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    Ziele und Wege der Islamischen Einheit

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    Zu den hohen Idealen der islamisch-republikanischen Staatsordnung im Iran gehört die Herstellung von Zusammenhalt und islamischer Solidarität und Einheit der Muslime in aller Welt. Dies ist ein Auftrag, an dem die Denker in der Islamischen Welt in Befolgung des Propheten, der zu den guten Werke und Wohltaten aufrief, festhalten.

     

    Unter diesen Fackelträgern der Einheit nimmt sicherlich der geehrte Märtyrer Alamahe Motahhari einen besondern Platz ein. In diesem Artikel wurde versucht, verschiedene Seiten der Pionierarbeit dieses großen Islamkenners hinsichtlich der Einheit der Muslime zu beschreiben. Zweifelsohne wird die Bekanntschaft mit den Tätigkeiten und den verdienstlichen Leistungen dieses großen Islamischen Scholastikers hinsichtlich der Verwirklichung der Einheit den Entschluss, uns an dem Weg dieses großen Mannes ein Beispiel zu nehmen, noch mehr festigen. Wir entsenden den Friedensgruß an den reinem Geist aller Märtyrer, den Imam der Märtyrer und den großen Lehrer, der Märtyrer wurde – Ostad Motahari – .

     

    Die Einheit (Wahdat)

     

    Einheit und Zusammenschluss bedeuten generelle Einigkeit, Einmütigkeit und Verhütung der Trennung. Die Einheit und Harmonie der Menschen untereinander ist ein wichtiges grundlegendes Ziel des Korans, welches viele Male von ihm angesprochen wird, z.B. in den Versen

    کان الناس امهً واحده

    „Die Menschen waren eine einzige Gemeinschaft“ (Baqara (2), Vers 213)

    وجعل بینکم موده و رحمه

    „Und er hat bewirkt, dass ihr in Liebe und Erbarmen einander zugetan seid“ (Rum (30), Vers 21)

    انما المومنون اخوه

    „Die Gläubigen sind doch Brüder!“ (Hudschurat (49), Vers 10)

    واعتصموا بحبل الله جمیعاً ولا تفرقوا

    „Und haltet alle fest an dem Seil Gottes und teilt euch nicht!“ (Ale Amran (3), Vers 103)

     

    Erfordernis der Einheit

     

    Nirgendwo auf der Welt ist ein Muslim zu finden, der angesichts der jetzigen Bedingungen nicht positiv über die Bedeutung der Einheit denken würde. Den muslimischen Weltbürgern sind heute die Heimtücken der Feinde klar geworden. Der Imam der Umma (Imam Chomeini) hat gesagt:

    „Wenn die muslimischen Völker einander Brüder sind, werden sie keinen Schaden erleiden und keine der Großmächte besitzt die Macht, sie anzugreifen“ (Dschomhuri-e Islami (Zeitung) vom 28.5.1359 (August 1980)).

     

    Andere Persönlichkeiten wie z.B. Ostad Motahhari haben dies ebenso betont. Ostad Motahhari hat gesagt: „Der Islam hat die Einheit der Muslime gewollt“ (Motahhari, Bd. 7, 1382 (2003) , S. 413).

     

    Die Ziele des Gedankens von der Islamischen Einheit

     

    „Der Islam hat die Einheit der Muslime gewollt. Nun müssen wir feststellen, ob diese Einheit erforderlich macht, dass alle Muslime nur einer Rechtsschule folgen … oder ob das größte Hindernis für die Einheit die Missverständnisse sind, die es unter ihnen (den Muslimen) gibt. Meiner Meinung nach trifft der zweite Fall zu, denn wir beten alle den Einen Gott an. Auch ist unsere Gebetsrichtung dieselbe, ebenso wie der Monat Ramadan und der Fastendienst derselbe sind. Wir alle verrichten auf die gleiche Weise das Gebetsritual, alle geben wir dieselbe Zakkatsteuer und …“ (Motahhari, Bd. 7, 1382, S. 413).

     

    Den Worten von Ostad Motahhari können wir entnehmen, dass der Gedanke der Islamischen Einheit für den Islam und die Islamische Weltgemeinde Größe und Ehre bedeutet.

