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    Wohltätigkeit in der Islamischen Gesellschaft

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    Menschen, die die Freuden des Neujahrsfestes nicht nur für sich alleine wollen, teilen sie gerne mit den anderen und reichen den Bedürftigen ihre Hände.Jedes Jahr findet daher im Iran im März nur wenige Tage vor dem Neujahrsbeginn ein großes Wohltätigkeitsfest statt, an dem Jung und Alt teilnehmen. Bei der Wohltätigkeit kommt die schöne Eigenschaft der Menschenliebe und die Freundschaft zum Ausdruck. Es ist ein wichtiger Zweig der islamischen Sozialethik, gilt als Quelle des Guten und Segens und ist ein Wertegrundsatz in der Islamischen Gesellschaft.
    Gott hat im Koran alle dazu aufgerufen, den anderen Gutes zu tun. Aus dem Koran geht hervor, dass ein gutes Werk auch als eine Art Verzicht auf ein eigenes Recht betrachtet werden kann.

     

    Echte Wohltätigkeit bedeutet, den anderen helfen ohne Gegenleistung zu erwarten.

     

    In unserer heutigen Zeit leiden Millionen von Menschen unter Hunger und Armut, während sich der Reichtum in der Hand einer kleinen Gruppe angehäuft hat. Die Welt kann aus dieser Situation befreit werden, wenn das Mitgefühl wächst, und die Menschen einander helfen.

    Der Islam betont diese Hilfen an die Bedürftigen und Geschwächten. In einer Gesellschaft, die auf dem Modell des Islams aufbaut, kann ein Muslim nicht gegenüber den Problemen seiner Religionsbrüder gleichgültig bleiben. Sondern er muss die Pflicht verspüren, den anderen zur Hilfe zu eilen.

     

    Die anderen zu beachten und ihnen bei der Beseitigung ihrer Probleme zu helfen führt zu Sicherheit in der Gesellschaft und Herstellung von Gerechtigkeit. Und nicht nur das: Es verhilft der Gesellschaft auch zum Fortschritt.

    Aber Gleichgültigkeit gegenüber den Sorgen der Mitmenschen ist nicht rechtfertigbar und der Islam sieht darin einen Anti-Wert.

    Daher fordern die religiösen Lehren die Menschen zum Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem Schicksal der anderen auf.

     

    In einem bekannten Hadith (Überlieferung) vom Propheten heißt es: „Wer den Morgen beginnt, ohne sich für die Angelegenheiten der Muslime einzusetzen, ist kein Muslim.“

    Wohltätigkeit ist eine der besten rechtschaffenen Werken. Im Islam bedeutet Gott-Dienen und Gott- Näherkommen nicht nur, dass man das Gebetsritual und den Fasten-Dienst pflegt, auf Hadschreisen geht und die Moschee besucht, sondern es bedeutet auch, seinen sozialen Verantwortungen nachkommen. Und dazu gehört der Dienst an den Dienern Gottes. Wenn dieser mit der Absicht erfolgt, Gott näher zu kommen, gehört es zu den besten Formen des Gott-Dienens.

    Außerdem kann der Mensch sich durch gute Werke charakterlich verbessern und vervollkommnen.

     

    Durch Wohltätigkeit und Wahrnehmung der sozialen Verpflichtungen wird Gott-Dienen mitten in der Gesellschaft ausgeübt.

    Wohltätigkeit besteht darin, die Bitten eines Gläubigen zu erfüllen und sein Herz froh zu machen, die Unterdrückten und Bedürftigen zu verteidigen , sich für die Angelegenheiten der Muslime einzusetzen und ihre Probleme zu lösen. All das ist aus der Sicht des Islam eine wichtige Form des Gott-Dienens und manchmal ist der göttliche Lohn dafür um ein Zehnfaches mehr als die Belohnung für die Hadschreise nach Mekka.

    Es gibt hierzu zahlreiche Überlieferungen vom Propheten und den Imamen. Imam Baqir (a.s.) sagt. dass schon ein freundliches aufrichtiges Lächeln für einen Glaubensbruder eine gute Tat darstellt und Gott daran Wohlgefallen findet.

