, die Befehlsgewalt unter euch haben. Und wenn ihr in etwas uneins seid, so bringet es vor Allah und den Gesandten, so ihr an Allah glaubt und an den Jüngsten Tag. Das ist das Beste und am Ende auch das Empfehlenswerteste.“

    In diesem Vers wird als erstes der Gehorsam gege

    nüber Gott und dann der Gehorsam gegenüber Seinem Propheten gefordert, denn der Prophet ist unfehlbar und er ordnet nur das an, was Gott geboten hat. Es ist also kein Gott-Ungehorsam, dem Prophet zu gehorchen. Daraufhin werden die Gläubigen zum Gehorsam gegenüber denen, die Befehlsgewalt ( Aulia Amr) haben, angewiesen. Diese Befehlshaber müssen wie der Prophet edel sein, denn wenn sie ungerecht und sündig wären, wäre es ein Gott-Ungehorsam, ihnen zu gehorchen.

     

    Außerdem heißt es in dem Vers 23 der Sure Schura:

    (Prophet) Sprich: «Ich verlange von euch keinen Lohn dafür (für die Überbringung der frohen Botschaft) , es sei denn die Liebe zu den (meinen) Verwandten.»

     

    Die Liebe zu der Familie des Propheten , welches der einzige Lohn ist, um den der Prophet bittet, gehört zum Gottesweg. Der bekannte sunnitische Korankommentator Zamachschari schreibt in seinem Werk Al Kaschschaf: „Diese Worte (im Hadith-e Thaqalain) sind wie die Worte eines Menschen, der dir liebevoll unter Mühen einen Schatz herbeischafft und dir sagt: Ich verlange keine Belohnung von dir, außer dass du diesen Schatz behütest und darauf Acht gibts, ihn nicht zu verlieren… Bei meinem Leben! Der Prophet war liebevoll zu seinem Volk und den Menschen, zu deren Rechtleitung er ausgesandt worden war.

     

    Dass nur der Prophet sich die Liebe zu seiner Familie von den Gläubigen als Lohn wünschte und nicht seine Vorgänger liegt daran, dass nach ihm kein Prophet mehr gekommen ist. Die vorherigen Propheten wussten, dass nach ihnen ein weiterer Gottgesandte erscheint und waren deshalb beruhigt, dass ihr Weg durch ihn fortgesetzt wird.

     

    Doch als der letzte der Propheten ausgesandt wurde, bestand auch die Sorge um den Fortbestand des Islams nach ihm und daher war es nötig, dass es eine Garantie für die Aufrechterhaltung der göttlichen Lehre gibt. Die beiden Garanten sind laut dem Thaqalain-Hadith der Koran und die Edlen aus dem Haus des Propheten.

     

    Deshalb hat Imam Ali (a.s.), als es die Zwietracht in der Muslimengemeinde sah, erklärt, dass die Einheit durch die beiden Hinterlassenschaften des Propheten – den Koran und seine Familie, erreicht wird.

     

    Wollen wir also den Weg zu ewigen Glück gehen und auf diesem Weg nicht auf das falsche Gleis geraten, sollten wir uns seinen kostbaren Rat zu Herzen nehmen und wie Durstige, die auf das Wasser zueilen, auf den Koran und die Edlen aus dem Hause des Propheten zugehen und erfüllt mit Liebe zu ihnen aus diesen beiden edlen Quellen des Wissens schöpfen.

     

     

    Quelle: http://german.irib.ir/radioislam/beitr%C3%A4ge/verschiedenes/item/250185-wohin-mit-dieser-eile?