     

    Wege zur Islamischen Einheit

     

    1. Rückkehr zum Koran:

     

    „ Es gibt drei Dringe, die an erster Stelle die Muslime miteinander verbinden können, der Koran und … Der Koran ist als eine Himmelsschrift das am meisten geliebte islamische Buch (und gehört zu den Richtlinien und Maßstäben für die Islamische Einheit)“ (Motahhari, Bd. 7, 1382, S. 418).

     

    2. Befolgung der Lebensweise des Propheten und der Unfehlbaren Reinen (a.s.):

     

    Der beste Beweis für die Herstellung von Brüderlichkeit zwischen den Muslimen ist die Lebensweise des Propheten (s.a.a.s.) und Alis (a.s.) in der Islamischen Frühzeit“ (Motahhari, Bd. 7, 1382,S. 419).

     

    Die Imame der Schiiten, welche vom Baum des Prophetentums abstammen und berechtigte Erben des Erhabenen Propheten (s.a.a.s.) sind, haben zur Wahrung des Islams und um dem Einfluss der Feinde vorzubeugen die Solidarität und den Zusammenhalt empfohlen. Schahid Motahhari sagt darüber:

    “In vielen seiner Reden will Ali (a.s.) die gespaltenen und verstreuten Kräfte der Muslime wieder umeinander versammeln und ihnen Einheit verleihen…“ (Motahhari, Bd.7, 1382, S. 419).

     

    3. Fortsetzung des Kulturaufbaus:

     

    Zu den wichtigsten Dingen zur Herstellung der Islamischen Einmütigkeit gehört die kulturelle Heranbildung. Aus der Sicht von Schahid Motahhari hat Ajatollah Burudscherdi auf der Ebene des Kulturaufbaus auffallend viel geleistet und in diesem Zusammenhang eine große Zahl von Verkündern in die Muslimländer geschickt. Motahhari sagt: „Zu den bedeutenden Schritten die zurzeit dieses geehrten Geistlichen von ihm unternommen wurden, gehört die Entsendung von Verkündern und Rechtsschulvertretern in andere Länder. Es ist so gut wie sicher, dass seitens der Gesellschaft der Schiiten bis vor einigen Jahren in keiner Weise irgendeine Maßnahme diesbezüglich ergriffen worden war. Wenn wir uns mit der Vergangenheit vergleichen, wo niemand auch nur daran gedacht hat, derartiges zu tun, wird uns begreiflich, welch hervorragender Schritt durch diesen geehrten Geistlichen vorgenommen wurde. Es ist eine Bündnispflicht, die uns Schiiten alle betrifft, dass wir dieses Programm unterstützen, ergänzen und ausbauen“ (Motahhari, Bd. 20, 1385, S. 156).

     

    4: Achtung der religiösen Bräuche im Sinne der Erreichung von Einheit:

     

    Die besondere Beachtung der Islamischen Bräuche und religiösen Feste wie der Jahrestag der Geburt des Erhabenen Propheten (s.a.a.s.) und die anderen Tage Allahs können den Zusammenhalt der Muslime verstärken. Einer dieser Bräuche ist die große internationale Zusammenkunft zum Hadsch, zu dem die muslimischen Völker – unabhängig von der Rasse, Hautfarbe, ethnischen Zugehörigkeit und Anhängerschaft einer religiösen Rechtsschule und erfüllt von der Begeisterung für die Pilgerreise zum Hause Gottes – zwecks Praktizierung der Gott-Dienstbarkeit, von weit her kommen. Sie führen dabei der Weltbevölkerung die schönsten Bilder der Gemeinsamkeit, Einmütigkeit und Einheit vor Augen. Das Hadschprogramm ist die wichtigste und vielfältigste islamische Versammlung, die zu Recht „Islamischer Allgemeinkongress“ genannt wurde. Es stellt für jeden, der in der Lage ist, eine Pflicht dar, wenigstens einmal im Leben an dieser riesigen Versammlung teilzunehmen. Alle Muslime müssen zu einer bestimmten Zeit und zu bestimmten Tagen bestimmte religiöse Handlungen vornehmen. Sie alle müssen dieselbe Art von Bekleidung an diesen Tagen tragen und dieselbe Art von Worten sprechen.