     

    Durch Hilfen und Spenden werden die menschlichen Beziehungen in der Gesellschaft gefestigt und können Armut und Not beseitigt werden.

    Natürlich sind Ihsan und Infaq – die beiden Begriffe, die in der islamischen Terminologie für Wohltaten verwendet werden – nicht nur für die Gesellschaft gut. Sondern Wohltätigkeit hat auch eng mit der Veredlung des Menschen zu tun.

     

    Durch Eigenverzicht und Großzügigkeit kommt der Mensch nämlich auch seiner Vervollkommnung näher. Im Islam hängt die Würde des Menschen nicht davon ab, ob er etwas besitzt oder nicht. Sondern es spielt eine Rolle, dass er sich, wenn er etwas besitzt, wieder davon trennen kann. Deshalb müssen besondere Bedingungen erfüllt sein, um den Rang eines wahren Wohltäters zu erreichen. Eine davon ist die Bedingung, dass der Mensch etwas von den Dingen in seinem Besitz spendet, die er selber gerne hat.

     

    Im Koran heißt es im Vers 92 der Sure 3:

    „Ihr werdet die Frömmigkeit nicht erlangen, solange ihr nicht etwas spendet, was ihr selber liebt.“

    Der Koran hat das Spenden mit einem Korn verglichen, welches 7 Ähren hervorbringt – wobei an jeder Ähre 100 Körner sitzen. Mit anderen Worten: Genauso wie ein einziges Saatkorn, wenn es auf geeignetem Boden fällt zu 700 Körner werden kann, wird auch der Besitz durch das Spenden wachsen. Unterdessen glauben einige, dass der Spender einen Verlust auf sich nimmt, wenn er spendet.

     

    Aber der Koran gibt frohe Kunde davon, dass jeder der spendet, etwas Besseres dafür erhält.

    Wenn der Mensch etwas bei sich aufbewahrt und für sich behält, kann es sein, dass dieser Besitz durch natürliche oder unnatürliche Faktoren vernichtet wird, aber etwas was er von seinem Besitz auf dem Wege Gottes hergibt, wird bei Gott an einem sicheren Ort hinterlegt werden, an dem nichts es bedroht.

     

    Die wichtigste Voraussetzung dafür, dass eine Spende von Gott angenommen wird, besteht darin, dass der Mensch in guter aufrichtiger Absicht und nicht aus Heuchelei spendet.

    Der Islam fordert die Wohlhabenden auf, dass sie beim Überreichen einer Spende ihre Hand tiefer halten als die Hand des Bedürftigen. Dann wird der Bedürftige, der die Spende entgegennimmt keine Erniedrigung verspüren.

    Außerdem wird der Wohlhabende auf diese Weise nicht hochmütig werden. Er soll wissen, dass er durch seine Spenden dazu beiträgt, dass die gesellschaftliche Kluft abnimmt und die Islamische Gesellschaft Fortschritte macht.

     

    In Wahrheit ist einer der wichtigsten Wege um Gott näher zu kommen der Dschihad gegen die schlechten Regungen der Seele und der Verzicht auf das Weltliche und ihre Reichtümer.

    Die Liebe zu Gott und die Achtung der menschlichen und moralischen Grundsätze werden dann deutlich, wenn der Mensch sich an einer Weggabelung befindet, an der auf der einen Seite der weltliche Besitz oder eine weltliche Position, an denen er großes Interesse hat, liegen, und auf der anderen Seite seine Menschlichkeit und sein Gewissen stehen.

    An dieser Weggabelung zeigt der Mensch, wenn er den Weg der Wohltätigkeit wählt, seine wahre Liebe zu Gott.

     

    Wir schließen nun mit einem Wort von Amir al Mumenin Imam Ali aleihe salam.

    Er hat gesagt: „Wie gut und erfreulich ist es für die Wohlhabenden, wenn sie sich gegenüber den Bedürftigen bescheiden verhalten und noch schöner ist es, wenn die Bedürftigen gegenüber den Reichen im Vertrauen auf den großen Schöpfer selbstbewusst auftreten.“

     

    Quelle: http://german.irib.ir/radioislam/beitraege/item/149378-wohlt%C3%A4tigkeit-in-der-islamischen-gesellschaft