     

    5. Steigerung der Kenntnis voneinander und des gegenseitigen Verständnisses:

     

    „Eines der Probleme der Muslime besteht darin, dass sie zusätzlich dazu, dass sie sich wegen einem geringen Teil von Überzeugungen voneinander trennten und Rechtsschulen und Glaubensgruppen bildeten, einander auch erheblich missverstanden haben, d.h. ganz abgesehen von geringen Glaubensunterschieden haben sie zahlreiche unberechtigte falsche Vorstellungen voneinander. Es gab und gibt Leute, die Streit schüren und bestrebt waren und sind, das Misstrauen zwischen den Muslimen zu steigern. Dies ist eine Gefahr, welche die Muslime vonseiten der gegenseitigen Missverständnisse und der ungenügenden Kenntnis voneinander bedroht und zwar mehr als die Unterschiede aufgrund ihrer Rechts- und Denkschulen“ (Motahhari, Bd. 2, 1379 (2000), S. 204).

     

    „Hinsichtlich der Unterschiede in den Rechts- und Denkschulen verhält es sich nicht so, dass die Muslime keine Brüder und kein Beispiel für «انما المؤمنون اخوه» (die Gläubigen sind doch Brüder (49:10) sein könnten“ (Motahhari, Bd. 2, 1379, S. 204).

     

    Die Islamische Republik: Grundgerüst der vereinigenden islamischen Denkweise

     

    Die gesegnete Verwaltungsordnung der Islamischen Republik Iran, welche dank des großartigen Anführers der Islamischen Revolution (Imam Chomeini) ihre Früchte trug, ist heute – nach drei Jahrzehnten, stolz darauf, dass sie Wegführer und Vortrupp der Einheit der Islamischen Welt werden konnte.

     

    Imam Chomeini (Gott habe ihn selig) hat stets wie folgt gesagt: „Die Spaltung rührt von Satan her und die Einheit im Worte und der Zusammenhalt kommt vom Allerbarmer.“ Nach dem Reformer jener einmaligen Epoche hat das geehrte Revolutionsoberhaupt ebenso die Beibehaltung dieser Einmütigkeit und des Zusammenhaltes unterstrichen und mit eigenen Initiativen und Methoden seinen Namen unter die Fortdauer der Vereinigung der Muslime gesetzt. Zweifelsohne hat die Denkweise Ostad Motahharis, der mit den Worten des Revolutionsoberhauptes zu den größten Architekten des Denkgebäudes der Islamischen Ordnung gehört (11.2.64 (1985)), dieses Vorauseilen noch mehr gestärkt. An dieser Stelle führen wir einige praktikable Wege der Islamischen Staatsordnung in diesem Zusammenhang auf:

     

    Erstens: Aufstellung der Charta der Islamischen Einheit

     

    Das Oberhaupt der Islamischen Revolution hat zu Beginn des Jahres 1386 (2007) zu den Verantwortungsträgern der Staatsordnung hinsichtlich der Aufstellung einer Charta der Islamischen Einheit gesagt: „Das wichtigste Heilmittel und Medikament für die heutige Islamische Welt ist der Zusammenschluss. Alle müssen sich miteinander vereinen. Die Religionsgelehrten und islamischen Intellektuellen sollen sich hinsetzen und eine Charta der Islamischen Einheit aufstellen“ (18.1.86 (2007)).

     

    Zweitens: Die Bildung von internationalen Islamischen Einrichtungen:

     

    a) Dara-l Taghrib Mazahib Islami (Zentrum für Annäherung der Islamischen Rechtsschulen)

    Ein solches Institut kann sich aufgrund der Bemühungen der Rechtsgelehrten, Scholastiker und Islamgelehrten auf die religionsrechtlichen Gemeinsamkeiten stützen. Es soll die Zweifelsfragen völlig offen und transparent und frei von jedem blinden Eifer erklären, denn viele scharfe und radikale Stellungnahmen seitens Anhänger einer Denkschule gehen auf die Unkenntnis voneinander zurück. Schahid Motahhari hat großen Nachdruck darauf gelegt, dass für ein gutes Verständnis die Vorzüge des schiitischen Glaubens dargelegt werden müssen (Motahhari, Bd. 2, 1379, S. 204). Die Organe des Dara-l Taqrib können diese wichtige Angelegenheit am besten verwirklichen.

     

    b) Gründung eines Bonyad-e Tafsir-e Quran (einer Stiftung für Koranexegese): Bei Zusammenarbeit und gemeinsamer Überlegung der schiitischen und sunnitischen Koranexegeten könnten wissenschaftliche Koranstiftungen zur Vorlage von zuverlässigen Korankommentaren gegründet werden, die von den islamischen Denk- und Rechtsschulen akzeptiert werden und sich auf die Gemeinsamkeiten der Islamischen Schulen stützen.

     

    c) Gründung von gemeinsamen Universitäten und Theologiezentren: Zu den Denkern und Wegbereitern dieses Gedankens gehören unter anderem folgende Persönlichkeiten:

     

    1. Sayed Jamaluddin Asadabadi

     

    Dieser große Denker war der Überzeugung, dass die Größe und der Fortschritt der Muslime durch die Einheit und den Zusammenhalt zugestanden kommen und ihre Niederlage und Rückständigkeit sich aus der Spaltung und Verstreuung ergeben.

     

    2. Ajatollah Burudscherdi

     

    Ostad Motahhari sagt über ihn: „Bei diesem großen Geistlichen kann man nicht nur davon sprechen, dass er Interesse an dieser Angelegenheit (der Einheit) hegte, sondern man muss sagen: er liebte die Einheit und sein Herz schlug für sie. Bei dem Ereignis, das zu seinem Tod führte, hat er, nachdem er vom ersten Herzinfarkt aufwachte, von der Islamischen Einheit geredet und gesagt: „Ich habe mir diese gewünscht“ (Motahhari, Bd. 20, 1385, S. 155).

     

    3. Imam Chomeini (Gott habe ihn selig)

     

    Einer der wichtigsten Gedanken des Imam der Umma war die Erstarkung und der Ruhm der Muslime bis in allen weit entfernten Orten der Welt. Er hat gesagt: „Wisst ihr wie sehr die Meinungsunterschiede, die es jetzt gibt und die von Tag zu Tag immer stärker verwurzelt werden, dem Islam schaden, welchen Schaden sie eurem Land beifügen und welchen Dienst sie der USA erweisen? Werdet einmütig!“ (Imam Chomeini (r.h.), Bd. 13, 1378, S. 130).

     

    4. Das Revolutionsoberhaupt (Gott bewahre seinen schirmenden Schatten)

     

    Auch der weise Revolutionsführer führt die hohen Gedanken des Imams (r.h.) über die Wahrung der Einheit weiter. Er ist der Überzeugung, dass es unter den jetzigen entscheidenden Bedingungen der vernünftigste Weg ist, dass alle aneinander denken und sich die Hände reichen. Er sagt darüber: „Der Zusammenschluss der Muslime ist eine ernsthafte Angelegenheit. Mit dieser Frage ist auf diese Weise umzugehen. An jedem Tag, an dem diese Frage verschoben wird, erfährt die Islamischen Welt einen Tag des Schadens. Man darf nicht zulassen, dass es zu spät wird“ (24.5.74 (1995)).

     

    5. Schahid Motahhari (r.h.)

     

    Schahid Motahhari gehört zu den zeitgenössischen Persönlichkeiten, die in Wort und Schrift erheblich zur Einheit beigetragen haben. Er hat in zahlreichen Ausführungen klar die Rolle der Einheit für den Fortschritt der Muslime hervorgehoben und gelobt und den Fortschritt des Islams von der Einheit der Muslime abhängig gemacht. Motahhari hat die Solidarität ein Zeichen des Lebens genannt und gesagt: „Ein Merkmal des Todes ist die Zerstörung und Trennung der Bestandteile voneinander. Und für das Leben sind Vereinigung und Verbindung der Bestandteile charakteristisch. Ist die heutige Islamische Gesellschaft eine lebende oder eine gestorbene Gemeinschaft? Die Muslime sind gestorben, weil sie eher einander angreifen und ihre meisten Bemühungen für den Krieg und Streit untereinander und für ihre internen Meinungsverschiedenheiten aufgewendet werden und folglich der raffinierte Feind dies ausnutzt… Sind wir heutigen Muslime auch so? Sind wir, wenn an einem der muslimischen Orte ein Verlust ensteht, genauso?

     

    (Denken wir an die Lösung dieses Problems und an Solidarität mit den Betroffenen?)“ (Motahhari, 1376, S. 83).